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Hochvogel (2.594m) - Allgäuer Alpen

 

Aus dem Tal ist er beinahe unsichtbar, lediglich auf einer kurzen Strecke zwischen Stanzach und Elmen kann man einen kurzen Blick auf den Felsgiganten Hochvogel werfen. Fährt man jedoch die etwa 7 Kilometer lange Straße von Vorderhornbach ins Hornbachtal zum Ort Hinterhornbach, so thront die eindrucksvolle Berggestalt in nördlicher Richtung über dem kleinen Dörfchen und ist nun beileibe nicht mehr zu übersehen.

 

Der Hochvogel ist wohl die markanteste Gestalt der nördlichen Allgäuer Alpen und, im Gegensatz zu den Tälern, von den meisten Bergen ringsum zu bestaunen. Über 500 Meter hohe Felswände gegen Nordosten und 350 Meter im Süden verleihen dem Hochvogel sein imposantes Aussehen, jedoch ist für einen bergerfahrenen Alpinisten beispielsweise der Aufstieg vom Prinz-Luitpold-Haus über die Balkenscharte gar keine so große Sache. Was die Besucherzahlen anhand der Eintragungen im Gipfelbuch belegen. Es ist dies für den ruhesuchenden Bergfex wohl eine Hiobsbotschaft, aber der Andrang auf dem Gipfel ist in der Tat enorm.

 

Von Hinterhornbach

 

Am besten stellt man sein Gefährt auf einem kleinen öffentlichen Parkplatz kurz unterhalb des Gasthofes "Hochvogel" in Hinterhornbach ab. Um auf den Weg zum Hochvogel zu gelangen, muss man von hier nochmals etwa 30 Meter die Straße auf der man gekommen ist zurückmarschieren und stößt dann auf einen Wegweiser. Kurz geht es durch einen kleinen Blätterwald und nach wenigen Minuten trifft man auf einen asphaltierten Fahrweg, dem man für die nächste Viertelstunde folgt. Die Ausschilderung weist dann schon bald auf einen ausgetretenen Pfad durch den Fichtenwald und so geht es in ca. einer Stunde hinauf zu den kleinen, nicht bewirtschafteten Schwabegg-Hütten (1.696m).

 

Hinter den Hütten führt der Steig durch Latschengassen hinauf zum Ausläufer der Ostflanke des Berges. Hier gabelt sich nun der Weg. Nach rechts würde man über den Fuchsensattel (2.039m) in den sogenannten "Kalten Winkel" und die Kaltwinkelscharte (2.283m) gelangen. Nach links zieht der "Bäumenheimer Weg" unter den Südostabstürzen des Hochvogels hindurch.

 

Bäumenheimer Weg

 

Nach der Querung des breiten Geröllfeldes unter den Südostwänden zieht der Steig in einigen Serpentinen steil über gerölliges Gelände zu den ersten Schrofen hinauf. Hier erfolgt dann quasi der eigentliche "Einstieg". Die Kraxelei hält sich im unteren Bereich noch in Grenzen und so kommt man auch recht zügig voran. Immer direkt am Südgrat entlang steigt man bis unter eine senkrechte Felswand und in einen Kamin ein (Steinschlaggefahr!).

 

Durch die Schichtung des Berges gilt es nun viele Rippen zu ersteigen. Immer wieder muss man eine Felsstufe erklimmen um dann wieder waagrecht zur nächsten Aufstiegsmöglichkeit zu klettern. Dank der hervorragenden Markierungen ist das Auffinden des Weges auch gar kein Problem und so geht ab dem "Einstieg" in etwas mehr als einer Stunde Kletterei hinauf zum Gipfel (von Hinterhornbach ca. 3,5 Stunden für den Aufstieg). Drahtseilsicherungen sind nur selten angebracht und der Wegverlauf ist teils sehr luftig. So ist es also dringend anzuraten, dass nur trittsichere und schwindelfreie Bergsteiger mit etwas Erfahrung auf Klettersteigen den Bäumenheimer Weg als Aufstiegsroute wählen.

 

Vom Gipfel zum Prinz-Luitpold-Haus

 

Nachdem man die Gipfelrast und den Ausblick auf die umliegende Bergwelt und die Täler genossen hat, erfolgt der Abstieg über ein steiles Geröllfeld und einige Felsstufen bei denen man wieder die Hände zu Hilfe nehmen muss. Auf der sogenannten "Schnur" geht es dann auf einem waagrechten Felsenband um einen Felsenkopf herum und wieder über einige Felsenstufen hinunter zu der Kaltwinkelscharte (2.283m). Hier trifft auch der Steig über den Fuchsensattel mit den beiden Wegen, welche vom Prinz-Luitpold-Haus kommen zusammen.

 

Vier Wege also die einem die Wahl zur Qual machen können. Über den Abstieg durch den "Kalten Winkel" zieht der Steig unter den Ostabstürzen der Kreuzspitze hindurch und führt dann wieder hinauf zur Balkenscharte und von dort hinunter zum Prinz-Luitpold-Haus. Die zweite Variante wäre der Weg zurück über den Fuchsensattel zu den Schwabegg-Hütten und hinunter nach Hinterhornbach. Meine Wahl fällt schlussendlich auf den Klettersteig, welcher über die Kreuzspitze ins "Obere Tal" führt. Nach etwa einer halben Stunde Kletterei (großteils Drahtseilgesichert) geht es durch das breite Kar hinunter, vorbei an vielen Quellen und kleinen Bachläufen, zum kleinen Hochsee und dem darüberliegenden Prinz-Luitpold-Haus.

 

Vom Prinz-Luitpold-Haus zum Giebelhaus

 

Nachdem starker Regen und Hagel eingesetzt haben, bleibt mir nichts anderes übrig, als mich trotzdem auf den Weg zu machen, um noch den Bus vom Giebelhaus nach Hinterstein zu erwischen. Diese 10 Kilometer vom Giebelhaus nach Hinterstein möchte ich mir nämlich gerne ersparen, da ich der Meinung bin, heute schon genug gegangen zu sein ;-) Es geht also über etliche Serpentinen das steile Gelände hinunter, vorbei an der oberen Bärgündele Alpe (nicht bewirtschaftet). Der Steig zieht talauswärts über die nächste Geländestufe und unmittelbar neben einem Wasserfall hinab zur bewirtschafteten unteren Bärgündele Alpe. Allerdings bleibt mir keine Zeit hier noch einzukehren, da ich schon etwas in Zeitdruck gerate um den Bus noch pünktlich zu erreichen.

 

Über die Weide und den Wald hinunter, am nächsten Wasserfall erreiche ich nach wenigen Minuten den Talgrund und überquere den Bärgündelebach über den Eisensteg. In leichtem Gefälle geht es nun auf einem asphaltierten Sträßchen durch das Tal hinaus. Hätte ich mehr Zeit, könnte ich auch die ganzen Wasserfälle neben dem Weg fotografieren und hier zeigen, aber wie Sie wissen, musste ich ja den Bus erwischen...

 

An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an Tina Lang und Copilot Nadja, die extra um mich abzuholen kreuz und quer durch das halbe Allgäu und das halbe Außerfern herumgefahren sind... :-)

 

 
   
Talort Höhendifferenz in m
Hinterhornbach (Tirol) - Hinterstein (Allgäu) 1.450
   
Wegstrecke gesamt in km Höhenmeter gesamt
14,1 1.525
   
Stützpunkt Gebirgsgruppe
Prinz-Luitpold-Haus (1.846m) Allgäuer Alpen
   
Zeit in h Charakter
7,5 - 8 durchwegs alpine Wege und Klettersteige die absolute Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erfordern (teilweise I. Schwierigkeitsgrad)
   
 

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