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Ein wirklich flauer
Sommer war das bis jetzt, da muss man jeden "halbwegs" schönen
Tag nutzen und sich auf den Weg ins Gebirge machen. Auch heute
ist das Wetter wieder recht unbeständig und wir (Nadja, Joe
und ich) machen deshalb einmal eine Almwanderung mit Besuch
eines etwas kleineren Gipfels, dem Edelsberg.
Zeitig geht es los in Richtung Pfronten - Kappel an dessen
südlichem Ortsrand sich ein Wanderparkplatz befindet. Schon zu
Hause habe ich mittels Karte den Aufstieg vorausgeplant und so
können wir gleich in Richtung Höllschlucht aufbrechen. Gleich
am Weganfang warnt eine Tafel: "Nur für Geübte". Wir folgen
also zuerst einem relativ breiten Fahrweg tief in die Schlucht
hinein und kommen nach wenigen Minuten zu einem kleinen
schmalen Steg, welcher uns über den kleinen Wildbach führt.
Schon jetzt zeigt sich die Höllschlucht von ihrer schönsten
Seite. Man kommt sich beinahe wie im Urwald vor, so dunkel und
grün wirkt alles auf einen ringsum. Kleinere Wasserfälle und
Kaskaden sind am Grund der Schlucht zu sehen, über welche wir
lediglich in einigen Metern Entfernung parallel zum Hang
gehen. Steil zieht der Steig jetzt im Zickzack empor und wir
haben das Ende der Schlucht erreicht. Ein Wasserfall fällt
recht zaghaft über den Fels und das grün des Blätterdaches der
Bäume wirkt hier schon beinahe unwirklich. Umwerfend schön ist
es hier!
Die enorme Luftfeuchte in der Klamm lässt uns gehörig
schwitzen, die Steigung mit welcher der kleine, rutschige Pfad
in die Höhe zieht tut dann noch das Seine. Eine offene
Gesteinsschichtung macht uns neugierig und wir schauen uns die
Sache einmal aus der Nähe an. Zwischen zwei Felswänden führt
ein Gang hindurch und endet an einer Felswand die für einen
kreativen Kopf als Leinwand diente. Ein Teufel der uns mit
seinem Dreizack schwingend entgegenlefzt, lässt uns
schmunzeln.
Noch ein paar Kehren müssen wir überwinden, ehe wir am
Almgelände der Kappeler Alm ankommen. Ringsum verstreut grasen
die Tiere und nehmen kaum Notiz von uns, als Joe allerdings
aus dem Wald tapst wird die Jungrindschar neugierig und
mustert unser tun genauestens. Joe behagt das wieder einmal
gar nicht und er versucht die "Meute" in großem Bogen zu
umgehen. Sogleich machen sich einige Weidetiere daran die
"Verfolgung" auf zu nehmen. Joe flüchtet kurzerhand in ein
Waldstück und lässt sich eine Weile nicht mehr sehen.
Es ist noch kühl und wir haben die Alm erreicht. Für einen
Einkehrschwung ist es aber noch viel zu früh und wir wandern
an der Hütte vorbei und folgen rechterhand einem schmalen
Forstweg. Durch ein kurzes Waldstück gelangen wir auf einen
weiteren Fahrweg, welcher uns nach wenigen Minuten zum
Sportheim Böck geleitet. Nach Rechts zieht der Fahrweg weiter
in Richtung Alpspitz und Edelsberg. Man bemerkt auch gleich,
dass sich ein Lift in der Nähe befindet und wir stapfen nun
zusammen mit sandalenbereiften Rucksacktouristen zu dem
Plateau am Fuße des Edelsberges. Rechts führt eine kleine Spur
hinaus zum Gipfelaufbau der Alpspitze, geradeaus geht es
weiter zum Edelsberg. Einige Meter später verzweigt sich der
Weg abermals. Rechts zum Gipfel und nach links hinüber zur
Fichtel- und Gundhütte oder weiter auf österreichisches
Staatsgebiet nach Jungholz.
Wir folgen also dem recht ausgewaschenen Pfad in einigen
Kehren hinauf zum Gipfelaufbau des Edelsberg. Der Ausblick vom
"Gipfel" ist recht passabel und man kann viele Gipfel der
Tannheimer Berge sowie der Allgäuer Alpen ausmachen. Als Hilfe
dient hier die Infotafel welche direkt neben dem Gipfelkreuz
installiert wurde. Dieser Gipfel verfügt sogar über ein
Gipfelbuch, allerdings haben wir vergessen uns einzutragen...
Nach einer ausgiebigen Rast geht es den selben Weg zurück und
zu einer wohlverdienten Rast auf der Kappeler Alm, bei einem
wunderbaren Hirschbraten mit Spätzle und einem kühlen Bier.
Nadja genoss ihre Flädlesuppe und das "Fitnessbrot" ebenfalls.
Gut gestärkt treten wir dann den Abstieg an, welcher uns
anders als beim Aufstieg diesmal über den Wiesenweg hinunter
führt.
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