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Ammerwald - Weitalpjoch - Bleckenau - Ammergauer Alpen

 

Ein schöner Morgen war angebrochen, es war wieder einmal Zeit für eine "kleine" Tour! Gleich um 7 Uhr aufgestanden und zum Ausgangspunkt gefahren, bot sich uns am Plansee schon ein wunderbares Bild; die Frühnebel zogen über das Wasser und die Sonne lachte uns über den See an...

Bei der Ammerwalder Alm kann das Auto auf den dafür vorgesehenen Parkplätzen abgestellt werden!

Wir gehen also den Forstweg von der Ammerwalder Alm entlang, bis wir auf eine Wegegabelung auf einer kleinen Lichtung treffen. Ein Wegweiser zeigt uns den Weg in Richtung Roggental, welcher nach rechts führt. Bald wird der Forstweg von einem kleinen Pfad abgelöst. Schon von hier aus sind die Südabbrüche der Hochplatte (2.082m) zu erkennen.
Wir folgen also dem kleinen Pfad, der sich in mäßiger Steigung entlang des Roggentalbaches in die Höhe schlängelt.

Nach etwa einer Stunde treffen wir auf den nächsten Wegweiser. Nach rechts gelangt man zum Weitalpjoch (1.806m) und von dort stehen einem zwei Varianten offen; entweder zur Kenzenhütte absteigen oder über den "Wilden Freithof" zur Hochplatte. Nach links führt der Weg durch ein Kar hinauf zum "Fensterl", von welchem ebenfalls die Hochplatte aber auch die Krähe, Hochblässe und Gabelschrofen bestiegen werden kann, oder man kann über das Köllebachtal zur Jägerhütte und in dessen Folge nach Bleckenau absteigen.

Ich entschied mich für das rechte Tal, denn das lag noch immer im Schatten und mein Ziel war ja die Hochplatte, welche ja von beiden Seiten aus bestiegen werden konnte. Der Steig war nun steiler geworden und kurz vor dem Weitalpjoch hatte auch noch die Erosion den Weg abgerissen und ein überqueren des Bachbettes gestaltete sich einigermaßen schwierig. Wir stiegen bis unterhalb der Felswand auf und dort konnten wir dann die Abbruchstelle überwinden. Nun ging es noch ein kurzes Stück in engen Kehren hinauf ins Weitalpjoch.

Ein herrlicher Ausblick tut sich von hier oben auf. Zugspitze im Hintergrund, davor die Scheinbergspitze und andere Ammergauer Gipfel. Bei einem genaueren Blick auf den Grat der Hochplatte entdecke ich Drahtseilsicherungen! Schon früher hatte ich einmal gehört, daß man die Hochplatte nicht unterschätzen dürfe! Sollte ich es probieren mit meinem Hund Joe den Grat zu gehen? Nein, auf keinen Fall! Das Risiko war mir zu groß und so beschloss ich den Quergang unterhalb der Hochplatte (Weg Nr. 201) zu nehmen.

Anfangs führt der Pfad noch durch das Latschengestrüpp und über kleine Felsstufen, dann aber wird das Gelände zunehmend steiler und der Steig immer schmaler. Plötzlich ein Krachen! Steine kommen über die Felsen... Gemsen! Ein richtiger Gamskindergarten ist hier unterwegs. Viele Muttertiere mit noch mehr kleinen Gamskitzen liegen auf den wenigen kleinen, ebenen Flächen und lassen sich sonnen. Aufgeschreckt durch unser erscheinen machen sie ein paar Sätze und treten den einen oder anderen Stein los, der dann krachend in die Schotterhalden unterhalb der Steilabstürze einschlägt. Wanderer die von unten in Richtung "Fensterl" heraufwandern schauen dem Treiben zu, sind aber in Sicherheit. Der Weg zieht nämlich in angemessener Entfernung zu den Abstürzen durch das kleine Tal herauf.

Ich hoffte nur das die Wanderer oben am Grat keine Steine lostraten. Letztendlich waren wir dann doch am kleinen Joch zwischen Hochplatte und Hochblässe angekommen. Nach rechts führte der Weg zu den Gipfeln der Krähe und der Hochplatte, nach links auf die Hochblässe und geradeaus direkt in das Köllebachtal. Dort stiegen wir nun auch hinunter. In vielen Kehren geht es vom Joch hinein in den schönen, weiten Talkessel wo das Jungvieh grast. Die Flanken zu beiden Seiten des Tales sind mit Latschenfeldern überzogen und auffallend ist, daß hier heroben relativ viele Laubbäume wachsen. Vor allem der Vogelbeerbaum ist hier sehr oft anzutreffen.

Weiter über einen großen Weideplatz, das sogenannte Ochsenangerle, geht es durch den Wald hinunter zu der Jägerhütte. Hier verzweigt sich nun der Weg. Nach links geht es über den Schützensteig hinunter zum Alpenhotel Ammerwald und nach rechts in die Bleckenau. Ich hatte noch genügend Kraftreserven um den Marsch durch das lange Tal hinaus zu wagen. Vorbei an der Jägerhütte, welche erst um 12 Uhr aufsperren würde, und weiter auf der breiten Forststraße. Viele Mountainbikefahrer sind hier unterwegs, aber alle mit angemessenem Tempo wie mir schien. Was also das "zusammenleben" von Biker und Wanderer durchaus möglich macht.

Von dieser Seite erscheint der Gipfel des Säuling als besonders keck und weiß sich besonders in Szene zu setzen. Aber auch die übrigen Gipfel waren sehr schön anzusehen und vor allem der strahlend blaue Himmel war an diesem Tag fantastisch. Joe beeindruckte das allerdings weniger, der war nämlich schon "hundemüde" und so war er beim Stöckchenkauen doch glatt eingeschlafen. Aber es nützte nichts, wir mussten noch ca. eineinhalb Stunden Fußmarsch zurücklegen, ehe wir bei den Königsschlössern bei Hohenschwangau angelangen würden...

Da ich mich zum Ausgangspunkt hinfahren ließ, war es kein Problem einen anderen Ankunftspunkt zu wählen. Wer aber wieder zurück zu seinem Auto gelangen sollte, für den ist diese Variante nun nicht wirklich empfehlenswert. Zwischen den beiden Punkten liegen nämlich rund 35 Straßenkilometer!

 
   
Talort Höhendifferenz in m
Ammerwald, Linderhof 800
   
Stützpunkt Gebirgsgruppe
Alpe Jägerhütte, Königshaus (Bleckenau) Ammergauer Alpen
   
Zeit in h Charakter
7,5 - 8 lange Bergtour die eine gewisse Ausdauer erfordert; im Bereich des Querganges unter der Hochplatte hindurch ist Schwindelfreiheit und Trittsicherheit ratsam (bei Nässe gefährlich!)
   
 

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