Schartschrofen - Hallerschrofen - Läuferspitze  (gelesen 3006 mal)

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Offline Kauk

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Schartschrofen - Hallerschrofen - Läuferspitze
« am: 25. Okt 2012 - 22:03 Uhr »
Vorgestern bot sich mir die einzige, kurze Gelegenheit in den Genuss des tollen Herbstwetters zu kommen. Am Nachmittag gings ins Tannheimer Tal, um im kurzen Tageslichtfenster schnell auf den Schartschrofen (1968), dann über den Hallerschrofen (1934 m) und schlussendlich zum Sonnenuntergang auf die Läuferspitze (1958 m).

Route: Parkplatz Bergbahn - Gessewangalpe - Hallergehrenjoch - Schartschrofen - Hallergehrenjoch - Südgrat - Hallerschrofen - Nordwestgrat - Scharte vor der Läuferspitze - Ostwändchen - Läuferspitze - Füssener Jöchle - Parkplatz

Ausgangspunkt der Tour ist der kostenlose Parkplatz an der Talstation der Gondelbahn Füssener Jöchl. Man folgt dem Fahrweg im Pistenverlauf und der Beschilderung Richtung Füssener Jöchle. Vor der markanten Brücke über den Logbach (1336 m) folgt man dem Fahrweg an der Kreuzung nach rechts in Richtung Adlerhorst. Bevor man diesen erreicht, an einer weiteren Kreuzung links weiter zum Füssener Jöchle. Man befindet sich nun auf dem Fahrweg zur Gessewangalm, die Serpentinen sind teilweise auf kurzen, markierten Wanderwegen abzukürzen. Meiner Meinung nach ist dieser Fahrweg bis komplett zur Alm noch nicht sehr alt, in der neuen AV-Karte Tannheimer Berge ist der Verlauf richtig drin, älteres Kartenmaterial wird hier ungenau sein.  Kurz darauf ist man an der Gessewangalm (1581 m) angelangt.

Hinter der Alm folgt man dem Wanderweg über den Rücken zum Wald hinauf, durch diesen hindurch und oben auf Stegen durch eine feuchte, freie Wiesenfläche. Bald gelangt man an die Kreuzung mit dem Weg, der vom Füssener Jöchle herüberzieht. Zunächst noch kurz in der Flanke unter dem Hallerschrofen aufwärts, bevor der Weg nach Süden zu einem Riegel quert, den man in Kürze erklimmt. Danach in etwas auf und ab unters Hallergehrenjoch (1851 m) und dort hinauf. Hier nun rechts ab und auf den Gipfel des Schartschrofens. Von hier oben hat man eine tolle Sicht ins Tannheimer Tal und auf die Nordseiten der Tannheimer Hauptgipfel.

Nach dem Abstieg zurück ins Joch folgt man nun dem Kammweg, der einen übers Reintaler Jöchle zum Füssener Jöchle bringen würde. Durch dichte Latschen verläuft der Weg bis an den kurzen Südgrat hinauf zum Hallerschrofen. Man weicht den Latschen unschwierig aus und ist schnell auf einem kleinen vorgelagerten Kopf. Über brüchiges Gestein wird eine breite Rinne gequert, die man dann zum Wanderweg wieder absteigen könnte. Oben am Gipfelaufbau hat man den höchsten Punkt noch nicht erreicht, man steigt wenig zu einer zugewucherten Latschengasse ab, sie hindurch, drüben wieder hinauf und wer noch Lust hat auf den zugewachsenen Gipfel.

Der geschickteste Abstieg ist der Nordwestgrat hinab in die Scharte vor der Läuferspitze, wo man auch wieder den Wanderweg erblickt. Zunächst auf guten Tritten vom Gipfel hinab zu einem kurzen Abbruch, der sich mit etwas Latschenbehinderung durch die Rinne (kurz I) absteigen lässt. Danach im Geröll runter und unter den Latschen zum Grat zurückqueren. Man steigt ihn hinab zu Scharte, die beiden Abbrüche werden in Abstiegsrichtung links (westlich) umgangen.

In der Scharte dann auf den Wanderweg und über ihn hinauf zur Läuferspitze. Oben wird das ganze kurz unangenehm bröselig. An einem Gedenkkreuz die Felsen links umgehen und hinauf zum Wändchen mit der Kette (II, kleine Tritte, abgespeckt). Wer nicht über dieses Wändchen will bzw. so wie ich eine neue Variante sucht, der steigt auf der anderen Seite hinab zum Blockfeld (hierher auch auf der Variante der FT-Jungs). Man steht nun unter der höheren, fast senkrechten Ostwand, die sich mit glattem Fels verteidigt. Ungefähr in der Mitte spaltet ein enger Kamin die Wand und bietet eine steile Aufstiegsmöglichkeit (gut II). Im Anschluss gelangt man an eine gut gestufte Rampe, die nach links oben führt (I oben raus nochmals an II heran, etwas abdrängend). Hier erreicht man dann auch wieder die Sicherungsketten, die zum nahen Gipfelkreuz leiten. Abgestiegen wird kurz über den Nordgrat (I) und in der Nordwestflanke, im Abstieg sind einige Passagen drahtseilversichert. Im Füssener Jöchle (1818 m) dann über die Piste auf einem Fahrweg hinab zur Talstation.

Fazit: Eigentlich kurze und leichte Spritztour mit einer Vielzahl an Variationsmöglichkeiten zur Verlängerung, in der Saison mit Sicherheit auf Grund der Bergbahn überlaufen. Ruhe findet man dann eher auf dem Hallerschrofen und auf der Läuferspitze, deren Gipfelbuch trotz der Nähe zur Bahn nun 2 Jahre gehalten hat. Das Publikum wird es wohl auf dem Höhenweg zum Schartschrofen oder zur Großen Schlicke ziehen.

Für den Hallerschrofen ist Trittsicherheit nötig, an der Läuferspitze aus Süden kommend dazu noch Klettererfahrung und Schwindelfreiheit. Auch die seilversicherte Wand ist nicht für Gelegenheitsbergsteiger geeignet.

Anbei wie immer die Impressionen der Tour.
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Offline Kauk

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Re: Schartschrofen - Hallerschrofen - Läuferspitze
« Antwort #1 am: 25. Okt 2012 - 22:04 Uhr »
Impressionen II.
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Offline Kauk

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Re: Schartschrofen - Hallerschrofen - Läuferspitze
« Antwort #2 am: 25. Okt 2012 - 22:06 Uhr »
Impressionen III.
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Online Bergfex33

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Re: Schartschrofen - Hallerschrofen - Läuferspitze
« Antwort #3 am: 27. Okt 2012 - 15:27 Uhr »
Wieder eine schöne Tour von Dir, fein. :-L)
Und super Pics.
Vielen Dank für den Tourenvorschlag.

VG
Regina
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Offline Christo Hutschel

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Re:Schartschrofen - Hallerschrofen - Läuferspitze
« Antwort #4 am: 04. Okt 2013 - 11:48 Uhr »
Leichter Einsteigerklettersteig. Vom Schartschrofen (nach angenehmer Benutzung der Bahn) leider im Abstieg manchmal unangenehm in eine schottrige Rinne. Überstieg auf Grat = Schlüsselstelle. Der weitere Anstieg auf die Rote Flüh (hochalpin, jedoch deutlich leichter-abgesehen von ein paar ungesicherten Stellen) entschädigt so sehr, dass er daraus eine der schönsten Touren im Allgäu zaubert. Abstieg von Rote Flüh in Judenscharte durch Seilgeländer total entschärft. Eine grandiose Bergfahrt.
Hier mein Video dazu, auf dem die Schwierigkeiten deutlich ersichtlich sind:
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