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Auf Grund des
schwülheißen Wetters machen wir es uns heute einmal leichter
und Fahren die ersten Höhenmeter mit der Gondelbahn des
Füssener Jöchel bergan. Schon morgens macht sich die kommende
Hitze des Tages bemerkbar. Im Joch angekommen steigen wir
gleich in nordwestlicher Richtung auf den Lumberger Grat
hinauf. Momentan ist hier heroben Baustelle, weil gerade die
Liftanlage des neuen Sesselliftes "Seben" errichtet wird.
Der Ausblick auf die umliegende Bergwelt wäre schon von hier
ein wahrer Genuss, doch leider ist das Wetter heute ziemlich
dunstig und die Fernsicht fällt ziemlich spärlich aus.
Trotzdem hat dieser Umstand ein ganz eigenes Flair und die
Silhouetten der Berge zeichnen sich schön ab.
Ein Drehkreuz führt uns (Joe und mich) in den Kessel des
Sebentales, durch welches wir jetzt hinuntersteigen. In den
schroffen Felswänden neben dem Weg tummelt sich gerade ein
Gamskindergarten und man merkt, dass die Tiere an die Menschen
gewohnt sind.
Man braucht sich auch nicht zu wundern, hier "marschieren" an
schönen Tagen unzählige Wanderer hindurch und der Weg ist
schon beinahe vergleichbar mit einem ausgetretenen
Trampelpfad. Der Ruhesuchende wird sich sicherlich gleich nach
unten zu den Almhütten der Sebenalpe sehnen, wo er die "alpine
Autobahn" verlassen kann um in das Vilser Jöchel aufzusteigen.
Von den schönen Almhüttchen steigen wir in wenigen Minuten in
das kleine Joch hinauf und der Blick schweift nun über das Tal
der Vilser Alm hinüber zum Vilser Kegel und der Großen
Schlicke. Ein Wegweiser zeigt nun direkt zum Gipfelkreuz des
Brentenjoch und wir folgen in eben dieser Richtung dem
vermeintlichen Steig, der aber sogleich im Dickicht der
Latschen endet. Also wieder zurück auf den Weg im Joch. "Hier
irgendwo muss doch der Steig auf den Gipfel führen?" Schnell
finde ich heraus, dass man noch einige Meter dem Pfad in
Richtung Vilser Alm (Daurachalpe) folgen muss um schließlich
links bergan dem Steig zu folgen, welcher auf das Brentenjoch
führt.
Die Latschenfelder speichern die enorme Wärme des Tages und
das Gehen fällt einem zunehmend schwerer. Man merkt förmlich
wie man die hohe Luftfeuchtigkeit in seinen Lungen aufnimmt.
Am Rücken des Gipfelaufbaues streicht ein kühler Jochwind über
die Grasmatte und man kann die erfrischende Kühle für den
Aufstieg genießen. Schon nach wenigen Kehren erreicht man das
Gipfelkreuz des Brentenjoch, auf welchem ein Thermometer
angebracht ist. Ganze 22°C auf einer Höhe von 2.001m und das
an einer Stelle, an der stetig Wind weht.
Wir halten uns hier nicht allzu lange auf, da wir noch den
Gipfel des nach Nordosten vorgelagerten Roßberges erreichen
wollen. Schon von meinen Streifzügen durch das Internet weiß
ich, dass es am Grat einige knifflige Stellen zu meistern
gibt. Nach dem zweiten bezwungenen Felsturm machen sich diese
"Stellen" bemerkbar. Absolute Trittsicherheit und
Schwindelfreiheit werden hier verlangt. Links und rechts des
messerscharfen Grates blicken wir in die Tiefe. Joe meistert
die Probleme anfangs noch gut, doch als wir auf einen
Klemmblock treffen, an dessen Unterseite wir durch eine
schmale Felsnische zu einem handbreiten Pfad absteigen
sollten, streikt Joe.
Der Gipfel des Roßberges wäre zum Greifen nahe, aber es nützt
nichts. Wir machen kehrt und steigen wieder zum Gipfel des
Brentenjoch hinauf. Ich teile mit Joe meinen Trinkvorrat und
wir machen uns gleich auf den Weg über die Westschulter des
Berges abzusteigen. Durch schmale Latschengassen geht es immer
am Grat entlang. Rechts von uns fällt das Gelände jäh in die
Tiefe. Auch hier ist Schwindelfreiheit sicher von Vorteil.
Teilweise zieht der Steig durch steile Graslätze hinab, vorbei
an schrofigen Abbrüchen die die Erosion dem Berg zufügt. Nach
einem viertelstündigen Auf und Ab erreichen wir endlich den
Steig der von der Sebenalm zur Bad-Kissinger-Hütte führt.
In wenigen Minuten wandern wir zu der Schutzhütte hinauf und
Joe hat erstmal einen gewaltigen Durst. Nachdem er zwei
Wassernäpfe geleert hat, kann auch ich mir was zu trinken
besorgen. Wenn Joe zwei Wassernäpfe trinkt, gönne ich mir das
Radler ebenfalls im Doppelpack ;-).
Auf der Terrasse der Hütte genieße ich die zwar "getrübte",
aber trotzdem schöne Aussicht. Joe ist mittlerweile schon sehr
müde und döst unter dem Tisch. Leider ist die Ruhe auf der
Hütte nicht ungetrübt, da gerade ein Bagger die Rohre und
Kabel für Kanalisation, Telefon, etc. verlegt. Eineinhalb Tage
hatte der Bagger benötigt um sich den steilen Hang vom Tal
herauf hoch zu arbeiten.
Immer wieder erstaunlich, wo man mit diesen so genannten
"Hupfbaggern" überall hin kommt. Selbst jetzt, wo er direkt
unter der Hütte am baggern ist, klebt die Maschine förmlich im
Hang. Ich glaube, der Baggerfahrer braucht hier Nerven aus
Stahl?
Über der Hütte weiden die Schafe im steilen Gelände des
Aggensteins und man hat das Gefühl, das einem die Schafe auf
den Kopf fallen könnten, würden sie in diesem Moment
ausrutschen.
Ich wäre auch noch gerne auf den Aggenstein aufgestiegen, aber
auch dieser Gipfel ist mit Joe nicht möglich und überhaupt ist
das Wetter jetzt viel zu heiß dafür. Ein Mitarbeiter des
Hüttenpersonals berichtet mir, dass im Radio schwere Gewitter
für die nächsten Stunden vorhergesagt wurden.
Joe und ich machen uns dann auch bald auf den Weg. Kaum im Tal
angekommen fallen auch schon die ersten Regentropfen, welche
bald von einigen kleineren Hagelkörnern abgelöst werden.
Gottlob haben wir einen guten Unterstand unter einer großen
Fichte und so kann uns das Wetter nichts anhaben. Den Hagel
warten wir ab und marschieren dann schnellen Schrittes zurück
zum Auto. |
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