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Schwarzhanskarspitze - Älpele (2.228m) - Lechtaler Alpen

 

Noch morgens sah es so aus, als würde es ein wunderschöner Sonnentag werden und ich packe meinen Rucksack für eine „größere“ Tour, doch schon beim nächsten Blick aus dem Fenster sind dunkle Wolkenformationen über den Bergen des Lechtales und der Allgäuer Alpen zu sehen. Schnell ziehen diese Wolkenbänke nach Osten und verdunkeln den Tag. Egal, wenn Regen kommt, gehen Joe und ich eben eine kleinere Tour. Lange überlege ich, wohin wir denn jetzt gehen sollen.

Ich entscheide mich für die Schwarzhanskarspitze bei Forchach. Über das Forchacher Älpele (Hochstanzer Alpe) will ich zu dem 2.228 Meter hohen Gipfel aufsteigen, falls das Wetter bis dahin hält. Nadja fährt uns nach Forchach zum Gasthof Sonne, von dort startet nämlich der Weg. Vis à vis des Einganges über der Straße befinden sich die Wegweiser. Mahdspitze, Schwarzhanskarspitze und Älpele sind dort angeschrieben. Zunächst führt der Weg über ein schmales, asphaltiertes Sträßchen über den Ort hinauf. Unmittelbar nach einem Weidegatter treffen wir erneut auf einen Wegweiser, der uns auf einen kleinen Pfad durch den Wald führt.

Nur wenige Schritte steigen wir auf um gleich darauf wieder abwärts zu gehen. In ein kleines Tal hinunter und an der Forchacher Quellfassung vorbei. Jetzt steigt das Gelände wieder an und wir folgen dem kleinen Steig nach rechts. Von jetzt an zieht
sich der Steig über steiles Waldgelände den Berg hinauf. Noch zweimal werden wir den Forstweg kreuzen. Da der Pfad schmal ist, das Gras recht hoch steht und es in den letzten Tagen ausgiebig geregnet hat, werden meine Schuhe zunehmend nasser. Wasserdicht sind meine Schuhe trotz GoreTex nicht, wie ich zweifelsohne feststellen muss. Bei meinem nächsten Bergschuhkauf werde ich nur noch auf das altbewährte Leder setzen.

Als ich also etwa 20 Minuten unterwegs bin, triefen meine Schuhe vor Nässe und daran wird sich den ganzen Tag nichts mehr ändern. An das Laufen in total durchnässten Schuhen war ich ja noch von der Tour auf die Bretterspitze gewohnt. Also immer schön weiter stapfen. In etlichen Kehren zieht sich der Steig über das Gelände hinauf und dabei führt er oftmals an eindrucksvollen Felsenbändern vorbei und ganz dicht an die Schlucht des Wassertals heran. Der Steig ist insgesamt sehr schön und am besten gefällt mir, dass sich hier keine Menschenseele aufhält. Auch heute haben wir wieder einen Berg für uns alleine.

Nach zirka einer Stunde treffen wir auf die kleine Jagdhütte des so genannten „Hüttenhofes“. Wie sie so im Wald steht, erinnert sie an das Hexenhäuschen aus dem Märchen Hänsel und Gretel. Nach dem Hüttenhof wird der Weg dann zunehmend gerölliger und bald treffen wir auf das Spitztal. Eine Viertelstunde später erreichen wir erneut das Wassertal. Von hier sind es nur noch wenige Schritte bis in den kleinen Kessel, in dem das Forchacher Älpele und die Jagdhütte stehen. Vor allem das Älpele macht einen sehr urigen Eindruck.

Hier machen wir erst einmal Rast. Ich schaue mich ein wenig in dem kleinen Kessel um und fotografiere die nahe Bergwelt sowie die kleine Hütte. Nach zehn Minuten geht es dann weiter. Zunächst ist nicht ganz klar wie der Weg nun weiter verläuft. Ein Holzpflock vor der Hütte dürfte einst als Wegweiser gedient haben, allerdings ist kein Schild mehr daran angebracht. Nur noch ein rostiger Nagel lugt hervor. Ich gehe also links der Hütte an dem vermeintlichen „Wegweiser“ vorüber und erkenne dann auch den kleinen Pfad, welcher sich von hier über den beinahe ebenen Waldboden hinzieht.

Minuten später wandern wir an einer Hirschlache vorüber, die eine eigenartige rostbraune Färbung aufweist. Kurz hinter dem Hirschbad steigt der Pfad nun durch ein kleines Tal zwischen einem bewaldeten Felskopf und einem Schotterries bergan. Schon von unten kann man den weiteren Wegverlauf erkennen, welcher sich oben unter ein paar latschenbewachsenen Felsen quer durch das gesamte Schotterries zieht. Nach wenigen Minuten befinden wir uns auch schon am Ende dieses Querganges und im dichten Latschengehölz geht es weiter. Eine Serpentine später sehe ich dann schon hinüber zu dem kleinen Gipfelaufbau der Mahdspitze (1.963m). Ei
ne weitere Kehre müssen wir noch hinter uns bringen, dann kommen wir aus dem Latschenfeld heraus und stehen schon am unteren Ende der Gipfelwiese der Schwarzhanskarspitze.

Diese Gipfelwiese fällt vor allem durch ihren Blumenreichtum auf. Ganz in der Nähe können Joe und ich einige Gemsen sehen, die uns recht gelassen anschauen. Auch Joe scheint keinen Eindruck auf sie zu machen. Kein Wunder, er ist ja auch brav und weicht mir nicht von der Seite. Der Charakter des Steiges ändert sich hier heroben grundlegend: War zuvor noch Schotter und gröberes Gestein dominierend, trifft man hier nur noch auf Gras und lehmigen Untergrund. Bei einem Regenguss dürfte sich dieser Steig in eine schmierige Angelegenheit verwandeln. Jedoch ist das Gelände nicht sehr steil und so wäre ein Sturz keine große Gefahr irgendwo über die Felsen zu stürzen.

Aus dem Hornbachtal kommt schon der erste Regen herüber und ich beeile mich, noch vor diesem den Gipfel zu erreichen - weit ist es ja gottlob nicht mehr. Am Grat angekommen sind es nur noch wenige Schritte hinauf zum Gipfelkreuz. Leider kann ich auch heute keine Rast am Gipfel einlegen, da ich den Abstieg zurück zur Hütte im Trockenen schaffen will. Ich schieße nur ein paar Fotos und steige dann gleich wieder ab. Eigentlich hatte ich ja vor gehabt, über den Rücken der Schwarzhanskarspitze abzusteigen, am Grat über den Schartenberg hinüber zum Hallanderberg zu gelangen, um von dort über die Galtalpe nach Weißenbach abzusteigen.

Jedoch habe ich keine Kenntnis über die Schwierigkeit des Weges dort hinüber und auf Grund der Witterung wollte ich nicht später bei Problemen umkehren müssen. Der Steig, den wir herauf gekommen sind, stellt keinerlei Schwierigkeit dar und ist bei diesem Wetter die sicherste Alternative. Kurz vor der Hütte beginnt es dann zu regnen. Wir schaffen es aber doch noch halbwegs trocken dort anzukommen. Jetzt gibt es erst einmal eine Brotzeit für Joe und mich und wenn der Regen vorüber ist, werden wir nach Forchach absteigen.

 
   
Talort Höhendifferenz in m
Forchach 1.300
   
Stützpunkt Gebirgsgruppe
--- Lechtaler Alpen
   
Zeit in h Charakter
5,5 bei Nässe unangenehm, ansonsten unschwierige Wanderung auf alpinen Wegen
   
 

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