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Der Bezirk Reutte





Außerfern - der Bezirk Reutte mit den Tallandschaften
• Lechtal
• Reuttener Talkessel
• Tannheimer Tal und
• Zwischentoren
umfasst eine Fläche von 1237 km². In 37 Gemeinden leben rund 32.000 Menschen, die Bevölkerungsdichte beträgt dabei 21 Einwohner pro km².


Während der Bronze- und Eisenzeit wurde das nachmalige Außerfern mehr oder weniger ausschließlich als Transitstrecke und Durchzugsgebiet genutzt. Länger währende Ansiedlungen konnten sich aufgrund der klimatischen Bedingungen in diesem Zeitraum nicht halten. Trotzdem gibt es zahlreiche Hinweise für die zeitlich begrenzte Anwesenheit von bronzezeitlichen und später keltisch stämmigen Jägern in unserem Gebiet. Erst seit dem angehenden Wechsel des ersten nachchristlichen Jahrtausends konnten sich durch die ansteigenden Temperaturen am Übergang in eine Warmphase erste Siedler dauerhaft hier niederlassen. Ja, sie mussten es sogar, da eine durch den Anstieg der Temperaturen hervorgerufene Bevölkerungsexplosion im gesamten nördlich der Alpen gelegenen Landstrich eine Verknappung des bebaubaren Landes nach sich zog und obendrein kriegerische Auseinandersetzungen eine Fluchtbewegung alemannischer Gruppen auslöste und einige Siedlergruppen bis in die Bergtäler spülte.

Die alte Bezeichnung des Gerichtsbezirkes iudicium extra Verren begegnet uns erstmals in einer Urkunde des Jahres 1269. Mit dem übrigen Tirol verbunden ist der heutige Bezirk Reutte nur durch die ganzjährig befahrbare Straße über den Fernpass und die Eisenbahnstrecke von Kempten über Reutte und Ehrwald nach Garmisch mit Anschluss nach Seefeld und Innsbruck. Die Besiedlung und großflächige Kultivierung erfolgte erst spät und maßgeblich von Schwaben aus. Daher ist das Außerfern der einzige von den Alemannen geprägte Lebensraum Tirols mit zahlreichen grenzüberschreitenden Beziehungsfäden in das benachbarte Allgäu. Politisch gehört das Außerfern seit dem Ende des 13. Jahrhunderts zur gefürsteten Grafschaft Tirol, kirchlich immerhin noch bis 1816 zum Bistum Augsburg und dann zum Bistum Brixen. Wirtschaftlich über lange Zeiträume im Abseits, konnte sich das Außerfern ab dem 14. Jahrhundert als eine Salzmetropole ohne eigenes Salz etablieren. Reutte war bald der Hauptumschlagplatz des sogenannten "Weißen Goldes" und die Bevölkerung entlang dieser Route von Hall bis in das Bodenseegebiet und dem Raum Breisgau bescherte einem großen Teil der Bevölkerung des damaligen Gerichts Ehrenberg einen ansehnlichen Reichtum.

Der landschaftliche Wechsel vom noch weitestgehend unangetasteten Lechtal bis hin zu den touristisch erschlossenen Gebieten des Tannheimer Tals und der Zugspitzregion bilden eine vielfältige Kulisse für Ruhesuchende als auch sportlich ambitionierte Menschen in dem von Gebirgen und Tälern dominierten Landstrich innerhalb der nördlichen Kalkalpen. Der Bezirkshauptort Reutte hingegen ist mit zahlreichen Handels- und einigen mittleren bis wenigen großen Gewerbebetrieben der wirtschaftliche Kern dieses ansonsten klimatisch rauen Gebietes im Nordwesten Tirols.





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