start | suche | alpin | region | geschichte | natur | bilder | service | links | FORUM | kalender | shop

Sie sind hier: Startseite - Alpin - Touren - Einstein
 
 

Einstein (1.866m) - Tannheimer Berge

 

Die Eröffnung des heurigen Wandersommers bildete ein Tannheimer Sonderling: der Einstein.

Mit dem Physiker hat dieser Berg nichts zu tun, er verdankt seinen Namen seiner Sonderstellung. Lediglich der flache Gipfel des Schönkahlers und der nach Nordosten auslaufende Rücken des Kienberges bei Pfronten leisten ihm in dieser Gebirgsgruppe Gesellschaft.

Den Anstieg starteten wir (Joe und ich) von dem Zöbler Weiler "Obere Halde". Von hier führt in sanfter Steigung der Fahrweg in Richtung Einstein. Bis wir die nach Südwesten abstürzenden Wände des Einsteins erreichen, würde aber noch einige Zeit vergehen. Vorerst marschierten wir durch ein Waldstück dem Forstweg entlang. Über Serpentinen gewinnen wir stetig an Höhe. Nach etwa einer halben Stunde gelangen wir an eine Wegegabelung. Nach links führt der Weg zum Schönkahler, wir jedoch gehen nach rechts und im Blick haben wir auch schon die oben genannten Abstürze des Einsteins.

Haldenberger Alpe wird dieses Gebiet, welches wir nun durchschreiten, genannt. Landschaftlich hat dieser Flecken jedoch schon bessere Zeiten erlebt. Der Orkan des Jahres 1990 hat hier massiv seine Spuren hinterlassen.


Lediglich die übrig gebliebenen Baumstümpfe zieren noch die Fluren ringsum. Noch kann auch keine Blume diese Kahlheit mildern, da hier oben noch ziemlich viel Schnee liegt. Dieser Schnee ist es auch, welcher das Vorankommen etwas erschwert. Schwer und morsch ist die kalte Masse, welche oft unter den Schritten nachgibt. Auch Joe hat manchmal seine Mühe und zieht es deshalb vor, ganz artig dicht hinter Herrchen herzulaufen und nicht wie sonst üblich im Schnee herumzutollen.

Nach einer weiteren halben Stunde sind wir den Abstürzen schon beträchtlich näher gekommen. Dicht unter den Wänden geht es nun durch lichten Wald. Einer älteren Spur folgend steigen wir wieder einige Meter ab. Lohmoos heißt es hier und es dürfte wirklich ein recht sumpfiges Gelände sein. Jetzt ist davon allerdings nicht viel zu sehen, da ja noch der Schnee alles zudeckt. Links des Weges türmt sich nun der erste "Vorbote" des Einsteines auf: eine etwa 5 Meter hohe Felsnadel! Diese steht quasi mitten im Wald und wird von einem kleinen, schmiedeisernen Kreuz geziert.

Noch einige Meter geht es durch den Wald. Endlich treffen wir auf den Weg, welcher von Tannheim her heraufzieht. Der Steig ist gottlob aper und nun können wir auch wieder weitergehen ohne ständig einzusinken. Allerdings ist dieser Steig ziemlich steil und ohne Schatten. Der Schatten spielt heute aber
keine Rolle, da das Wetter ohnehin nicht gerade das Beste ist. Nur selten zeigt sich ein Sonnenstrahl. Ich störe mich aber nicht daran, da die erste Tour dieses Jahres auch so schon schweißtreibend genug für mich ist ;-)

In etlichen Serpentinen geht es nun durch den sehr steilen Latz hinauf. Die Aussicht wird dadurch auch immer besser und bald kann man einen Überblick über (fast) das ganze Tal genießen.

In einem schönen türkisgrün leuchtet der Haldensee von Osten herüber. Die Talsohle ist insgesamt in ein schon recht schönes Grün getaucht, die Hänge der Berge ringsum hingegen zeigen sich noch in einem wenig freundlichen Braun. Trotzdem sehe ich schon einzelne Blumen am Wegesrand stehen. Die südseitige Ausrichtung des Steilhanges hat für die Vegetation natürlich seine Vorzüge. Auch die Latschen und Fichten zeigen schon ihre hellgrünen Jungtriebe und bringen so noch mehr Farbe ins Spiel.

Eine ganz andere Farbe hingegen macht sich im Westen bemerkbar! Schon während der Autofahrt ins Tannheimer Tal hatte ich die dunklen Wolkenformationen über dem Illertal bemerkt. Jetzt jedoch waren diese schon recht nahe herangerückt und auch das erste Donnergrollen konnte vernommen werden. Trotzdem stiegen wir weiter hinauf und kamen auch schon bald am Grat an. Ein imposanter Aussichtsplatz bot sich hier heroben. Noch vollkommen weiß zeigte sich der große Kessel nördlich des Einsteins. Tief unten konnte ich auch die kleine Einsteinhütte ausmachen. Joe nutzte die schon halb abgeschmolzene Schneeverwehung als Kühlung. Als ich ihn sofort wieder auf "sicheren" Boden beorderte, konnte man ihm seine Enttäuschung ansehen. Mir war jedoch sein "Ruheplatz" zu unsicher!

Der Gipfel war nicht mehr weit weg, es wären vielleicht noch 200 Meter zu gehen gewesen. Die tiefschwarzen Wolken und das Grollen des Donners waren jedoch Mahnung genug für mich, lieber wieder den Rückweg anzutreten.

Auch andere Wanderer drehten vor Erreichen des Gipfels um und machten sich auf ins Tal.

Das dunkle Gewölk schob sich nun immer weiter in das Tannheimer Tal hinein. Blitze zuckten schon an der gegenüberliegenden Talseite. Wir gingen zügig in Richtung Ortsteil Berg um dem drohenden Gewitter zu entrinnen. Etwa ab der Hälfte der Strecke fielen dann schon die ersten dicken Tropfen. Eine weiße Wand, welche sich von Zöblen her heran schob, ließ darauf schließen, dass auch bald ein paar Hagelkörner fallen würden.

Natürlich haben wir es nicht mehr rechtzeitig ins Tal geschafft :-(

In strömendem Regen, welcher bald von niederprasselnden Hagelkörnern abgelöst wurde, stapften wir durch den Wald und Blitze zuckten in nächster Nähe. Ein wunderbares Naturschauspiel, wenn man in einem Auto oder einem Haus sitzt. Joe und ich fanden es in dem Moment halt weniger prickelnd, da die Hagelkörner beim Aufprall doch ein wenig Schmerz verursachten ;-)

Alles in allem war diese erste Tour des Jahres 2004 aber doch ein Erlebnis.

 
   
Talort Höhendifferenz in m
Tannheim 770
   
Stützpunkt Gebirgsgruppe
--- Tannheimer Berge
   
Zeit in h Charakter
4 unschwieriger Weg
   
 

» weitere Links

Mitdiskutieren in der Außerferner Stube