Ramstallspitze (Versuch) - Strahlkopf - Großer Krottenkopf  (gelesen 5963 mal)

0 User und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Online Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Tag 1: Hüttenaufstieg zur Kemptner Hütte und Kratzer
Tag 3: Öfnerspitze und Muttlerkopf
Tag 4: Kreuzeck - Rauheck - Fürschießer

Tag 2: (17.07.2012)

Für den zweiten Tag war nicht unbedingt schönes Wetter vorhergesagt, aber kein Regen. Beide Vorhersagen trafen zu, leider auch noch die dritte, nämlich Sturm. An diesem Tag blieb es beim Versuch die Ramstallspitze (2533 m) zu besteigen, im Anschluss aber dann auf den Strahlkopf (2388 m) und auf dem Rückweg noch auf den Großen Krottenkopf (2657 m).

Route: Kemptner Hütte - Oberes Mädelejoch - Kelletal - Klämmle - Karjoch - Südflanke - Gipfelgrat Ramstallspitze - Karjoch - Südwestflanke - Strahlkopf - Klämmle - Kelletal - Krottenkopfscharte - Südflanke - Großer Krottenkopf - Retour auf gleichem Weg

Zunächst gehts von der Kemptner Hütte (1844 den bekannten Weg Richtung Mädelejöcher, an der ersten Abzweigung (1862 m) gehts aber bereits nach links, dieses Mal Richtung Oberes Mädelejoch (2033 m). Zunächst noch moderat über hügelige Wiesen geht es an der nächsten Abzweigung (1939 m) nach rechts und damit dann auch steiler zum Joch nach oben. Auf der anderen Seite zunächst wieder gut 70 Höhenmeter runter und dann in weitem Bogen unterhalb des Öfnerkar-Abbruchs und an der Südostflanke des Großen Krottenkopfs wieder hinauf zu einer weiteren Verzweigung (2043 m). Bei der Querung der Abflüsse des Öfnerkars muss bis in den Sommer mit Schneefeldern gerechnet werden, evtl. sind sie ausgeschaufelt, man muss aber mit dem Zusammenbruch der Schneebrücken rechnen.

Hier hält man sich Richtung Jöchelspitze, sprich nach Süden unter die Westflanke der Ramstallspitze. Mit etwas auf und ab quert man nun hinüber zu einer Kante. Nach kurzem Abstieg wird ein Geröllfeld gequert und auf der anderen Seite geht es durch das Klämmle wieder hinauf. Hier liegt vermutlich die Schlüsselstelle auf dem Höhenweg zur Jöchlspitze. Die Felsstufe wird in einer breiten Rinne erklommen, Seilsicherungen könnten helfen, liegen aber oft im Weg herum. Im Fels hats mehr aus ausreichend Tritte und Griffe, allerdings liegt viel Schutt rum. Trittsicherheit müsste ausreichend sein. Oben angekommen dauert es nicht mehr lange, bis man nach links zum Karjoch (2305 m) hinauf abbiegt. Der alte Steig wird vermutlich nicht mehr oft genutzt, in der grasigen Flanke ist er teilweise verwachsen.

Im Joch wendet man sich nach links und steigt weiter über Gras an die Felsen heran. Man umgeht sie nach links auf einem Grasband in Richtung der großen gerölligen Rinne. Bevor man sie erreicht, geht im parallelen Verlauf eine schmale Rinne die begrenzenden Felsen hinauf. Sie ist sehr brüchig, klettertechnisch nicht unbedingt anspruchsvoll. Man steigt sie oben nach rechts aus und hält sich dann zunächst am besten an der Grathöhe. Vereinzelt sind Steinmänner zu sehen. Das Gelände gibt von sich aus einen recht brauchbaren Aufstiegsweg vor. Im oberen Bereich geht das Gelände von größeren Blöcken immer mehr in feinen Schotter, teilweise auf Platten über. Hier wird das Steigen nun unangenehmer, man ist nun auch schon recht weit oben, eine  gewisse Ausgesetztheit beginnt. Es gibt keinen perfekten Anstieg. Mann erreicht knapp unterhalb der Gratschneide ein breites Band, das man bequem aufsteigen kann. Vom Graskopf aus gilt es nun über zwei ausgeprägte Felsköpfe (I) den Gipfel zu erreichen, diese sind allerdings extreme Schutthaufen, man glaubt vom bloßen Anschauen könnten sie zusammenbrechen. Für einen Alleingänger nicht unbedingt das beste Gelände. Inzwischen hat der Sturm auch seine volle Stärke erreicht, ein aufrechtes Stehen auf der Schneide ist kaum noch möglich. So entschließe ich mich für eine Umkehr. Vorsichtig geht es die Flanke zurück, man muss aufpassen, dass man den richtigen Einstieg in die finale Rinne findet.

Korrektur: Unten im Thread findet sich eine einfachere Variante zum Einstieg in den Felsteil am Südrücken der Ramstallspitze, auch eine komplette Begehung bis zum Gipfel ist dort nun beschrieben.

Im Karjoch entscheide ich mich dann für den Strahlkopf (2388 m) als Ersatzgipfel. Also wieder hinab die Grasflanke queren bis zum Geröllfeld und hier vom Weg ab und hinüber wo eine Pfadspur einen Vorsprung quert. Man erreicht kurz darauf einen grasig-steinigen Rücken den man empor steigt. Oben erkennt man dann den Grat, der vom Strahlkopfabbruch zum Gipfel zieht. Der Grat ist das Ziel, er lässt sich im Gras unschwierig erreichen, zwischendurch erleichtern breite Bänder das vorankommen. Schaut man sich die Westflanke des Strahlkopfs genauer an, sieht man eine pfadartige Struktur, die von nahe des Gipfels in Richtung Höhenweg zieht. Man kann sie sich für den Abstieg merken. Nun den breiten Grat zum Gipfel mit Kreuz und Buch, imposant bricht der Strahlkopf nach Osten ab.

Für den Abstieg wie erwähnt den Pfad nehmen, er quert recht bequem die Westflanke und man kommt zu dem Grasrücken, den es vorhin hinaufging. Dort angekommen sollte man sich möglichst direkt zum Höhenweg hinunter wenden und nicht zu lange oberhalb queren, da man sonst in unangenehmen Abbrüchen landet, die abzusteigen sicher nicht so toll sind. Auf dem Höhenweg übers Klämmle zurück bis zur Abzweiung (2043 m).

Für den Großen Krottenkopf nun nach rechts ins Kelletal und auf gutem Weg bis zum Felsriegel aufsteigen. Hier helfen Sicherungen und Tritte durch das steile Gelände. Oben raus wieder leichter in die Krottenkopfscharte (2350 m). Nun nach links zunächst noch in gutem Schotter, mit steigender Höhe nehmen die Schwierigkeiten zu. Anfangs sind es abschüssige Platten, später kleinere Felsstufen (I. Schwierigkeitsgrad), die erklommen werden müssen. Über einen kurzen Grat erreicht man schließlich den höchsten Gipfel der Allgäuer Alpen. Leider war bei meinem Besuch nur die Gipfelbuchkassette oben, die Balken des Kreuzes hatten mich schon in der Flanke empfangen. Der Hintergrund: Nach 55 Jahren bekam der Krottenkopf dieses Jahr ein neues Kreuz von der Kolpingfamilie Ottobeuren und war damit ca. 1 Monat ohne Bedeckung (Bilder von der Entstehung bis zum Aufbau des Kreuzes). Abstieg auf dem bekannten Weg zurück zur Hütte.

Fazit: Die Ramstallspitze ist ein Schutthaufen für Individualisten für den man absolut trittsicher und schwindelfrei sein sollte, der Strahlkopf ein sanfter Grasberg und der Große Krottenkopf zwar leicht, aber kein reiner Wanderberg. Letztere Berge setzen ebenfalls Trittsicherheit voraus. Alle Berge haben eines gemeinsam, nämlich lohnende Ausblicke. Abgesehen vom Krottenkopf hat man oben meist auch seine Ruhe.

Impressionen vom 2. Tag.
« Letzte Änderung: 23. Sep 2013 - 22:37 Uhr von Kauk »
  • hilfreich

Online Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Re: Ramstallspitze (Versuch) - Strahlkopf - Großer Krottenkopf
« Antwort #1 am: 18. Aug 2012 - 17:17 Uhr »
Impressionen vom 2. Tag II.
  • hilfreich

Online Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Re: Ramstallspitze (Versuch) - Strahlkopf - Großer Krottenkopf
« Antwort #2 am: 18. Aug 2012 - 17:19 Uhr »
Impressionen vom 2. Tag III.
  • hilfreich

Online Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Re: Ramstallspitze (Versuch) - Strahlkopf - Großer Krottenkopf
« Antwort #3 am: 18. Aug 2012 - 17:21 Uhr »
Impressionen vom 2. Tag IV.
  • hilfreich

Online Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Großer Krottenkopf und Ramstallspitze
« Antwort #4 am: 23. Sep 2013 - 22:06 Uhr »
Tag 1: Rotgundspitze und Rappenseehütte
Tag 2: Rappenseespitze und Hochrappenkopf
Tag 3: Heilbronner Weg mit Mädelegabel und Kratzer
Tag 5: Öfnerspitze, Hornbachspitze, Rothornspitze, Jöchelspitze

Tag 4: (21.08.2013)

Damit in den Wetterbedingungen wieder Gleichstand herrscht, ließ es der Wettergott am vierten Tag grandios werden. Klarer blauer Himmel über einen Großteil des Tages mit toller Fernsicht. Genau an solch einem Tag sollte man auf den höchsten Berg einer Gebirgsgruppe steigen! Gut, das dachten andere auch, aber am Großen Krottenkopf (2656 m) war mit Sicherheit nicht der besucherreichste Tag des Jahres. Um trotzdem noch etwas Einsamkeit und Abenteuer zu genießen ging es anschließend auf die Ramstallspitze (2533 m).

Route: Kemptner Hütte - Oberes Mädelejoch - Krottenkopfscharte - Westflanke/Südflanke - Großer Krottenkopf - Retour - Klämmle - Karjoch - Südflanke - Südgrat - Ramstallspitze - Retour Kemptner Hütte

Eine Tourenbeschreibung befindet sich am Beginn des Threads, hier folgt lediglich die Erwähnung einer Variante zum Übergang aus dem Tal unter der Krottenkopfscharte in Richtung Klämmle, eine Korrektur zum Aufstieg in der Ramstallspitze-Südflanke und eine Beschreibung des Gipfelgrats an der Ramstallspitze.

Wenn man im Tal unter der Krottenkopfscharte aufsteigt oder sich am Gipfel des Großen Krottenkopfs befindet, erkannt man im Schuttkegel nordwestlich unter der Ramstallspitze eine deutlich ausgeprägte Spur oberhalb des heutigen Höhenwegs in Richtung Jöchlspitze. Da die Spur im Schutt ebenfalls in diese Richtung zieht, möchte ich versuchen ihr zu folgen. Den Abzweig vom Weg hinauf zur Krottenkopfscharte stellen seichte Pfadspuren dar. Danach wird der Weg im Schutt deutlich ausgeprägt. In zwei Schotterfeldern helfen Steinmänner bei der Orientierung, ab und zu trifft man auf alte rote Markierungen. Im Bereich der in der AV-Karte Allgäuer Alpen West von 2012 als Auf den Köpf bezeichnet ist verliert sich die Spur zunehmend im Gras, ganz vereinzelt sind an Felsen noch Markierungen. Ich habe das eine oder andere Steinmännchen gebaut. Zum Schluss steigt man über weite Bachläufe oder ähnliches hinab zum offiziellen Wanderweg. Mit dieser Variante sind wegtechnisch keine Vorteile verbunden, wer Spaß an aufgelassenen Wegen hat sollte diesen nehmen. Wobei der Normalweg landschaftlich auch nicht zu verachten ist.

Um vom Karjoch auf die Ramstallspitze zu gelangen muss wie oben beschrieben einfach über Gras an die Felsen herangestiegen werden. Oben wird in der Beschreibung auf einem Band nach links gequert und eine Rinne aufgestiegen. Dort ist das Gelände brüchig und heikel. Im Vergleich dazu nahezu komfortabel kommt man auf einer anderen Variante in den Felsbereich des Aufstiegs. Da ich im Abstieg kurz am Einstieg in die brüchige Rinne vorbeimarschiert bin, habe ich zufällig den anderen Ausstieg/Einstieg entdeckt. Man steigt auf jeden Fall bis zum Felsansatz über Gras an, doch statt nach links zu queren, geht man rechts auf einem auf einem Band leicht ansteigend hoch, bis man eine einfach Rinne bergan steigen kann. Das Gelände ist hier zwar auch brüchig und geröllig doch meiner Meinung nach deutlich einfacher. Danach orientiert man sich an der Grathöhe des Rückens nach oben und trifft bald auf die inzwischen zahlreichen Steinmänner in der Südflanke.

Am Gipfelgrat angekommen, sollte man sich nun wirklich nicht vom Bruch der Felsköpfe abschrecken lassen. Das Gelände erfordert zwar in jedem Fall Umsicht beim Steigen, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit, ist aber deutlich einfacher als zunächst gedacht. Der Grat wird zwar ersteinmal schmaler, aber es ist ausreichend Platz zum ausweichen da. Mit dem ersten Felskopf wartet auch die brüchigste Passage (I) im Aufstieg vom Grat, hier ist das Gestein vermutlich recht frisch zerborsten. Danach quert man etwas nach rechts hinaus und ist schnell oben auf dem Kopf. Man folgt immer der Grathöhe, vom Kopf hinab steigt man idealerweise über einen Riss in den Platten (I). Die Querung hinüber zum Gipfel erfolgt teilweise westlich unterhalb der Gratkante (I). Danach steht man recht schnell auf dem schuttigen Gipfel mit seinen Steinmännern und ohne Kreuz + Buch. Dafür bekundete ein, vermutlich dümmlicher, Sechzger seine Fantreue, in dem er zwei leere Plastiktüten des Vereins um Steine wickelte :down:.

Fazit: Nachdem ich im Vorjahr bei wolkigem Grau und fehlendem Gipfelkreuz auf dem Gr. Krottenkopf stand, wollte ich nun doch noch in den Genuss einer Kaiserwetter-Besteigung kommen. Dafür musste ich mir mit ca. 15 Menschen den Gipfel teilen...geschenkt, da findet jeder einen ruhigen Platz. Die Sicht ist grandios und umfassend wie auf keinem Allgäuer Gipfel, Ortler und Königsspitze konnte ich bisher nur von dort oben sehen. Mindestens ein Mal sollte man sich also bei bester Fernsicht zum Gr. Krottenkopf aufmachen, auch wenn man dabei eher nicht alleine ist. Dafür kann man ja in der Umgebung einige ruhige Gipfel ansteuern, sofern man von der Hütte aus unterwegs ist. Die Ramstallspitze ist definitiv ein lohnender Gipfel vis-à-vis vom Krottenkopf, den man so nirgends geboten bekommt. Allerdings muss man sich halt im Schutt rumplagen wollen.
« Letzte Änderung: 23. Sep 2013 - 22:29 Uhr von Kauk »
  • hilfreich

Online Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Re:Großer Krottenkopf und Ramstallspitze
« Antwort #5 am: 23. Sep 2013 - 22:08 Uhr »
Impressionen 2013 II.
« Letzte Änderung: 23. Sep 2013 - 22:13 Uhr von Kauk »
  • hilfreich

Online Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Re:Großer Krottenkopf und Ramstallspitze
« Antwort #6 am: 23. Sep 2013 - 22:10 Uhr »
Impressionen 2013 III.
« Letzte Änderung: 23. Sep 2013 - 22:14 Uhr von Kauk »
  • hilfreich

Online Kauk

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.798
Re:Großer Krottenkopf und Ramstallspitze
« Antwort #7 am: 23. Sep 2013 - 22:12 Uhr »
Impressionen 2013 IV.
« Letzte Änderung: 23. Sep 2013 - 22:14 Uhr von Kauk »
  • hilfreich

Offline Bergfex33

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 2.379
Re:Ramstallspitze (Versuch) - Strahlkopf - Großer Krottenkopf
« Antwort #8 am: 23. Sep 2013 - 22:13 Uhr »
Wunderschöne Aufnahmen, super :-L)

LG
Bergfex33
  • hilfreich

Offline FalscherHase

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 1.588
Re:Ramstallspitze (Versuch) - Strahlkopf - Großer Krottenkopf
« Antwort #9 am: 23. Sep 2013 - 22:15 Uhr »
... grandios...!  :-L)
  • hilfreich

 





aktuell online
Bilder • 35.517
Themen •   5.388
Beiträge • 48.721


IMPRESSUM
DATENSCHUTZ
FAQ

(V.14.8) © alpic.net und Autoren 2001 - 2019 nach oben