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Zeitautomatik/Blendenpriorität und Schärfentiefe - Verwirrung  (gelesen 10259 mal)

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Offline stefan

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Nachdem bisher v. a. der Automatik-Modus meiner Kamera für meine Schnappschüsse verantwortlich war, wollte ich zukünftig selbst etwas mehr an den Einstellungen herumspielen, bin aber auf folgenden Widerspruch gestoßen:

In der bedienungsanleitung meiner Kamera steht:
Zitat
Wenn Sie eine kleine Blende wählen (hoher F-Wert), können Sie Portraitaufnahmen vor einem unscharfen Hintergrund machen. Wenn Sie einen hohen Blendenwert wählen (niedriger F-Wert), werden sowohl das Aufnahmeobjekt als auch der Hintergrund scharf, so z. B. bei Landschaftsaufnahmen.

Im Wikipedia-Artikel "Zeitautomatik" findet sich dagegen folgender Satz:
Zitat
Die Blende ist ein fotografisches Gestaltungsmittel, mit der wichtige Eigenschaften des Bildes wie die Schärfentiefe gesteuert werden. Eine Zeitautomatik wird dann eingesetzt, wenn der Fotograf beispielsweise bei einem Porträt bewusst keine Schärfe, also eine Unschärfe des Bildhintergrundes durch eine möglichst weit geöffnete Blende (also kleine Blendenzahl z. B. f1,4 oder f2,0) erreichen will, oder in der Landschaftsfotografie, wenn durch eine möglichst kleine Blende (also große Blendenzahl z. B. f16 oder f22) eine möglichst große Schärfentiefe angestrebt wird.

Wer hat also Recht bzw. welchen F-Wert muss ich vorwählen, um ein Bild mit einer großen oder kleinen Schärfentiefe zu erhalten?
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Offline Allgaier

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Re: Zeitautomatik/Blendenpriorität und Schärfentiefe - Verwirrung
« Antwort #1 am: 23. Sep 2007 - 20:01 Uhr »
Servus Stefan,
Deine Bedinungsanleitung hat nicht recht :down:

Wenn Du mit offener Blende fotgrafierst (kleine f Zahl) hast Du den Hintergrund unscharf, bewährt hat sich ungefähr Blende 4 bei weniger hast Du je nach Objektiv schon Probleme von der Nse bis zu den Ohren alles scharf zu haben, es kann aber auch reizvoll sein nur einen Bereich des Gesichts (Die Augen zum Beispiel) zu betonen mit ganz offener Blende.

Absolutes muss beim Portrait die Schärfe soll auf den Augen liegen!

In den Bergen oder bei Landschaft allgemein ist es oft schön wenn von vorne bis hinten alles scharf ist, heißt Blende 8 aufwärts bis so ungefähr 14 bis 16, mehr würde ich nicht nehmen denn sonst leidet die Schärfe.
Aber bei hoher Blendenzahl verlänger sich die Verschlußzeit, heißt Verwacklungsgefahr.
Als Anhaltspunkt, die Verwendete Brennweite sollte mindestens als Verschlusszeit noch verwendet werden, also z.B. Brennweite 200mm solltest Du mindestens 1/200 sek Verschlußzeit verwenden!

Ich hoffe ich habe Dich nicht noch mehr verwirrt. ???
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Offline stefan

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Re: Zeitautomatik/Blendenpriorität und Schärfentiefe - Verwirrung
« Antwort #2 am: 23. Sep 2007 - 20:17 Uhr »
Danke für deine schnelle Antwort. Werde die Tipps gleich morgen einmal ausprobieren...
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Offline horst

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Re: Zeitautomatik/Blendenpriorität und Schärfentiefe - Verwirrung
« Antwort #3 am: 25. Nov 2007 - 17:02 Uhr »
Hallo Robert,

  verstehe deinen Hinweis nicht, daß die Verschlußzeit mindestens
die Größe der Brennweite haben soll. An meiner Kamera kann ich
nirgends die Brennweite ablesen, mit der der Zoom gerade arbeitet. Eine Brennweite von 200 mm ist ja schon im Telebereich-das verstehe ich
schon, daß dann die Verwacklungsgefahr bei etwa 4-facher Vergrößerung
hoch ist und daß man dann mit der Verschlußzeit kleiner werden muß.
Aber wenn ich die momentane Brennweite nirgends ermitteln kann, so
hilft das mir nichts(Canon Power Shot G5)
Eine andere Frage: wie belichtest du eine Landschaftsaufnahme-event.
mit Personen im Mittelgrund-wenn strahlende Sonne an Himmel steht
und du gegen die Sonne fotographierst-angenommen, es befinden sich
kaum Schatten auf dem Motiv, also eine freie Umgebung im Gegenlicht ohne Bäume etc.?-z.B. auf einer Alpe oder auf einem Schneehang.Ich denke
an so ein Bild wie es im Thema 'Schitouren am am Freitag und Samstag'(Board Skitouren)
von Much eingestellt worden ist-und zwar das 3. Bild 'Krinnenspitze'
mit dem Sonnenball voll im Bild(Autor Michael Hofer). Ich halte dieses Bild
für ganz hervorragend-wäre auch ein Vorschlag wert gewesen für unseren
Kalender. Vielleicht sollte man Much direkt darauf ansprechen.

Gruß Horst

« Letzte Änderung: 25. Nov 2007 - 17:21 Uhr von horst »
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Offline oliver

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Re: Zeitautomatik/Blendenpriorität und Schärfentiefe - Verwirrung
« Antwort #4 am: 26. Nov 2007 - 10:29 Uhr »
hallo horst,

nochmal zur brennweite: deine kamera hat eine brennweite im bereich von 35-140mm. da die kamera bei verwendung des zooms die aktuelle brennweite nicht anzeigt, kannst du ein paar referenzbilder mit verschiedenen zoom-stufen machen und die verwendete brennweite mit einem programm auswerten. ein solches programm ist z.b. der exif-viewer.

beste grüße
oliver

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Offline horst

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Re: Zeitautomatik/Blendenpriorität und Schärfentiefe - Verwirrung
« Antwort #5 am: 26. Nov 2007 - 13:18 Uhr »
Hallo Oliver,

  vielen Dank für deine Hilfe :bravo. Muß das mal mit dem exif-viewer versuchen.
Hat mich schon manchmal geärgert, daß ich keine Brennweite angezeigt
bekomme, besonders die Normalbrennweite von 50mm interessiert mich,
weil dies ja dem natürlichen Blickwinkel entspricht.

Bestens Horst
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Offline Allgaier

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Re: Zeitautomatik/Blendenpriorität und Schärfentiefe - Verwirrung
« Antwort #6 am: 02. Dez 2007 - 14:01 Uhr »
Hallo Robert,

 Eine andere Frage: wie belichtest du eine Landschaftsaufnahme-event.
mit Personen im Mittelgrund-wenn strahlende Sonne an Himmel steht
und du gegen die Sonne fotographierst-angenommen, es befinden sich
kaum Schatten auf dem Motiv, also eine freie Umgebung im Gegenlicht ohne Bäume etc.?-z.B. auf einer Alpe oder auf einem Schneehang.Ich denke
an so ein Bild wie es im Thema 'Schitouren am am Freitag und Samstag'(Board Skitouren)
von Much eingestellt worden ist-und zwar das 3. Bild 'Krinnenspitze'
mit dem Sonnenball voll im Bild(Autor Michael Hofer). Ich halte dieses Bild
für ganz hervorragend-wäre auch ein Vorschlag wert gewesen für unseren
Kalender. Vielleicht sollte man Much direkt darauf ansprechen.

Gruß Horst



Servus Horst,
Gegenlichaufnahmen sind immer ein bischen schwieriger wenn man diese richtig belichten will.
Zu Deinem Beispielbild (das leider etwas unglücklich fotografiert wurde da der Bildwichtige Skibergsteiger leider im Schatten des Baumes versinkt) es kommt darauf an was für eine Kamera Du verwendest bei einer Kompakten würde ich währen der Aufnahme das Histogramm beobachten dass es links (also im dunklen Bereich) nicht zu sehr ausschlägt, Du wirst allerdings bei einer Gegenlichtaufnahme beim Histogramm recht und auch links sehr starke Ausschläge sehen.

Bei einer Spiegelreflex würde ich auf mittenbetonte Messung gehen und ja nach der Stärke des Gegenlichtes und auf was Du Wert legst (Schatten- oder Lichterzeichnung) etwas über- oder unterbelichten, aber am sichersten bist Du auch hier wenn du nach der Aufnahme das Histogramm zu Rate ziehst und damit die Belichtung kontollierst.

Grundsätzlich mußt du dir vorher überlegen was Du willst, Zeichnung in den dunklen Bildpartien dann mußt du überbelichten, Zeichnung in den hellen Bereichen dann mußt Du unterbelichten.
Es kann bei einem Gegenlichtbild auch ganz reizvoll sein wenn Du auf die Zeichnung in den Schatten verzichtest und in Richtung Scheerenschnitt gehst, dadurch hast Du den Vorteil dass die Sonne noch als solches zu erkenne ist und eine nicht zu große zeichnungslose Fläche abgibt.
Schön ist es auch noch bei Gegenlicht wo die Sonne mit aufs Bild kommt die Blende fast ganz zu schließen so um die f20 rum dann hast du einen schönen Stahlenkranz um die Sonne herum
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Offline horst

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Re: Zeitautomatik/Blendenpriorität und Schärfentiefe - Verwirrung
« Antwort #7 am: 04. Dez 2007 - 20:36 Uhr »
Hallo Robert,

danke dir für deine eingehende information und die vielen tipps-das
hat mir richtig gut getan und mich auf den Geschmack gebracht, endlich
mehr mit Gegenlicht zu operieren. du hast dir wirklich sehr viel mühe mit allem gegeben-nochmals herzlichen dank :dank :idee: :spring:
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