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Forum für Lechtaler, Allgäuer, Tannheimer, Ammergauer Alpen und Wettersteingebirge  |  Alpin  |  Sommer/Herbst in den Bergen (Moderatoren: Kalle, oliver)  |  Thema: Bernhardstal - Barth-Hütte 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Bernhardstal - Barth-Hütte  (Gelesen 835 mal)
Kalle
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d´r Jochtappar


« am: 10, Mai, 2008, 13:08:02 »

[11. Sep. 2005] Da das Wetter momentan wieder einmal nicht sonderlich stabil ist, machen sich Nadja, Joe und ich auf den Weg ins Bernhardstal und zur Zargen-Alpe. Dazu stellen wir unser Auto in Elbigenalp gleich nach überqueren der Bernhardsbach-Brücke rechts auf einen Schotterparkplatz. Durch den schönen Ort Elbigenalp wandern wir aufwärts am Bach entlang und gelangen schon bald auf den Fahrweg zur Gibler Alm.

Rast im Bernhardstal

Über den Steig geht es dann in schattigem Anstieg direkt an der Bernhardsschlucht entlang hinauf zur Gibler Alm, die zwar eher einem Gasthof ähnelt. Links am Gebäude vorbei, geht es auf einem Forstweg weiter hinein ins Bernhardstal. Etwa nach einer Stunde Fußmarsch verliert sich der Fahrweg, denn er wurde bei dem letzten Hochwasser unterspült und weggerissen. Durch das wilde Bachbett wandern wir weiter zur Zargen-Alpe, die auf einer kleinen Erhebung im Talgrund steht. Hier endet nun auch der Forstweg.

Zargen-Alpe

Das Wetter macht nun auch einen ganz passablen Eindruck und es drängt mich, jetzt auch noch den Aufstieg zur Hermann v. Barth-Hütte in Angriff zu nehmen. Nadja ist davon zwar nicht so angetan, stapft aber brav hinterdrein. Über schöne Almböden auf denen mächtige Felsbrocken ruhen, geht es weiter taleinwärts zu einer steilen Rinne. Hier weist nun auch der Wegweiser zur Barth-Hütte.

Hermannskarspitze

Steil führt der Steig in etlichen Serpentinen durch das Birgertal hinauf und schon bald setzt starker Regen ein. Diesen Sommer wurde man aber ja regelrecht darauf trainiert, mit solchen Wettersituationen umzugehen und so wandern wir einfach weiter. Durch mehrere Latschengassen führt der Steig allmählich in das Kar unter der Hermannskarspitze, die heute allerdings nur selten sichtbar ist, da ständig der Nebel aus den Tälern heraufzieht und die Sichtweite nur auf wenige Meter beschränkt.

Hermann Barth Hütte; im Hintergrund die Wolfebnerspitze

Trotzdem hat diese Witterung ihren ganz eigenen Reiz und selten reißen dann doch die Wolkenfetzen auf und ich kann auch ein paar Fotos schießen. Herrlich thront die Hermannskarspitze über unserem Standpunkt und die regennassen Felsplatten werden von einigen Sonnenstrahlen zum Glänzen gebracht. Auf nicht ganz 2.100 Metern Seehöhe gabelt sich der Weg. Zum Einen könnte man weiter durch das Birgerkar aufsteigen, um dann durch das Hermannskar zum Großen Krottenkopf zu gelangen und auf der rechtsseitigen Pfadspur gelangt man über einen Quergang zur Hermann von Barth-Hütte.

Wolkenverhangener Ausblick in die Lechtaler Alpen hinein

Wir wählen den Quergang und erreichen schon bald hoch über dem Brunnental ein paar ausgesetzte Stellen, die mit Drahtseilen und einer kleinen, recht dünnen Kette gesichert sind. Schnell sind diese Stellen passiert und durch einige Geländemulden gelangen wir bald zur im Wolfebnerkar gelegenen Hermann von Barth-Hütte. Gerade rechtzeitig, denn der nächste Regenguss zieht schon über das nun tief unter uns liegende Bernhardstal in unsere Richtung.

Der Wegweiser vor der Barth-Hütte bietet für jeden etwas, sogar für sehr Gläubige ;-)

Auf der Hütte gönnen wir uns erstmal eine Rast bei einem Schnaps, einer deftigen Brotzeit und einer Käsknödelsuppe. Joe kriegt auch seinen Wassernapf und verputzt noch genüsslich seinen Kaustreifenvorrat aus dem Rucksack. Das Innere der Hütte ist richtig urig eingerichtet und ich kann mich gar nicht satt sehen an den vielen Aufnahmen aus längst vergangenen Tagen und den Texten der Hüttengeschichte. Gestärkt und aufgewärmt geht es dann trotz anhaltendem Regen in Richtung Tal. Es warten schließlich noch etwa drei Stunden Abstieg auf uns.

Nadja und Joe

Kurz reißt noch einmal die Wolkenbank auf und ich kann die herrliche Bergwelt im Hintergrund der Barth-Hütte fotografisch festhalten. Doch die freie Sicht währt nicht lange und der Regen setzt wieder stärker ein. Über unzählige Serpentinen geht es über den latschenbewachsenen Geländerücken hinunter zu einem kleinen Tal, dass von wilden Schrofen begrenzt wird. Der Weg ist hier sehr schmierig und lehmig und wir haben teilweise die größte Mühe, uns auf den Beinen zu halten und nicht auf dem schlammigen Weg auszurutschen. Bald erreichen wir dann den Talgrund des Balschtebaches und können uns zumindest den größten Schmutz von den Schuhen und den Hosen waschen.

In den Fels gesprengter Quergang über dem Balschtebach

Gottlob wird auch der Regen schwächer und die Wolkenwand reißt immer öfter auf und gibt den Blick hinauf ins Balschtekar und der Rotwand frei. Der Weg ist jetzt auch sauberer und angenehmer zu gehen. Schon bald wird der Steig so richtig wildromantisch, denn über mehrer Felsplatten führt der Steig fast waagrecht durch in die Felsen gehauene Durchgänge und es bietet sich ein imposanter Ausblick hinunter in die Schlucht des Balschtebaches.


Durch ein Drehkreuz gelangen wir dann in das Alpgelände unterhalb der Rotwand und das Gebimmel der Kuhglocken schallt durch den Bergwald. Über den Fahrweg wandern wir dann in Richtung Jausenstation Kasermandl. Dort angekommen, werden wir gleich von einer Horde freilaufender Schweine grunzend begrüßt. Joe haben sie allerdings nicht so lieb und mit quietschenden Lauten wird im sogleich nachgestellt.

Es ist mittlerweile schon dunkel geworden und wir wandern jetzt über den sichereren Fahrweg ins Tal hinunter nach Elbigenalp.

Höhendifferenz: 1100m
Charakter: Fahrweg im Bernhardstal, später kleine Steige. Trittsicherheit im Bereich des Querganges aus dem Birgertal von Vorteil
Gehzeiten: etwa 8 bis 9 Stunden
« Letzte Änderung: 11, Mai, 2008, 11:26:41 von Kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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horst
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Stoahogga


« Antworten #1 am: 11, Mai, 2008, 11:01:05 »

Hallo Kalle,

    gratuliere zu dieser ersten Heldentat nach dem Kreuzbandriß Bravo
Einen sehr schönen Bericht hast du verfasst, und man merkt, wie sehr
dein Herz für die Berge schlägt Daumen-und natürlich für Nadja(auch Joe soll
nicht vergessen werden). So langsam gehts also wieder aufwärts-
geographisch und gesundheitlich. Wünsche dir weiterhin gute Fortschritte
kraxeln Daumen

Frohe Pfingsten!

Gruß Horst
  
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Kalle
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d´r Jochtappar


« Antworten #2 am: 11, Mai, 2008, 11:24:57 »

Hallo Horst!

Das muss ich berichtigen, diese Tour ist nämlich nicht neu. Ursprünglich wurde diese Tour nämlich im September 2005 unternommen und "schlummerte" außerhalb des Forums irgendwo auf der Webseite. Um nun alle Touren zusammenzuführen, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, all diese Touren nun nach und nach ins Forum zu transferieren.

Gesundheitlich und auch schneelagentechnisch wäre diese Tour bei weitem noch nicht durchführbar. Also, bitte sich nicht an diesen Bildern zu orientieren, sie sind schon "veraltet".

Gruß
Kalle
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Hauptkommissar Paul Wanner von der Kemptener Polizeidirektion – Mitte Vierzig, sportlich, Bergsteiger – ermittelt mit seinem Team im Allgäu und löst viele verzwickte Kriminalfälle.

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