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Christoph Hainz, Nur der Berg ist mein Boss  (gelesen 110 mal)

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Offline Gipfelsammler

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Christoph Hainz, Nur der Berg ist mein Boss
« am: 23. Jul 2019 - 19:59 Uhr »
Christoph Hainz
mit Jochen Hemmleb:
Nur der Berg ist mein Boss

Das Leben des Südtiroler Extremkletterers und Bergführers
Tyrolia-Verlag, Innsbruck, Wien 2019, 272 Seiten, € 24,95

Christoph Hainz? Nie gehört! Wie gibt es das, obwohl Christoph Kammerlander im Nachwort über ihn sagt "An Dir hat mir stets Deine Vielseitigkeit und die Professionalität imponiert, mit der Du in jedem Gelände unterwegs warst." Und einen Kammerlander zu beeindrucken, dazu gehört ja wohl schon einiges.
Und das nächste Bemerkenswerte ist das Vorwort. Es stammt immerhin von keinem Geringeren als Frank-Walter Steinmeyer, seines Zeichens Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland und seit Jahren Kunde des Bergführers Christoph Hainz.

Das macht neugierig auf den Menschen, der sich hinter dem Namen verbirgt. Und das ist etwas, das gut gelungen ist, den Menschen zu beschreiben, dessen Lebensweg im Mittelpunkt des Buches steht. So werden in den ersten Kapiteln die Ursprünge des Bergbauernkindes aus einem Seitental des Tauferer Ahrntals beschrieben und das Entstehen seiner Leidenschaft zu den Bergen.

Man versteht, warum so ein Mensch kein Lawinen-3x3 braucht. Allein durch die Beobachtung der gegenüber liegenden Berge sammelt sich im Laufe der Jahre so viel an Erfahrung an, dass das Erkennen der Gefahr in Fleisch und Blut überzugehen scheint - faszinierend.

Heimatverbunden und bodenständig, so präsentiert sich Christoph Hainz zunächst, bis ihn Sturm und Drang aus der Südtiroler Heimat hinausführen. Wirklich packend liest sich die Beschreibung seiner Erlebnisse in der Eigernordwand. Und nicht zu vergessen: die dazu gehörenden Bilder. "Magic Mushroom" nennt er seine Route; warum, das erschließt sich angesichts wirklich großartiger Aufnahmen von selbst.

Eher wesensfremd scheint dann seine Besteigung des Shivling-Nordpfeilers mit Hans Kammerlander. Wer hier meint, nach den dortigen Abenteuern sei das Thema außereuropäisches Bergsteigen erledigt, sieht sich aber getäuscht. Zwar ist es nicht mehr der Himalaja. Aber eine mehr oder weniger ungeplante Free-Solo-Besteigung des Fitz Roy zeigen die Suche nach der Herausforderung. Touren im Yosemite, Routen am Polarkreis, in Südafrika und in Jordanien folgen, bevor die Heimat den Menschen Christoph Hainz wieder vereinnahmt. Dass sich Hainz aber inmitten der Jordanischen Einsamkeit wundert, dass er beim Abseilen über 400m jede der Abseilstellen selbst einrichten muss, erstaunt doch ein wenig.

Das letzte Kapitel über waghalsige Eisklettereien in Südtirol beeindruckt mich dann nur noch von den Fotos her. Eine der Bildunterschriften bringt es dann doch ganz gut auf den Punkt : "Ice is nice oder doch ein paar Schrauben locker? Das ist die Frage ...."

Am amüsantesten zum Lesen finde ich eines der eingestreuten Interviews und zwar das mit seiner Lebensgefährtin. Und die macht eines deutlich: Nicht der Berg ist der Boss, sondern Christoph Hainz' Leidenschaft, die ihn immer wieder und immer noch zu wirklich beeindruckenden Höchstleistungen anspornt. Ein Mensch und Bergführer mit dem man gerne einmal unterwegs sein möchte, am liebsten in den Drei Zinnen.

Eine wirklich empfehlenswerte Urlaubslektüre mit teils Wahnsinnsbildern.

Gipfelsammler Claus

Offline oliver

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Re: Christoph Hainz, Nur der Berg ist mein Boss
« Antwort #1 am: 28. Jul 2019 - 21:28 Uhr »
Danke Dir Claus  :-L) :bravo
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