Einstein - Überschreitung  (gelesen 9419 mal)

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Offline kalle

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Einstein - Überschreitung
« am: 29. Okt 2006 - 11:29 Uhr »
wieder einmal führte mich der weg auf den einstein, diesmal allerdings zusammen mit nadja. vom tannheimer ortsteil berg aus startend über weideflächen und durch wald empor zu einer steilen grasflanke, die über viele kehren bis an den grat heranleitet. nach links in einigen minuten über teils gestufte felsplatten (können bei nässe rutschig sein!) hinauf zum gipfelkreuz.

am gipfel begrüßt gleich stürmischer wind und nach einer kurzen rast und einer umfassenden gipfelschau verlassen wir den gipfel wieder. ich habe für heute noch weitere pläne und nadja erklärt sich bereit, allein wieder abzusteigen und mich dann später an anderer stelle wieder aufzulesen. ich möchte den ostgrat in richtung rappenschrofen hinaus wandern und dann über die nordflanke zur einsteinhütte und im weiteren verlauf zur alten grenzstation in der enge absteigen.

gesagt, getan... über den teils ausgesetzten grat marschiere ich in östliche richtung und komme gut voran, einzig der oft recht kräftig kalte wind lässt einem hin und wieder einen schauer über den rücken laufen. der gratmarsch selbst ist für einen erfahrenen bergwanderer dann allerdings problemlos zu meistern. schon von der höhe des grates lässt sich tief unten im almkessel eine gasse durch die latschen ausmachen, es empfiehlt sich, diese gasse genau einzuprägen, um später ohne probleme zur einsteinhütte hinunuter zu gelangen.

bald läuft der grat sanft aus und man steht in einem mini-hochtal, das nur wenige hundert meter länge aufweist. vom grat aus wendet man sich dann nach links und an der tiefsten einsenkung des mini-tals steigt man über eine uralte furt in westliche richtung ab. am besten ist es, dieser furt durch den ganzen hang zu folgen, an manchen stellen verliert sich der pfad etwas, um sich ein paar meter weiter wieder fortzusetzen. bei nässe kann es hier durchaus recht rutschig werden und gutes schuhwerk gehört hier zur standardausrüstung.

bald gelangt man an eine schotterrinne, ab hier dann nicht mehr weiter absteigen, sondern waagrecht die höhe beibehalten um die latschengasse zu treffen. durch die gasse dann in eine bewaldete einsattelung und jenseits der geländekante in den weidelatz hinunter. hier trifft man nun auch wieder auf den von der einsteinhütte heraufleitenden steig. diesem folge ich bis hinunter zur hütte und weiter durch einen mischwald, bis dieser auf den aus der enge heraufleitenden forstweg trifft. über diesen zunächst hinab und die nächste abkürzung über einen steig nützend hinunter zum parkplatz an der alten grenzstation.

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bild 1: nadja am aufstieg über den wiesenlatz

bild 2: blick vom gipfel auf den weiteren gratverlauf in richtung rappenschrofen
« Letzte Änderung: 29. Okt 2006 - 12:01 Uhr von kalle »
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Offline kalle

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Re: Einstein - Überschreitung
« Antwort #1 am: 29. Okt 2006 - 11:31 Uhr »
bild 3: nadja trägt uns ins gipfelbuch ein, im hintergrund die allgäuer alpen

bild 4: ein felsenfenster am gratverlauf
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Offline kalle

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Re: Einstein - Überschreitung
« Antwort #2 am: 29. Okt 2006 - 11:36 Uhr »
bild 5: blick vom letzten gratkopf zurück zum gipfel des einsteins (lt. AV-Führer Lachenkopf, Pkt. 1710)

bild 6: sanft läuft der grat aus, links davon das mini-hochtal
« Letzte Änderung: 23. Dez 2014 - 10:46 Uhr von kalle »
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Offline kalle

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Re: Einstein - Überschreitung
« Antwort #3 am: 29. Okt 2006 - 11:38 Uhr »
bild 7: am abstieg über die alte furt, ausblick auf den gipfel des aggensteins

bild 8: die einsteinhütte mit dem nordwestlich auslaufenden gipfelgrat
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Offline horst

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Re: Einstein - Überschreitung
« Antwort #4 am: 26. Nov 2006 - 15:10 Uhr »
Hallo kalle,
  sehr schöne Bilder und sehr gute Tour. An eine Überschreitung des
Einstein habe ich noch nicht gedacht und du hast mich nun auf einen
guten Gedanken gebracht. Die Tour werde ich auch machen.Vielleicht
mit anschließender Überschreitung des Rappenschrofens, auf dem ich noch
nicht war. Bin ja jetzt meistens vom Lechtal in den westlichenAllgäuern unterwegs, aber man kann auch mal kurz in die Tannheimer fahren, denn da ist es auch immer wieder schön.

Gruß Horst
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Offline kalle

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Einstein zu Weihnachten
« Antwort #5 am: 25. Dez 2006 - 11:11 Uhr »
die tour (nur normalweg - nicht die überschreitung) ist nach wie vor noch gut zu machen (24.12.06). nur wenige stellen sind etwas vereist, können aber tadellos umgangen oder mit vorsicht passiert werden  :-L)

gruß
kalle
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Offline kalle

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Re: Einstein - über Rappenschrofen
« Antwort #6 am: 21. Sep 2015 - 21:10 Uhr »
Zur Ergänzung möchte ich hier noch die lange Version der "Einstein-Überschreitung" hinzufügen:

Vom Parkplatz der Bad-Kissinger-Hütte auf der Verbindungsstraße in Richtung Engetal-Pfronten, vor bis zum Weiderost bei dem Bauernhof "Schrofenbauer". Unmittelbar hinter dem Rost führt ein Forstweg an den Ostrücken des Rappenschrofens heran. Bei einem alten Zaun über die anfangs steile und schrofige Flanke auf kleinen Wildwechseln hinauf und später stets an der Abbruchkante entlang auf den sich nun zunehmend abflachenden Rappenschrofen (1551m) zusteuernd. Es gibt auf dem muldenreichen, weitläufigen Plateau keinerlei (erkennbaren) Pfad oder Steig. Darum empfiehlt es sich, stets auf oder in der Nähe der höchstgelegenen Geländeform zu bleiben.

An der Kante zum Sattel hin führen einige steilere Grasrinnen hinab. Halt geben zusätzlich die zahlreichen Latschen und die Schrofentritte. Schnell ist man über die Passage hinabgeklettert (I-) und erreicht den Sattel, von welchem recht versteckt gegen Süden ein kleiner Pfad in einer Schleife durch einen Wiesenlatz hinab zieht. Aber zunächst geht es weiter gen Westen, durch Schrofen und mit kleinen Bäumen bestandenen Wiesenhängen hinauf zum sich weiter oben wieder zuschnürenden Grat, in manchen Quellen als Lachenköpfle bezeichneten Kotierungspunkt 1710.

Dort an einem links der Gratschneide hochziehenden Band (I-) auf den schmalen, bröseligen Rücken hinauf und über teils luftiges, aber leicht gangbares Terrain über Stufen und kleine Erhebungen zu dem von der Einsteinhütte heraufleitenden Steig und in Folge bald zum Gipfel des Einsteins.

Der Retourweg folgt bis in den Sattel zwischen Rappenschrofen und dem Höhenpunkt im Gratverlauf (1.710) der Aufstiegsstrecke. Von dort dann über den weiter oben erwähnten, eher schlecht erkennbaren Pfad durch den Wiesenlatz hinab in die (offenbar einzige) Lücke zwischen den steil abfallenden Schrofenbändern. Orientierungsinn ist hier ein Muss! Ist man aber erstmal unten angelangt, leitet ein Ziehweg gemütlich gegen Südwesten hin zu einem breiten Fahrweg. Der führt zum Tannheimer Ortsteil Berg, von wo man im Anschluss über den Höhenweg nach Grän (Enge) zurück spaziert.

Fazit: stellenweise anspruchsvoll, was die Orientierung betrifft. Ansonsten eine nette Bergtour, garniert mit ein paar spannenden Einlagen und einer schönen Aussicht
« Letzte Änderung: 21. Sep 2015 - 22:03 Uhr von kalle »

Offline andy84

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Re: Einstein - Überschreitung
« Antwort #7 am: 21. Sep 2015 - 21:50 Uhr »
Der Einstein Ostgrat macht immer wieder Spass. Im Norden gibt es noch den kleinen und wenig beachteten Mittelberg, auf den ein netter kurzer luftiger Grat hinaufführt.
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Offline andy84

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Mittelberg (1547m)
« Antwort #8 am: 22. Sep 2015 - 14:12 Uhr »
Der kleine Mittelberg im Schatten des Einsteins hat noch keinen Eintrag hier im Forum, deswegen mal kurz ein paar Infos.

Vom Nordanstieg zum Einstein gelangt man einfach zum kurzen Westgrat des Mittelbergs.
Dieser ist am Anfang noch wenig ausgeprägt, schnürt sich doch recht schnell schön eng zusammen, was den kurzen Anstieg recht interessant macht. Gut ausgesetzt geht es schnell in leichter Kletterei an den kleinen Gipfelkörper des Mittelbergs, welcher über eine gut 4 Meter hohe Steilstufe im II-Grat erklommen wird. Dabei sollte man sehr genau auf seine Schritte und Griffe achten, der schmale Grat ist äußerst brüchig und ausgesetzt, daher T5.
Auf dem Gipfelchen befindet sich ein kleines Steinmandl.

Offline Christo Hutschel

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Re: Einstein - Überschreitung
« Antwort #9 am: 29. Dez 2015 - 12:25 Uhr »

Kurz, steil und sonnig. So könnte man die Bergtour auf den Hausberg von Tannheim beschreiben. Der Aufstieg über die Südseite des Einsteins stellt keine unlösbaren Probleme an den Wanderer. Lediglich auf dem Gipfelgrat muss hin und wieder auch mal eine Hand zur Hilfe genommen werden. Dies Aussicht ist prächtig, der Wanderweg ist insgesamt sehr abwechslungsreich. Hier mein kleines Video dazu. Man kann gut den Schwierigkeitsgrat sehen und einschätzen.
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