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Forum für Lechtaler, Allgäuer, Tannheimer, Ammergauer Alpen und Wettersteingebirge  |  Alpin  |  Sommer/Herbst in den Bergen (Moderatoren: Kalle, oliver)  |  Thema: Daumenrunde von Hinterstein 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
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Autor Thema: Daumenrunde von Hinterstein  (Gelesen 2730 mal)
Kalle
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d´r Jochtappar


« am: 01, Aug, 2007, 21:29:51 »

Hinterstein (E-Werk) - Rotspitze - Kleiner Daumen - Großer Daumen - Nickenalpen - Hinterstein

Vom E-Werk (Parkplatz) zwischen Bruck und Hinterstein hinein in das Retterschwangtal und bald über einen Steig ins Häblesgund, wo sich unweit der verfallenen Hütte der Weg gabelt. Nach links würde der Weg zum Breitenberg und den Hohen Gängen verlaufen. Rechts über einen Schutthang geht es in zahlreichen Kehren in einen Sattel und auf einem stellenweise drahtseilgesicherten Steig hinauf zum Rotspitz (2034m).

Blick auf die Rotspitze aus dem Häblesgund

Vom Gipfel der Rotspitze folgt ein kurzer Abstieg gegen Süden in eine Einsattelung. Hier gabelt sich der Weg und man verfolgt den rechten Steig, der sich südlich unterhalb des Gemsbollenkopfes zur "Schneid" hinüberzieht. Auf der vegetationsreichen Schneide  dann an den Gipfelaufbau des Kleinen Daumens heran. Bald wird die Szenerie felsiger und in ganz leichter Kletterei werden einige Felsköpfe um- oder übergangen. Luftig geht es teilweise zur Sache und über einen schmalen Grat an den Gipfelstock heran. Fast waagerecht zieht ein Band nach rechts unter dem Stock in die Wand hinaus und nach etwa 50 Metern leitet auch schon ein Stahlseil in die Wand hinauf. In anregender Kletterei im Schwierigkeitsgrad I+, schafft man schnell die letzten Höhenmeter und erreicht bald den schmalen Grat, welchem man nach links zum Gipfelkreuz des Kleinen Daumens (2191m) folgt.

Von der Rotspitze auf Kleinen Daumen (links der Bildmitte) und großen Daumen (rechts)

Rotspitze

Steil über die gestufte und gutgriffige Felswand hinauf zum Kleinen Daumen

Etwas luftig geht es vom Kleinen Daumen auf schmalem Grat hinüber in die Daumenscharte und von dort über einen schuttreichen Hang zum breiten Verbindungsrücken hinauf. Karstähnlich breitet sich das Blockwerk vor einem aus und linkerhand sieht man im Hintergrund die meisten Vertreter der nördlichen Allgäuer Alpen, wie etwa den Hochvogel, Urbeleskarspitze, die Wildengruppe, Höfats, Schneck und viele mehr.

Gipfel des Kleinen Daumens, links im Vordergrund der Breitenberg

Blick vom Verbindungsrücken zum Engeratsgundsee

Ausblick vom Großen zum Kleinen Daumen

Nur selten gibt der Nebel den Blick auf die Allgäuer Gipfel frei, wie hier auf den Hochvogel (li.) und die Urbeleskarspitze

Nach dem Gipfelbesuch auf dem Großen Daumen geht es zurück in die Daumenscharte und von dort steil gegen Osten hinab und in einer Querung hinüber zum sogenannten Türle, einer eindrucksvollen Grasgratschneide oberhalb des Engeratsgundsees. Gestuftes Gelände erwartet einen dann im Bereich der Nickenalpen und ein langer Abstieg führt an den kleinen Almgebäuden (unbewirtschaftet) vorbei. Im weiten Bogen umrundet man die Mittagspitze halb und gelangt dann bei der Möslealpe auf einen sehr steilen Fahrweg, der direkt zu den Wiesen und Feldern von Hinterstein hinunterführt. Hat man diese erreicht, steht einem aber noch ein elendsweiter Talhatscher bis zum Parkplatz zurück bevor.

Wollgras auf einer Feuchtwiese oberhalb des Engeratsgundsees

Blick vom Türle zum Engeratsgundsee

Ab der Möslealpe geht es auf einem Fahrweg weiter

Fazit: lange, anstrengende Rundtour, die aber durch ihren interessanten Wegverlauf und die faszinierende Aussicht besticht. Den anspruchsvollsten und interessantesten Wegabschnitt stellt die Ersteigung des Kleinen Daumens dar (I+) und verlangt vom Begeher Trittsicherheit, absolute Schwindelfreiheit und ein wenig Klettergewandtheit. Eindrucksvolle Landschaft und schöner Bergsee im Höhenbereich der Tour. Von der Rotspitze bis zur Daumenscharte eher wenig begangen. Zeitaufwand für die gesamte Strecke ca. 9,5 bis 11 Stunden.
« Letzte Änderung: 01, Aug, 2007, 22:14:00 von Kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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usch
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Schön, daß die Außerferner ein Forum haben!


« Antworten #1 am: 02, Aug, 2007, 08:27:11 »

Super Bericht und Tourenbeschreibung!!

Am schönsten finde ich das Bild mit dem Wollgras. Wäre ein wunderschönes Sommer-Kalenderbild ...

lg usch
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Willst du wissen was Schönheit ist, so geh hinaus in die Natur, dann findest du sie!
(Albrecht Dürer)
Die_Grenzgaenger
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Josch und Sasa am Gipfelkreuz vom Wilden Mannle


« Antworten #2 am: 02, Aug, 2007, 20:34:27 »

Die Tour beweist mal wieder, dass es bei uns in den Bergen ein Haufen schöner Flecken gibt, an denen man die Natur noch ausgiebig geniessen kann.  Daumen
Bei all den schönen Touren von dir Kalle stellt sich die Frage, wie lange dieses Fleckchen Erde (allgemein auf die hiesige Bergwelt bezogen) noch so unberührt bleibt.  Huh Aber wir haben das Thema ja schon letztens mal angeschnitten...
Trotzdem weiter so!

Die_Grenzgaenger
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"Heute ist die gute alte Zeit von Morgen" (Karl Valentin)
oliver
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Oliver vom Wanderpfa.de-Team ;-)


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« Antworten #3 am: 02, Aug, 2007, 21:52:35 »

@Kalle
wieder eine tolle tour, mit herrlichen bildern festgehalten *glückwunsch*.
das bild mit dem wollgras finde ich einfach nur sensationell  Daumen

nachdem ihr den seilgesicherten gratanstieg zum kleinen daumen ohne probleme gemeistert habt, dürfte euch die überschreitung der hohen gänge sicher auch interessieren. vom parkplatz beim e-werk bruck wählt man den aufstieg zum breitenberg und macht dann die unschwere kammwanderung über die hohen gänge (nicht zu verwechseln mit den "hohen gängen" am schneck)...dabei hat man dann das häbelesgund unter sich und die rotspitze gegenüber   Wink
kurz unterhalb der heubatspitze kreuzt sich dann der weg mit eurem weg von der rotspitze...der weitere routenverlauf ist dann wieder identisch mit eurer tour.
das schwierigste stück befindet sich wirklich erst im schlussanstieg zum kleinen daumen - von daher sicher auch ne interessante tourenvariante ab dem parkplatz beim e-werk bruck.

in diesem sinne beste grüße
oliver

« Letzte Änderung: 02, Aug, 2007, 23:03:51 von oliver » Moderator informieren   Gespeichert

Steig nicht zu hoch, wo Dir die Erd´ entschwindet, blick nicht zu tief, wo noch ihr Grahm dich drückt,
wo hoch und niedrig maßvoll sich verbindet, dort halte Rast und fühle Dich entzückt. (J.G. Seidl)
Kalle
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d´r Jochtappar


« Antworten #4 am: 02, Aug, 2007, 21:58:25 »

Servus Oliver

Die Runde über den Breitenberg und die Hohen Gänge hätte mich natürlich auch interessiert. Vielleicht hole ich diese Runde im Herbst nochmal nach.

Danke jedenfalls für deinen Tipp Daumen

Gruß
Kalle
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Banni
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Aufm Wilden


« Antworten #5 am: 03, Aug, 2007, 17:10:31 »


Echt super Tour und einwandfreie Bilder  Daumen

Wir sind damals vom hinteren Parkplatz in Hinterstein los (dort wo die Bushaltestelle zum Giebelhaus ist) und von dort dann auf den Breitenberg und über die Hohen Gänge zum Gemsbollenkopf. Dann den gleichen Weg wie du gegangen bist.
Die Hohen Gänge sind auf jeden Fall nochmal einen Ausflug wert.

Gruß Patrick.
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"Das Haben ist langweilig. Die Herausforderung ist wichtig!"
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