Bergsport und Corona?

Galtbergspitze N-Grat 2.0  (gelesen 2206 mal)

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DavidXXXX

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Galtbergspitze N-Grat 2.0
« am: 23. Jun 2011 - 16:30 Uhr »
Schon im November letzten Jahres hab ich den Nordgrat der Galtbergspitze versucht, scheiterte aber an einem nassen Kamin (siehe hier: http://www.alpic.net/forum/index.php/topic,2919.0.html). Letzten Dienstag startete ich, diesmal mit meinem Bruder, einen neuen Versuch.

Wir gingen um 5Uhr in Anrauth los und stiegen über Hönig und vordere Suwaldspitze zur Steinmandlspitze auf. Von dort erreicht man in wenigen Minuten den felsigen Nordgrat der Galtbergspitze. Nun auf dem Grat, oder leicht rechts in die Westflanke ausweichend, weiter über ein paar kleine Türmchen. Der zweite etwas größere Turm wird auf der linken Seite ausgesetzt erklettert und überschritten. Nach geraumer Zeit erreicht man den ersten größeren Aufschwung an dem ich im November gescheitert bin, doch diesen konnte man jetzt relativ problemlos durch die Westflanke umgehen. Letztes Jahr lag dort Schnee und es sah ziemlich ungangbar aus, doch jetzt war das kein Problem. Doch nach der Umgehung dieses Aufschwungs tat sich ein noch viel größeres Problem auf: der Gipfelaufbau, eine zwischen 25 und 50m hohe, mehr oder weniger senkrechte Wand. Wir standen nur davor und dachten „das war´s“. Es gab zwei oder drei infrage kommende Linien die uns als einigermaßen machbar erschienen, ich hatte aber zur Absicherung nur 3 Cams, nen Keil und 2 Schlingen dabei, was mir einfach zu wenig war. So umgingen wir den Gipfelaufbau in einem weiten Bogen in die Westflanke und stiegen durch eine steile, mit Altschnee gefüllte Rinne auf (ohne den Schnee wäre die Rinne sehr mühsam, wenn nicht gar unmöglich gewesen). Am Ende der Rinne steigt man noch einige Meter nach links über steile Schrofen empor und erreicht so schließlich den Gipfel. Am Gipfel gibt es nichts außer einem kleinen Steinmann. Wahrscheinlich wird der Gipfel nur ein paarmal im Jahr besucht, denn auch der Abstieg war nicht ohne. Man folgt zunächst dem Grat bis zum leicht begrünten Nachbargipfel, von dem man über einen bis auf 2100m hinab reichenden begrünten Sporn absteigt. Den einzigen Hinweis darauf dass hier schon Menschen waren gab ein Bonbonpapier das wir gefunden haben. Am Ende des Sporns kann man in ein paar 100 Metern Entfernung Pfadspuren erkennen. Diesen sind wir, nach einer ausgiebigen Rast, gefolgt und kamen schließlich auf einen Wanderweg, dem wir an der Galtberghütte vorbei ins Bichlbächler Jöchle und von dort runter nach Bichlbächle/Kleinstockach folgten, wo unsere Tour endete.

Insgesamt war es eine sehr schöne, fordernde und lohende Tour, auf der wir keiner Menschenseele begegnet sind. Die Schwierigkeiten liegen nicht unbedingt im Klettertechnischen Bereich (max. II), sondern mehr in der Wegfindung und im Gehen im Weglosen Gelände (auch war die Tour mit über 13h und rund 1700Hm im Auf- und Abstieg recht lang).

Gruß David
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DavidXXXX

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Re: Galtbergspitze N-Grat 2.0
« Antwort #1 am: 23. Jun 2011 - 16:34 Uhr »
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« Letzte Änderung: 12. Okt 2017 - 11:24 Uhr von kalle »
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Offline FalscherHase

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Re: Galtbergspitze N-Grat 2.0
« Antwort #2 am: 23. Jun 2011 - 16:52 Uhr »
super...!!
Gruß Sigrun
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Offline Grimpeur

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 685
Re: Galtbergspitze N-Grat 2.0
« Antwort #3 am: 23. Jun 2011 - 19:59 Uhr »
endlich mal wieder eine etwas andere Tour als das normal hier eingestellte  :bravo :-L)

Das nächste mal bin ich wieder mit von der Partie kann die Routen lesen  ;D

Gruß
Grimpeur  8)
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