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Zwiesel  (gelesen 1186 mal)

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Offline kalle

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Zwiesel
« am: 16. Okt 2015 - 00:23 Uhr »
Einige Wege am Zwiesel (nördlich des Plansees) sind zwar in den Karten noch verzeichnet, verwachsen aber zusehends und sind gerade in den unteren Bereichen nur noch schwer erkennbar. Das Gebiet ist als solches sehr weitläufig und einige Steige schon durch die Latschen zugewuchert. Ich habe in den letzten Jahren die meisten der Wege begangen bzw. bei einigen versucht sie zu begehen.

Trotz seiner recht unscheinbaren Erscheinung aus dem Reuttener Talkessel, kann auch der Zwiesel mit einem ammergauertypischen urigen und knorrigen Charme aufwarten.

Die "reguläre" Runde startet man am besten bei der oder in der Nähe von der Kapelle am Frauenbrünnele. Es stehen hier einige Parkmöglichkeiten zur Verfügung (Einfahrten Forstwege mit einigen Stellplätzen für PKW´s). Unmittelbar nach der Brücke über den Archbach (Blickrichtung Plansee) in den Forstweg einbiegen und diesem für etwa eine viertel Stunde folgen. Dort wo sich rechts des Weges eine kleine, sumpfige Fläche aufweitet führt ein, je nach aktuellem Bewuchs, kaum sichtbarer Pfad rechterhand die Böschung quer hinauf. Noch etwa für weitere 50 Meter Gehstrecke den Hang querend, steigt man durch eine Waldschneise direkt bergan. Das Gelände steilt schnell auf, jedoch wird im oberen Bereich der Weg besser sichtbar. Alte Stahlseile (vermutlich von einer Holzbringungsaktion übrig geblieben) liegen zwischen den Bäumen und über einen etwas bröseligen Absatz auf eine etwas ebenere Geländestufe. Hier heißt es aufpassen, weil in diesem Bereich der Weg nach Osten schwenkt und recht flach durch ein paar gutmütige Tobel zu der Lichtung mit der Trögleshütte (eine frühere Schneeschuhtour im westlichen Teil des Zwieselkammes zu Schelleleskopf und Tröglerhütte) führt.

Von der Hütte den Hang hinaufschauend, geht es ein paar Meter nach links in Richtung eines Wegkreuzes zum weiterführenden Weg. Der Steig wird aber erst sichtbar, wenn man in dessen Nähe gelangt. Hat man ihn aber gesehen kann man ihn die nächste Zeit auch eher nicht mehr verlieren. In moderater Steigung gegen Ostsüdost auf eine Lichtung, dort schauen nicht zu hoch zu kommen um etwa auf Höhe des unteren Drittels wieder in den Wald auf der gegenüberliegenden Seite zu gelangen, wo der Pfad dann auch wieder sichtbar sein sollte. Die Richtung beibehaltend geht es knapp oberhalb der Abbrüche des Rauchtales ohne nennenswerte Steigung durch dichter werdenden Wald hinaus zu der Hölltal-Jagdhütte.

Wer die Runde ab hier schließen will, folgt dem Steig entlang der Hölltalkante hinab, wo er noch gut sichtbar ist. Erst im unteren Drittel oberhalb der Planseestraße ist der Wildwuchs wieder stärker und die flache Passage gegen Westen hinab zum Hotel Seespitze nicht immer eindeutig zu erkennen. Ab und an muss man etwas suchen, sollte aber gerade von oben kommend durchaus in der Lage sein, den Pfad doch zu erkennen. Der Rückweg kann dann entweder direkt an der Straße erfolgen oder man geht über die Fußbrücke am Kanal und nach rechts über den Forstweg zurück zum KFZ.

VARIANTEN:
Schelleleskopf - Trögleshütte

Auf einem recht gut sichtbaren Steiglein weiterhin an der Abbruchkante des Hölltales bergauf, mehrere Geländestufen und bald durch Latschenfelder in den kleinen Sattel östlich des Schellelekopfes, welcher lediglich eine unbedeutende Erhebung im Zwieselkamm darstellt und nur knapp über die umstehenden Fichten hinaus ragt. Hier wären zwei Optionen möglich, wobei ich zunächst die erweiterte Runde über den Lärchboden in kurzen Worten erläutern möchte.

Über den Schelleleskopf also hinweg stets am Gratrücken oder knapp links davon über Böden und durch Latschengassen gegen Westnordwest. Bei den Latschengassen ist dann schon wieder etwas Aufmerksamkeit erforderlich. Bald hinter dem Schelleleskopf erreicht man einen Absatz, welcher durch einen leicht nach rechts ausholenden Bogen über ein paar leichte Schrofenstufen genommen wird, danach wieder direkt am sich weiter verengenden Grat hinab zu einer Einzäunung einer Aufforstungsfläche. Von dort hart gegen Süden durch recht steilen Wald zu der im Aufstieg passierten Trögleshütte und auf bekanntem Pfad zurück zum Auto.

Hochjoch - Soldatenköpfe - Widdereggalpe

Ab der Wegverzweigung am Schelleleskopf zunächst durch lichten Wald gegen Osten und durch Latschenfelder auf teilweise ordentlich ausgeschnittenem Pfad in die Nordflanke wechselnd, gilt es ein paar bröselige Runsen zu absolvieren. Die Latschen geben aber stets ordentlichen Halt und man kommt gut voran. Wenn man nicht aufpasst versäumt man hier den "Einstieg" in den Latschengang, welcher zum höchsten Punkt des Zwieselberges, dem Hochjoch, führt. Sollte man ihn dennoch versäumen, wäre das aber keine allzu große Tragödie, da man schon über eine ordentliche Körpergröße verfügen muss um am "Gipfel" überhaupt aus den Latschen hinausblicken zu können.

Ordentliche Ausblicke ergeben sich später noch, wenn man dem vorher genannten Steig weiter folgt und bald in den Sattel südlich der Soldatenköpfe gelangt. In der Kompass-Karte ist ein direkter Anstieg über den Grat eingezeichnet. Ich habe diesen jedoch, trotz intensiver Suche und einigen Abschürfungen nicht mehr auffinden können. Statt dessen folgt man besser in einer S-Schleife dem nicht immer tadellos sichtbaren Pfad in Richtung Norden hinab und umgeht zunächst die Soldatenköpfe in der Nordflanke um sie dann, nach Wiederankunft am Gratrücken von Norden her zu erreichen. Auch hier gilt es wieder, sich den besten Durchgang durch die Latschenfelder zu suchen, was aber bei etwas Gespür dafür recht gut gelingt.
Hier eine weitere, kurze Beschreibung des östlichen Teils des Zwieselkamms von WS86

Widdereggalpe - Hotel Forelle (Plansee)

Von den wenig imposanten, dafür aber ammergauertypisch urigen Soldatenköpfen wieder hinab zum vorgenannten Steig, durch lichte Wälder und bald flacher werdende Böden bis zu einer Markierung, welche den Weg durch die Nordflanke des Widderegg´s hinab zum Fahrweg (Altenbergweg) anzeigt. Zuvor kann man aber noch über eine weitläufige und scheinbar von den Jägern gemähte Lichtung im Linksbogen zu der Widdereggalpe hinab wandern. Anschließend auf selbem Weg zurück zu der Markierung und auf gut sicht- und auch gangbarem Pfad durch vorher genannte Flanke zum Fahrweg hinunter. Dort angekommen folgt noch ein Spaziergang über die breite Forststraße hinaus zum Hotel Forelle am Plansee. Wer früh genug dran ist, kann mit einem Schiff der Plansee-Schifffahrtsgesellschaft zurück zu der Seespitze fahren oder wer noch über genügend "Power in den Knochen" verfügt, wandert über den Höhenweg (knapp oberhalb der Fahrstraße) zurück zum Ausgangspunkt.

Spezialvariante Ostflanke Soldatenköpfe

Eine sehr individuelle Variante bildet die Ostflanke der Soldatenköpfe. Darauf aufmerksam geworden bin ich bei einer Tour durch das Sacktal und über die genau gegenüberliegenden Spießwände, von welchen man eine markante Latschengasse ausmachen kann.

Den Startpunkt stellt hier der Nahbereich des Hotel Forelle bzw. die Reuttener Fraktion Plansee dar. Von dort also zunächst über den etwas weiter oben erwähnten Altenbergweg oder auch als Fürstenweg in den Karten benannten Fahrweg taleinwärts. Etwa auf Höhe 1050 Meter ü.M. zweigt ein kleinerer Forstweg nach links ab. Diesem folgend bis etwa zum Scheitelpunkt, dann frei gegen Westen durch den zunehmend steiler werdenden Wald. Die Flanke schnürt sich immer mehr zusammen und geht bald in einen recht ausgeprägten Geländerücken über, teils hart an der Abbruchkante eines jäh abfallenden nordseitigen Tobels. Eine ziemlich steile Stufe erklimmt man unter Zuhilfenahme einer Wurzel eines an der Kante stehenden Fichtenbaumes (da könnte man kurzzeitig schon fast von einer klettertechnischen Schwierigkeit von etwa dem I. Grad sprechen). Danach legt sich das Gelände wieder etwas zurück und geht bald in eine Art breite Rinne über, die allerdings gut zu gehen ist.

Ein Abbruch an der linken Seite wird am oberen Ende von einer Gruppe windzerzauster Fichten begrenzt. Dort ist dann auch der "Einstieg" in die Latschengasse angesiedelt. Die Gasse ist, wie von der gegenüberliegenden Talseite ja schon auszumachen war, tatsächlich ziemlich ausgeprägt und von der Orientierung her problemlos zu machen. Beim Übergang in den Fichtenwald wird es mit der Wegfindung dann wieder kniffliger. So muss man für etwa 50 Höhenmeter weiter direkt dem Übergang Wald-Latschenfeld folgen und an einem wenig ausgeprägten Geländekopf den noch weniger ausgeprägten Pfad ausfindig machen. Dieser zieht leicht fallend in eine südlich ausgerichtete Waldflanke und geht teilweise in Latschengassen über, bei denen hin und wieder auch kleinere "Turneinlagen" erforderlich sind um hindurch zu schlüpfen. Dann noch eine gutmütige Runse überqueren und kurzzeitig wieder aufwärts strebend in einen Sattel, welcher schon in der Zwieselbeschreibung am Übergang vom Hochjoch in Richtung Soldatenköpfe erwähnt wurde. Eben jener mit der folgenden, abwärtsführenden S-Schleife.





« Letzte Änderung: 21. Okt 2015 - 19:06 Uhr von kalle »
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Offline Bergfex33

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Re: Zwiesel
« Antwort #1 am: 31. Okt 2015 - 15:00 Uhr »
Wir sind gestern in etwas abgewandelter Variante auf den Schellesberg und anschließend rüber zu den Soldatenköpfen.
Geparkt hatten wir bei am Anfang des Forstweges der kurz nach dem Frauenbrünnele nach links abzweigt.
Von dort wie schon Kalle beschrieben hat zur Tröglerhütte.
Dort wo unten am Forstweg die Stromleitung über den Kleinen Plansee führt zweigt beim ersten Strommasten der Pfad nach rechts den Hang hoch ab.
An der Tröglerhütte gabs eine kurze Rast, es war so schön, da in der Sonne zu sitzen und die Berge betrachten.
Dann gings weiter. Erst mal zum Kreuz von da den gut sichtbaren Steig gefolgt bis man an eine große neu bepflanzte Lichtungkomt.
Hier haben wir uns an den oberen Rand gehalten und sind einer kaum sichtbaren Spur gefolgt. Hier dürften ruhig ein paar mehr gehen.  Erst sanft ansteigend, später immer auf gleicher Höhe ging es durch schönen lichten Wald, bis wir dann wieder auf einer Lichtung auf den Weg trafen, der von der Seespitz herauf führt. Von hier sind es dann nur noch wenige Meter bis zum recht platten Gipfel des Schelleskopfes. Weiter gings dann unterm Hochjoch durch auf gutem Steig und rüber zu den Soldatenköpfen.
Hier haben wir dann die Spur verloren und haben uns mühsam durch die Latschen gezwängt. Erst am Gipfel haben wir dann den kleinen Pfad wieder gefunden.
Und weil sich beim Abstieg wieder eine Latschengasse recht einladend öffnete konnten wir nicht widerstehen und landeten bald darauf wieder im Latschengewirr.
Endlich waren wir dann unten auf dem Weg, der zum Altenbergweg führt. Dem sind wir ein Stück gefolgt und dann zur Widderegg Alpe abgezweigt.
Dort gabs dann wieder eine Rast in der Sonne.
Anschließend kam der Teil, der die Tour etwas abenteuerlich anhauchte. Wir sind weglos runter zum Bach abgestiegen.
Der Fostweg der beim Frauenbrünnele beginnt führt um die Westseite und halbe Nordseite des Zwieselbergs bis hin zum Widdereggbach.
Zu dem wollten wir runter.
Man muß es sich von oben gut anschauen und einprägen, denn das Gelände wird unten recht steil und unangenehm.
Wir wußten zwar wo der Weg etwa war, aber bis wir unten waren, war der ganze Taleinschnitt im Nebel und das hat die Sache nicht leichter gemacht.
Wir sind dann auch nochmal etwas aufgestiegen und weiter nach rechts gequert und dann wieder runter und sind genau da rausgekommen wo der Weg über den Bach führt.
Keine Menschenseele unterwegs, es war einfach nur schön.
Nächstes Jahr nehmen wir dann das Hochjoch auch noch mit, und eine Baumsäge ;D

LG
Bergfex33
« Letzte Änderung: 31. Okt 2015 - 16:39 Uhr von kalle »
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