Außerfern/Allgäu-Portal

alpin => Sommer/Herbst in den Bergen => Thema gestartet von: mark am 15. Jul 2007 - 21:50 Uhr

Titel: Schneck Spezial (Allgäuer Alpen) anspruchsvolle Tagestour ab Hinterstein
Beitrag von: mark am 15. Jul 2007 - 21:50 Uhr
Wir haben ebenfalls dieses herrliche Wetter ausgenutzt und sind Samstag um 03:30 Uhr mit dem Auto Richtung Hinterstein gestartet. Am Parkplatz vor Hinterstein beim E-Werk haben wir die Fahrräder startklar gemacht und sind zum Giebelhaus geradelt. Von dort weiter auf der Fahrstrasse zur Point-Hütte und weiter zum Himmelecksattel. Dort gönnten wir uns eine kleine Pause und genossen den wundervollen Blick auf die Höfats.

Vom Himmelecksattel ging es auf den Schneck Vorgipfel und direkt weiter über eine ziemlich ausgesetzte Gratschneide und in leichter Kletterei auf den Hauptgipfel. Hier gab’s dann erstmal was zu vespern ;D

Beim Rückweg bogen wir ca. 300m vor dem Himmelecksattel, etwas oberhalb eines Felsbrockens nach links und hielten immer auf den Fuß der Schneck Ostwand zu. Direkt am Fuße der Ostwand geht es über den Grat der Zwerchenwand zum Schnecksattel. Hier beginnt der schmale Grat über die Rotköpfe. Bis zum Südgipfel ist der blumenreiche Grat etwas ausgesetzt aber noch bequem zu gehen.

Der Übergang zum Hauptgipfel führt über eine ca. handbreite Gratschneide in brüchigem Fels die an Ausgesetztheit nicht zu übertreffen ist und nur wenig Trittmöglichkeiten bietet. Kurz darauf ist ein ebenfalls sehr ausgesetztes Stück abzuklettern, die Trittmöglichkeiten sind auch hier sehr begrenzt, und im Aufstieg wäre diese Passage sicherlich einfacher zu machen.  Von hier aus unschwer weiter auf dem schmalen Grat zum Hauptgipfel. Dort gönnten wir uns wieder eine wohlverdiente Pause und machten ausgiebig Brotzeit, direkt unter uns steht die kleine Bergwachthütte. Der Blick nach vorne auf das Wildenmassiv und die Hochvogelgruppe sind einfach unbeschreiblich, hinter uns die Höfats und neben uns der Schneck und auf der anderen Seite das Nebelhorn und der Hindelanger Klettersteig bis zum großen Daumen....einfach Wahnsinn!

Von hier aus dann weiter zum Nordgipfel, der über steile Grasstufen erklettert wird. Auf der anderen Seite hinunter zum Laufbacherecksattel und direkt wieder nach oben auf das Laufbacher Eck. Hier gönnen wir uns noch mal eine kleine Pause und schauen uns von oben den geplanten Abstieg weglos zur Rothtennhütte an. Dieser beginnt am Sattel zwischen Laufbachereck und Lachenkopf und bereitet keine größeren Schwierigkeiten. An der Hütte angekommen über ein Steiglein zur Plättele Alp und weiter auf einer Fahrstrasse zum Giebelhaus.  Hier zerrten wir unsere Räder aus dem Gebüsch und freuten uns auf die Talfahrt Richtung Hinterstein.

Fazit: Eine herrliche Tour etwas abseits von markierten Wegen, mit einer unbeschreiblichen Blumenvielfalt und grandiosen Aussichten. Es sollte noch erwähnt sein, dass so etwas nur für jemanden ist der absolut schwindelfrei ist und eine gewisse Kletterfertigkeit im 2.Grat und Sicherheit in extrem ausgesetztem Gelände und Steilgras mitbringt. 

Wie immer gibt es demnächst auf unserer Seite eine ausführliche Beschreibung mit noch mehr tollen Bildern. Wer den Newsletter hat bekommt automatisch Bescheid.

Bild 1: Blick auf den Giebel auf der Talstrasse Richtung Giebelhaus
Bild 2: Höfats vom Himmelecksattel

Gruß Mark
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: mark am 15. Jul 2007 - 21:54 Uhr
Bild 3: Aufstieg zum Schneck, links der Vorgipfel, rechts der Hauptgipfel
Bild 4: Großer Wilder vom Schneck Vorgipfel
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: mark am 15. Jul 2007 - 21:58 Uhr
Bild 5: Schneck Hauptgipfel vom Vorgipfel, links sieht man einen Teil des Grats über die Rotköpfe
Bild 6: Rückblick vom Hauptgipfel des Rotkopfs Richtung Südgipfel. Fast ganz rechts die extrem ausgesetzte Gratschneide, und dann der kurze ausgesetzt Abschwung zum abklettern
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: mark am 15. Jul 2007 - 22:00 Uhr
Bild 7: Oli kurz vorm Hauptgipfel, im Hintergrund der Hochvogel
Bild 8: Blick zum Schneck bei unserer Gipfelrast
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: mark am 15. Jul 2007 - 22:02 Uhr
Bild 9: Nochmal Blick zum Hochvogel
Bild 10: Auf'm Radel
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: Schrofenkraxler am 15. Jul 2007 - 22:46 Uhr
Tolle Tour und super Bilder  :-L) :-L) Das spricht mich auch an. Was sollte man denn in Sachen Schwindelfreiheit und Kraxeltalent mitbringen wenn man den Schneck ersteigen will?

Gruß,
Mathias
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: Mimo am 16. Jul 2007 - 06:29 Uhr
Hallo Mark!

Ja das ist wirklich eine besondere Tour, genau wie ihr sie gemacht habt mit der anschließenden Überschreitung der Rotköpfe! Sie schwirt mir nach Boris Laufenbachereck Spezial Bericht schon durch den Kopf und ich hoffe sie in diesem Sommer auch machen zu können!!

Ab Dienstag bin ich endlich mal wieder unterwegs im Lechtal! Ferienzeit! Ich freue mich drauf!!!

Liebe Grüsse
Michael
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: oliver am 16. Jul 2007 - 06:55 Uhr
Nachtrag: Tolle Tour mit tollen Bildern - fehlt nur noch ein Bild von Mark: hier auf dem Grat der Rotköpfe (im Hintergrund rechts das Laufbacher Eck).
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: kalle am 16. Jul 2007 - 14:37 Uhr
Hallo Mark und Oliver!

Sehr interessante Sache, die ihr beiden da gemacht habt. Gratulation zu einer wohl nicht alltäglichen Tour :-L)

Gruß
Kalle
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: mark am 16. Jul 2007 - 16:36 Uhr
Tolle Tour und super Bilder  :-L) :-L) Das spricht mich auch an. Was sollte man denn in Sachen Schwindelfreiheit und Kraxeltalent mitbringen wenn man den Schneck ersteigen will?

Gruß,
Mathias

Hallo Mathias,
um auf den Schneck zu kommen sollte man auf jedenfall 100% schwindelfrei sein, denn Fehler oder zittrige Knie kann man sich hier nicht erlauben. Die Kletterpassage ist im 1. Grad, das ist der erste Felsaufschwung zum Hauptgipfel wie auf Bild 3 zu sehen. Der ist schon etwas ausgesetzt bietet aber gute Trittmöglichkeiten und ist nicht zu steil. Danach folgt ein ca. 3 m langes wagrechtes Stück, der Grat ist anfangs vielleicht noch 30cm breit und schnürt sich dann bis auf eine handbreit zusammen....Trittmöglichkeiten unterhalb des Grates sind auf der rechten Seite nur spärlich vorhanden....die linke Seite würde ich nicht empfehlen. Diese Passage dürfte aufgrund der Ausgesetztheit nach beiden Seiten schon im oberen 1er Bereich liegen. Wer sich hier unsicher fühlt, sollte dann lieber die herrliche Aussicht vom Vorgipfel genießen. Danach unschwierig zum Gipfel. Bei unserer ausführlichen Tourbeschreibung auf unserer Seite - die noch ein paar Tage in Anspruch nimmt - werden wir auch nochmals ausführlich und mit Bildmaterial auf diese Schlüsselstellen eingehen.
Gruß Mark
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: Schrofenkraxler am 17. Jul 2007 - 21:51 Uhr
Hallo Mark,

nach Deiner Beschreibung sollte das dann machbar sein. Schwindelfrei bin ich (glaub ich zumindest  ;D) und leichte Kletterei macht mir eigentlich immer Spaß. Das wichtigste aber ist die tolle Tour. Die Bilder sehen ja wirklich vielversprechend aus  :-L)!


Gruß,
Mathias
Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: oliver am 30. Jul 2007 - 15:55 Uhr
so, die Tourbeschreibung ist auf unseren Seiten nun auch ONLINE  (http://hhttp://www.wanderpfa.de/1/index.php/tour-16-schneck-spezial) verfügbar:

Schneck mit Überschreitung Rotkopf bis zum Laufbacher Eck  (http://www.wanderpfa.de/1/index.php/tour-16-schneck-spezial)

beste grüße
oliver

p.s.: hier nochmal eine kleine Impression von der herrlichen Tour:
(http://www.wanderpfa.de/1/images/touren/tour16/schneck1358abig.jpg)

Titel: Re: Schneck Spezial
Beitrag von: kalle am 30. Jul 2007 - 19:32 Uhr
Wirklich beeindruckend, was ihr da geleistet habt :o

Sehr schöner Bericht und noch schönere Bilder :-L)

Gruß
Kalle
Titel: Schneck-Genusstour ohne Spezial
Beitrag von: Kauk am 11. Sep 2012 - 00:07 Uhr
Für mich gings letzten Freitag (07.09.) auf den Schneck (2268 m): Wetter super, Sicht super...sogar frisch aufgeblühte Blumenwiesen mit Margeriten und massenhaft Alpenglockenblumen waren geboten.

Geparkt habe ich in Hinterstein Auf der Höh, für diesen Parkplatz muss ich mal eine Lanze brechen...für den Tagespreis von 2,50€ bekommt man sogar ein warmes Klo in aller Herrgottsfrühe :bravo. Ein Rad ist auf dieser Tour Gold wert. Da die Straße bis zur Pointhütte (1319 m) durchgehend geteert ist, spielt das Genre des selbigen kaum eine Rolle. Bereits im Aufstieg spart man massiv Zeit, auch wenn man das Rad nach dem Giebelhaus größtenteils schiebt...hinab ist es dafür umso angenehmer als der Hatsch auf steiler Teerstraße.

Der Weg hinauf zum Himmelecksattel (2007 m) ist unschwierig, allenfalls bei Nässe unangenehm schmierig/dreckig. Auch der Weiterweg auf dem schmalen Pfad zum ersten Graskopf ist leicht. Danach wirds auf dem Weg zum Vorgipfel (2259 m) etwas steiler und anspruchsvoller.

Vom Vorgipfel zum Hauptgipfel konzentrieren sich bekannterweise die Schwierigkeiten. Mein persönlicher Eindruck: Vorallem nach Westen sehr ausgesetzt, extreme Tiefblicke in die Westflanke...nach Osten das ganze etwas moderater, da es nicht direkt in den kompletten Abgrund geht. Schwindelfreiheit und Trittsicherheit sind unverzichtbar.

Der schrofige Auffschwung sieht von Weitem deutlich problematischer aus, als er nachher ist. Es gibt aussreichend gute Tritte und Griffe (I), der Grat ist breiter und weniger Steil als von Fern gedacht. Im Anschluss schnürt sich der Grat immer weiter zusammen, auf der Ostseite gibt es ca. 1 Meter unterhalb einige gute Trittspuren. Lediglich die kurze, wirklich schmale und senkrecht stehende Schuppe könnte ein ernsthaftes Hindernis sein. Hier muss man einfach probieren, wie man am besten drüber kommt. Im Prinzip sind die vorhandenen Tritte ausreichend um das ganze im Endeffekt leichter zu machen als es den Anschein hat. Der Weg zum Gipfel ist wieder deutlich einfacher, ausgesetztes Gehgelände. Wer sich nicht sicher ist, ob er das ganze wieder zurückkommt: Der Rückweg fühlt sich subjektiv leichter an, die Schlüsselstelle geht in dieser Richtung viel besser.

Zum Schluss noch ein paar Impressionen.

Titel: Re: Schneck-Genusstour ohne Spezial
Beitrag von: Kauk am 11. Sep 2012 - 00:10 Uhr
Impressionen II.