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Aus dem Tal ist er
beinahe unsichtbar, lediglich auf einer kurzen Strecke
zwischen Stanzach und Elmen kann man einen kurzen Blick auf
den Felsgiganten Hochvogel werfen. Fährt man jedoch die etwa 7
Kilometer lange Straße von Vorderhornbach ins Hornbachtal zum
Ort Hinterhornbach, so thront die eindrucksvolle Berggestalt
in nördlicher Richtung über dem kleinen Dörfchen und ist nun
beileibe nicht mehr zu übersehen.
Der Hochvogel ist
wohl die markanteste Gestalt der nördlichen Allgäuer Alpen
und, im Gegensatz zu den Tälern, von den meisten Bergen
ringsum zu bestaunen. Über 500 Meter hohe Felswände gegen
Nordosten und 350 Meter im Süden verleihen dem Hochvogel sein
imposantes Aussehen, jedoch ist für einen bergerfahrenen
Alpinisten beispielsweise der Aufstieg vom Prinz-Luitpold-Haus
über die Balkenscharte gar keine so große Sache. Was die
Besucherzahlen anhand der Eintragungen im Gipfelbuch belegen.
Es ist dies für den ruhesuchenden Bergfex wohl eine
Hiobsbotschaft, aber der Andrang auf dem Gipfel ist in der Tat
enorm.
Von
Hinterhornbach
Am besten stellt
man sein Gefährt auf einem kleinen öffentlichen Parkplatz kurz
unterhalb des Gasthofes "Hochvogel" in Hinterhornbach ab. Um
auf den Weg zum Hochvogel zu gelangen, muss man von hier
nochmals etwa 30 Meter die Straße auf der man gekommen ist
zurückmarschieren und stößt dann auf einen Wegweiser. Kurz
geht es durch einen kleinen Blätterwald und nach wenigen
Minuten trifft man auf einen asphaltierten Fahrweg, dem man
für die nächste Viertelstunde folgt. Die Ausschilderung weist
dann schon bald auf einen ausgetretenen Pfad durch den
Fichtenwald und so geht es in ca. einer Stunde hinauf zu den
kleinen, nicht bewirtschafteten Schwabegg-Hütten (1.696m).
Hinter den Hütten
führt der Steig durch Latschengassen hinauf zum Ausläufer der
Ostflanke des Berges. Hier gabelt sich nun der Weg. Nach
rechts würde man über den Fuchsensattel (2.039m) in den
sogenannten "Kalten Winkel" und die Kaltwinkelscharte (2.283m)
gelangen. Nach links zieht der "Bäumenheimer Weg" unter den
Südostabstürzen des Hochvogels hindurch.
Bäumenheimer Weg
Nach der Querung
des breiten Geröllfeldes unter den Südostwänden zieht der
Steig in einigen Serpentinen steil über gerölliges Gelände zu
den ersten Schrofen hinauf. Hier erfolgt dann quasi der
eigentliche "Einstieg". Die Kraxelei hält sich im unteren
Bereich noch in Grenzen und so kommt man auch recht zügig
voran. Immer direkt am Südgrat entlang steigt man bis unter
eine senkrechte Felswand und in einen Kamin ein
(Steinschlaggefahr!).
Durch die
Schichtung des Berges gilt es nun viele Rippen zu ersteigen.
Immer wieder muss man eine Felsstufe erklimmen um dann wieder
waagrecht zur nächsten Aufstiegsmöglichkeit zu klettern. Dank
der hervorragenden Markierungen ist das Auffinden des Weges
auch gar kein Problem und so geht ab dem "Einstieg" in etwas
mehr als einer Stunde Kletterei hinauf zum Gipfel (von
Hinterhornbach ca. 3,5 Stunden für den Aufstieg).
Drahtseilsicherungen sind nur selten angebracht und der
Wegverlauf ist teils sehr luftig. So ist es also dringend
anzuraten, dass nur trittsichere und schwindelfreie
Bergsteiger mit etwas Erfahrung auf Klettersteigen den
Bäumenheimer Weg als Aufstiegsroute wählen.
Vom Gipfel zum
Prinz-Luitpold-Haus
Nachdem man die
Gipfelrast und den Ausblick auf die umliegende Bergwelt und
die Täler genossen hat, erfolgt der Abstieg über ein steiles
Geröllfeld und einige Felsstufen bei denen man wieder die
Hände zu Hilfe nehmen muss. Auf der sogenannten "Schnur" geht
es dann auf einem waagrechten Felsenband um einen Felsenkopf
herum und wieder über einige Felsenstufen hinunter zu der
Kaltwinkelscharte (2.283m). Hier trifft auch der Steig über
den Fuchsensattel mit den beiden Wegen, welche vom
Prinz-Luitpold-Haus kommen zusammen.
Vier Wege also die
einem die Wahl zur Qual machen können. Über den Abstieg durch
den "Kalten Winkel" zieht der Steig unter den Ostabstürzen der
Kreuzspitze hindurch und führt dann wieder hinauf zur
Balkenscharte und von dort hinunter zum Prinz-Luitpold-Haus.
Die zweite Variante wäre der Weg zurück über den Fuchsensattel
zu den Schwabegg-Hütten und hinunter nach Hinterhornbach.
Meine Wahl fällt schlussendlich auf den Klettersteig, welcher
über die Kreuzspitze ins "Obere Tal" führt. Nach etwa einer
halben Stunde Kletterei (großteils Drahtseilgesichert) geht es
durch das breite Kar hinunter, vorbei an vielen Quellen und
kleinen Bachläufen, zum kleinen Hochsee und dem
darüberliegenden Prinz-Luitpold-Haus.
Vom
Prinz-Luitpold-Haus zum Giebelhaus
Nachdem starker
Regen und Hagel eingesetzt haben, bleibt mir nichts anderes
übrig, als mich trotzdem auf den Weg zu machen, um noch den
Bus vom Giebelhaus nach Hinterstein zu erwischen. Diese 10
Kilometer vom Giebelhaus nach Hinterstein möchte ich mir
nämlich gerne ersparen, da ich der Meinung bin, heute schon
genug gegangen zu sein ;-) Es geht also über etliche
Serpentinen das steile Gelände hinunter, vorbei an der oberen
Bärgündele Alpe (nicht bewirtschaftet). Der Steig zieht
talauswärts über die nächste Geländestufe und unmittelbar
neben einem Wasserfall hinab zur bewirtschafteten unteren
Bärgündele Alpe. Allerdings bleibt mir keine Zeit hier noch
einzukehren, da ich schon etwas in Zeitdruck gerate um den Bus
noch pünktlich zu erreichen.
Über die Weide und
den Wald hinunter, am nächsten Wasserfall erreiche ich nach
wenigen Minuten den Talgrund und überquere den Bärgündelebach
über den Eisensteg. In leichtem Gefälle geht es nun auf einem
asphaltierten Sträßchen durch das Tal hinaus. Hätte ich mehr
Zeit, könnte ich auch die ganzen Wasserfälle neben dem Weg
fotografieren und hier zeigen, aber wie Sie wissen, musste ich
ja den Bus erwischen...
An dieser Stelle noch ein herzliches Dankeschön an Tina
Lang und Copilot Nadja, die extra um mich abzuholen kreuz
und quer durch das halbe Allgäu und das halbe Außerfern
herumgefahren sind... :-)


Blick auf den Hochvogel vom Großen Roßzahn
(Bildautor:
Werner Grundmann) |