Seinskopf (Überschreitung)  (gelesen 1910 mal)

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Seinskopf (Überschreitung)
« am: 11. Mai 2014 - 11:45 Uhr »
Krün - Seinskopf - Signalkopf - Lausberg - Seinsbachtal - Krün

Als Startpunkt dieser Tour wählt man am Besten den Wanderparkplatz (kostenlos, 862m) an der Isarbrücke in Krün. Von dort über die Brücke und für wenige Meter zunächst nach rechts auf dem Fahrweg und gleich auf einem relativ breiten Wanderweg, welcher nach links in den Wald hinaufzieht. Durch Wald und an der Hüttlebachklamm entlang weiter bergan. Die erste Stunde bieten sich zunächst wenig Ausblicke, ab dem Schwarzkopf (1150m) ändert sich dies und die Nah- und Fernblicke nehmen zusehends zu.

Ausblick vom Seinskopf hinunter nach Krün und zum Barmsee gegen Westen

Den waldigen Rücken gegen Nordosten querend gelangt man bald zum Felsengraben. Auf teils schmalem und stellenweise abgerutschtem Pfad (Trittsicherheit und Schwindelfreiheit von Vorteil) durch diesen Graben unter Felswänden hindurch und hinaus zum Wegabzweig am Felsenhüttl (1565m). Orografisch rechts weiter in kurzen Serpentinen durch eine steile Waldflanke zum Grat. Von hier kann man erstmals auch die Schöttelkarspitze mit ihren Westabstürzen bewundern.

In der Vergrößerung der Blick nach West gegen Garmisch-Partenkirchen und ganz im Hintergrund die Allgäuer Alpen und Tannheimer Berge

Über den bewaldeten Rücken weiter zum letzten Aufschwung vor dem Seinskopf, der ohne Gipfelkreuz lediglich einen langgezogenen Gratrücken darstellt. Im Frühjahr, wenn in der Flanke noch überwiegend Schnee liegt und der Weg noch bedeckt ist, könnte an der linksseitigen Geländekante der Grat schon vom Wind abgeblasen sein (wie in meinem Fall) und einen aperen, aber steilen Aufstieg zum Gipfel des Seinskopfes (1961m) ermöglichen. Am Kopf angekommen tut sich ein umfassendes Gipfelpanorama auf. Viele Gipfel des Karwendels, des Estergebirges, das Wettersteingebirge, die Stubaier Alpen und weit im Hintergrund im Westen die Lechtaler, die Allgäuer und im Vordergrund die Ammergauer Alpen sind als Gipfelreihen sichtbar. Im nördlichen Flachland, hinter dem Walchensee, sind auch Ammersee und München schön zu sehen.

Der Signalkopf gegen Westen, links im Bild der Zugspitzstock

Das nächste Ziel der Tour ist auch schon gut sichtbar. Im Südwesten steht in etwas vorgeschobener Position der mit senkrecht abfallenden Felswänden bewährte Signalkopf. Über den erst sanften, dann sich zuschnürenden Grat über eine Felsstufe (I-, leicht exponiert) und mehrere Köpfe hinüber zum Gipfelturm des Signalkopfes. Dieser wird über eine senkrechte, kleine Felswand mittels einzementierter Eisenbügel erklommen (oben über die Kante leicht abdrängend, aber lediglich etwa fünf oder sechs Meter hoch) und man steht vor dem schönen Gipfelkreuz (1895m).

Blick gegen Osten über die Soiernschneid zur Soiernspitze

Hinunter wieder über die Bügelleiter und steil hinab in eine Mulde, über den Rücken durch Latschengassen in leichtem auf und ab zum nahen Lausberg (1855m). Mit schönem Ausblick gegen die Karwendelspitzen weiter den Grat hinunter, auf welchem eine Unmenge an Aurikeln wachsen und gerade jetzt im Frühjahr einen wunderbaren Duft verbreiten, der einen die längste Zeit begleitet. An einer Geländestufe angekommen, über den urigen Boden hinaus zum folgenden Abstieg durch eine Steilflanke. Der Weg ist in moderater Steigung angelegt, allerdings ist das Gelände hier phasenweise sehr steil und so sind konzentriertes Gehen, Trittsicherheit und etwas Schwindelfreiheit erforderlich.

Höhenprofil zur Tour über Seinskopf und Signalkopf

Durch die Steilheit des Geländes und dem relativ flachen Wegverlauf resultieren daraus unzählige Serpentinen, über die sich der Steig zum bald sichtbaren Fahrweg im Seinsbachtal hinunter schlängelt. Am Forstweg angekommen beginnt der (gefühlt) längste Abschnitt der Tour. Der Rückweg zum Parkplatz bei Krün erfordert noch einmal einige Ausdauer.

Fazit: landschaftlich eindrucksvolle und reizvolle Tour am Rande des Karwendels; lange Tour (vor allem der "Talhatscher" zurück zum Parkplatz); überwiegend schmale, alpine Steige; Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
Talort: Krün (an der Isar)
Stützpunkt/Hütte: keine(r)
Höhendifferenz: 1100 Höhenmeter (Gesamtanstiege ca. 1150m)
Gehzeiten: Parkplatz - Seinskopf (ca. 4 Stunden), Seinskopf - Signalkopf (20 Minuten), Signalkopf - Lausberg (15 Minuten), Lausberg - Fahrweg im Seinsbachtal (eindreiviertel Stunden), Fahrweg im Seinsbachtal - Parkplatz Krün (ca. 2 Stunden); Gesamt: ca. 8 Stunden
« Letzte Änderung: 13. Dez 2014 - 00:45 Uhr von kalle »
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