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Rubihorn (1.957m)
- Allgäuer Alpen
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Auch heute hatte der Wettergott wieder einmal kein Einsehen
mit uns. Schon am Vormittag ziehen dichte Wolkenbänke über die
Balderschwanger Berge herüber. Den Aufstieg vom Parkplatz
oberhalb des Ortes Reichenbach bis zum Alpengasthof Geißalpe
absolvieren wir noch während die letzten Sonnenstrahlen auf
uns fallen.
Kurz hinter dem Alpengasthof endet nun erstmals der Fahrweg
und es geht nun durch ein Gatter weiter durch den Wald. Das
Vieh auf der Alm hat den Weg in den letzten regnerischen Tagen
beinahe in eine Schlammgrube verwandelt. Nach etwa 10 Minuten
überschreiten wir einen kleinen Fahrweg, welcher von der
benachbarten Geißalm heraufführt. Nun ist der Weg auch wieder
halbwegs passierbar und erhält schon gleich einen richtig
alpinen Charakter.
Durch einen lichten Wald steigen wir nun zu der Geländekante
auf, hinter welcher sich der untere Geißalpsee verbirgt.
Allerdings sollte der Steig nun nicht mehr auf die leichte
Schulter genommen werden. Steil fällt hier das Gelände zum
Talgrund ab und einige knifflige Wegstellen sind mit
Drahtseilen gesichert, auch eiserne Trittplatten wurden für
einen leichteren Aufstieg angebracht. Nach etwas mehr als 2
Stunden haben wir dann die erste Etappe geschafft. Der
Geißalpsee breitet sich in der Mulde vor uns aus. An dessen
Ufer steht eine kleine Hütte, dort will Nadja nun warten bis
ich den Aufstieg auf das Rubihorn absolviert habe.
Am linken Ufer des kleinen Sees zieht sich der Weg unter die
Abstürze eines weiteren Plateaus, auf welchem sich der obere
Geißalpsee befindet. Durch die Latschen führt nun der Weg im
Zickzack hinauf in eine Mulde zwischen die Gipfel des Geißalp-
und des Rubihorns. Gemsen machen sich unterdessen einen Spaß
und rennen in voller Geschwindigkeit eine beinahe senkrechte
Wand herunter, queren unter dem Geißalphorn ein paar
Schneefelder, nur um dann wieder im Laufschritt an beinahe die
gleiche Stelle zurückzukehren, von der aus sie gestartet
waren.
Während ich diesem Schauspiel vom Weg aus folge, beginnt es
schon zu regnen. Ich stapfe noch einige Meter den immer
steiler werdenden Weg in Richtung Scharte, als der Regen nun
immer stärker niederprasselt. Ich ziehe mir meinen Poncho an
und folge weiterhin dem Pfad. Eine Gruppe von 4 Mann kommt nun
gerade vom Gipfel herunter. Der Niederschlag wird immer
heftiger und der Weg immer schmieriger. Ich bleibe stehen und
beobachte, wie die Wolken sich um den Gipfelstock des
Rubihorns schmiegen. Der Wind hier heroben ist eisig. Ich
entschließe mich, kehrt zu machen.
Etwa eine halbe oder dreiviertel Stunde trennt mich vom
Gipfel, aber das Wetter erscheint mir für einen Gipfelmarsch
zu riskant. Ich habe schon zuvor in Lektüren gelesen, dass der
Gipfelanstieg gerade auf seinen letzten Metern nicht zu
unterschätzen wäre und ich möchte wirklich nichts
herausfordern.
In strömendem Regen komme ich etwa 20 Minuten später wieder am
unteren Geißalpsee an und werde auch gleich von Joe freudig
begrüßt. Nadja packt in der Zwischenzeit ihre Sachen zusammen
und gemeinsam machen wir uns auf den Weg ins Tal. Nadja ist
während der Wartezeit kalt geworden. Das kleine Vordach der
Hütte vermochte den Regen nicht abzuhalten und auch der Wind
herunten am See ist scheinbar recht ruppig zur Sache gegangen.
Bald ist ihr aber wieder warm vom Laufen. Wir steigen den
selben Weg, den wir heraufgekommen waren ab und sind schon
nach etwa einer dreiviertel Stunde wieder bei dem Alpengasthof
Geißalpe. Es ist nun 16:20 Uhr und ich hatte bis zu diesem
Zeitpunkt noch nichts gegessen, also kehrten wir auf der Hütte
ein. Warme Speisen gibt es allerdings schon seit 14 Uhr nicht
mehr, wie wir aus der Karte erfahren. Obwohl am Nachbartisch
gerade zwei Portionen Kässpätzle serviert wurden.
Egal, dann essen wir halt was Kaltes. Eine Hüttenbrotzeit und
einmal Schweizer Wurstsalat. Beide Essen sind zwar nicht der
kulinarische Gipfel der Genüsse (der Käse ist schon steinhart
und ausgetrocknet) aber durchaus essbar. Allerdings müssen wir
uns zum Schluss richtig mit dem Essen beeilen, da plötzlich
die Stühle auf die Tische gestellt werden und die letzten
Gäste nun das Lokal verlassen. Es ist nun 5 vor 5 und ich
schlinge noch schnell meinen Brotzeitteller hinunter, damit
ich noch rechtzeitig zum Geschäftsschluss meine Zeche bezahlen
kann. Ich habe nämlich die Befürchtung, dass uns die Chefin,
welche mittlerweile angefangen hat den Boden zu wischen, sonst
vor die Türe kehrt ;-)
Wir schlüpfen gleich wieder in unsere Ponchos, da es draußen
ganz nett gießt. Die ersten 300 Meter folgen wir noch dem
Fahrweg, welchen wir auch heraufgekommen waren. Dann aber
gehen wir vor der Brücke nach rechts auf dem Weg durch die
Klamm. Der Steig durch die Klamm entpuppt sich gleich als
recht steil und die Stufen sind aus Naturstein. Ich hoffe,
dass sie nicht allzu rutschig sind und nehme vorsichtshalber
das Geländer zur Unterstützung zu Hilfe. Vorbei an einem
Turbinenhäuschen verlieren wir schnell an Höhe und als
Draufgabe gibt es noch ein paar recht ansehnliche Wasserfälle
zu sehen.
Allzu lange können wir den Anblick allerdings nicht genießen,
da es immer noch in Strömen regnet und wir nun eigentlich nur
noch zum Auto und dann nach Hause wollen. Nach etwa 7 Stunden
treffen wir wieder am Auto ein.
Erneut spielte das Wetter nicht mit, aber auch diesmal waren
wieder schöne Augenblicke zu erleben.
Vielleicht ein anderes mal... |
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| Talort |
Höhendifferenz in m |
| Oberstdorf - Rubi |
1.090 |
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| Stützpunkt |
Gebirgsgruppe |
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Geißalpe (1.149m), Vordere Seealpe (1.280m) |
Allgäuer Alpen |
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| Zeit in h |
Charakter |
| 7 |
alpine Wege; unterhalb des
Geißalpsees ist der Steig drahtseilgesichert; ein Aufstieg
war an diesem Tag auf Grund der Witterung nicht möglich,
deshalb keine Angaben zum Gipfelaufbau; Trittsicherheit und
Schwindelfreiheit erforderlich |
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