Gewaltiger Felssturz am Hochvogel  (gelesen 32166 mal)

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Offline oliver

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Re: Gewaltiger Felssturz am Hochvogel
« Antwort #10 am: 15. Jun 2007 - 06:53 Uhr »
@die_grenzgänger

wirklich tolle aufnahmen...ein dokumentiertes stück zeitgeschichte  :-L)

unglaublich, wenn man so etwas live miterleben kann - zumindest aus der ferne und nicht mittendrin  ;)

gruß oliver

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Offline Kristian

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Re: Gewaltiger Felssturz am Hochvogel
« Antwort #11 am: 15. Jun 2007 - 12:26 Uhr »
Ich befürchte da wird´s irngendwann noch mehr Scheppern.

Der gesamte Gipfelbau wird von einem Riß durchzogen, der jedes Jahr breiter wird.

Als wir 2005 das neue Kreuz aufgestellt haben, mussten wir den Sockel aus den 70ger Jahren zusätzlich befestigen, da er inzwischen am Rand der Felsspalte Stand.

Ältere Kollegen, die schon bei der Kreuzaufstellung  (glaube um 1973 ) dabei waren, erzählten, dass  sie den Sockel  in der Mitte des weitgehend flachen Gipfelplateau erreichtet hatten. :o

Der Spalt  läßt sich weit hinab Richtung Schwarzwasser  und Jochbach verfolgen.

Wenn das auf einmal kommt. dann gute Nacht Hinterhornbach  ??? :'(
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Offline Max

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Re: Gewaltiger Felssturz am Hochvogel
« Antwort #12 am: 16. Jun 2007 - 14:54 Uhr »
Super Bilder! Solche Aufnahmen macht man nicht alle Tage! Sehr eindrucksvoll!

@ Kristian, welchen Riß meinst du genau? Den, der ein paar Zentimeter südlich des Gipfelkreuzes auf einer Breite von 7 Meter den Gipfel durchzieht. Den gibt es aber doch schon länger. Mir sind letztes Jahr im Dezember eigentlich nur die kleinen Risse direkt im Sockel aufgefallen, die du ja schon bildhaft hier gepostet hast.

Das Hinterhornbach was abbekommt glaube ich nicht. Alle Felsstürze der Süd- bzw. Südwestflanke finden ihr Ende im Weittal bzw. im unter dem Rosskar gelegenen Wintertal. Felsabgänge im Südosten nehmen die breite Schlucht (Stützbachtal) und laufen somit auch an Hinterhornbach vorbei. Natürlich besteht auch ein Restrisiko, dass doch einmal eine Steinlawine den Weg ins Dorf findet...

Gruß, Max

Gruß, Max
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Offline kalle

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Re: Gewaltiger Felssturz am Hochvogel
« Antwort #13 am: 16. Jun 2007 - 16:36 Uhr »
Das Hinterhornbach was abbekommt glaube ich nicht. Alle Felsstürze der Süd- bzw. Südwestflanke finden ihr Ende im Weittal bzw. im unter dem Rosskar gelegenen Wintertal. Felsabgänge im Südosten nehmen die breite Schlucht (Stützbachtal) und laufen somit auch an Hinterhornbach vorbei. Natürlich besteht auch ein Restrisiko, dass doch einmal eine Steinlawine den Weg ins Dorf findet...

Gruß, Max

Eine direkte Bedrohung für Hinterhornbach gibt es geografisch nach meiner Auffassung auch nicht. Die Schuttmassen würden weit von Hinterhornbach entfernt heruntergehen. Problematisch wäre nur, wenn sich der Jochbach dadurch stauen würde  :-\
 
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Offline Lampi

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Re: Gewaltiger Felssturz am Hochvogel
« Antwort #14 am: 20. Jun 2007 - 14:20 Uhr »
Überlebender ... der 2007 angekündigten Klimakatastrophe
:down:
wobei es gerade in diesem Thread um die (wärmebdingte) Auflösung dessen geht, was die Berge in ihrem Innersten zusammenhält: das Eis.
Es wäre ja nicht das erste Ereignis dieser Art gewesen.
« Letzte Änderung: 20. Jun 2007 - 14:27 Uhr von Lampi »
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Offline Kristian

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Re: Gewaltiger Felssturz am Hochvogel
« Antwort #15 am: 22. Jun 2007 - 14:11 Uhr »
Zitat
Eine direkte Bedrohung für Hinterhornbach gibt es geografisch nach meiner Auffassung auch nicht. Die Schuttmassen würden weit von Hinterhornbach entfernt heruntergehen. Problematisch wäre nur, wenn sich der Jochbach dadurch stauen würde

Das sehe ich anders. Ich halte eine unmittelbare Bedrohung für möglich, wenn auch sehr UNWAHRSCHEINLICH.


Man beachte einige Bergstürze in der Vergangenheit. Neben der Felsbeschaffenheit (abgleitende Plattentafel - Gartnerwand) Monte Toc, Alleghe, langsamer Geröllrutsch wie in Hinterstein usw.

Es kann schon beänstigend sein, wenn man sich inzwischen teils wieder bewachsenen Kieshäufen im Val Vajont ansieht und betrachtet von welchem vergleichseise niedrigem Berg das damals  1963 abgegangen ist.

Auch an der Gartnerwand ist wohl mal eine riesige Plattentafel abgeglitten und hat die Landschaft des Fernpass geformt.

Am Hochvogel handelt es sich allerdings brüchigen Hauptdolomit. Daher ist anzunehmen das dieser stark überhöhte und sich entgegen der allgemeinen Richtung bewegende Berg in kleinen Raten in sich zusammenfällt.
Eine Katastrophe halte ich dennoch für möglich.
Jedoch gehört zum Leben auch das Akzeptieren einens abstrakten, möglichen aber unwahrscheinlichen Risikos.


Zitat
Kristian, welchen Riß meinst du genau? Den, der ein paar Zentimeter südlich des Gipfelkreuzes auf einer Breite von 7 Meter den Gipfel durchzieht. Den gibt es aber doch schon länger. Mir sind letztes Jahr im Dezember eigentlich nur die kleinen Risse direkt im Sockel aufgefallen, die du ja schon bildhaft hier gepostet hast.

habe ich die Bilder schon mal gepostet? Den Riß gibt es schon länger, jedoch war der schmäler und weniger tief. Der Kreuzsockel stand jedenfalls, wenn man den "Alten" glauben schenkt, 1973 nicht an der Abbruchkante.

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Offline Kristian

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Re: Gewaltiger Felssturz am Hochvogel
« Antwort #16 am: 22. Jun 2007 - 14:47 Uhr »
Zitat
Überlebender ... der 2007 angekündigten Klimakatastrophe

wobei es gerade in diesem Thread um die (wärmebdingte) Auflösung dessen geht, was die Berge in ihrem Innersten zusammenhält: das Eis.
Es wäre ja nicht das erste Ereignis dieser Art gewesen.

Wenn du  die Ursache von diesen eindrucksvollen und doch eher kleinen Bergsturz in der angeblichen von Menschen gemachten Klimakatastrophe siehst, outest du dich zum Nachplapperer des Mainstreams auf "Bildniveau"

Sagen wir  es mal objektiv: Ich kann keinen Zusammenhang zwischen der Klimaänderung, deren Ursachen noch nicht geklärt sind, und dem Bergsturz am Hochvogel erkennen.

1936 gab es in dieser Wand einen größeren Bergsturz. @ Lampi:  Wusstest du davon?
Was war da wohl die Ursache? Die Klimakatastrophe gabs noch nicht, der Vorfall passte nicht in den Zeitgeist der vom Menschen beherrschten Welt und selbst dem dümmsten "Braunen" konnte man dafür keinen schuldigen "Linken" oder "Nichtarier" verkaufen.

Der Bergsturz bei Alleghe passierte im 18 JH. also zum Höhepunkt der "kleinen Eiszeit"


Mit der angeblichen Klimakatastrophe stellt sich ein Zustand ein, der über Jahrhunderte im Alpenraum normal war.

Was denkst du, wie die Walser von Zermat mit Hausrat und Vieh nach Gressoney, Alagna, Macugna gekommen sind.

Über den Theodulgletscher? über den Findelengletscher?

Nein, dieses Gletscher gab es im ausgehenden Mittelalter gar nicht.

Die Kaiserjäger haben im Gletscher des Cevedales Kiefernholz gefunden, wie es heute 1000 m tiefer bei der Zufallhütte wächst.

Als ich gerade lesen gelernt habe, stand in der "Blödzeitung" ein Bericht über die neue Eiszeit. Wegen ein -zwei kühler nasser Sommer.
An eine Fotomontage mit einer Gletscherzunge vor München kann ich mich noch erinnern.
Aber auch in seriösen Medien war die drohende neue Eiszeit ein Thema.

80ger Jahre. Wir schrieben Aufsätze über das Waldsterben in der Schule.
Namhafte Wissenschaftler zeichneten düstere Bilder über baumfreie Alpen, tote Bäume usw.
Nach diesen Szenarien dürfte es heute gar keinen Wald mehr bei uns geben.

aber:
http://www.landschaftswandel.com/index.php?type=2

Und heute versucht man mit großem Erfolg die Mär von der menschengemachten Klimakatastrophe unters Volk zu bringen.

Selbst namhafte Organisationen verschweigen einfach historisch belegte Tatsachen, vom Weinbau im Allgäu, Getreiteanbau auf der Zermatter Riffelalpe, Veihweiden am Theodulpass, Malaria im Bozner Unterland usw.

Warum.. weils einfach nicht in aktuelle Dogma passt.






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Offline Max

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Re: Gewaltiger Felssturz am Hochvogel
« Antwort #17 am: 22. Jun 2007 - 15:27 Uhr »
habe ich die Bilder schon mal gepostet? Den Riß gibt es schon länger, jedoch war der schmäler und weniger tief. Der Kreuzsockel stand jedenfalls, wenn man den "Alten" glauben schenkt, 1973 nicht an der Abbruchkante.

Jep, Kristian, die Bilder hast du schon mal gepostet, im Hochvogel-Beitrag im Dezember 06. Wäre schon bedenklich, wenn die "Alten" mit dieser Äußerung recht hätten: Zwischen Kreuz und der Abbruchkante ist mittlerweile eine Kluft von gut 1 Meter Breite entstanden. Früher oder später geht das ins Weittal ab und wehe dem, der gerade vergnügt die Rinne zum Gipfel empor stapft  :-X

Gruß, Max
« Letzte Änderung: 22. Jun 2007 - 17:40 Uhr von Max »
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Offline horst

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Re: Gewaltiger Felssturz am Hochvogel
« Antwort #18 am: 22. Jun 2007 - 15:49 Uhr »
@Kristian

Tatsachen sind:
1.die Gletscher befinden sich seit einigen Jahrzehnten im Rückzug
2.der CO2-Gehalt der Luft steigt ständig
3.die mittleren Jahrestemperaturen steigen ebenfalls
4.die polarnahen Gletscher verlieren ständig erheblich
   an ihrer Substanz

Weitere Beispiele von Auswirkungen durch Temperaturerhöhung
auf das Klima wären hier noch anzufügen(event.vermehrt auftretende
Stürme, Verlagerungen der Klimazonen, Ausbreitungen der Wüsten etc.)

Ich persönlich wäre vorsichtig mit Urteilen oder Verurteilungen:
wir beobachten seit Jahrzehnten einen Klimawandel, der in
Richtung erhöhter Temperatur geht. Ich glaube, das ist eine
feststehende Tatsache und durch nichts zu leugnen-ich meine,
das wissen wir alle. Falsch ist es meiner Meinung nach, jetzt von
einer Klimakatastrophe zu sprechen-man sollte viel mehr von einem
Klimawandel sprechen, wie das in seriösem(klimatologischen,
wissenschaftlichen)Rahmen getan wird.Jetzt schon von einer
"hausgemachten" Klimakatastrophe zu sprechen ist sicher verfrüht-
so meine Meinung; und damit gebe ich dir recht.Es können auch
andere Ursachen sein-z.B. kann es sein, daß auch die Sonnenein-
strahlung zugenommen hat:kürzlich habe ich in der Fernsehsendung
von Herrn Joachim Bublath von etwas derartigem gehört, aber genaueres darüber noch nicht in Erfahrung gebracht(übrigens war das eine höchstinteressante Sendung dbz.). Die Ursachen können also auch aus natürlichen Quellen kommen in der der "anthropologische" Faktor nur ein kleines, vielleicht verschwindend kleines Mosaiksteinchen bedeutet. Vielleicht bewegen wir uns auf eine natürlichen Abfolgen gehorchenden Warmzeit oder Höhepunkt einer Zwischeneiszeit zu. Des Menschen Mittel
greifen viel zu kurz, um Beweise für die eine oder andere Ursache auf
die Schnelle zu finden:daher sind Pauschalurteile unangebracht. Wir
sollten es den Klimatologen und anderen Wissenschaftlern, die auf
diesem Gebiete Experten sind,überlassen über die Ursachen des Klimawandels das nötige Beweismaterial zu finden. Diese Herren werden sich noch genug über die"wahren"Ursachen streiten. Diese Diskussionen sollten wir aufmerksam verfolgen und studieren(es werden da z.B. Luftproben aus altem Gletschereis entnommen etc.). In welchem Umfang der Mensch an diesem Klimawandel mitbeteiligt ist, muß dem Urteil von
Fachwissenschaftlern überlassen bleiben-das ist meine Meinung.
Ob deren Urteil aber letzten Endes wirklich stimmt, kann nur die
Zeit erweisen-eine Zeit, die über unser armseliges,kurzes Dasein
weit hinausgreift.

Gruß Horst

« Letzte Änderung: 22. Jun 2007 - 19:18 Uhr von horst »
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Offline Kristian

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Re: Gewaltiger Felssturz am Hochvogel
« Antwort #19 am: 23. Jun 2007 - 13:19 Uhr »
@ Horst,

danke für deinen guten Beitrag. :-L)

Zitat
Tatsachen sind:
1.die Gletscher befinden sich seit einigen Jahrzehnten im Rückzug
2.der CO2-Gehalt der Luft steigt ständig
3.die mittleren Jahrestemperaturen steigen ebenfalls
4.die polarnahen Gletscher verlieren ständig erheblich
   an ihrer Substanz

Das ist auch das  Letzte was ich leugnen würde, gerade da ich im Alpenraum  zu Hause bin und mich viel mit der "Materie" Schnee beschäftige.

Veränderungen sind unübersehbar!

Nur leugne ich die Existens einer Klimakatastrophe.

Derzeit stellt sich in bezug auf  die Vergletscherung in den Alpen nur ein Zustand  ein, der vom Altertum bis ins späte Mittelalter schon so war.


Das ein Klimawandel nicht ohne  Verlust von Lebensräumen und Biotopen  vonstatten geht, ist irgendwie logisch.
Andere werden hingehen neu entstehen.

Meiner Ansicht nach, ist das Thema derartig komplex, dass selbst die besten Computermodelle und renomierstensten  Wissenschaftler zwangsläufig falsch rechnen, da ihnen nicht alle Faktoren  für die nötige Gleichungen bekannt sind.

Ebenso schätze ich den Einfluss des Menschen  auf solch globale Vorgänge  eher gering ein.


Wären die Szenarien aus  meiner Grundschulzeit wie von Wissenschaft und Medien angekündigt, eingetreten, so würden die Alpengletscher nun langsam aber sicher auf München vorrücken.

Das ist genau so wenig eingetreten, wie die Ankündigung Waldsterben die uns baumfreie Alpen und Mittelgerbirge vorhergesagt hat.

Warum soll gerade an der Klimakatastrophe mehr dran sein, als an diesen nicht eingetretenen Szenarien?

Ich für mich akzeptiere das Klima als Teil einer sich ständig wandelnden Natur und passe mich als Bergsteiger mit den Wahl meiner Ziele den aktuellen Verhältnissen an.

Zurück zum Hochvogel:

Ein Zusammenhang  mit der Erwärmung  wäre nur erkennbar, wenn es dort Permafrostboden geben würde.

Dies ist aber in der sonnigen Südwestwand  sogut wie ausgeschlossen.

Permafrostboden gibt es in den Allgäuer Alpen an schattigen, im Winter abgewehten Stellen, meist im Sektor NW.
Typisch dafür ist "schlammiges, feuchtes Geröll, Wasseraustritt an der Oberläche, wellige Bodenstruktur und flachwurzelnde  Graspolster. Wasseraustritt an der Oberläche
So im Balkenkar, am NW Rücken des Bschießers, am Schänzle.






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