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Forum für Lechtaler, Allgäuer, Tannheimer, Ammergauer Alpen und Wettersteingebirge  |  Alpin  |  Sommer/Herbst in den Bergen (Moderatoren: Kalle, oliver)  |  Thema: Gartnerwand - Grubigstein 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
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Autor Thema: Gartnerwand - Grubigstein  (Gelesen 4006 mal)
Kalle
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d´r Jochtappar


« am: 08, Okt, 2007, 09:34:02 »

Aufstieg von Bichlbächle zum Bichlbächler Jöchle (1943m) und von dort über die Westflanke des Alpschrofens, welche etwas mühsam über steilen Schutt überwunden wird. An der Gratkante entlang zunächst noch über Schutt und später über den sich zurücklegenden Wiesenlatz hinauf zum Alpschrofen (2303m). Beinahe eben führt der kaum ausgeprägte Pfad über den Kamm weiter, in Richtung Gartnerwand-Westgipfel (2353m).


Blick vom Hocheck (Alpschrofen) in Richtung Reuttener Becken


Ab hier führt kurz unterhalb des Westgipfels eine Seilsicherung in die Einschartung zwischen den Gipfeln hinab. Über eine Felsrippe und weiter auf kleinem Steiglein, bis dieser nach links umknickt und durch eine kurze, schuttreiche Rinne emporzieht (Seilsicherung, unzuverlässiger Fels, etwa I.). Von dort abermals ein kurzer Quergang zu den steil abfallenden Felsplatten. Durch einen Riss (wieder Seilsicherung) werden diese überwunden, zum Schluss noch über eine abschließende Felsrippe und über Schutt hinauf zum alten Gipfelkreuz, an welchem der Nordgrat vom Sommerbergjöchl einmündet.


Gartnerwand-Hauptgipfel mit den aufgestellten Schichtplatten, welche durch einen Riss erklettert werden


Unschwierig geht es in wenigen Minuten über den Grat zum Hauptgipfel (2377m) hinauf, von welchem nun fast der gesamte Gratverlauf einsehbar ist. Über den Ostgrat weiter und im weiteren Verlauf über Gras und Schutt weiter hinaus, immer das Zugspitzmassiv und die Mieminger Kette vor Augen. Der Grat beginnt sich immer weiter zusammen zu schnüren und bald schrofiger zu werden. Zuletzt über den Felsgrat und diesen fallweise südlich umgehend (Seilsicherungen!) hinaus zum tiefer liegenden Gipfelkreuz des Grubigsteins (2233m).


Blick auf den Riss


Ab dem Grubigstein wieder ausgeprägte Steige durch die Lawinenverbauung hinunter zu den Liftanlagen. Dort am Besten östlich (rechts) an der Bergstation "Gamsjet" vorbei über das Pistengelände hinunter, bis dieses nach links umknickt. Dort noch ein paar Schritte der Piste folgend bis eine Schneise nach rechts in den Wald hineinführt (Tafel zwischen Bäumen gespannt!). Durch die Schneise hinab zu einem idyllisch gelegenen kleinen Almgebäude mit Kreuz. Weiter nach links (nach Westen) über schöne Böden hinüber zur Grubigalm und kurz vor dieser wieder nach rechts (kleine, alte Jagdhütte) und an dieser linkerhand vorbei in den Wald hinein.


Die letzten Meter vor dem Grubigstein, im Hintergrund das Zugspitzmassiv


Auf dem Steiglein lange durch den Wald, einen Fahrweg querend und an der Abzweigung Wachtersteig weiter in Richtung Biberwier. Durch Mischwald weiter hinunter und erneut zu einer Wegverzweigung. Nun dem linken Weg folgend hinunter über den Waldweg nach Lermoos (Hotel Drei Mohren). Von dort entweder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurück nach Bichlbach und den Rest zu Fuß zurück zum Auto nach Bichlbächle oder aber man hat so wie ich einen Chauffeur Grin Danke an dieser Stelle wieder der lieben Nadja.


Idyllisch gelegene kleine Hütte unweit der Grubigalm (Seilbahn), im Hintergrund links der Zugspitzstock und rechts die Ehrwalder Sonnenspitze (Mieminger Gruppe)


Variante: Um einen ganzen Tourentag mit der Gartnerwand zu füllen und eine echte Rundtour daraus zu machen empfiehlt es sich aber, das Ganze vom Fernpass aus anzugehen: direkt von der Fernpasshöhe aus (Hotel Fernpass) an der Straße entlang noch ein kurzes Stück nach Nordosten, bis ein beschrankter Fahrweg in den Wald führt. Dort dem Fahrweg folgend ins Roßköpfletal hinein und später über den Fußsteig (E4) in Richtung Grubigstein aufsteigen. Weiter über die Gartnerwand bis hin zum Bichlbächler Jöchle und über den Füssener Weg weiter bis zur Galtberghütte. Von hier kann auch noch der Rote Stein "mitgenommen" werden. Der Abstieg dann zurück von der Galtberghütte gegen Osten durch das Kälbertal und direkt wieder zu der Fernpasshöhe hinaus.

Höhendifferenz: 1130m
Strecke: 12,5km
Gehzeit: ca. 5 - 6 Std.
Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und etwas Klettergewandtheit (bis etwa I. Schwierigkeitsgrad) erforderlich

   
« Letzte Änderung: 08, Okt, 2007, 09:55:32 von Kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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livocatra
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« Antworten #1 am: 08, Okt, 2007, 12:41:36 »

Das war eine Tour, die mir auch schon seit längerem in den Fingern juckt. Tolle Fotos. Besonders gefällt mir das erste Bild mit den Berggipfeln, die aus dem Nebelmeer hervorragen.

Ich versuche die Gipfel mal von links nach rechts zu bestimmen: Links hinten die Tannerheimer. Davor der Thaneller und das Achseljoch. In der Bildmitte, das müsste der Tauern sein. Davor der Grat, der sich zum Hochjoch hochzieht. Im Hintergrund rechts, unverkennbar, der Säuling.

Ein Foto, das Sehnsucht weckt!
« Letzte Änderung: 08, Okt, 2007, 12:43:07 von rps » Moderator informieren   Gespeichert
Kalle
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d´r Jochtappar


« Antworten #2 am: 08, Okt, 2007, 12:43:38 »

Das war eine Tour, die mir auch schon seit längerem in den Fingern juckt. Tolle Fotos. Besonders gefällt mir das erste Bild mit den Berggipfeln, die aus dem im Nebelmeer hervorragen.

Ich versuche die Gipfel mal von links nach rechts zu bestimmen: Links hinten die Tannerheimer. Davor der Thaneller und das Achseljoch. In der Bildmitte, das müsste der Tauern sein. Davor der Grat, der sich zum Hochjoch hochzieht. Im Hintergrund rechts, unverkennbar, der Säuling.

Ein Foto, das Sehnsucht weckt!

 Bravo

(Fast) Alles richtig bestimmt!

Nur ist das nicht der Thaneller, sondern am Bildrand ist das Achseljoch (zumindest dessen Aufschwung) und der Almkopf zu sehen.

Ja, gestern war ein toller Bergtag. Hoffentlich bleibt es im Oktober so bzw. wird das Wetter häufiger so Daumen

Gruß
Kalle

« Letzte Änderung: 08, Okt, 2007, 12:57:01 von Kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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Kalle
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d´r Jochtappar


« Antworten #3 am: 08, Okt, 2007, 12:45:20 »

Hier noch ein Teilpanorama in südliche Richtung. Der Blick reicht geradaus direkt in das Ötztal hinein



* alpschrofen.jpg (94.1 KB, 900x375 - angeschaut 2079 Mal.)
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livocatra
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« Antworten #4 am: 08, Okt, 2007, 13:20:52 »

Nur ist das nicht der Thaneller, sondern am Bildrand ist das Achseljoch (zumindest dessen Aufschwung) und der Almkopf zu sehen.
Du hast recht, die Scharte zwischen Thaneller und Achseljoch ist viel felsiger und die Lücke zwischen den beiden ist auch nicht so groß wie auf dem Foto.
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Die_Grenzgaenger
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Josch und Sasa am Gipfelkreuz vom Wilden Mannle


« Antworten #5 am: 21, Jun, 2008, 18:13:57 »

Heute wollten wir die selbe Runde absolvieren, sind aber auf Grund von einer schwerwiegenden Änderung an der Route nicht ans Ziel gekommen Daumen runter Nein Shocked
Bis zum Westgipfel des Alpschrofen lief alles planmässig, aber beim Abstieg in die Einschartung zur Gartnerwand fehlten auf einmal die von Kalle beschriebenen Seilsicherungen.  Huh Die Ösen waren noch vorhanden, aber teilweise locker und das Drahtseil war, wie sich dann heraus stellte, auf allen gesicherten Passagen entfernt worden und lag jeweils zusammengerollt am Anfang der Drahtseilstrecken.  Oh Mann!  Spinner
Was ist denn hier passiert, dachten wir uns???
Ein Stück weit ging es auch ohne Seil voran, durch zwei mit etwas Schnee gefüllte Rinnen. Was aber schon in Kraxelei der Stufe II (von uns so gefühlt) ausartete, weil wir den Schnee umgingen und natürlich das Drahtseil fehlte.
An dem Abschnitt welcher über die steil abfallenden Felsplatten führte drehten wir schliesslich um. Ohne Seilsicherung bei steil abfallendem und brüchigem Gelande erschien uns das Risiko einfach zu gross. Schade, weil das Gipfelkreuz der Gartnerwand war schon sehr nahe.
Vielleicht kann jemand in Erfahrung bringen, warum die Drahtseile entfernt wurden. Mit Seilsicherung wäre der Übergang kein Problem gewesen.
Trotzdem ein schöner Tag bei endlich sommerlichen Temperaturen. schwitzen

Gruss Die_Grenzgaenger
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"Heute ist die gute alte Zeit von Morgen" (Karl Valentin)
Graddler
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« Antworten #6 am: 21, Jun, 2008, 21:58:10 »

Generell sind mir zwei Gründe für das Aushängen von Drahtseilen an gesicherten Steigen bekannt:
1): An einigen Steigen werden die Seile im Herbst ausgehängt und im Frühjahr wieder eingehängt, damit die Sicherungen den Winter über keinen/weniger Schaden nehmen. Werden die Seile nicht ausgehängt, kann durch Schneedruck eine enorme Spannung auf die Seile kommen, die die Seilfixierungen unnötig in Anspruch nimmt. Man kann dies auf Frühjahrstouren immer wieder sehen.
2): Gelegentlich werden Sicherungen (Seile, Seilanker, Ösen) dermaßen stark durch Frost, Steinschlag, etc. beschädigt, dass von einer Begehung abgeraten werden muss. Wenn kurzfristig keine Reparatur erfolgen kann, werden die Seile sicherheitshalber einfach abgebaut. Der Steig wird praktisch "lahm gelegt". Begeher erkennen dann sofort, dass hier einerseits etwas faul ist, und andererseits, dass sie beim Weitergehen komplett auf sich selbst gestellt sind, und mit keinen intakten Sicherungen rechnen können. Vielleicht trifft dies für die Gartnerwand zu. Das dortige Geschröf ist alles andere als bombenfest, und ihr berichtet ja bereits von lockeren Ösen.
Vorhandenen Seile suggerieren eben allzu oft - und manchmal zu Unrecht - "sichere Sicherungen".

Vielleicht gibt es nähere Infos zur Situation an der Gartnerwand vor Ort bei ÖAV, Bergwacht , Gemeindeamt oder Tourismusbüro.

Grüße vom Graddler
« Letzte Änderung: 21, Jun, 2008, 22:00:16 von Graddler » Moderator informieren   Gespeichert

Grüße vom Graddler
oliver
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Oliver vom Wanderpfa.de-Team ;-)


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« Antworten #7 am: 22, Jun, 2008, 14:02:16 »

@sasa + josch
danke für euren aktuellen lagebericht

@graddler
danke für deine einschätzung

habe die information an das für hütten/wege zuständige referat des öeav weitergeleitet.

gruß oliver
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Steig nicht zu hoch, wo Dir die Erd´ entschwindet, blick nicht zu tief, wo noch ihr Grahm dich drückt,
wo hoch und niedrig maßvoll sich verbindet, dort halte Rast und fühle Dich entzückt. (J.G. Seidl)
Die_Grenzgaenger
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Josch und Sasa am Gipfelkreuz vom Wilden Mannle


« Antworten #8 am: 22, Jun, 2008, 19:47:21 »

@Graddler: In diesem Fall wird wohl beides deiner Erläuterungen zutreffen. Zum einen sind teilweise die Felshaken locker, was ja nicht sein sollte und nur ein Gefühl der Sicherheit dem Bergsteiger vermitteln würde zum anderen könnten an diesen Felsplatten und Rinnen durchaus ein erheblicher Druck durch Nassschnee entstehen. Die Seile an sich sahen noch einwandfrei aus!

Die_Grenzgaenger
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