start | suche | alpin | region | geschichte | natur | bilder | service | links | FORUM | kalender | shop

Sie sind hier: Startseite - Alpin - Touren - Füssener Weg
 
 

Füssener Weg (ca. 2.100m) - Lechtaler Alpen

 

Nach langer "Bergabstinenz" ist heute wieder einmal eine Wanderung angesagt, und zwar auf das Bichlbächler Jöchle und ein Stück den Füssener Weg entlang. Mit von der Partie ist auch heute wieder der Joe, mein treuer Weggefährte.


Gleich um 8 Uhr morgens geht es los in Richtung Zwischentoren und bei Bichlbach abzweigend weiter ins Berwanger Tal hinein. Bevor man jedoch die Steigung nach Berwang erreicht, weist eine Tafel nach links über eine Brücke hinein ins Stockachtal. Die zwei kleinen Bergbauerndörfer Kleinstockach und Bichlbächle schmiegen sich noch im Schatten liegend an den Hang, welcher steil vom Mähberg abfällt.

Kurz unterhalb des Ortes Bichlbächle findet sich ein kleiner Parkplatz. Nur noch den Rucksack auf den Buckel und schon geht die Wanderung los. Noch liegt der Aufstieg im Schatten und ich denke, der Anstieg
wird somit wohl nicht allzu anstrengend werden. Schon von ganz unten ist der Geländerücken des Bichlbächler Jöchle gut zu erkennen und mit dem Ziel vor Augen geht es gleich einem steilen Forstweg folgend weiter hinein in das Stockachtal.

Nach etwa zehn Minuten geht der Fahrweg jetzt in einen schmalen Pfad über. Der zieht sich über eine verwachsene Geröllhalde im Zickzack empor. Jetzt, so früh morgens, ist der Steig noch feucht und ziemlich rutschig. Überhaupt ist das Steiglein recht steil und geröllig. An manchen Stellen treibt die Erosion schon stark ihr Unwesen und immer wieder treffen wir auf abgebrochene oder halb abgebrochene Wegstücke.

Diese Wegabbrüche stellen aber keinesfalls ein großes Hindernis dar. Nach etwa 1¾ Stunden stehen wir dann am Jöchle oben und genießen erst einmal die Sicht auf die umliegende Bergwelt. Ganz unten im Tal sind die zwei kleinen Weiler gut zu erkennen. Nordwestlich thront das massige Delta des Thanellers und dahinter ist der Gipfelstock der Köllenspitze in den Tannheimer Bergen zu erkennen. Südwestlich am hintersten Ende des Kares zieht sich der plattenbewährte Gipfel des Roten Stein in die Höhe. Von dort reicht ein schrofiger Rücken bis zum Jöchle und endet hier am sogenannten Schafsköpfle.

In südöstlicher Richtung sind viele Gipfel der Ötztaler- und Stubaieralpen auszumachen. Leider habe ich keine Karte dabei um diese benennen zu können. Nordöstlich unseres Standortes zieht sich ein massiger Rücken, welcher von großen Abraumhalden gesäumt ist empor und findet seinen ersten hohen Punkt im Alpschrofen. Der Rücken führt dann weiter in östlicher Richtung und geht in die Gartnerwand über.

Links des Alpschrofens ist ein Sonderling der Lechtaler Alpen erkennbar: der Mähberg. Ein beinahe komplett baumloser Berg, dessen höchster Punkt die Bleispitze (Pleisspitze) bildet. In früheren Jahrzehnten wurde dieser Berg größtenteils noch händisch gemäht, wovon er auch seinen etwas eigentümlichen Namen her hat. Im Norden lugen dann noch einige Gipfel der Ammergauer über das lang abfallende Joch des Mähbergs. Von links nach rechts wären das: der Säuling, der Tauern, die Kohlbergspitze (Zingerstein) und die Hochschrutte.

Nach kurzer Rast wandern wir weiter auf dem Weg Nr. 613 entlang. Schon bald treffen wir auf die ersten abschüssigen Steinplatten, in die teilweise ein paar Tritte gehauen sind. Joe meistert diese Hürden mit Leichtigkeit und bei schönem Wetter macht es durchaus Spaß über
diese Felsplatten zu tapsen. Allerdings dürfte dieser Steig bei Nässe nicht ungefährlich sein, da der hier vorwiegend vorkommende Kalkstein bei feuchtem Wetter oftmals zur Rutschfalle werden kann.

Eine Bronzeplatte, die vom Ableben eines Ehrwalders auf diesem Pfad zeugt, mahnt zur Vorsicht. Stetig an Höhe verlierend gelangen wir bald an das Ende des Kälbertales. Der "Füssener Weg" zieht sich in Serpentinen über den grünen Latz hinauf. An einer Schotterhalde vorbei und nochmals einige Höhenmeter über Serpentinen geht es dann hinauf zum "Einstieg" der Roten Spitze. Auf deren Gipfel verzichte ich jedoch lieber, da ich mit Joe kein Risiko eingehen möchte. Außerdem macht sich die lange Pause der Bergfahrten bei mir bemerkbar.

Wir kehren um und gehen den gleichen Weg, den wir gekommen sind wieder zurück. Nach insgesamt etwa 5 Stunden Gehzeit treffen wir beim Auto ein. Besser wäre es hier, wenn man jemanden hätte, der einen nach der Wanderung wieder abholen würde. Dann könnte man nämlich über die Galtberghütte hinab, durch das Kälbertal hinaus zum Fernpaß wandern. Eine weitere Variante wäre die Wanderung über das östliche Kreuzjoch hinüber zur Loreaalm und dann hinunter zum Hotel Fernstein, was allerdings eine ziemlich zeitaufwendige Aktion abgeben dürfte.

 
   
Talort Höhendifferenz in m
Bichlbächle (Bichlbach) 950
   
Stützpunkt Gebirgsgruppe
--- Lechtaler Alpen
   
Zeit in h Charakter
je nach Variante steile Wege, im oberen Bereich Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich; bei Nässe gefährlich
   
 

» weitere Links

Mitdiskutieren in der Außerferner Stube