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Nach langer
"Bergabstinenz" ist heute wieder einmal eine Wanderung
angesagt, und zwar auf das Bichlbächler Jöchle und ein Stück
den Füssener Weg entlang. Mit von der Partie ist auch heute
wieder der Joe, mein treuer Weggefährte.
Gleich um 8 Uhr morgens geht es los in Richtung Zwischentoren
und bei Bichlbach abzweigend weiter ins Berwanger Tal hinein.
Bevor man jedoch die Steigung nach Berwang erreicht, weist
eine Tafel nach links über eine Brücke hinein ins Stockachtal.
Die zwei kleinen Bergbauerndörfer Kleinstockach und
Bichlbächle schmiegen sich noch im Schatten liegend an den
Hang, welcher steil vom Mähberg abfällt.
Kurz unterhalb des Ortes Bichlbächle findet sich ein kleiner
Parkplatz. Nur noch den Rucksack auf den Buckel und schon geht
die Wanderung los. Noch liegt der Aufstieg im Schatten und ich
denke, der Anstieg
wird somit wohl nicht allzu anstrengend werden. Schon von ganz
unten ist der Geländerücken des Bichlbächler Jöchle gut zu
erkennen und mit dem Ziel vor Augen geht es gleich einem
steilen Forstweg folgend weiter hinein in das Stockachtal.
Nach etwa zehn Minuten geht der Fahrweg jetzt in einen
schmalen Pfad über. Der zieht sich über eine verwachsene
Geröllhalde im Zickzack empor. Jetzt, so früh morgens, ist der
Steig noch feucht und ziemlich rutschig. Überhaupt ist das
Steiglein recht steil und geröllig. An manchen Stellen treibt
die Erosion schon stark ihr Unwesen und immer wieder treffen
wir auf abgebrochene oder halb abgebrochene Wegstücke.
Diese Wegabbrüche stellen aber keinesfalls ein großes
Hindernis dar. Nach etwa 1¾ Stunden stehen wir dann am Jöchle
oben und genießen erst einmal die Sicht auf die umliegende
Bergwelt. Ganz unten im Tal sind die zwei kleinen Weiler gut
zu erkennen. Nordwestlich thront das massige Delta des
Thanellers und dahinter ist der Gipfelstock der Köllenspitze
in den Tannheimer Bergen zu erkennen. Südwestlich am
hintersten Ende des Kares zieht sich der plattenbewährte
Gipfel des Roten Stein in die Höhe. Von dort reicht ein
schrofiger Rücken bis zum Jöchle und endet hier am sogenannten
Schafsköpfle.
In südöstlicher Richtung sind viele Gipfel der Ötztaler- und
Stubaieralpen auszumachen. Leider habe ich keine Karte dabei
um diese benennen zu können. Nordöstlich unseres Standortes
zieht sich ein massiger Rücken, welcher von großen
Abraumhalden gesäumt ist empor und findet seinen ersten hohen
Punkt im Alpschrofen. Der Rücken führt dann weiter in
östlicher Richtung und geht in die Gartnerwand über.
Links des Alpschrofens ist ein Sonderling der Lechtaler Alpen
erkennbar: der Mähberg. Ein beinahe komplett baumloser Berg,
dessen höchster Punkt die Bleispitze (Pleisspitze) bildet. In
früheren Jahrzehnten wurde dieser Berg größtenteils noch
händisch gemäht, wovon er auch seinen etwas eigentümlichen
Namen her hat. Im Norden lugen dann noch einige Gipfel der
Ammergauer über das lang abfallende Joch des Mähbergs. Von
links nach rechts wären das: der Säuling, der Tauern, die
Kohlbergspitze (Zingerstein) und die Hochschrutte.
Nach kurzer Rast wandern wir weiter auf dem Weg Nr. 613
entlang. Schon bald treffen wir auf die ersten abschüssigen
Steinplatten, in die teilweise ein paar Tritte gehauen sind.
Joe meistert diese Hürden mit Leichtigkeit und bei schönem
Wetter macht es durchaus Spaß über
diese Felsplatten zu tapsen. Allerdings dürfte dieser Steig
bei Nässe nicht ungefährlich sein, da der hier vorwiegend
vorkommende Kalkstein bei feuchtem Wetter oftmals zur
Rutschfalle werden kann.
Eine Bronzeplatte, die vom Ableben eines Ehrwalders auf diesem
Pfad zeugt, mahnt zur Vorsicht. Stetig an Höhe verlierend
gelangen wir bald an das Ende des Kälbertales. Der "Füssener
Weg" zieht sich in Serpentinen über den grünen Latz hinauf. An
einer Schotterhalde vorbei und nochmals einige Höhenmeter über
Serpentinen geht es dann hinauf zum "Einstieg" der Roten
Spitze. Auf deren Gipfel verzichte ich jedoch lieber, da ich
mit Joe kein Risiko eingehen möchte. Außerdem macht sich die
lange Pause der Bergfahrten bei mir bemerkbar.
Wir kehren um und gehen den gleichen Weg, den wir gekommen
sind wieder zurück. Nach insgesamt etwa 5 Stunden Gehzeit
treffen wir beim Auto ein. Besser wäre es hier, wenn man
jemanden hätte, der einen nach der Wanderung wieder abholen
würde. Dann könnte man nämlich über die Galtberghütte hinab,
durch das Kälbertal hinaus zum Fernpaß wandern. Eine weitere
Variante wäre die Wanderung über das östliche Kreuzjoch
hinüber zur Loreaalm und dann hinunter zum Hotel Fernstein,
was allerdings eine ziemlich zeitaufwendige Aktion abgeben
dürfte.
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