B179 - Fahrverbote Winter 2019/20 || Spammer und Softwarefehler

Imster Höhenweg  (gelesen 17620 mal)

0 User und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline kalle

  • Administrator
  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 4.939
Imster Höhenweg
« am: 22. Jul 2007 - 22:23 Uhr »
Laggers - Ödkarlekopf - Pleiskopf - Hinteres Alpjoch - Muttekopfhütte - Untermarkter Alm


Von Hoch-Imst auf kleinem Steig vom Nordparkplatz aus in westliche Richtung zu dem von der Rosengartenschlucht heraufführenden Steig Nr. 622. Vorerst in gemäßigter Steigung durch einen schönen Kiefernwald, bald aber schwingt sich das Gelände spürbar auf und führt durch Steilwald zur Rotwand empor. Die Rotwand ist eine steile, schrofendurchsetzte Grasflanke. Oberhalb dieses Geländeabschnittes dann durch Latschengassen auf die zum Schluss flacher auslaufende Südschulter des Laggers (2328m).

Blick vom Laggers auf Ödkarlekopf (li.) und Muttekopf (re.)

über dem Wolkenmeer

Ein herrliches Bergpanorama tut sich vom Gipfel aus auf die südlichen Lechtaler Alpen, die Mieminger Berge, die Stubaier und Ötztaler Alpen auf. Über eine Grasflanke erfolgt dann ein kurzer Abstieg hinunter zum weiteren Gratverlauf. Über einige Erhebungen gelangt man bald zu dem ersten, aufgestellten Plattenpaket, welches sich einem am Grat in den Weg stellt. Links unterhalb der Schichtplatten können diese umgangen werden. Wieder am Grat eingetroffen geht es wiederum ein kurzes Stück am Gratverlauf entlang und bald trifft man auf das nächste Hindernis, das auch hier wieder linkerhand umgangen wird.

Rückblick vom Larsenngrat zurück auf den Laggers

Ausblick auf den Bergwerkskopf

In etwa am tiefsten Punkt unterhalb der Schrofen angelangt, führt der Steig in einen ausgewaschenen Tobel welcher mit Hilfe von Seilsicherungen überwunden wird. Die Seilsicherungen sind allerdings trotz Errichtung in jüngster Zeit nicht sonderlich vertrauenserregend, da schon die ersten Haken nur noch frei herabbaumelnd am Fels hängen. Trotzdem stellt die Überwindung dieser Passage den trittsicheren Berggeher vor kein unüberwindliches Hindernis. Mit etwas Vorsicht gelingt dies schnell und schon kann man die schuttreichen Serpentinen in Richtung Ödkarlekopf, dem mit 2656 Metern höchsten Punkt der Tour, in Angriff nehmen.

Ödkarlekopf (2565m)

Abstieg zum Hinteren Alpjoch

Der Ödkarlekopf liegt nicht direkt am Weg, kann aber in einigen Minuten „mitgenommen“ werden und bietet auch schöne Ausblicke auf den vergangenen wie auch künftigen Wegverlauf, sowie in das schöne Larsennkar hinein über welchem die Große Schlenkerspitze majestätisch thront. Wer es sich zutraut kann laut den Angaben des AV-Führers im II. Schwierigkeitsgrad zum weiterführenden Grat hinabklettern, oder man begibt sich zurück zum Steig und umgeht auch den kleinen Gipfelstock des Ödkarlekopfes westlich unterhalb der Felswände um über einige Kehren zum Grat zu gelangen.

geologisch interessante Schichtungen

Pleiskopf (rote Gosauschichten)

Über einen breiten, begrünten Rücken geht es beinahe waagrecht hinüber zum Pleiskopf (2560m). Von hier bieten sich zwei Varianten an: zum Einen der eigentliche Verlauf des Imster Höhenweges über den Verbindungsgrat Pleiskopf – Rotkopf und später durch die rotgefärbte Schutthalde hinab zum Muttekopfweg, oder aber vom Pleiskopf direkt über den Ostgrat über mehrere Schichtungsstufen hinunter zum Verbindungsgrat zum Hinteren Alpjoch. Bei zweitgenannter Variante ist eine Portion Orientierungsvermögen von Vorteil, da in dem groben Blockwerk die Markierungspunkte hin und wieder im Abstieg etwas schwer auszumachen sind.

die 10-Meter-Hürde wird mittels Leiter überwunden

Im unteren Bereich der Schichtungsstufen kommt der Schichtaufbau sehr schön zu Tage und eindrucksvoll kann hier ein Blick auf die Erdgeschichte geworfen werden, auch wenn einem das nötige Hintergrundwissen für das genaue Verstehen fehlt. Schön ist es jedenfalls trotzdem. Am Verbindungsgrat angekommen geht es über einen kleinen Pfad an Schrofen und Blöcken vorüber über einen grasigen Rücken, welcher bald von Schutt abgelöst wird bis ein schroffer Felskamm den Weg versperrt. Rechts rücken aber zwei Metallpfosten ins Bild, welche sich auch gleich als das obere Ende einer Leiter entpuppen. Ein Blick nach unten und man erkennt, dass es zwei Leitern sind die einem über die etwa 10 Meter hohe Hürde hinunter helfen.

kurz nach dem Hinteren Alpjoch weist diese Tafel den Weg zur Muttekopfhütte

Unten angekommen steigt man durch eine kleine Rinne (I) noch die letzten Meter aus der kleinen Wand aus und strebt wieder dem Grat zu. Nach einigen Schritten über denselben, erwartet einen noch einmal eine kleine Kletterpassage durch eine Rinne. Die angebrachten Seile weisen aber schon beim ersten Hinschauen augenfällige Mängel auf und so ist es ratsam, sich mehr auf die Felsgriffe zu verlassen, als sich an dem rostigen Drahtseil hinunter zu hangeln. Rasch kraxelt man also die ersten Meter durch die Rinne ab und bald leitet die „Seilsicherung“ nach rechts unterhalb einer Felsüberdachung hinaus, die zwar von der klettertechnischen Schwierigkeit her nach meinem Erachten etwas schwieriger, aber nicht ausgesetzt, nicht hoch und nur sehr kurz (ca. 3 – 4 Meter) ist (oberer Teil der Rinne I, unterer Quergang I+).

Über eine Grasflanke überwindet man noch die letzten Meter zum Hinteren Alpjoch (2425m) und steigt weiterhin über Gras und kurz nach rechts ausholend über eine Stufe in Gratnähe ab bis man auf einen Wegweiser trifft. Dieser zeigt den weiteren Abstieg in Richtung Muttekopfhütte an und leitet direkt in ein weiteres Schuttfeld. An eindrucksvollen, glatten Wänden vorbei in vielen Serpentinen durch das grobe Blockwerk und zum Bach hinab. Nach überqueren des Baches trifft man auch schon auf den Muttekopfweg, auf welchem es in wenigen Minuten zur Hütte geht. Eine ausgiebige Rast auf der Hütte ist sehr zu empfehlen, denn die Aussicht ist perfekt, die Hütte sauber geführt und die Speisen sehr verlockend.

die Muttekopfhütte unterhalb der Muttekopf-Südostkante

Über den Hüttenweg folgt später der Abstieg hinunter bis zur Latschenhütte, bei welcher der Fahrweg verlassen und der Bach gequert wird um im weiteren Verlauf zur Untermarkter Alm zu gelangen, wo einen der schönste Teil des Abstieges erwartet, den kann man nämlich mit einer rasanten Fahrt mittels der „längsten Achterbahn der Welt“ absolvieren: dem Alpine Coaster. Man könnte es auch eine sehr lange Sommerrodelbahn nennen, was aber dann wohl nicht mehr so gut klingt. Jedenfalls endet diese „Achterbahn“ direkt in Hoch-Imst und man ist somit wieder am Ausgangspunkt der Tour angelangt.

Fazit: traumhafte Grat- bzw. Kammtour in den südlichen Lechtaler Alpen mit tollen Ausblicken in eben diese und auf die südlich gelegenen Zentralalpen. Mit der Muttekopfhütte gibt es ein tolles Hüttenziel und die Abfahrt mit dem „Alpine Coaster“ rundet die Tour perfekt ab.

Aufstieg gesamt: 1800 m
Gehzeit: ca. 8-9 Stunden

Kosten für die Fahrt mit dem Alpine Coaster: EUR 5,50 (Achtung! Fahrbetrieb bis 17 Uhr. Den Rucksack und die Stöcke müssen mit der Sesselbahn zu Tal geschickt werden und können nach der Fahrt an der Talstation wieder abgeholt werden!)



   
« Letzte Änderung: 13. Nov 2017 - 08:41 Uhr von kalle »
  • hilfreich

Offline servus

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 987
    • Wanderbilder
Re: Imster Höhenweg
« Antwort #1 am: 23. Jul 2007 - 19:25 Uhr »
Oh Mann, über so einem geschlossenen Wolkenmeer will ich auch endlich mal stehn. Interessante Tour, müsste auch für mich machbar sein trotz zwei Stunden Anfahrt.
  • hilfreich

Offline Die_Grenzgaenger

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.006
Re: Imster Höhenweg
« Antwort #2 am: 23. Jul 2007 - 19:41 Uhr »
@Kalle: Für die lange Tour hast du abends auf der Vilser Alm noch recht frisch ausgeschaut!
Die Bilder sind sau guat und vermitteln einen guten Eindruck, wie es den jenseits des Lechtals ausschaut. Die Runde werden wir uns merken und irgend wann einmal absolvieren. Scheint sich zu lohnen.  ;)
  • hilfreich

Offline Allgaier

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 164
    • Fotocomunity
Re: Imster Höhenweg
« Antwort #3 am: 23. Jul 2007 - 22:28 Uhr »
Servus Kalle,
ein Klasse Tour mit tollen Bildern und dem großen Glück über dem Wolkenmeer zu stehen.
Wieder mal eine super Beschreibung mit dabei, ich könnte mir vorstellen diese Tour auch bald mal zu machen.

Grüße
Robert
  • hilfreich

Offline Schrofenkraxler

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 187
Re: Imster Höhenweg
« Antwort #4 am: 25. Jul 2007 - 22:18 Uhr »
Dem kann ich  mich nur anschliessen! Das ist doch mal eine Tour die sich lohnt!

Gruß,
Mathias
  • hilfreich

Offline horst

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.146
Re: Imster Höhenweg
« Antwort #5 am: 26. Jul 2007 - 20:33 Uhr »
Hallo Kalle,

 da hast du wieder eine tolle Tour hingezaubert mit den prächtigsten
Bildern-ja, über den Wolken zu schweben, muß wunderbar sein
(vgl Reinhard May)-wirklich eine Toptour :-L)
  • hilfreich

Offline Schrofenkraxler

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 187
Re: Imster Höhenweg
« Antwort #6 am: 26. Jul 2007 - 22:35 Uhr »
Bemerkenswert ist auch das hervorragende Wetter. Bei uns im oberen Allgäu hats nach viel ausgesehen - nur nicht nach Sonnenschein ???!

Gruß,
Mathias
  • hilfreich

Offline i mori

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 141
Re: Imster Höhenweg
« Antwort #7 am: 18. Jun 2015 - 13:06 Uhr »
Hallo zusammen,

kann mir jemand Auskunft geben, ob der in den einschlägigen Karten gepunktet eingezeichnete Weg von der Untermarkter Alm über Imst hinüber zum Anstieg Imster Höhenweg gangbar / vorhanden / zu finden ist?
Im August hab ich ne Hüttentour auf dem Plan und scheu mich, den Verlust an Höhenmetern zu akzeptieren (wer nicht? ;D)
Wäre super, wenn jemand was weis.

Grüße, Jens
« Letzte Änderung: 18. Jun 2015 - 13:08 Uhr von i mori »
  • hilfreich

Tags: laggers | ödkarlekopf | imster höhenweg | alpjoch | larsenn | 
 





aktuell online
Bilder • 36.076
Themen •   5.489
Beiträge • 49.817


IMPRESSUM
DATENSCHUTZ
FAQ

(V.14.14) © alpic.net und Autoren 2001 - 2020 nach oben



SimplePortal 2.3.6 © 2008-2014, SimplePortal