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Anton Falger

und das Lechthal


Falger und das LechthalAutor
Schneller Christian
Verlag
Ferdinandeums-Zeitschrift
Erscheinungsjahr
1877



das Datenblatt für das Buch Anton Falger wurde bereits 83x aufgerufen
Johann Anton Falger wurde am 9. Juli 1791 zu Elbigenalp geboren. Sein Vater war Gregor Falger, "Bäcker, Fuhrmann und Bauer", seine Mutter Maria Anna Lumpert. In der Schule war Falger — "ein mittelmässiger Schüler, im Schreiben, Rechnen und Lesen alter Briefe nicht schlecht, aber im Auswendiglernen nicht gut. Also im Katechismus ziemlich schlecht, Gott sei Dank, den brauchte ich aber in der Fremde nicht, darum fragte mich kein Mensch.
Ich meine damit aber nicht, der Mensch brauche keine Religion; so ist es nicht gemeint." Im Sommer 1804 besuchte Falger die Schule in Reutte, wo er einen "Preis" im Rechnen bekam; im Herbste desselben Jahres verlor er seine Mutter durch den Tod. Er hatte grosse Vorliebe für das Zeichnen und wollte durchaus Maler werden. Nicht darauf versessen, aus seinem Sohne auch einen Bäcker und Fuhrmann zu machen, führte ihn sein Vater zum Maler Karl Selb in Unterstockach, welcher den eifrigen Schüler lieb gewann und durch vier Jahre hindurch unterrichtete. Im Jahre 1808 gingen beide nach München, wo Falger Zögling der königlichen Akademie wurde, während Selb des Stadtlebens überdrüssig bald wieder nach Hause ging. Auch Falger kehrte, da an der Akademie ein Bau geführt wurde, schon nach einigen Monaten wieder in das Lechthal zurück.

Es kam das Sturmjahr 1809; Falger nennt es ein "trauriges" und ist nicht gut darauf zu sprechen. Er hatte zwar, wie er erzählt, "das Alter zur Conscription und wurde gemessen und gerichtlich vorgemerkt", verspürte aber demungeachtet in sich nicht den leisesten Drang nach kriegerischen Heldenthaten. Friedfertig gesinnt wollte er anfangs April wieder nach München und machte sich, obwohl ihm die Ausfertigung eines Passes verweigert wurde, auf den Weg; aber schon in Unter-Peissenberg riet ihm der "Wirth, bei welchem er einkehrte, dringlich zur Rückreise. Falger kehrte um und erfuhr in Füssen, dass die Tiroler unruhig seien und der bairischen Regierung nicht mehr gehorchen wollten. Doch lassen wir den missvergnügten Kunstjünger selbst erzählen. „Es war ungefähr am 9. oder 10. April, als ich in die Rossschläg (eine Wegstunde unter Reutte) kam und stunden schon die Bauern als Rebeller mit den Waffen da. Man liess mich nach Hause und bald musste ich mit dem Landsturme ausrücken. Es wurden dann bald im Lechthale sieben Compagnien errichtet und so ging der blinde Lärm bis November fort. Ich war bereits den ganzen Sommer für mich oder meinen Vater sogar dem Auslande zur Last, war oft in Pfronten und zweimal in Kempten unter Major Schueller von hier. Wir zogen nicht aus, um zu bringen, sondern um zu holen. Commandant Teimer hat uns weder im Inland noch weniger im Ausland Ehre gemacht. Am meisten war ich auf Wache in Tannheim und auf dem Jöchl; dass die Ordnung schlecht war, bezeugt uns das Ausland noch und so am Herbst gingen uns die Augen auf, dass wir mit grosser Schuldenlast, Gott sei Dank, nach Hause gehen konnten."

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