Das Aprilwetter hat mir heute (1. April 2006) ein kleines Fenster offen gelassen und so kann ich es wagen, eine Skitour zu unternehmen. Mit dem Auto fahre ich zum Haldensee und stelle mein Gefährt direkt an dem Parkplatz am See ab (2 Euro für 4 Stunden!). Zunächst noch zu Fuß gehe ich zu der Brücke, welche über den Edenbach führt.
Blick zur Sulzspitze; im Vordergrund die Edenbachalm
Über den Fahrweg steige ich dann gemächlich auf und genieße die Aussicht hinüber zum Aggenstein und hinunter nach Haldensee. Einige Nassschneelawinen sind oberhalb des Forstweges abgegangen und haben diesen teilweise verschüttet. Die kleinen Lawinenkegel sind aber leicht zu passieren. Nach etwa einer halben Stunde zweigt dann die Aufstiegsspur zur Krinnenspitze von dem Fahrweg, welcher zu der Strindenalpe hinaufführt, ab.
die noch verschlossene Nesselwängler Edenalpe
Bald treffe ich auf die Talstation der Materialseilbahn der Gräner Ödenalpe. Ab hier dann durch lichten Wald hinauf und vorerst weiter in Richtung der Ödenalpe. Nach einem längeren Quergang steige ich dann über einen freien Hang in nordöstlicher Richtung zu der Nesselwängler Edenalpe auf. Das Almgebäude ist aber noch von den Schneemassen eingehüllt und hat immer noch Winterschlaf.
links die Leilachspitze, etwa in der Bildmitte der Hochvogel und recht die Litnis
Dem Karrenweg folge ich jetzt in Richtung der Wanne, welche sich zwischen den beiden Almen befindet. In dem Kessel folgt der Aufstieg zu einem Ausläufer des Krinnenspitz-Gipfelrückens. Schon bald muss ich aber mangels Schnee meine Skier deponieren und ich steige die letzten 100 Höhenmeter zu Fuß zum Gipfelkreuz auf.
links vom Gipfel die Tannheimer Gruppe
Drüben am Gipfel der Litnis tummeln sich zwei Tourengeher und auch am Gipfel der Sulzspitze ist eine ganze Gruppe unterwegs. Ich selbst mache noch einige Bilder und betrachte die Gegend. Am Abend soll es ja wieder regnen, die Wolken werden auch schon dunkler und verdecken mir immer öfter den Blick zur Sonne. Ein kalter Wind vertreibt mich dann vom Gipfel und ich steige wieder zu meinen Ski ab.
Panorama vom Gipfel
Die Abfahrt gestaltet sich dann nicht mehr so einfach, da der Schnee schon völlig durchnässt ist und teilweise schwer an den Skiern kleben bleibt. Selbst in steileren Hängen ist es jetzt nicht mehr nötig Schwünge zu machen um an Geschwindigkeit zu verlieren, der Schnee bremst von selbst. Ich bin dann auch froh, wieder am Fahrweg anzukommen. Einzig die Passagen über die Lawinenkegel vom Aufstieg bereiten jetzt noch Freude.
Höhendifferenz: 900m
Charakter: leichte und relativ lawinensichere Skitour
Geh- bzw. Fahrzeiten: insgesamt etwa 3,5 bis 4 Stunden