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alpin => Sommer/Herbst in den Bergen => Thema gestartet von: Max am 08. Jul 2010 - 19:23 Uhr

Titel: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: Max am 08. Jul 2010 - 19:23 Uhr
Letzten Samstag bin ich mit Boris die langersehnte Grattour von der Oberstdorfer Hammerspitze bei der Fiderepaßhütte bis zum Schüsser (Walser Hammerspitze) angegangen. Eine recht kurzweilige, aber phasenweise ziemlich anspruchsvolle Unternehmung, für die man bei Mitnahme der unbedeutenden Kuhgehrenspitze gemütliche 6 - 7 Std. reine Gehzeit einplanen muss. Der Anstieg durchs Wildental von Mittelberg aus vollzieht sich in recht ursprünglicher Landschaft, vor allem die Gipfel um den Liechelkopf wissen auf sich aufmerksam zu machen.
Von der Hütte gewinnt man schließlich in einer Stunde den ersten Gipfel, die Oberstdorfer Hammerspitze. Der Anstieg verläuft größtenteils im I. bis II. Grad, nur die letzten Meter über eine sieben Meter hohe, senkrechte Felsstufe sind im III. Grad angesiedelt. Obwohl das eine leicht luftige Angelegenheit ist, lässt der bombenfeste Fels richtig Freude aufkommen.
Nach Genuss des herrlichen Panoramas mit den markanten Schafalpenköpfen im Süden (oder sollte man aufgrund der vielen Bergsteiger am Mindelheimer Klettersteig besser Ameisenköpfe sagen  :D), gehts über den schrofigen Grat nach Norden in Richtung Schüsser (Walser Hammerspitze). Begehungsspuren und teilweise kleine Markierungen weisen einem den Weg, an manchen Stellen muss man jedoch selber pfadfinderisch tätig werden. Insgesamt doch alpines Gelände im II. Grad. Nach eineinhalb Stunden standen wir auf dem zweiten Gipfel der Tour der Hochgehrenspitze. Von dort aus ist es nur ein Katzensprung hinüber zum Schüsser, der meistens auf deutlichen Pfadspuren erfolgt. Als Zugabe gönnten wir uns noch die unbedeutende Kuhgehrenspitze, die durch bequeme Steiganlagen erschlossen ist. Abschließend zogen wir noch schnell ein Bier in einer Alpe runter und sprinteten dann hinab ins Tal. Das 1:0 gegen Argentinien bekamen wir dann gerade noch mit, konnte ja keiner damit rechnen, dass es so früh fällt...

Fazit: Super Tour mit herrlichen Blicken und klasse Klettereinlagen. Ich persönlich empfand es als Genuss, was aber aufgrund der IIIer-Wand am ersten Gipfel auch anders gesehen werden kann...

Bild 1: Oberstdorfer Hammerspitze von der Fiderepaßhütte aus
Bild 2: Blick hinüber zu Liechelkopf und Elfer
Titel: Re: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: Max am 08. Jul 2010 - 19:26 Uhr
Bild 3: Nein, das ist kein Angeberbild. Es soll einfach nur die Schwierigkeiten an der letzten Wandstufe vor dem Gipfel der Hammerspitze verdeutlichen
Bild 4: Wunderschöne Felsstrukturen am Grat
Titel: Re: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: Max am 08. Jul 2010 - 19:27 Uhr
Bild 5: Kurz vor der Hochgehrenspitze
Bild 6: Boris am Gipfelkreuz der Hochgehrenspitze
Titel: Re: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: horst am 10. Jul 2010 - 12:07 Uhr
Hallo Max,

  danke für deine schöne Tourenbeschreibung und die sehr schönen Bilder mit wild zerklüfteten Felsen-beeindruckend! :bravo. Wie ist denn der Fels an der Wand vor dem Hammerspitzgipfel? Ist er stark abgeschmiert(denn da gehen ja viele hoch) oder ist er noch einigermaßen rauh und griffig-denn mir steht diese Tour auch noch bevor?

Gruß Horst
Titel: Re: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: Max am 11. Jul 2010 - 17:36 Uhr
Servus Horst, obwohl die Tour wahrscheinlich recht oft begangen wird (Gipfelbuch fehlt), so fand ich den Fels wirklich bombenfest und schön griffig. Hab hier im Forum auch schon gelesen, dass es eine II sein soll. Da will ich mich aber lieber dem AVF anschließen und die Passage als eine gute, aber aufgrund des Gesteins sichere III betiteln.

Gerade die Übeschreitung nach Norden zur Hochgehrenspitze macht dann richtig Laune.

Gruß, Max
Titel: Re: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: Grimpeur am 13. Jul 2010 - 18:57 Uhr
Letzten Samstag bin ich mit Boris die langersehnte Grattour von der Hammerspitze bei der Fiderepaßhütte bis zum Schüsser angegangen. Eine recht kurzweilige, aber phasenweise ziemlich anspruchsvolle Unternehmung, für die man bei Mitnahme der unbedeutenden Kuhgehrenspitze gemütliche 6 - 7 Std. reine Gehzeit einplanen muss. Der Anstieg durchs Wildental von Mittelberg aus vollzieht sich in recht ursprünglicher Landschaft, vorallem die Gipfel um den Liechelkopf wissen auf sich aufmerksam zu machen.
Von der Hütte gewinnt man schließlich in einer Stunde den ersten Gipfel, die Hammerspitze. Der Anstieg verläuft größtenteils im I. bis II. Grad, nur die letzten Meter über eine sieben Meter hohe, senkrechte Felsstufe sind im III. Grad angesiedelt. Obwohl das eine leicht luftige Angelegenheit ist, lässt der bombenfeste Fels richtig Freude aufkommen.
Nach Genuss des herrlichen Panoramas mit den markanten Schafalpenköpfen im Süden (oder sollte man aufgrund der vielen Bergsteiger am Mindelheimer Klettersteig besser Ameisenköpfe sagen  :D), gehts über den schrofigen Grat nach Norden in Richtung Schüsser. Begehungsspuren und teilweise kleine Markierungen weisen einem den Weg, an manchen Stellen muss man jedoch selber pfadfinderisch tätig werden. Insgesamt doch alpines Gelände im II. Grad. Nach eineinhalb Stunden standen wir auf dem zweiten Gipfel der Tour der Hochgehrenspitze. Von dort aus ist es nur ein Katzensprung hinüber zum Schüsser, der meistens auf deutlichen Pfadspuren erfolgt. Als Zugabe gönnten wir uns noch die unbedeutende Kuhgehrenspitze, die durch bequeme Steiganlagen erschlossen ist. Abschließend zogen wir noch schnell ein Bier in einer Alpe runter und sprinteten dann hinab ins Tal. Das 1:0 gegen Argentinien bekamen wir dann gerade noch mit, konnte ja keiner damit rechnen, dass es so früh fällt...

Fazit: Super Tour mit herrlichen Blicken und klasse Klettereinlagen. Ich persönlich empfand es als Genuss, was aber aufgrund der IIIer-Wand am ersten Gipfel auch anders gesehen werden kann...

Bild 1: Hammerspitze von der Fiderepaßhütte aus
Bild 2: Blick hinüber zu Liechelkopf und Elfer

so klein ist doch die Welt. Ich habe von Fr auf Samstag oben auf der Fiderepasshütte übernachtet, da wir Samstag den Mindelheimer Klettersteig gegangen sind (ich war also eine der Ameisen  8) 8)):
http://www.alpic.net/forum/index.php/topic,104.msg21964/topicseen.html#msg21964

Seid ihr am Samstag erst aufgestiegen oder habt ihr auch oben genächtigt??

VG
Grimpeur
Titel: Re: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: Max am 13. Jul 2010 - 19:15 Uhr
Servus Grimpeur! Wir sind Samstag-Morgen so ab 7 Uhr in gemütlichen 2 Std. zur Hütte hoch getigert. Rast haben wir da auch keine eingelegt. Ihr wart zu dem Zeitpunkt bestimmt schon am Einstieg zum KS.

Super Bericht hast du da verfasst und irgendwann werd ich mir den Mindelheimer schon mal vornehmen.

Gruß, Max
Titel: Re: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: horst am 17. Jul 2010 - 13:45 Uhr
Hallo Max,
 
 danke nochmals für deine Beschreibung-da fühl ich mich schon etwas wohler und werde die Sache mit Ruhe angehen.

LG, Horst

Seh grad, daß du auch online bist. Wünsch dir dann ein schönes Wochenende, event. mit schöner Tour.
Gruß Horst
Titel: Re: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: Max am 17. Jul 2010 - 14:37 Uhr
Servus Horst. Das Wochende wird noch ein bisschen entspannt, am Montag gehts dann aber für zwei Tage auf Biwak in die Allgäuer. Näheres dann im Forum.

Viele Grüße, Max
Titel: Re: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: horst am 17. Jul 2010 - 15:01 Uhr
Bin schon gespannt!

Gute Tour und scxhönes Wetter! Gruß Horst
Titel: Re: Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: Max am 17. Jul 2010 - 15:14 Uhr
Vielen Dank! Wetter soll ja am Montag und Dienstag ganz passabel werden, mal schauen. Ich lass dann was von mir hören!

Gruß, Max
Titel: Re:Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: Kauk am 07. Aug 2013 - 15:55 Uhr
Letzten Samstag (3.8.2013) war ich ebenfalls auf der Walser Hammerspitze (2170 m, bei Max noch Schüsser), Hochgehrenspitze (2251 m) und Oberstdorfer Hammerspitze (2260 m, Hammerspitze). Allerdings hat es bei mir nicht zur kompletten Überschreitung gereicht, bin wieder über den Grat zurück.

Auch ich bin aus dem Kleinwalsertal hoch, geparkt habe ich am Parkplatz (3€/Tag mit Automat) in Schwendle (1178 m), sollten dort alle Plätze belegt sein, kann man es noch weiter oben am Bergheim Moser versuchen, dort allerdings nur mit Bezahlung im Haus und Kontrolle des Parkplatzes. Von dort bin ich über die Wiesalpen (1298 m) zur Inneren kuhgehrenalpe (1673 m) gestiegen. Dazu hält man sich an der Oberen Wiesalpe nach links und noch ein wenig auf dem Forstweg mit großem Wildgatter, bevor nach rechts deutlich der Wanderweg abzweigt. Von der Kuhgehrenalpe eine schöne Querung zur verfallenen, aber genutzten Wannenalpe (1821 m), bevor es über die Südflanke auf die Walser Hammerspitze geht.

Der Übergang zur Hochgehrenspitze ist im Prinzip einfach und auf Pfadspuren gut zu finden. Eine erste kniffligere Stelle befindet sich beim zweiten Gedenkkreuz, danach gehts durch die Westflanke unterhalb der Grathöhe Richtung Gipfel. Kurz darunter durch einen weiten Kamin oder zum Grat hin ausweichend (beides I), wobei die Gratvariante eleganter zum Gipfel leitet. Das Gipfelkreuz mit Buch da oben steht seit 2008. Insgesamt ist der Aufstieg recht bröselig und vergleichbar mit dem Gaishorn-Nordgrat (http://www.alpic.net/forum/sommerherbst-in-den-bergen/grosse-vilsalprunde-%27spezial%27/msg26354/#msg26354).

Nun steigt man vom Gipfel nach Westen hinab zu den Pfadspuren unterhalb und folgt diesen in der Flanke. Kurz darauf einen kleinen Block abklettern (I+) und bei einem roten Pfeil auf den Grat zurück. Diesem folgen bis er geradeaus senkrecht abbricht. Jetzt rechts (roter Punkt) den Kamin hinab (II), dieser ist zwar steil, aber hat komfortable Griffe und Tritte. Unten dann weiter wenigen Markierungen und Pfadspuren nach, aufsteigen bis zu einem rötlich-lilanen Pfeil. Vom Pfeil auf einem Band aufsteigen bis vor einen markanten Felsspalt und nach links hinauf auf den Grat (um I). Oben angekommen sieht man schon das Drahtseil, welches lange nach links in die Ostseite hinabführt. Größtenteils ist das Seil reiner Luxus, das Gelände plattig und bröselig aber gutmütig. Im Mittelteil die Schlüsselstelle (II), hier ist das Drahtseil eher im Weg. Unten raus gehts einen Kamin hinab (II-) und ums Eck. Von oben konnte man hier diverse Pfadspuren erkennen, die weit in die Westflanke ziehen: Man sollte sie ignorieren. In der Scharte unterhalb des Turms hält man sich am besten direkt aufwärts an der Grathöhe (I) und sieht auf dem nächsten Absatz wieder die roten Markierungen, die auf Pfadspuren einfach zum Gipfel der Oberstdorfer Hammerspitze leiten.

Zurück bin ich auf gleichem Weg, nachdem mir die Überschreitung der Oberstdorfer Hammerspitze nicht geglückt war. Das ist aber egal, denn die Partie zwischen den Hammerspitzen macht einfach Spaß. Abgestiegen bin ich von der Walser Hammerspitze kurz am Grat nach Norden und dann über den Sattel vor der Kuhgehrenspitze zurück zur Inneren Kuhgehrenalpe.

Fazit: Tour die einfach Laune macht, vor allem wenn man sich den Betrieb ringsherum anschaut, den man von hier oben gut beobachten kann. Noch ruhiger ist es um Kanzelwand, Fellhorn & Co. wohl nur an den Gundköpfen (http://www.alpic.net/forum/sommerherbst-in-den-bergen/vom-rossgund-zum-griesgundkopf-%28allgauer-alpen%29/).

Anbei noch ein paar Impressionen.
Titel: Re:Kurzweilige Grattour von der Hammerspitze bis zum Schüsser
Beitrag von: Kauk am 07. Aug 2013 - 15:56 Uhr
Impressionen II.
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