Auf der Suche nach dem letzten Haufen vernünftig fahrbaren Schnee sind wir heute zur Westlichen Dremelscharte aufgebrochen. Nachts hatte es leider nicht gefroren (Firn schied somit aus), aber wir wollten trotzdem unser Glück an der Dremelscharte versuchen.
Der Forstweg von Boden ins Angerletal hinein appert schon langsam aus. Hier ist baldigst tragen angesagt. Von der Früh weg war es schon gut warm. Glücklicherweise blieb der Himmel bis zum späten Vormittag wolkenverhangen, so lies der Sulz noch etwas auf sich warten.

Der Aufstieg über den Hang zur Hanauer Hütte war recht angenehm, weil die Felle hafteten wie mit Patex Kontaktkleber und noch nicht stollten. Die Harscheisen konnten somit im Rucksack bleiben.
Allgemein liegt viel fauler Pulverschnee im Bereich um die Hanauer Hütte, speziel in den Latschen. Auf Firn wird man hier noch etwas warten müssen.

Die Dremelscharte selber wartete dann doch mit vernünftigen Schnee auf. Auf einem vom Ostwind hart geprügeltem Fundament lag der Pulverschnee vom Dienstag, welcher inzwischen von Sonne und Südwestwind bearbeitet worden war.
Pünktlich oben in der Scharte kam die Sonne raus und somit konnte die folgende Abfahrt bei besten Sichtverhältnissen erfolgen. Die ersten 300 Höhenmeter von der Scharte waren wirklich gut fahrbar.

Man musste etwas schwerer schieben beim Wedeln, aber da gab es schon die minderen Verhältnisse.
Die Devise für den Rest der Abfahrt hies: LAUFEN LASSEN! Sonst ist man im Sulz verhungert und konnte satt schieben.

Viel los war heute nicht im Tourenbereich der Hanauer Hütte: eine handvoll ist zur Kogelseespitze aufgestiegen und zwei Tourengeher kamen nach uns auf die Westliche Dremelscharte. Zur Östlichen haben auch Zwei hochgespurt. Wo die dann wohl hin sind ? Haben sie nicht mehr gesehen.
Erwähnen sollte man noch die zum Mittag vermehrt auftretenden Locker- und Gleitschneerutsche von den Plattigspitzen hinunter direkt in den Aufstiegshang zur Hanauer Hütte. Kurz vor der Einfahrt in den Hüttenhang krachte es laut und eine Ladung ging etwa 150m vor uns in einer Rinne nieder, erreichte aber nicht ganz den Hang.

Da hätte man schon etwas früher abfahren sollen! Wieder was dazu gelernt. Wir sind dann einzeln auf dem mittleren Latschenrücken abgefahren. Somit konnte man die brenzlige Situation noch etwas entschärfen.
Zusammenfassend kan man sagen, dass die Verhältnisse suboptimal sind: Pulver gibt es keinen mehr und der Firn muss erst noch entstehen!
Grüsse Die_Grenzgaenger