Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch  (gelesen 1744 mal)

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Offline kalle

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Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch
« am: 21. Aug 2015 - 11:50 Uhr »
Eine Tour für ausgesprochene Individualisten stellt die Dürrenberg-Runde über das Saueregg dar. Allerdings stellt sie auch große Ansprüche an den Orientierungssinn und verlangt viel Gespür für die Wegfindung, teilweise gilt es aber auch über längere Strecken weglose Passagen zu meistern. Belohnt wird man dafür mit der für die Ammergauer Alpen typische urwüchsige Landschaft und eindrucksvollen Ausblicken.

Die Strecke in Stichworten:
Urisee - Gsperr (Zwieselbachtal) - Melk - Tobel des Gehrebach - Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch - Dürrenberg Alpe - Urisee

Vom Parkplatz am Urisee (920m) aus kurz über die Straße zurück durch den Unterführungstunnel der B179 Fernpass-Straße hinab bis bei den ersten Häusern ein asphaltiertes Sträßchen (für den öffentlichen Verkehr gesperrt!) in Richtung Plansee-Werke und Stuibenfälle abzweigt. An den Werkshallen vorüber, weiter taleinwärts bis zu der Weggabelung Stuibenfälle - Zwieselbachtal. Dort geradeaus am linken Talrand an der Geschiebesperre vorüber in den Eingang des Zwieselbachtales. Eine Felswand aus porösem Kalkstein und einem Kreuz an dessen kleinem Gipfel stellt sich am Ende der Forststraße in den Weg.

Im dichten Unterholz am böschungsseitigen Wegrand erkennt man den gelben Wegweiser erst spät, hier gilt es aufmerksam zu sein. Dem kleinen, teils feuchten und rutschigen Steiglein folgend geht es zwischen der vorher genannten Felswand und dem (wegen des Waldes nicht einsehbaren) Kircheletal hinauf zu einem querenden Forstweg, welchem man bei Erreichen für kurze Zeit gegen Osten bis zu einer Kehre folgt.

Ein weiterer Wegweiser lenkt uns in Kürze über einen Steig zu der (nicht bewirtschafteten) Melk(alpe, 1205m). Ab dort abermals kurzzeitig auf einem geschotterten Alpweg zum Beginn des Tobels des Gehrebaches. Ein kurzer Stichweg führt an der den Tobel nördlich begrenzenden Flanke in das Innere des Tobels und geht bald in einen teils schon verwachsenen Steig über. Unterhalb des Pfades zeigt ein Zaun die Grenze des Weidegebietes an und soll die Tiere vor dem Absturz in die Schlucht bewahren.

Zunächst einige kleinere Nebentobel auslaufend verliert sich der Pfad zusehends und der Orientierungssinn, sowie das Gespür für die Wegfindung werden nun stark gefordert. Man sollte sich, an den in den Tobel ragenden Felskanzeln, hoch halten um zuletzt den finalen Durchstieg durch eine abgerutschte Flanke aus schieferigem Mergel (hier ist Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig) auf den Geländerücken des hier im unteren Bereich auslaufenden Saueregg zu erreichen.

Der alte Steig ist teilweise noch erkennbar, verliert sich aber immer wieder. Trotzdem kann man hier nicht fehl gehen, wenn man stets am Scheitel des Rückens gegen Osten aufsteigt. Nach etwa 200 Höhenmetern ab dem Tobel erreicht man die Sattelfläche, auf welcher in alter Zeit die Hütte am Saueregg gestanden hat. Heute wird die Weide zum Teil gemäht, wohl von Jägern wie es scheint und auf die auch ein Hochsitz und die Lecksteine an den Bäumen hindeuten. Weiter dem Rücken folgend erreicht man in Kürze den Gratkamm, welcher nach Osten und Nordosten zum Bächgraben hin abfällt.

Eine mehr oder weniger durchgängige Latschengasse führt über den Grat nach Nordwesten hinauf, über mehrere unbedeutende Köpfe (1703m) zum breiter werdenden Wiesenhang, welcher sich in seiner Fortsetzung als höchster Punkt des Dürrenbergs (1797m) aufschwingt. In selbstgewählter Steigung im Zick-Zack zu einem kleinen zerzausten und damit auffälligen dürren Bäumchen, das den weiteren Gratübergang in Richtung Sattel zwischen Dürrenberg und Koflerjoch markiert.

Ein Durchkommen durch das dichte Gehölz von verkrüppelten kleinen Fichten an der Gratkante erfordert hier etwas an Sucherei, ist aber schnell gemeistert und man trifft auf den ausgetretenen Steig, welcher uns bald über ein paar Schrofen auf den mit Kreuz bestandenen Gipfel des Koflerjoches (1861m) leitet. Nach der Gipfelrast wieder in den Sattel zurück und auf nicht zu verfehlendem Weg hinab zu der Dürrenberg Alpe. Ab dieser auf ausgeprägtem Weg direkt hinunter zurück zum Ausgangspunkt der Tour, dem Parkplatz am Urisee.

Fazit: nicht leicht was die Wegfindung bzw. Orientierung betrifft, dafür aber landschaftlich eindrucksvolle und spannende Tour im Gebiet der Dürrenberg Alpe; technisch ohne nennenswerte Schwierigkeiten
Höhenunterschied: ca. 1000m
Gesamtanstiege: etwa 1150m
Gehzeit: 6 - 7,5 Std.

Wie unschwer zu erkennen, setzt sich die Bebilderung aus den Aufnahmen zweier unterschiedlicher Touren zusammen
« Letzte Änderung: 21. Aug 2015 - 19:37 Uhr von kalle »

Offline Bergfex33

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Re: Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch
« Antwort #1 am: 21. Aug 2015 - 19:53 Uhr »
Super Tour Kalle :-L)
Ich hab mir in die Richtung auch schon Gedanken gemacht :idee:

LG
Regina
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Offline Graddler

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Re: Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch
« Antwort #2 am: 21. Aug 2015 - 20:48 Uhr »
Da hat jemand sehr genau die Karte gelesen und nach schwarzen Punkten Ausschau gehalten. Diese alten (Steig)Spuren sind immer interessant.
Mir gefallen die Bilder mit dem Anraum/Reif sehr gut!
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Offline kalle

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Re: Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch
« Antwort #3 am: 21. Aug 2015 - 21:10 Uhr »
Danke @ Regina  :)

Da hat jemand sehr genau die Karte gelesen und nach schwarzen Punkten Ausschau gehalten. Diese alten (Steig)Spuren sind immer interessant.

Ganz meine Meinung  ;D
Bin eigentlich die meiste Zeit auf den schwarz gepunkteten Strecken unterwegs, oder auch mal ganz ohne Punkte und Striche...
Das ist womöglich auch der Grund, warum meine bessere Hälfte nicht so gerne mit mir am Berg unterwegs ist  ;) ;D

Naja, muss auch zugeben, dass es schon hin und wieder auch mal nicht ganz so glatt läuft wie gedacht...  :pfeif:
« Letzte Änderung: 21. Aug 2015 - 21:14 Uhr von kalle »
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Offline Bergfex33

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Re: Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch
« Antwort #4 am: 21. Aug 2015 - 22:16 Uhr »

Naja, muss auch zugeben, dass es schon hin und wieder auch mal nicht ganz so glatt läuft wie gedacht...  :pfeif:
Damit muß man weglos immer rechnen, manchmal brauchts dann halt mehr Anläufe ;)
Aber ich sag mal Baumsäge, das erhöht die Erfolgschance gewaltig ;D

Liebe Grüße
Regina
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Offline kalle

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Re: Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch
« Antwort #5 am: 21. Aug 2015 - 22:53 Uhr »
Damit muß man weglos immer rechnen, manchmal brauchts dann halt mehr Anläufe ;)
Aber ich sag mal Baumsäge, das erhöht die Erfolgschance gewaltig ;D

Baumsäge wäre vermutlich nicht schlecht, aber was mir bei den letzten Touren oft Schwierigkeiten bereitet hat, waren die häufigen Sturmschäden. Der verfallene Steig wäre beispielsweise im Mittereckgraben an der Weitalpspitze noch zu verkraften gewesen. Die "Windwürfe" haben in dem teils elendig steilen Gelände aber dann doch immer mal wieder für eine Zitterpartie beim Übersteigen eben dieser gesorgt.
Ich für meinen Teil ordne diesen "Steig" zumindest für mich nicht mehr als gangbar ein.  :-X  ;D
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Offline Bergfex33

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Re: Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch
« Antwort #6 am: 21. Aug 2015 - 23:03 Uhr »
Ja, der Steig war letztes Jahr im Herbst schon nach dem Sturm kaum noch auffindbar. Habs gepostet. :PC:
Jetzt wohl noch übler. :down:
Benito und ich würden uns wohl bereit erklären mal mit der Kettensäge hoch zu steigen und den Steig frei zu sägen.
Nur weiß ich nicht wem der Bergwald unterliegt.
Wenn es die Bundesforste sind, hab ich da besten Kontakt.
Ich werd da die nächsten Tage mal anrufen.

LG
Regina
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Offline berto

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Re: Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch
« Antwort #7 am: 30. Aug 2015 - 11:59 Uhr »
Guten Morgen Kalle!
Habe gerade Deine Tour in Gedanken nachverfolgt. Dieser Stein als Trigonometrischer Punkt,
war das nicht früher ( lange her ) ein Holzgestell?
Gruß Berto
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Offline kalle

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Re: Saueregg - Dürrenberg - Koflerjoch
« Antwort #8 am: 30. Aug 2015 - 12:19 Uhr »
Wohl eher nicht, zumindest ist auch in diesen Stein (wie auch bei beinahe allen anderen in dieser Gegend) die Jahreszahl 1844 eingemeißelt. Vermutlich wird dieser Stein somit auch aus dieser Zeit stammen.

Werde da aber nochmal meine Bücher dazu befragen  :-L)
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