Bergsport und Corona?

Nördliche Ilfenspitze und Hermannskarspitze  (gelesen 2897 mal)

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Offline Kauk

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Nördliche Ilfenspitze und Hermannskarspitze
« am: 30. Jul 2014 - 22:02 Uhr »
Am dritten Tag versprach der frühmorgendliche Blick aus dem Matrazenlager mit Sonnenstrahlen endlich etwas besser zu werden. Genau richtig für meine Pläne an der Nördlichen Ilfenspitze (2552 m) und der Hermannskarspitze (2472 m). Leider waren bereits am Morgen Quellwolken entstanden, so dass ich mir keine weiteren Unternehmungen mehr vornahm, zumal es um Mittag aus den dunklen Wolken immer wieder bedrohlich grollte. Gewitter kam dann keines, es regnete am Nachmittag nur kurz...da war ich aber schon in der Hütte und blieb somit erneut trocken.

Tag 1: Hüttenaufstieg zur Hermann von Barth-Hütte und Plattenspitzen
Tag 2: Rotwand, Südlicher Söllerkopf, Balschtespitze, Schöneggerkopf
Tag 4: Östliche Faulewandspitze

Tag 3 (25.07.2014)

Route: H.v.Barth-Hütte - Birgerkar - Südwestflanke - Südostrücken - Nördliche Ilfenspitze - Retour Birgerkar - Putzscharte - Nordrücken - Hermannskarspitze - Retour H.v.Barth-Hütte

Von der Hermann von Barth-Hütte (2129 m) startet man zunächst auf dem Wanderweg in Richtung Kemptner Hütte. Dieser führt einen nach Westen hinauf zu den südlichen Ausläufern der Ilfenspitzen. Über diesen Grasrücken hinweg und noch etwas ansteigend erreicht man auf ca. 2250 Meter Höhe einige felsige Passagen, die mit ca. 20 Meter Höhenverlust und teilweise mit Drahtseilten versichert hinab an eine Wegkreuzung über dem Birgerkar führen. Hier geht es auf dem Düsseldorfer Weg (Wegweiser) nach Norden. Auf dem Steig quert man die Westflanke unter den Ilfenspitzen, bis kurz vor dem Punkt, an dem er deutlich nach Westen schwenkt und und hinauf zur Marchscharte ansteigt. Hier befindet man sich an großen Felsblöcken mit Markierungen.

Über dem Standpunkt zieht eine Geröllflanke zu Felsen nach oben, links der Flanke ist ein grasiger Absatz. Zu diesem Absatz zieht von rechts eine Pfadspur im Geröll nach oben. Man quert sie zwangsläufig beim Aufstieg über das gutartige Geröll. Quert man auf den Graspolstern nun aufwärts, gelangt man unter ein einfaches Rinnensystem in der Südwestflanke. Insgesamt befindet man sich dabei in Falllinie der Scharte zwischen Nord- und Südgipfel. Deshalb sollte man möglichst gerade aufsteigen. Einen vorgegebenen Weg gibt es nicht, in den teils geröllreichen Rinnen gibt es verschiedene Varianten (I). Am unteren Einstieg gibt es sogar zwei ziemlich verblichene rote Farbmarkierungen, im weiteren Verlauf sind mir keine mehr aufgefallen. Am Ausstieg an einem Geröllabsatz gibt es einen Steinmann, der bei der Orientierung hilft, nicht zu weit links/südlich abzusteigen.

Am Geröllabsatz sieht man einen markanten Felszacken unterhalb der Scharte, der von zwei Rinnen umgeben ist. Für den einfacheren Aufstieg nimmt man die rechte Rinne. Zum Einstieg in die Rinne entweder nach rechts über Geröll an den untersten Beginn der Rinne oder man steigt an den "Fuß" des Felszackens und quert in die Rinne (I). Im Allgemeinen wird die Rinne als keine weitere Steigerung der bisherigen Schwierigkeiten beschrieben. Möglicherweise kommt das auf den "Zustand" der Geröllfüllung an. Ich empfand den Aufstieg in der geröllreichen Rinne als unangenehm. Es ist zwar kaum ausgesetzt, immer wieder müssen Klemmblöcke überwunden werden. Dafür ist an teilweise eher eingeschränkten Griff- und Trittmöglichkeiten eine solide Klettertechnik nötig (I+), die meiner Ansicht nach den I. Schwierigkeitsgrad überschreitet. Hinter dem Zacken geht es über feinen Schotter aus der Rinne hinaus (Steinmann) und auf einem Band in eine weite Rinne, die mit unangenehmen Geröll gefüllt ist. Teilweise im Fels der rechten Begrenzungswand, gegen Ende hin besser auf der linken Seite geht es in die Scharte zwischen Nord- und Südgipfel.

Von der Scharte geht es auf den weniger steilen Südostrücken und hier über geröllbedeckten Fels gegen den Gipfel. Der Ausstieg aus der Scharte ist nochmals I, anschließend im Gehgelände auf einen kleinen Kopf. Von ihm auf einem schmalen Absatz (I) etwas ausgesetzt in die Scharte und zum Gipfel der Nördlichen Ilfenspitze.

Nach dem Abstieg auf dem Aufstiegweg querte ich das felsige und wasserreiche hintere Birgerkar hinüber zur Ostflanke unter der Putzscharte (2391 m). Bereits aus der Ferne erkennt man im Mittelteil Pfadspuren. Sie erreicht man nach einem kurzen Aufstieg im Geröll. Mit Hilfe der Pfadspuren geht es zügig in den oberen Teil der Flanke, hier wird das Gelände deutlich schlechter begehbar, loses Gestein macht die Sache unangenehm. Soll die Hermannskarspitze bestiegen werden, steigt man nicht in die Scharte, sondern quert vorher nach links hinauf zum Grat. So umgeht man den Felsabbruch direkt an der Scharte. Entweder steigt man in der bröseligen Flanke weiter oder man nutzt die brüchigen Felsen zur Erleichterung des Aufstiegs.

Am Nordgrat der Hermannskarspitze angelangt geht es über Graspolster den breiten Rücken aufwärts. Dort wo sich der Grat aufsteilt und die bizarren Zacken aufwirft folgt man einem geröllreichen Band in der obersten Westflanke (Steinmänner). An einem markante Absatz mit auffälligem Steinmann blickt man bei einer abwärtsführenden Querung auf geröllige Aufschwünge (I), die man übersteigen kann um dann sofort aufwärts zu einem weiteren schartenartigen Absatz zu gelangen. Auf der anderen Seite befindet sich eine markante Rinne, die gegen die Grathöhe hinaufzieht. Hier ist die Schlüsselstelle der Besteigung. Entweder kurz in der Scharte zum Einstieg in die Rinne absteigen oder etwas schwerer direkt hineinqueren. Die Rinne ist eigentlich mit ausreichend Griffen und Tritten ausgestattet, allerdings ist sie sehr brüchig und heikel (I+). Unter dem markanten Felskopf quert man nach rechts hinaus zu einem der typischen Absätze. Nun wieder in geröllreichem Gehgelände unter den Gipfel der Hermannskarspitze und in Kürze hinauf. Oben befindet sich ein kleines Büchlein von Festivaltour, mein Eintrag war der 7. seit der Hinterlegung vor ca. einem Jahr. Abgestiegen bin ich auf gleichem Weg ins Birgerkar. Auf alten Pfadspuren geht es unterhalb der Hermannskarspitze hinaus, Steinmänner weisen den Weg.

Fazit: Zwei lohnende, einsame und aussichtsreiche Gipfel die auf Grund des unzuverlässigen Gesteins trotz moderater Schwierigkeiten nicht unterschätzt werden sollten. Besonders brüchig stellt sich dabei die Hermannskarspitze dar. Hier sollte man beachten, dass unterhalb in der Westflanke der Wanderweg verläuft. Ausreichende Erfahrung sowie absolute Trittsicherheit sind unabdingbare Vorausetzung, will man die Tour meistern.
« Letzte Änderung: 30. Jul 2014 - 22:31 Uhr von Kauk »
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Offline Kauk

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Re:Nördliche Ilfenspitze und Hermannskarspitze
« Antwort #1 am: 30. Jul 2014 - 22:03 Uhr »
Impressionen II.
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Offline Kauk

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Re:Nördliche Ilfenspitze und Hermannskarspitze
« Antwort #2 am: 30. Jul 2014 - 22:04 Uhr »
Impressionen III.
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