Öfnerspitze, Hornbachspitze, Rothornspitze, Jöchelspitze  (gelesen 3365 mal)

0 User und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Tag 1: Rotgundspitze und Rappenseehütte
Tag 2: Rappenseespitze und Hochrappenkopf
Tag 3: Heilbronner Weg mit Mädelegabel und Kratzer
Tag 4: Großer Krottenkopf und Ramstallspitze

Tag 5: (22.08.2013)

Auch der letzte Tag versprach nochmals tolles und stabiles Wetter, der Tag wollte also ausgekostet werden. Das kann man an Öfnerspitze (2576 m), Hornbachspitze (2533 m), Rothornspitze (2393 m) und der Jöchlspitze (2226 m) auch ausgiebig machen.

Route: Kemptner Hütte - Oberes Mädelejoch - Öfnerkar - Südflanke - Südwestgrat - Öfnerspitze - Öfnerkar - Marchergang - Nordflanke - Hornbachspitze - Retour - Kelletal - Klämmle - Gumpensattel - Rothornspitze - Rothornjoch - Jöchlspitze - Windegghütten - Bürstig - Schiggen - Lusthäuschen - Holzgau

Zunächst ging es über den bekannten Weg auf die Öfnerspitze. Kurz überlegte ich, ob ich den Übergang zur Krottenspitze dieses Mal angehen sollte, ein Blick in die brüchige Flanke hinab zur Scharte lies mich von dieser Überlegung abkommen. Vermutlich auch nicht wesentlich schwerer als der bisherige Aufstieg wäre das gegangen, aber eben nicht in dem Zeitrahmen der mir zur Verfügung stand. So beließ ich es dabei und konnte mich auch wunderbar damit arrangieren, auch ein drittes Mal auf die schöne Öfnerspitze zu steigen, um irgendwann den Übergang anzugehen.

Zurück im Öfnerkar gilt es nun nach Nordosten durchs Kar an die Nordflanke der Hornbachspitze heranzugehen. Hierzu sind zahlreiche Varianten denkbar, sogar im Geröll der Öfnerspitze könnte man hoch rüberqueren, vermutlich ist das aber etwas masochistisch. Angenehmer ist der Gang im Kargrund. Hier sind Blockfelder zu überwinden, die aber idealerweise unter Schnee liegen (dieses Jahr wohl dauerhafte Schneefelder). Ansonsten könnte man auch auf den Rücken ausweichen, der das Kar gen Krottenkopf teilt. Von der Öfnerspitze aus kann man sich einen Weg einprägen, möglichst nutzt man die vorhandenen schrofigen Grasflächen. In einer S-Spur gelangt man so in den kleinen Kessel unter den Flanken des Marchergangs.

Von dort hat man zwei Möglichkeiten um zur Grathöhe zu gelangen. Je nach Schneelage ergeben sich weitere Varianten. Entweder geht es direkt in den Einschnitt am Fuß des Nordrückens der Hornbachspitze, dabei muss man über teils loses Geröll ansteigen. Oder man holt etwas nach links (nordwestlich) aus und steigt so hoch als möglich über die grasigen Polster gegen den Marchergang (2442 m), um dann nach Belieben in der Westflanke unterhalb der Grathöhe nach Südosten zu queren. Am Ende der Felsköpfe gelangt man auf die Grathöhe. Über weitere Felsen geht es dann hinüber zum oben erwähnten Einschnitt.

Der weitere Aufstieg zum Gipfel ist nicht klar vorgegeben, er verläuft teils auf Trittspuren durch die schuttige Nordflanke bzw. am Nordrücken. Dabei kann Kletterei auf jeden Fall gemieden werden. So ist man in recht kurzer Zeit auf dem Gipfel der Hornbachspitze.

Im Abstieg bin ich am Einschnitt vor dem Nordrücken direkter über Bandstrukturen und loses Geröll zu einem Schneefeld abgestiegen und dieses dann abgefahren. Ich könnte mir die Hornbachspitze auch als nette Figltour vorstellen.

Durch das Öfnerkar geht es zurück auf den Wanderweg am Muttlerkopf. Diesem folgt man zur Kreuzung am mit dem Steig in Richtung Gr. Krottenkopf/Jöchlspitze am Oberen Mädelejoch. Ab hier ist man dann auf einem dem Höhenweg zur Jöchlspitze unterwegs. An den Wegweisern ist diese nun  richtungsweisend, hinab ins Kelletal und hinüber zu den Grasköpfen unterhalb der Ramstallspitze. Über das drahseilversicherte Klämmle lässt man dann das Felsgelände hinter sich, ab jetzt sind die Grasflanken vorherrschend. Unter dem Strahlkopf quert man bis vor die Rothornspitze. Aus dieser Richtung kommend ist es vorteilhaft ohne große Wegspuren den Gumpensattel (2277 m) anzupeilen. Man trifft dann auf verblichene Markierungen die zu dem sichtbaren Pfad in der unteren Westflanke leiten, der hinauf in den Sattel führt. Der Pfad wird von der Jöchlspitze aus kommend vom Höhenweg markiert abzweigen (wahrscheinlich ohne Wegweiser). Die Markierungen in den Sattel sind wahrscheinlich dieses Jahr erneuert worden.

Vom Gumpensattel geht es über den erdigen, felsdurchsetzten Nordgrat hinauf zur Rothornspitze. Von fern sieht das eher abweisend und problematisch aus, in der Nähe erkennt man dann die Machbarkeit. Es geht steil hinauf, teilweise sind Pfadspuren von Schafen zu nutzen. Die Felsen sind meist fest im Boden verbacken, Vorsicht kann aber nicht schaden. Der Steilaufschwung am Ende des mittleren Drittels verlangt dann auch mal ein Zupacken mit den Händen (I-), richtige Kletterei ist das aber eher nicht. Alternativ kommt eine Querung auf Spuren im Steilgelände hinaus in die Westflanke in Frage. Danach legt sich der Grat zurück und führt über Gras hinauf zum breiten Gipfel.

Der Abstieg über den Südwestrücken zum Rothornjoch (2158 m) wird nur im Mittelteil durch einen Pfad erleichtert. Vom Gipfel nach Süden an der Gratkante hinab trifft man irgendwann auf den Pfad, der auf sandiger Spur passabelabwärts leitet. Man sollte sich aber nicht verleiten lassen, den Spuren bspw. in die Südflanke zu folgen. Im Gras verläuft sich der Weg dann wieder, der weglose Abstieg zum Joch ist jedoch nicht weiter schwierig.

Vom Joch auf dem Wanderweg schnell auf die Jöchlspitze. Zum Abstieg nach Holzgau folgt man dem Wegweiser. Der Weg geht dann in der teilweise äußerst steilen Flanke gut ausgebaut hinab zu den Windegghütten. Hier nach rechts und von nun an durch frisch ausgeholzte Vegetation und gut markiert abwärts zu den freien Weideflächen oberhalb von Holzgau. Immer dem Weg und den Schildern folgend zur Kirche in Holzgau.

Fazit: Für den Geher mit ausreichend Kondition ist diese Art nach Holzgau zu steigen auf jeden Fall empfehlenswert (E5-Variante). Der Höhenweg zur Jöchlspitze ist wunderbar aussichtsreich. Mit den Gipfeln kommt der Sammler auch auf seine Kosten. Allerdings beträgt die Länge der beschriebenen Tour ca. 14 Kilometer und trotz des Starts an der Hütte sind um die 1300 Höhenmeter aufzusteigen, abzusteigen sogar über 2000 Meter. Am Ende der Tour ist der größtenteils steile Abstieg von der Jöchlspitze nochmals ein echter Härtetest. Alle Gipfel sind schöne Aussichtswarten, grandios sind die Blicke von der Hornbachspitze auf den Gr. Krottenkopf und die Öfnerspitze.
« Letzte Änderung: 23. Sep 2013 - 22:30 Uhr von Kauk »
  • hilfreich

Offline Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Re:Öfnerspitze, Hornbachspitze, Rothornspitze, Jöchelspitze
« Antwort #1 am: 23. Sep 2013 - 22:20 Uhr »
Impressionen II.
  • hilfreich

Offline Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Re:Öfnerspitze, Hornbachspitze, Rothornspitze, Jöchelspitze
« Antwort #2 am: 23. Sep 2013 - 22:22 Uhr »
Impressionen III.
  • hilfreich

Offline Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Re:Öfnerspitze, Hornbachspitze, Rothornspitze, Jöchelspitze
« Antwort #3 am: 23. Sep 2013 - 22:22 Uhr »
Impressionen IV.
  • hilfreich

Offline Chris

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.299
Re:Öfnerspitze, Hornbachspitze, Rothornspitze, Jöchelspitze
« Antwort #4 am: 24. Sep 2013 - 08:18 Uhr »
Sehr guter Bericht von einer eindrucksvollen Mehrtagestour, herrliche Bilder dazu. Perfekt!!!  :bravo
  • hilfreich

Wagner Alex

  • Gast
Re:Öfnerspitze, Hornbachspitze, Rothornspitze, Jöchelspitze
« Antwort #5 am: 24. Sep 2013 - 08:40 Uhr »
Was für eine Tour!! Toll, perfekt, super!!

Der Tourbericht in seiner Gesamtheit sicher einzigartig hier im Forum. Verdient einen Ehrenplatz im Tourenarchiv  ;)

Danke für die viele Arbeit und die Mühen!!

Gruß,
Alex
  • hilfreich

Offline Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Re:Öfnerspitze, Hornbachspitze, Rothornspitze, Jöchelspitze
« Antwort #6 am: 24. Sep 2013 - 16:30 Uhr »
Danke Forumianer für die positiven Rückmeldungen zu meiner Tourenwoche! :)
  • hilfreich

Offline Alpineblau

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 39
Re: Öfnerspitze, Hornbachspitze, Rothornspitze, Jöchelspitze
« Antwort #7 am: 14. Aug 2015 - 15:25 Uhr »
Letzte Woche eine Abendtour auf Jöchelspitze ( Seilbahneinsatz) und Rothornspitze, Weiterweg auf Panoramweg zum Bernhardseck.
Es war zwar schönes Wetter für den Abend angekündigt, aber die Luftschichten waren zu labil und kaum waren wir mit der Bahn oben, überwogen die Wolken, man ahnte schon, wie es sich entwickeln könnte. Erst mal auf die Jöchelspitze, vorsorglich schon mal ein Schrittchen schneller. Von Spitzkehren hat da beim Weganlegen wohl keiner was gewußt, auf Skitour wäre es ein Pistengeher gewesen  :no( . Oben schöne Aussicht auf die Rothornspitze, wunderbar ! Die roten Hornkalkschichten wirken besonders! Weglos geradewegs über den Südrücken hoch. Auf der Hälfte der Strecke ein Steig erkennbar und auch begehbar. Auf der Kompasskarte sind irrtümlicherweise gleich 3 Wege am Gipfel eingezeichnet, die es so nicht gibt  :down: für uns schön, aber der Verlag sollte mal aktualisieren. Einige Wegweiser waren versteckt auf einem Haufen gelegen, was draufstand, weiß ich nicht, wollte nix auseinanderrupfen. Ist sicher gut so, denn der Weg würde so manchen Bahnbesucher in für Ungeübte leicht gefährlich werdendes Terrain verleiten.... Nach Osten hin konnte ich vom Gipfel weg jedenfalls gar keine Abstiegsmöglichkeit ausmachen...Der Hüttenwirt hat uns aber gesagt, daß es seiner Meinung nach bislang dort keinen Weg gab vom Südsattel.
Eine super Aussicht hat man von dort oben! Ein wenig stimmungsvolle Abendsonne hatten wir jedoch noch. Aber ehrlich gesagt, hat mir der Blick zum Arlberg rüber gar nicht gefallen, nach einer Viertelstunde war ich so unruhig, daß ich den Aufbrch angemahnt habe. Kaum sind wir Richtung Nordgrat, fing es erstmals an zu donnern. Zwar noch entfernt, aber man kann nie genau berechnen, wie die Zeitfenster sind, und da ich den Nordgrat nicht kannte, aber durch den Einblick in die Steilheit und Karte annahm, daß er etwas anspruchsvoller ist als der Südgrat, sind wir auf dem Aufstiegsweg wieder runter. So waren wir auch schnell auf dem Panoramaweg, da kommt man auch schneller voran, falls es losgeht. Aber wir hatten das Glück, daß das Gewitter sich nur parallel zu uns in den Lechtalern bewegte (ist wohl öfter so, lt Aussage von Hüttenwirt Armin Hummel), was dazu führte, daß wir von links Sonne hatten , im Allgäu strahlend blauer Himmel und rechts das Wetter in den Lechtalern... Eine wunderbare Abendstimmung mit viiiieeel Ausblicken. Am Bernhardseck sind wir bei Armin eingekehrt, und noch 2 Std dagehockt, bevor wir dann mit Hierabira nach Elbigenalp über die Abkürzer der Fahrstrasse abgestiegen sind.
  • hilfreich

Tags:
 





aktuell online
Bilder • 35.536
Themen •   5.390
Beiträge • 48.760


IMPRESSUM
DATENSCHUTZ
FAQ

(V.14.8) © alpic.net und Autoren 2001 - 2019 nach oben