Hochwanner (2085 m), Ammergauer Alpen  (gelesen 3288 mal)

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Hochwanner (2085 m), Ammergauer Alpen
« am: 21. Okt 2008 - 19:30 Uhr »
Bestes Wetter, aber Schnee in höheren Lagen: also ab in die Ammergauer ! Mein Ziel am Sonntag war der Hochwanner (2085 m).

Startpunkt für diese Tour ist ein kleiner Parkplatz an der Straße Ehrwald-Garmisch, ca. 1,5 km nach der Bahnunterführung, direkt an einer Brücke über die Loisach.
Zuerst folge ich dem Weg Richtung Daniel. Auf einem Fahrweg geht´s kurz nach Süden, und nach einer Kehre steiler nach Norden. Erste eindrucksvolle Nahblicke zur gegenüber liegenden Zugspitze tun sich hier schon auf. Nach einer weiteren Kehre führt der Weg jetzt flacher hinein ins Häselgehrbach-Tal, vorbei an der Alpe und hinauf Richtung Althüttenboden. Dort verlasse ich den Fahrweg nach links und erreiche einen schönen, locker bewaldeten Rücken in bester Herbst-Stimmung: gelb verfärbte Lärchen, bunte Blätter, blauer Himmel und im Ehrwalder Talkessel kämpfen die Sonnenstrahlen gegen den Morgennebel. Weiter führt der Weg ins Meirtl-Kar und über einen Hang hinauf ins Meirtl-Joch. Bis hierher ist die Route identisch mit dem Weg zum Daniel.

Der Anstieg zum Hochwanner biegt jetzt aber rechts nach Norden ab. Er verläuft immer entlang des Südrückens, wobei der erste Felsturm auf einer schwachen Trittspur links, und zwei Grathöcker nach dem grasigen Mittelstück rechts umgangen werden. Und schon ist der Gipfel erreicht !
Am höchsten Punkt gibt es aber kein Kreuz, sondern eine einfache Stange mit seitlich montierter Kassette für das Gipfelbuch. Toller Rundum-Blick: Zugspitze, Upsspitze und Daniel dominieren die Szene. Eindrucksvoll aber auch der Tiefblick ins Hebertal.

Die Verhältnisse passen, deshalb entscheide ich mich für die Überschreitung: kurz den Nordrücken hinab, sobald möglich rechts ab in die Flanke und durch Latschengassen hinunter zum Tormetzanger. Von dort quere ich auf einem nur schwach sichtbaren Steig hinüber zum Tormetzangerkreuz. Beim steilen Abstieg zur Liegerlehütte, ins Klausental und weiter zum Beckenloamboden ist der Steig manchmal nur schwach sichtbar, also Augen offen halten ! Kurz hinterm Beckenloamboden erreiche ich rasch wieder den Aufstiegsweg. Bei sommerlichen Temperaturen und mit Blick auf das Zugspitzmassiv bringt er mich über den Fahrweg zurück zum Parkplatz.

Fazit:
Eine schöne und lohnende Rundtour, die in weiten Teilen im weglosen Gelände bzw. auf nicht markierten Steig(spur)en verläuft. Technische Schwierigkeiten am Südrücken und Nordrücken: I-II. Außerdem sind natürlich Trittsicherheit und gutes Orientierungsvermögen gefordert.

Zahlen zur Tour:
Gesamtdauer: ca. 6 Stunden
Höhenunterschied: ca. 1.100 Hm

Bilder zur Tour:


Bild 1: Morgennebel im Loisachtal
Bild 2: Herbststimmung beim Aufstieg ins Meirtl

« Letzte Änderung: 03. Nov 2015 - 18:16 Uhr von kalle »
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Offline Graddler

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Re: Hochwanner (2085 m), Ammergauer Alpen
« Antwort #1 am: 21. Okt 2008 - 19:32 Uhr »

Bild 3: Hochwanner - Südrücken
Bild 4: Blick zum Büchsental-Joch

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Offline Graddler

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Re: Hochwanner (2085 m), Ammergauer Alpen
« Antwort #2 am: 21. Okt 2008 - 19:33 Uhr »

Bild 5: Zugspitzmassiv
Bild 6: Wasserfall (Häselgehrbach)

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Offline kalle

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Re: Hochwanner (2085 m), Ammergauer Alpen
« Antwort #3 am: 03. Nov 2015 - 18:38 Uhr »
War unlängst auch in dem Gebiet unterwegs. Schöne Ecke dort und vor allem schön ruhig  :-L)
Beim Abstieg vom Rauhen Kopf über das Tormetzangerkreuz bin ich auch bei der Liegerlehütte vorbei gekommen und habe deren bedauerlichen Zustand festgestellt.
Im Talgrund des Klausbaches wurde aber ein neuer Nachfolgerbau errichtet, vermutlich geräumiger und komfortabler als das alte Hüttlein weiter oben. Trotzdem finde ich es schade, dass das alte Gebäude dem Verfall preisgegeben wurde.

Offline Alpenspezi

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Re: Hochwanner (2085 m), Ammergauer Alpen
« Antwort #4 am: 11. Jun 2017 - 17:54 Uhr »
Bin heute auch übers Meirtljoch zum Hochwanner mit Abstieg über Rauhen Kopf und Tormetzangerkreuz.
Eine wirklich herrlich einsame Gegend und landschaftlich großartig. Mein Gipfelbucheintrag war der 4. in diesem Jahr. Auf irgendeiner Seite fand ich mal die Aussage, dass auf dem benachbarten Daniel pro Tag mehr Leute oben sind als auf dem Hochwanner das ganze Jahr. Das triffts wohl auch. Das Gipfelponarama ist, trotz des Danielkamms im Süden, enorm. Das hätte ich so nicht erwartet.

Sparen könnte man sich den Aufstieg zum Rauhen Kopf. Man kommt zwar gut hoch, es ziehen sich bis zum Gipfel teils ausgeschnittene Latschengassen und Gamswechsel, aber die Aussicht von oben gestaltet sich schwierig. Man muss schon auf die Latschen steigen um über selbige drüberzusehen  ;) .

Etwas schwieriger als erwartet fand ich den weiteren Abstieg. Während der Weg vom Tormetzanger zum Tormetzangerkreuz frisch ausgeschnitten war, gestaltete sich die Wegfindung ab dem Kreuz bis zum Beckenloamboden stellenweise schwierig.
« Letzte Änderung: 11. Jun 2017 - 19:27 Uhr von Alpenspezi »

 





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