Bergsport und Corona?

Bergtour auf die Leilachspitze  (gelesen 19432 mal)

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Offline kalle

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Bergtour auf die Leilachspitze
« am: 30. Aug 2005 - 13:16 Uhr »
Endlich war das Wetter wieder einmal halbwegs annehmbar und das nutzte ich gleich aus um die Leilachspitze zu erklimmen. Die Frage, von wo aus ich die Tour starten würde, stellte sich mir nicht. Im Frühjahr hatte ich schon eine kleine Erkundungstour ins Fahlenbachtal unternommen und dort einen Wegweiser in Richtung Leilachspitze entdeckt. Diesen Weg würde ich heute für meinen Aufstieg wählen.

das untere Lechtal bei Forchach

Das Auto parkte ich dazu bei dem kleinen Steinbruch am Ortsende von Weißenbach. Zu Fuß dann weiter über den Fahrweg bis zu dem Wegweiser, welcher ins Fahlenbachtal deutet. Wenige Meter nach dem Wegweiser ist schon ein weiterer Wegweiser an einem Baum angebracht auf welchem die Aufschrift "Leilachspitze" erkennbar ist. Durch den dichten Wald geht es in angenehmer Steigung bergauf und die Kühle des Waldes macht das Gehen wirklich angenehm. Allerdings scheint dieser Weg nicht oft begangen zu sein. Wohl aus dem Grund, dass dieser Steig so ziemlich die längste Anmarschroute zum Gipfel darstellt.

Blick zurück nach Weißenbach

Nach etwa einer Stunde erreiche ich den Gampelboden, wo sich die Wege aus dem Birkental und meine Aufstiegsroute treffen. Durch eine Latschengasse führt der Weg weiter und zieht unter dem Felskopf des Gampel hindurch. Die Aussicht auf das untere Lechtal ist grandios. Schön erkennbar ist der geschwungene Verlauf des Lech durch die Auen und die Schotterbänke leuchten aus dem dichten Grün der Waldsäume heraus.

Blick auf die Aufstiegsrinne

Nach dem Gampel führt der Weg in eine Einsattelung hinauf, durch welche man zum Weißenbacher Notländekar absteigen kann. Das Notländekar ist ein von Latschen durchsetztes Hochplateau am Fuße der Leilachspitze. Es wäre hier zwar ein Weg vorgegeben, aber ein Einheimischer den ich auf dem Weg getroffen hatte erklärte mir, dass der Aufstieg zum Kamin über ein etwas beschwerlich zu gehendes Schotterries erfolgen würde. Ich versuchte also gleich in dem Kar so gut wie möglich an Höhe zu gewinnen.

Alpenmohn am Wegesrand

Durch die Schotterriese aus den Felswänden der Leilach stapfe ich also in Richtung "Einstieg". Der Kamin selbst zieht sich steil hinauf und man sollte hier unbedingt auf Steinschlag durch losgetretene Steine Vorausgehender achten. Am Grat angekommen öffnet sich die Sicht in Richtung Tannheimer Berge, ins Birkental und zu den Gipfeln der Litnis, der Sulzspitze und der Krinnenspitze.

Gipfel der Leilachspitze; im Hintergrund die Tannheimer Berge

Am Grat entlang führt der Steig in Richtung Gipfelkreuz. An manchen Stellen müssen jetzt die Hände zu Hilfe genommen werden und mit leichter Kletterei geht es ab dem Kamin in etwa 20 Minuten zum Gipfel, von dem eine wunderbare Aussicht genossen werden kann.

Der Abstieg gestaltet sich generell immer schwieriger als der Aufstieg. Bei dem Weg über die Krottenköpfe kommt allerdings noch das brüchige, feine Geröll als erschwerender Faktor hinzu, was das Gehen an den exponierten Stellen teilweise ein wenig unangenehm macht. In leichtem Auf und Ab geht es an den doch recht eindrucksvollen Türmen der Krottenköpfe vorbei. Über ein kleines Joch erfolgt dann der Abstieg ins Gappenfelder Notländ. In dem weiträumigen Kar hinter der Lachenspitze mache ich nun erst einmal Rast.

der Weg im Bereich der Krottenköpfe

Auf dem Saalfelder Höhenweg, der über die Ostschulter der Schochenspitze herführt, sehe ich sehr viele Wanderer in Richtung Landsberger Hütte wandern. Eigentlich wollte ich auch noch zur Landsberger Hütte absteigen. Ich habe allerdings keine Lust auf eine solche Menschenmasse und beschließe gleich direkt durch das Birkental abzusteigen.

der Weg im Bereich der Krottenköpfe; im Hintergrund die Lachenspitze

Am Weg lauern mir dann einige Jungrinder auf und ich komme nicht drum herum einige Aufnahmen der "Models" zu machen ;-)

Jungrinder auf der Gappenfelder Notlände

Höhendifferenz: 1400m
Charakter: unschwierige, alpine Wege bis Weißenbacher Notländekar; ab Einstieg Kamin ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich; im Gipfelbereich oftmals I. Schwierigkeitsgrad, Wegabbrüche durch Erosion bei den Krottenköpfen; ab Gappenfelder Notlände wieder unschwieriger Steig (Ausnahme: Krottental -> Steinschlaggefahr!)
Gehzeiten: 9 bis 11 Stunden
« Letzte Änderung: 12. Mai 2008 - 21:59 Uhr von Kalle »
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Offline Peter F.

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Re:Bergtour auf die Leilachspitze
« Antwort #1 am: 02. Sep 2005 - 07:45 Uhr »
Auf der Leilachspitze war ich auch schon, allerdings nur von der Landsberger Hütte aus. Der Anstieg kurz unterhalb des Gipfels ist etwas mühevoll durch das viele Geröll in der Gipfelrinne. Aber der Ausblick ist wunderschön, wie man ja auf dem Bild sehen kann.

HG
Peter
« Letzte Änderung: 02. Sep 2005 - 07:45 Uhr von Peter F. »
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Offline Bergfex33

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Re: Bergtour auf die Leilachspitze
« Antwort #2 am: 04. Okt 2015 - 16:38 Uhr »
Am Freitag wollten wir Richtung Hahntenjoch, mußten aber zu unserem großen Ärger feststellen, daß es gesperrt war.
Nach einer kurzen Überlegung haben wir uns dann für die Leilach entschieden, da wir Ende Juni mal wegen Gewitter wieder umdrehen mußten.
Geparkt haben wir auf dem kleinen Holzplatz rechts nach Weißenbach und von da Richtung Führenbergalpe hoch.
Kurz bevor es ins Weißenbacher Notländerkar runter geht, konnten wir durchs Fernglas eine Weile einen Hirsch beobachten.
Dann gehts durch eine steile Rinne hoch zum Grat und weiter zum schönen Gipfel der Leilach. Abgestiegen sind wir dann durch die bröselige S/W-Flanke und weiter vorbei an den Krottenköpfen bis zum Gappenfelder Notland. Weiter zum Östl. Lachenjoch und den Weg runter ins Birkental Richtung Rauth, bis zur Höflishütte. Von da gings dann erst mal Richtung Weißenbach und bald darauf den Abzweig zur Leilachspitze. Die Kienbichler Hütte ist nicht angeschrieben. Also erst mal wieder etliche Höhenmeter hoch bis zur Kienbichler Hütte und gleich darauf an einem weiteren Hüttchen einen schmalen Pfad gefolgt, der auf der AV Karte schwarz gepünktelt ist. Dann ein paar Meter Forstweg und wieder auf einem schmalen Steig weiter, der mündet dann in dem Schotterweg wo der Steig Richtung Führenberg zur Leilach beginnt.
Begleitet wurde der Auf- u. Abstieg durch schönsten Hirschgesang, runter sogar mit Chor und vierstimmig :).
Auf dem kurzen Stück Forstweg bergab, lag doch dann auch prompt ein Grünkittel in seinem Hochstand mit dem Gewehr im Anschlag. Er winkte uns hektisch zu, wir möchten doch unseren Mund halten und möglichst schnell verschwinden.
Also ich weiß nicht, aber ich muß eine Jägerallergie haben, wie läßt sich sonst der heftige Niesanfall erklären ;D ;D
Wunderschöne aber lange Tour.
Wir haben gute 9 Stunden gebraucht.

Offline oliver

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Re: Bergtour auf die Leilachspitze
« Antwort #3 am: 04. Okt 2015 - 18:04 Uhr »
Glückwunsch@Bergfex33 zur gelungenen Tour  :-L)

Seit 2006 hat sich die Felsenfensterformation wenig verändert.

Gruß Oliver
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Offline Alpenspezi

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Re: Bergtour auf die Leilachspitze
« Antwort #4 am: 05. Okt 2015 - 19:09 Uhr »
Hi Regina, ... das war vielleicht eine Überraschung als ich das Gipfelbuch in die Hand nahm und dein Eintrag als Letzter drin stand...  :o ;)

Eine schöne und vor allem auch lange Runde habts gedreht  :-L) . Meine war wahrscheinlich etwas kürzer, bin von Nesselwängle aus mit dem Rad bis kurz vors Knoppental und dann hoch ins Weißenbacher Notländerkar. Von da ab identisch mit eurer Runde, nur bei den Luchsköpfen hab ich noch kurz vorbei geschaut.
Grünkittelkontakt hatte ich übrigens auch, haben meinen Gruß nur mürrisch erwidert .... jetzt weiß ich auch warum ...  ;D

Das Doppelfenster ist aber eigentlich ein Dreifachfenster, wenn man das kleine Guckloch über dem linken Fenster (auf Olivers Bild gut zu sehen) mitrechnet.  ;)
« Letzte Änderung: 05. Okt 2015 - 19:10 Uhr von Alpenspezi »
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Offline Bergfex33

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Re: Bergtour auf die Leilachspitze
« Antwort #5 am: 07. Okt 2015 - 11:09 Uhr »
@Oliver
Danke. ;)

@Alpenspezi
Ja, diese Überraschungen immer wieder... ;D
Mich wunderts, das sich nach uns keiner mehr ins GB eingetragen hat, es kamen auf dem Weg runter, doch noch Einige hoch.

Ich hab versucht nachzuvollziehen, wie Du die Tour gemacht hast, finde aber kein Knoppental.
Meinst Du das vielleicht das Krottental?
Und wo in aller Welt sind die Luchsköpfe? Ist das vielleicht ein anderer Name für die Krottenköpfe?

Das 3.te Fenster scheint inzwischen nicht mehr zu existieren.
Hab noch einen Zoom von den Fenstern, aber es scheint sich weiter rechts oben noch was aufgetan zu haben.

Lieben Gruß
Regina
« Letzte Änderung: 07. Okt 2015 - 11:12 Uhr von Bergfex33 »
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Offline eybi

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Re: Bergtour auf die Leilachspitze
« Antwort #6 am: 07. Okt 2015 - 16:28 Uhr »
Hallo Regina!

Die Krottenköpfe wurden früher auch Luchsköpfe genannt. Zusammen mit der Leilachspitze stehen sie auch noch auf meiner Wunschliste. Aber im Gegensatz zur Leilachspitze ist die Besteigung der Luchsköpfe nicht ganz so einfach. Bin gespannt, ob ich die beiden schaffe, oder mich doch nur mit der Leilachspitze begnüge. Werde mir die beiden jedenfalls noch genauer unter die Lupe nehmen...
Lieben Gruß

Jürgen
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Offline Alpenspezi

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Re: Bergtour auf die Leilachspitze
« Antwort #7 am: 07. Okt 2015 - 17:22 Uhr »
Servus Regina,

Mich wunderts, das sich nach uns keiner mehr ins GB eingetragen hat, es kamen auf dem Weg runter, doch noch Einige hoch.

Ich trag mich in Gipfelbücher auch nur ein wenn ich alleine unterwegs bin. Wenn dein Eintrag nicht der letzte gewesen wär hätt ich ihn auch gar nicht gesehen. Ich seh mir die Einträge normalerweise nicht genauer an.

Ich hab versucht nachzuvollziehen, wie Du die Tour gemacht hast, finde aber kein Knoppental.
Meinst Du das vielleicht das Krottental?

Uups, ja klar, natürlich mein ich das Krottental .... wie komm ich bloß auf Knoppental ...  ??? ??? 8)

Und wo in aller Welt sind die Luchsköpfe? Ist das vielleicht ein anderer Name für die Krottenköpfe?

Jürgen hat's ja schon geschrieben. In meiner Jugendzeit warens eben die Luchsköpfe und dabei bleibts ... Baschta!  ;) ;D

Laut Kompasskarte gibts aber sowohl Luchs- als auch Krottenköpfe. Die Luchsköpfe wären dann auf meinem 1. Bild und die wesentlich niedrigeren Krottenköpfe (kurz vor der Krottenkopfscharte) auf Bild 2 zu sehen.

Wenn's jemand besser und definitiv richtig weiß, wär ich um Aufklärung dankbar!

Das 3.te Fenster scheint inzwischen nicht mehr zu existieren.

Das kleine Guckloch existiert schon noch, mein 3. Bild stammt vom letzten Samstag. Alles nur eine Frage der Perspektive ...  ;)

Schöne liebe Grüße,
Manni
« Letzte Änderung: 07. Okt 2015 - 18:26 Uhr von Alpenspezi »
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Offline Kauk

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Re: Bergtour auf die Leilachspitze
« Antwort #8 am: 07. Okt 2015 - 20:01 Uhr »
Laut Kompasskarte gibts aber sowohl Luchs- als auch Krottenköpfe. Die Luchsköpfe wären dann auf meinem 1. Bild und die wesentlich niedrigeren Krottenköpfe (kurz vor der Krottenkopfscharte) auf Bild 2 zu sehen.

Wenn's jemand besser und definitiv richtig weiß, wär ich um Aufklärung dankbar!
Das hat mich auch schon mal beschäftigt und ich kam zu folgender Erkenntnis, die sich dort am Ende der Routenbeschreibung als Anmerkung befindet.
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Offline Alpenspezi

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Re: Bergtour auf die Leilachspitze
« Antwort #9 am: 08. Okt 2015 - 06:17 Uhr »
@Kauk
Danke für den Link und deinen Recherchen bezüglich der Bezeichnungen.

Ich persönlich würde eher zur unterschiedlichen Namensgebung gemäß Kompasskarte tendieren. Halte das auf Grund der doch weiteren räumlichen Trennung für angemessen. Aber die persönliche Meinung zählt hier natürlich nicht, zumindest meine nicht.

Die allgemein gebräuchliche und offiziell verwendete Bezeichnung für alle Felsberge dort ist wohl Krottenköpfe.
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