Bergsport und Corona?

Die Zugspitze über das Reintal  (gelesen 5790 mal)

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Offline FalscherHase

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Re:Die Zugspitze über das Reintal
« Antwort #10 am: 04. Nov 2013 - 18:58 Uhr »
... wobei auch mir ein Denkfehler unterlaufen ist... Es ist ja die Höllentalangerhütte, die neu gebaut wird, nicht die Reintalangerhütte.
Also doch keine so einsame Tour... Egal, früh los...  ;D
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Offline FalscherHase

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Re: Die Zugspitze über das Reintal. Rauf und runter als Tagestour.
« Antwort #11 am: 04. Aug 2016 - 19:47 Uhr »
Kühlschranklisten-Tour! Abgehakt!  :D

2015 bin ich über das Reintal auf die Zugspitze und habe (mit sehr leichtem Gepäck  ;) ) knapp 6 Stunden benötigt. Allerdings war ich damals erst recht spät gestartet und die Knie waren von einer anderen Tour beleidigt, so dass ich mit den Bahnen ins Tal gefahren bin. Aber die Vision, dass rauf und runter als Tagestour möglich ist, hat mich nicht losgelassen.

Bericht Zugspitze


Anstrengende und lange, aber nicht wirklich schwere Wanderung durch das Reintal
Am 3. August machte ich mein Vorhaben wahr, den offiziell längsten Zugang zur Zugspitze an einem Tag zu wandern. Und zwar sowohl rauf als auch runter. In der mir vorliegenden Literatur wird empfohlen, eine oder noch besser zwei Übernachtungen einzuplanen, und um die lange Talpassage zu erleichtern, das Mountainbike bis fast zur Reintalangerhütte einzusetzen (Kompass Wanderbuch „Rund um die Zugspitze, Werdenfelser Land“, 2002. Aktuellere Version online: http://www.kompass.de/tour/detail/100010350-zugspitze/ ). Es kamen 2450 Hm und 44,2 km zusammen. Also ein alpiner Wander-Marathon.

Der Rucksack wurde am Vorabend schon fast fertig gepackt. Schwerer und größer, als wenn ich geplant hätte, mit der Bahn runterzufahren. Die Wettervorhersage prognostizierte einen trockenen Tag, aber nachmittags doch die Möglichkeit für Regen. Kaum Gewitterwahrscheinlichkeit. Um nicht auf den letzten 10 km komplett durchnässt zu sein, hatte ich folglich die komplette Regenmonitur dabei. Einige Riegel, 2 x 750ml Getränk. Stirnlampe für die Partnachklamm. Warme Kleidung für den Notfall und mein übliches Notfallset. Wanderkarte. Sonnenmilch, Schildkappe.
Um 2:30 klingelte der Wecker. Haferflockenfrühstück, etwas zu trinken.
Um 5:45 Start in Partenkirchen, Olympia-Skistadion (725m). 2,50 Euro Parkgebühr für einen Tag.
Zunächst ging’s durch die Partnachklamm. Die Sonne ging zwar nach ½ Stunde auf, aber es war schon hell. In den vielen Tunnels, die man durchschreitet, brauchte ich die Stirnlampe, sonst hätte ich mich am Geländer entlang hangeln müssen. So kam ich flott durch. (Da ist’s ziemlich nass von oben, also ist Geschwindigkeit durchaus von Vorteil.) Dann eine recht weite Strecke über Forstwege. Zwei Gämsen kreuzten den Weg. Später geht’s an der Bockhütte vorbei (nach etwa 7 km Gesamtgehstrecke). Irgendwann kommt der Umschlagplatz für die Reintalangerhütte: Dort steht ein kleiner Stadel, an dem Fahrzeuge geparkt werden, um Material auf schmalspurige Gefährte umzuladen, um sie über die Pfade zur Hütte schaffen zu können.  Dann zur Reintalangerhütte (nach etwa 14 km Gehstrecke). Erst danach wird „richtig“ an Höhe gewonnen. Diese idyllische Hütte liegt auf 1370m, die Zugspitze misst 2962m. Der Anstieg zur Knorrhütte (2051m) ist durchaus schon steil. An einem Wegweiser teilt er sich für das obere Drittel auf in „Felsensteig“ und irgendwas mit „Kar“. Den „Kar“-Weg kannte ich schon und bin diesen gegangen. Da waren deutlich weniger Menschen unterwegs als auf dem Felsensteig. Hier geht es durch viel Geröll nach oben zur Knorrhütte, wo auch der Felsensteig dazutrifft.
Auch an der Knorrhütte füllte ich Wasser nach und investierte ein paar Kalorien. Dann weiter auf das Zugspitzplatt! Schotterige Pfade, ab und zu ein harmloses Schneefeld, mäßig steiles Gelände.
Interessant wurde es vor allem ab Sonn-Alpin (2576m). Dort gibt es die Möglichkeit, mit der Bahn den Gipfel zu erreichen. Bei mir stand jedoch das fiese Geröllfeld an, das steil am Schneefernerhaus vorbei führt.  Über felsiges Areal zieht danach ein versichertes Steiglein bis zum Wettersteingrat, zuletzt über eine Metalltreppe auf die Zugspitzplattform, auf der sich gefühlt 1000 Seilbahntouristen um Stehplätze stritten. Bis dorthin hatte ich inklusive sämtlicher Pausen 6:45 benötigt. Nun bahnte ich mir den Weg zum Gipfelkreuz-Steig für weitere 20 Höhenmeter. Als ich aber sah, wie viele Menschen das Gipfelkreuz besuchen wollen, welches Gedränge herrschte, und wie der Gegenverkehr (nicht) geregelt war, verzichtete ich auf das exklusive Erlebnis, das goldene Kreuz zu umarmen. Also zurück durch das Gedränge und die Metall-Leiter wieder runter. Auf einem Naturfels-Areal (ohne Souvenir-Stand oder Bratwurst) fand ich ein freies Plätzchen, um die wunderbaren Dinge aus dem Rucksack in relativer Ruhe zu genießen.
Der Abstieg war weitgehend identisch zum Aufstieg. Den versicherten Steig runter, am Schneefernerhaus im Geröll „abfahren“, über das Zugspitzplatt zur Knorrhütte. Eine erwähnenswerte Abweichung: Unterhalb der Knorrhütte wählte ich nun den Felsensteig. Gute Entscheidung! Kein Geröll, sondern meist solider Fels. Ein nettes Brünnelein (Veitelbrünnl) am Wege. In der Reintalangerhütte kehrte ich ein. Leider nur „kleine Karte“, so dass es bei Kuchen und Johannisbeer-Schorle blieb (lecker!). Dann auf leichtem Gelände zunächst Pfad, dann den Forstweg zurück zur Klamm, mit Temposteigerung zurück zum Auto, das ich kurz nach 19:00 erreichte.
Unterwegs habe ich viele Wanderer getroffen. Einige habe ich überholt und im Abstieg wieder getroffen. Einen habe ich im Aufstieg mehrmals gesehen, er war in etwa mit gleicher Geschwindigkeit unterwegs wie ich.

Resumée: Diese Bergtour kann man an einem Tag machen. Muss man aber nicht. Worauf ich gerne verzichten kann, ist das Absteigen / Abfahren im Geröllfeld und der Elends-14-km-Haaatsch von der Reintalangerhütte zurück ins Tal. 2015 hatte ich die Tour bereits gemacht, war aber mit der Bahn runtergefahren. (Das hatte allerdings die Nachteile, dass ich warten musste, um in die Gondel zu kommen, die Zahnradbahn - fährt ab Sonn-Alpin - ewig brauchte und ich anschließend mit dem Bus noch lange unterwegs war, um zum Auto zurückzukommen. Außerdem sind Bahnen und Bus knallvoll gewesen. Und teuer.)

« Letzte Änderung: 09. Aug 2017 - 18:34 Uhr von FalscherHase »

Offline FalscherHase

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Re: Die Zugspitze über das Reintal
« Antwort #12 am: 04. Aug 2016 - 19:50 Uhr »
 :)

Offline eybi

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Re: Die Zugspitze über das Reintal
« Antwort #13 am: 05. Aug 2016 - 10:14 Uhr »
Wahnsinns Leistung!!! Und tolle Bilder! Respekt! :bravo
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