24-Stunden-Wanderung  (gelesen 21797 mal)

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Offline FalscherHase

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Re:24 Stunden - Wanderung - Schweiz/Liechtenstein/Österreich
« Antwort #20 am: 22. Jul 2013 - 14:28 Uhr »
am Wochenende war's wieder soweit!!  :D
Eine 24-Stunden-Wanderung!

- wer nun ein déjà-vu vermutet: Stimmt. Diese Tour gab's 2012 schon mal. Genau diese? Nicht ganz. Denn dieses Jahr ohne gewitterbedingte Verkürzung. Die ersten beiden Etappen sind deswegen (zumindest geographisch) fast identisch. Der alte Bericht ist weiter oben.

Diesmal waren es drei Guides und zwölf Teilnehmer. 5 Männer, 7 Frauen.

Die Tour setzt sich im Prinzip aus drei Tagestouren zusammen:
1. Etappe: Der Ausgangspunkt lag auf knapp 1200 m in der Nähe des Voralpsees (Schweiz). Es ging hinauf zum Sisitzgrat, dann „gebirgseben“ unterhalb des Margelchopfes und am Alvier vorbei, dann runter nach Sevelen, wo das Abendessen bestellt war. Spaghetti!!  :)
2. Etappe: In der Ebene gingen wir rüber an den Rhein und über eine Fußgänger-Holzbrücke auf die andere Seite nach Vaduz (Liechtenstein). Dort bergauf am Schloss vorbei und  rauf auf die Höhe nach Sücka, meist in sanftem Anstieg weiter nach Süden, dann durch’s Naaftal und im Schlussanstieg rauf zur Pfälzer Hütte. Frühstück!  :)
3. Etappe: Abstieg zum Nenzinger Himmel. Von dort aus zur Alpe Setsch und über den Rätikon-Höhenweg zum Amatschon – Joch, dann oberhalb von Brand weiter nach Bürserberg. Dort wurden wir mit Kleinbus und PKW abgeholt zur Abschluss-Jause im Tal.  :)

Wie war's? Schöööön!! Berge, Bäche, Blumen, Seen und lauter liebe Menschen... traumhaft!! Einfach klasse!!
Aber: Manche Passagen ziiiiehen sich... Um zur Pfälzer Hütte zu gelangen, geht's dann nochmal auf eine Ebene höher und nochmal über eine längere Passage... oder auf das Amatschonjoch: Das sahen wir ja schon lange, bevor wir den Nenzinger Himmel erreicht hatten. Also gar nicht weit und nur 700 Hm...  ;) - und dann kommt da noch eine Kurve und dort noch ein kleiner Zwischenanstieg...   ;) Und in der Schlussetappe: Es war dermaßen heiß, kaum eine uns gnädige Wolke, die Schatten spendete... und nochmal ein Gegenanstieg, viel Strecke... Im "Normalfall" würden wir das alle einfach so "wegstecken", denke ich. Aber mit über 20 Std Wanderung in den Knochen war's dann doch anstrengend - und in manchen Füßen auch schmerzhaft... :-\!
Interessant war auch, wie wichtig das Thema "Essen" wird...!  ;) Irgendjemand stellte mitten in der Nacht fest, dass es "nur noch 4,5 Stunden bis zum Frühstück" sind!
Die Nacht: Schon im Abstieg nach Sevelen wurden die Stirnlampen erforderlich. Es geht dort durch eine Schlucht, da genügt das Licht der Dämmerung nicht mehr für einen sicheren Tritt. Von Sevelen nach Vaduz ist die Straße so gut beleuchtet, dass die Lampen aus blieben. In Vaduz gibt es einen Trinkwasserbrunnen kurz vor dem Anstieg zum Schloss. Dort wurden Wasser nachgefüllt und die Stirnlampen erneut installiert.
Mit Insekten im Lampenlicht hatte ich dieses Jahr weniger Probleme als letztes Jahr. Beim Aufstieg zur Pfälzer Hütte konnte dann irgendwann die Lampe eingepackt werden. Die Sonne beschien nach und nach die Gipfel rundum, das war auch ein besonderes Erlebnis. Die Hütte lag dann prächtig im Sonnenschein.
Das Wetter spielte großenteils mit. Wie auch im letzten Jahr war Sonne ein großes Thema. Ich halte mich an LSF 50 (damit sieht man ganz schön weiß aus) – und habe das mehrfach wiederholt. Auf der ersten Etappe war die Regenbekleidung kurzzeitig erforderlich (jedoch ohne Regenhose), später gar nicht mehr. Gewitter und kräftiger Regen setzten erst ein, als wir beim verdienten Abschlussessen saßen.
Was sind das für Leute, die hier teilnehmen?? Klar, lauter Verrückte.  ;D (Schon um zu sehen, welche Verrückten da mitmachen, lohnt es sich, hinzugehen!) Die Gruppenzusammenstellung war (ich kann natürlich nur für mich sprechen...) sehr angenehm! Wir waren die 24 Stunden zwar nicht auf engstem Raum  ;) aber doch gemeinsam unterwegs. Mal eine Zeit mit dem einen, mal eine Zeit mit dem anderen. Oder auch mal alleine. Für mich war das wunderbar. Zu jedem gab es angenehme Bezugspunkte. Einfach stimmig. Es waren drei „Pärchen“ dabei und manche kannten sich schon von vorangegangenen Unternehmungen.
Von den zwölf Teilnehmern mussten drei leider früher abbrechen. Einer hatte ein internistisches oder konditionelles Problem, eine zog sich eine Platzwunde zu und eine bekam fiese Blasen. Unterwegs bestanden mehrere Möglichkeiten eines vorzeitigen Abstiegs. Einer der Guides begleitete denjenigen. Das erforderte logistische Planung und kostete auch etwas Zeit. Genaugenommen waren es auch diesmal nicht 24 Stunden, sondern (als Ausgleich zum letzten Jahr? ;)) eher 26.

Bissel Statistik: Vorbehaltlich von Mess-Ungenauigkeiten (das GPS war auf eine Messung pro Minute eingestellt, es kann also z.B. nicht jede Serpentine korrekt vermessen worden sein, außerdem sehe ich auf dem Track auf Google Earth, dass punktuelle Fehlmessungen dabei waren, also außerhalb der möglichen Gehstrecke) gehe ich von 61 bis 62 km Gehstrecke aus. Der Gesamtaufstieg beläuft sich auf 3862 Hm, der -abstieg auf 4021 Hm. (Die Höhe wurde barometrisch gemessen und passt erfahrungsgemäß ganz gut oder ist eher zu niedrig dokumentiert.)

Kleiner Exkurs, da wir viele Blumen angesehen haben...: Gelber Enzian, gepunkteter Enzian, stengelloser Enzian, Frühjahrsenzian = "Schusternägele", "alte Männer"="Bergmännle"= Fruchtstand der Anemone, weißer Klee, roter Klee, Hornklee, Wundklee, Germer, Mehlprimel, Alpenrose, verschiedene Disteln, Türkenbundlilie, blauer Eisenhut, Wolfs-Eisenhut, Akelei... (Nachtrag: Kugelblume, Hahnenfuß, Brillenschötchen, Teufelskralle, Soldanelle, Glockenblume, Klappertopf, Trollblume, Gold-Pippau, Flockenblume, verschiedene Orchideen wie Knabenkräuter, Waldhyazinthen...)

Resumée:
So anstrengend das auch war - oder vielleicht auch deswegen! - es war eine erlebnisreiche und wunderbare Aktion!
Wer Berge und lange Touren liebt,  nicht menschenscheu ist und seine Grenzen austesten möchte, dem sei eine 24-Stunden-Wanderung ans Herz gelegt! :ja: Erlebnisse und Eindrücke im Kompakt-Format!

Viele Grüße vom Balkon!  :prost:
Sigrun

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« Letzte Änderung: 27. Jul 2013 - 19:10 Uhr von FalscherHase »
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Offline FalscherHase

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Re:24 Stunden - Wanderung
« Antwort #21 am: 05. Jan 2014 - 15:32 Uhr »
... ach so, ja ... da gibt's auch 2014 dolle Sachen...

18./19.1.14: ca 2000 Hm, 72 km, Schwäbische Alb
http://www.360-grad-schrittweise.de/alb-24-2014-winter.html - allerdings schon übermorgen Anmeldeschluss  ::)

und im Sommer ist auch wieder das 3-Länder-Event:
6./7.9.14: ca 4000 Hm, 57 km, Schweiz / Liechtenstein / Österreich
http://www.360-grad-schrittweise.de/3-laender-24-2014.html, das überschneidet sich jedoch mit der Seven-Summits-Tour Schröcken.

Gruß aus dem Sauwetter
Sigrun
« Letzte Änderung: 05. Jan 2014 - 15:39 Uhr von FalscherHase »
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Offline Grimpeur

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Re:24 Stunden - Wanderung
« Antwort #22 am: 05. Jan 2014 - 17:01 Uhr »
http://karwendelmarsch.info/

könnte für dich auch ganz interessant sein  ??? ::)

VG
Grimpeur

... ach so, ja ... da gibt's auch 2014 dolle Sachen...

18./19.1.14: ca 2000 Hm, 72 km, Schwäbische Alb
http://www.360-grad-schrittweise.de/alb-24-2014-winter.html - allerdings schon übermorgen Anmeldeschluss  ::)

und im Sommer ist auch wieder das 3-Länder-Event:
6./7.9.14: ca 4000 Hm, 57 km, Schweiz / Liechtenstein / Österreich
http://www.360-grad-schrittweise.de/3-laender-24-2014.html, das überschneidet sich jedoch mit der Seven-Summits-Tour Schröcken.

Gruß aus dem Sauwetter
Sigrun
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Re:24 Stunden - Wanderung
« Antwort #23 am: 05. Jan 2014 - 18:47 Uhr »
ja, hab ich auch schon in meinem Kalender  ;) und außerdem stehen darin:

5.-6.7.14 Berchtesgaden 24 Stunden (Link noch von 2013: http://www.berchtesgadener-land.com/de/24-stunden-spezial/

und ein paar "kürzere" wie Graubünden-Walking Ende Juni (Link noch von 2013: http://lenzerheide.com/walking/de/home)

oder Silvretta-Ferwall-Marsch: http://www.galtuer.com/de/silvretta-ferwallmarsch-galtuer

oder Gondo Plausch-Klasse am 3.8. (Link allerdings noch von 2013: http://www.gondoevent.ch/) - für die Freaks natürlich auch die Normalversion mit zwei aufeinanderfolgenden Marathonläufen möglich, aber nix für mich.

Es gibt noch viele weitere... auch kürzere Events, die mehr auf Geschwindigkeit abzielen. (die passen aber nicht in diesen 24-Std-Thread)

Ich hab zwar schon einige Events im Kalender stehen, aber wirklich wichtig sind mir nur ein paar davon...

Wenn's nach mir ginge, dann würde ich am 23.8. am Silvretta-Ferwall-Marsch teilnehmen und am 6.9. bei der Seven-Summits-Tour Schröcken. Dann ist jedoch fraglich, ob ich am dazwischenliegenden Wochenende tatsächlich noch den Karwendelmarsch unterbringe  :o. - zumal ich auch diverse Wochenenddienste zu arbeiten habe  :-[
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Offline Nash

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Re:24 Stunden - Wanderung
« Antwort #24 am: 06. Jan 2014 - 17:35 Uhr »
Das ist so cool! Hab mir die Route von "Berchtesgaden 24 Stunden" angeschaut, sieht sehr anspruchsvoll aus.

Trainierst du eigentlich speziell das Jahr über auf solche Veranstaltungen, also hast du einen Trainingsplan? Oder machst du das einfach "nach Gefühl"?
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Offline FalscherHase

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Re:24 Stunden - Wanderung
« Antwort #25 am: 06. Jan 2014 - 22:22 Uhr »
@ Nash, außer Höhenmeter zu sammeln mach ich kein Training  ;D ... 1-2x / Woche noch eine Stunde Gymnastik, wenn's der Dienstplan erlaubt.
Vor meiner ersten Teilnahme an einer 24-Stunden-Wanderung habe ich gezielt ziemlich lange Touren gemacht (ist am Anfang des Threads ansatzweise beschrieben). Danach war ich mir sicher, dass sowas einfach möglich ist.


... mal sehen, ob das was wird (für mich) mit Berchtesgaden-24-Std. Reizt mich schon sehr. (Ist aber weniger an Strecke und Höhenmetern als bei der 24-Stunden-Dreiländertour. Aber das Hauptproblem ist, die richtigen Prioritäten zu setzen in Anbetracht, dass der Juli eigentlich schon knallvoll verplant ist.)
Kommst mit?
« Letzte Änderung: 06. Jan 2014 - 22:37 Uhr von FalscherHase »
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Offline Nash

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Re:24 Stunden - Wanderung
« Antwort #26 am: 07. Jan 2014 - 21:01 Uhr »
Mitkommen … hmja, dafür muss ich aber noch ein "bißchen" trainieren bis ich tatsächlich solche Strecken durchstehen könnte. ;D

Deine sportliche Leistung ist sehr beachtlich! Am beeindruckendsten fand ich die Aktion im Sommer, das Gaishorn und die Rotspitz am gleichen Tag zu besteigen.  :-L) :)

Nebenbei… ich finds auch gar nicht so einfach das Jahr über fürs Bergsteigen fit zu bleiben (deswegen hatte ich auch gefragt wie du trainierst). Ich geh regelmäßig schwimmen, Gewichtheben (z. Zt. eher weniger wegen Rücken aua ;) ) und ebenfalls etwas Gymnastik, trotzdem ists im Frühjahr immer ein gewisser Anlauf den ich nehmen muss bis ich wieder in Form bin um schöne und längere Bergtouren zu bewältigen. :)
« Letzte Änderung: 07. Jan 2014 - 21:11 Uhr von Nash »
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Offline FalscherHase

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Re:24 Stunden - Wanderung
« Antwort #27 am: 08. Jan 2014 - 12:30 Uhr »
Deine sportliche Leistung ist sehr beachtlich! Am beeindruckendsten fand ich die Aktion im Sommer, das Gaishorn und die Rotspitz am gleichen Tag zu besteigen.  :-L) :)

... danke...!  :) Ist aber völlig logisch: Als Schwäbin musste ich natürlich das Parkticket maximal nutzen (aber, ob der Parkplatzwechsel legal war?)


Meine Antwort war nicht sehr konkret...
Was ich so mache: Bergwanderungen, vor allem bergauf. Gelegentlich mit der Bahn runter (fauler Hund...). Im Winter dann mit den Schneeschuhen (oder wie derzeit: Mit den Grödeln).
Im Prinzip das ganze Jahr durch Höhenmeter sammeln, meist in moderatem Tempo. 2013 waren es über 166.000 Hm, im Jahr davor über 162.000 Hm (bergauf).
Die Gymnastik: 1x pro Woche Pilates (Betriebssport, super Sache!) und November bis Ostern 1x pro Woche Skigymnastik vom DAV (macht eine Sportlehrerin, in der Gruppe bin ich die Jüngste). Wobei ich zugeben muss, dass ich mit dem Betriebssport immer wieder Probleme habe wegen Terminkollisionen und darum eher unregelmäßig teilnehme. Aber das macht wirklich Spaß! Da hat sich eine nette Gruppe zusammengefunden!

Insgesamt der Versuch, das ganze Jahr über fit zu bleiben. (Der Heimtrainer (Radl) steht eher als Kleiderständer in der Wohnung...  :( da fehlt mir echt die Motivation.)

Da die meisten 24-Std-Wanderungen in gemäßigtem Tempo stattfinden, ist's vor allem eine Kopf-Sache, falls ein Tiefpunkt auftritt, trotzdem weiterzugehen. Gegenseitige Motivation in der Gruppe tut auch gut. Leckere Sachen mitnehmen! Auch das tut gut!  ;)

Das war zwar nicht billig, aber die Wanderung im Tannheimer Tal war eine gute Einstiegstour für 24-Stunden-Wanderungen.

Nachtrag:
Als ich zum ersten Mal eine 24-Std-Wanderung gemacht habe, hatte ich lange nicht so viele Höhenmeter "intus" wie in den Folgejahren. Ich gehe davon aus, dass eine gute Grundfitness und ein paar Bergtouren im Vorfeld ausreichen sollten, um eine 24-Std-Wanderung in Angriff nehmen zu können.
« Letzte Änderung: 08. Jan 2014 - 21:50 Uhr von FalscherHase »
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Offline FalscherHase

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Re:24 Stunden - Wanderung
« Antwort #28 am: 23. Jan 2014 - 18:22 Uhr »
Letztes Wochenende war es wieder soweit! Eine 24-Stunden-Wanderung!  :D Diesmal auf der Schwäbischen Alb. Geislingen / Steige – Bad Urach. Und diesmal im Winter! Eine Tour mit Detlef Nescholta, bei dem ich an den 3-Länder-Touren 2012 und 2013 teilgenommen habe (siehe oben). http://www.360-grad-schrittweise.de/

Wenn ich richtig gezählt habe, waren wir 13 Teilnehmer (oder doch nur 12? Muss mal ernsthaft nachdenken, rechnen und Gehirn verdrehen) und zwei Guides. Nachts noch ein Guide zusätzlich. Die meisten von uns hatten schon Erfahrung im 24-Stunden-Wandern und einige kannten sich von früheren Touren. Übrigens: Die Teilnehmer sehen völlig normal aus und verhalten sich auch nicht irgendwie auffällig…  ;)

Wir starteten morgens um 9:00 in Geislingen / Steige bei Eiseskälte. Statt Fernblick beeindruckten uns bizarre Eisgebilde an den Zweigen. In abwechslungsreichem Auf und Ab auf Forst- und Wanderwegen erreichten wir am Nachmittag das Wasserberghaus, wo uns Spaghetti, Kaffee und Kuchen erwarteten. Hier war die erste Möglichkeit, die Thermosflaschen heiß aufzufüllen…! Weiter ging’s im gleichen Stil – nach geraumer Zeit jedoch schon bei Dunkelheit - zum Gasthof Bläsiberg: Abendessen um 22:00. Buchweizen, Gemüsesuppe und Kuchen! Bis dorthin hatten wir schon 1950 Hm in den Knochen und viele Kilometer… Hier bestand die Möglichkeit zu übernachten, also die Tour abzubrechen. Aber keiner wollte! Weiter ging’s! Vor dem Start rüsteten einige Teilnehmer ihren Kälteschutz auf… Zusätzliche lange Unterhosen waren durchaus angebracht.
Unterbrochen von wenigen Pausen wanderten wir weiter durch die Nacht. Und Winternächte sind durchaus lang. Die Gespräche verstummten öfter, man hing den eigenen Gedanken nach. Hin und wieder konnten wir harmlose Passagen ohne Stirnlampen gehen: Das Mondlicht genügte. Aber es war nicht jede Passage harmlos. Die Schwäbische Alb bietet durchaus auch alpines Gelände. Steile An- und Abstiege, abschüssige Querungen, felsige Abschnitte, von rutschigen Passagen gar nicht zu reden. Wenn der Weg nicht gefroren war, war er nämlich matschig. So matschig, dass vom Schwarz meiner Winterwanderschuhe nichts mehr zu sehen war.
Nicht weit weg vom Ziel hatte ein Wanderfreund Kreislaufprobleme, die ihn zum Abbruch zwangen. Das war sehr schade, waren wir doch als Gruppe über die vielen Stunden angenehm zusammengewachsen. Und eigentlich war er ja gesund und echt fit… Aber da half nix. In diesem Moment ging es einfach nicht weiter. Seine Frau holte ihn ab. Er erholte sich erfreulicherweise rasch und ließ uns ;) Grüße ausrichten.
Wir übrigen wanderten den restlichen Weg nach Bad Urach, vorbei am Uracher Wasserfall. Vor halb Neun kamen wir am Marktplatz an („so seh’n Sieger aus…“) und Detlefs Frau empfing uns. Eine Reporterin interviewte uns für SWR 4 und war erstaunt über unsere Euphorie und Freude.

Die Strecke beschreibe ich nicht genauer, denn dazu kenne ich mich nicht gut genug aus. Ist aber gar nicht so wichtig, finde ich. Hin und wieder ging es durch kleine Ortschaften, ansonsten hatten wir Natur pur. Einfach schön.

Während der 24 Stunden fehlte die meiste Zeit über der Weitblick: Entweder war es sowieso Nacht, oder es herrschte dichter Nebel. Von Schnee fehlte bei dieser Winterwanderung allerdings jede Spur.

Statistik gewünscht? Etwa 70 km und mehr als 2700 Hm. Es darf tatsächlich auch mal eine Mittelgebirgstour sein!

Wie ging’s mir? Prima! Schon vor der Tour hatte ich die Fersen und eine Kleinzehe gut verklebt. Allerdings letztere nicht gut genug (ist die Zehe dann doch größer als gedacht…?), so dass ich später zwei winzige Blasen entdeckte. Die hatte ich schon während der Tour gespürt, aber tunlichst darauf verzichtet, den Verband abzuziehen. Ein Tief auf der Tour? Nicht wirklich. Ok, zu manch nächtlicher Stunde vielleicht etwas wortkarg, aber es muss ja nicht immer gesprochen werden. Und richtig müde war ich nach der Tour! Während der Fahrt nachhause konnte ich noch wach bleiben, hab zuhause dann geduscht, die Waschmaschine angeworfen und bin ins Bett gefallen für 2,5 Stunden. Nicht länger, um einen falschen Rhythmus zu verhindern. Und am Abend dann früh ins Bett. Muskelkater kam fast keiner.

Und wie ging’s den anderen? Ich kann ja nur mutmaßen und aus Gesprächen schließen… Reue habe ich bei keinem herausgehört. Eher Stolz, das geschafft zu haben. Für den einen war’s mehr, für den anderen weniger anstrengend. Und einen schlimmen „Moralischen“ hatte wohl auch keiner.

Hier ein Link zum Tourenbericht von Magnus: http://erfolgsmatrix.de/24-stunden-wanderung-winter-2014-schwaebische-alb/



Und wie geht’s weiter?
Es gibt durchaus ein paar weitere interessante Events in diesem Stil im Jahr 2014. Ob und woran ich teilnehmen werde – mal sehen.
Detlef bietet 24-Stunden-Touren an: Auf der Schwäbischen Alb im Juni und die Drei-Länder im September. Im Allgäu findet Mitte Juni eine Sieben-Seen-Tour über 24 Stunden statt: www.wertach24.jimdo.com mit 3000 Hm und 59 km. Bei Berchtesgaden gibt’s eine interessante Sache Anfang Juli. Und die seven-summits-tour-schröcken ist zwar zeitlich kürzer, dafür aber heftiger… (Anfang September) Letztere habe ich mir vorgenommen, beziehungsweise bin schon angemeldet. www.7berge.at




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« Letzte Änderung: 18. Mai 2014 - 12:21 Uhr von FalscherHase »
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Offline Lampi

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Re:24 Stunden - Wanderung
« Antwort #29 am: 24. Jan 2014 - 14:55 Uhr »
Ja sehr schön.
Je nach dem wie man es sieht ist es gut oder schlecht, dass Nebel war.
Ein großer Teil der Strecke führt an einmaligen Aussichtspunkten vorbei. Da hält man sich dann gern mal auf - und ratzfatz braucht man zwei Tage nach Bad Urach :)
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