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Forum für Lechtaler, Allgäuer, Tannheimer, Ammergauer Alpen und Wettersteingebirge  |  Aktuell  |  Ankündigungen und Infos (Moderatoren: Kalle, oliver)  |  Thema: Vorsicht bei Altschneefeldern 0 Mitglieder und 2 Gäste betrachten dieses Thema.
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Autor Thema: Vorsicht bei Altschneefeldern  (Gelesen 1015 mal)
oliver
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Oliver vom Wanderpfa.de-Team ;-)


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« am: 03, Jun, 2009, 10:45:19 »

Aus aktuellem 'traurigen' Anlass der dringende Hinweis, bei der Überquerung oder Umgehung von Altschneefeldern auf die möglichen unsichtbaren Risiken zu achten (Unterhöhlung, etc.).

Zeitungsartikel bzw. Bericht bei Christoph 17

Gruß Oliver
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Steig nicht zu hoch, wo Dir die Erd´ entschwindet, blick nicht zu tief, wo noch ihr Grahm dich drückt,
wo hoch und niedrig maßvoll sich verbindet, dort halte Rast und fühle Dich entzückt. (J.G. Seidl)
alex
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Galtjoch


« Antworten #1 am: 03, Jun, 2009, 15:52:13 »

ja - man liest das in letzter zeit öfters...

http://www.tt.com/tt/home/story.csp?cid=8933335&sid=57&fid=21

lieber umdrehen als zuviel riskieren...
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Kalle
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d´r Jochtappar


« Antworten #2 am: 05, Jun, 2009, 12:22:02 »

Zitat
Gefährliche Schneefelder lauern im Gebirge
Der Alpenverein warnt und rät zur Vorsicht

Zu Sommerbeginn finden Bergwanderer in höher gelegenen Regionen noch zahlreiche  Schneefelder vor. Das Risiko, dabei abzustürzen wird vielfach unterschätzt, warnt der Alpenverein.

Altschneefelder sind gefährliche Fallen
Weniger der Winter, vielmehr der Witterungsverlauf im Frühling und die verzögerte Schneeschmelze sind dafür verantwortlich, dass Bergwege oberhalb der Waldgrenze vielerorts noch von Schneefeldern bedeckt sind. Für Bergwanderer können diese harten Altschneefelder zur gefährlichen Fall werden. Dabei liegt das eigentliche Problem darin, dass Viele die Gefahr des Absturzes gar nicht erkennen oder völlig unterschätzen. Mit schwersten oder tödlichen Verletzungen enden diese alles andere als lustigen Rutschpartien immer dann, wenn das Schneefeld in felsdurchsetztes Gelände oder gar in eine Steilabbruch mündet.

Rutschgeschwindigkeiten werden häufig unterschätzt
"Dass bereits mäßig geneigte Hänge von 30 Grad ein Absturzrisiko bergen, ist für sehr viele Berggeher nicht offensichtlich. Es ist gerade das Nichterkennen dieses Risikos, das Schneefelder häufig zur Falle werden lässt", so Michael Larcher, Bergführer und Sicherheitsexperte des Alpenvereins. Unterschätzt werde vielfach die Geschwindigkeit, die man bereits nach kurzer Rutschstrecke erreicht. Dabei weiß man aus Versuchen bereits seit geraumer Zeit, dass die Rutschgeschwindigkeit bei einem ca. 40 Grad steilen, harten Firnhang bereits 98 % der freien Fallgeschwindigkeit erreicht. Dabei spielt - entgegen der landläufigen Meinung - auch die Art der Bekleidung keine große Rolle. Das heißt, auch Kleidung mit rauer Oberfläche ändert wenig an der hohen Beschleunigung, wenn man auf hartem Firnschnee stürzt oder ausrutscht.

Immer Informationen über die Verhältnisse einholen
Der Alpenverein rät, sich gerade in der heurigen Wandersaison vor jeder Tour sehr genau über die aktuellen Verhältnisse zu informieren. Besonders zu beachten ist auch der rasche Wechsel der Verhältnisse, wenn ein Wanderweg von der Sonnenseite in nordgerichtete Hänge wechselt. Besondere Vorsicht ist auch mit Kindern angeraten: Nur bei mäßiger Neigung und einem sanften Auslauf, der keine Steine aufweisen darf, sind Schneefelder ein geeigneter Spielplatz!

Gutes Schuhwerk und die richtige Bewegungstechnik sind ein Muss
Neben einer gewissenhaften Planung ist bergtaugliches Schuhwerk eine wichtige Voraussetzung. Noch wichtiger sei allerdings die richtige Bewegungstechnik, also das richtige Gehen und das richtige Reagieren, wenn man ausrutscht. Dann gilt es, sich sofort in die Bauchlage zu drehen und mit den abgespreizten Armen und Beinen zu bremsen, noch bevor die Geschwindigkeit so groß ist, dass sie nicht mehr kontrolliert werden kann.
Stöcke können zwar eine Hilfe sein, das Gleichgewicht zu halten, sicher begehbar werden Altschneefelder dadurch allerdings nicht. Die adäquate Ausrüstung - so der Bergführer - wären Steigeisen und Pickel, aber die gehören normalerweise nicht zur Ausrüstung von Bergwanderern. Und natürlich müsste auch der richtige Umgang mit diesen Ausrüstungsgegenständen zuerst geübt werden.

Grundsätzlich, so Larcher, müsse vor dem Betreten eines Schnee- oder Firnfeldes immer die Warnlampe aufleuchten, und ein Wanderweg, der in ein Schneefeld mündet, kann ein ausreichender Grund sein, eine Tour abzubrechen".


Quelle: Österreichischer Alpenverein
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...die einen haben die Berge und die anderen den Horizont...
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Lampi
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« Antworten #3 am: 09, Jun, 2009, 11:44:08 »

Gefährliche Schneefelder lauern im Gebirge
Die adäquate Ausrüstung - so der Bergführer - wären Steigeisen und Pickel, aber die gehören normalerweise nicht zur Ausrüstung von Bergwanderern.
Jein. Grödel gehören ganzjährig in den Rucksack. Sie wiegen fast nix, nämlich etwa 2% des von mir in unnötiger Weise herum geschleppten Hüftgolds. (Bei den meisten anderen Wandersleuten wiegen die gleichen Modelle nur 1% des besagten Ballasts, das tut jetzt zwar nichts zur Sache, verbessert aber die Stichhaltigkeit des Arguments. Wer sich dadurch beleidigt fühlt den kann man auch sagen dass ein Paar Grödel weniger wiegt als der gut gefüllte Gipfelflachmann (vor, nicht nach dem Aufstieg))

Noch heimtückischer als Schnee ist nämlich nasses Gras. Dagegen ist selbst Vibram machtlos, und vor allem im Sommer ist damit zu rechnen. Insbesondere wenn man beim Klettern nur leichte Schuhe zum Abstieg hat, sind die Grödel noch wichtiger.

Stöcke hat man in den Bergen ohnehin immer dabei, zusammengeschoben und von der Spitze bis zum Griff im Altschnee versenkt hält ein Stock entweder oder der Schnee ist so weich dass man ohnehin gefahrlos drin herumstapfen resp. -waten kann.

Das ist zwar alles umständlich, aber es geht hier nicht um das Begehen von hunderten Meter hohen Firnwänden sondern um das Überqueren von wenigen Metern Altschnee.
« Letzte Änderung: 09, Jun, 2009, 12:07:01 von Lampi » Moderator informieren   Gespeichert

Beste Grüße, Lamл[tm]
Disc Laimer
Wenn einer der mit Mühe kaum gekrochen ist auf einen Baum, schon meint, dass er ein Vogel wär',so irrt sich der.
oliver
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Oliver vom Wanderpfa.de-Team ;-)


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« Antworten #4 am: 09, Jun, 2009, 11:52:13 »

...aktuell vom  Wochenende am Hohen Ifen: http://vorarlberg.orf.at/stories/367115/
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Steig nicht zu hoch, wo Dir die Erd´ entschwindet, blick nicht zu tief, wo noch ihr Grahm dich drückt,
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Gerhard
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« Antworten #5 am: 10, Jun, 2009, 10:01:17 »

Eine halbe Stunde hinter Fallerschein auf dem Weg zur Namloser Wetterspitze muss dieser Lawinenfirn überquert werden. In den nächsten Tagen wird er wohl nach und nach zusammenstürzen. Meine 100 kg hat er noch getragen…Ansonsten ist der Aufstieg ohne weitere Hindernisse zu bewältigen.
Viele Grüße
Gerhard


* Namloser Wetterspitze 2009.JPG (142.32 KB, 700x525 - angeschaut 213 Mal.)
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Kauk
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« Antworten #6 am: 12, Jun, 2009, 23:19:15 »

Tragisch! Aber aus meiner Sicht seltsam ist, dass sich jemand das umklettern in Steilgelände traut, aber nicht das begehen eines Schneefeldes. Für mich wäre es logischer, dass das Gelände allgemein zu steil erscheint und man umdreht. Zumal am Donnerstag davor der Schnee noch sehr gut getragen hat und die Tritte bombig hielten.
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