nachdem ich ja gestern die schneelage vom aggenstein aus etwas ins auge gefasst hatte, bin ich heute mal auf erkundungstour in die allgäuer aufgebrochen. vom wannenjochlift-parkplatz oberhalb von schattwald über die untere stuibenalpe (nicht bewirtschaftet) in das tal rechts des bischofsmannes hinein. oben am sattel ragte noch eine wächte über den kamm herunter, weshalb ich dann ganz rechts frei über das steilgelände aufgestiegen bin um dann auf die einsattelung der oberen stuibenalpe zu gelangen.
bis diese wächten vergangen sind, wird noch ein ganzes weilchen vergehen. somit ist vorerst nur ein aufstieg mit eisen über die schneefelder, oder eben frei schnauze möglich. an der oberen stuibenalpe (verfallen) angekommen, geht es über den anfangs breiten geländerücken in südöstlicher richtung hinauf zum gipfelkreuz. der aufstieg ist ohne probleme machbar.
vom bscheisser gipfel nach südwesten ein paar meter dem gipfelgrat folgend und über einige serpentinen in richtung stuibental hinunter. auch hier liegt momentan noch einiges an schnee (26. mai 2006) und zudem ist das gelände ziemlich steil. auch hier empfiehlt sich die mitnahme von eisen. später dann dem gratverlauf folgend in einem weiten bogen zum gipfelaufschwung des ponten. vom sattel des güntle dann durch latschengassen hinauf zu schrofigem terrain und über den vorgipfel und einer kleinen einschartung zum pontengipfel (2045m, trittsicherheit nötig).
als variante könnte man nach dem gipfelbesuch auf dem ponten den kleinen steig in richtung feldalpe bzw. zirleseck absteigen und durch das pontental nach schattwald absteigen. allerdings gibt es am verlauf dieses abstieges keinen stützpunkt, welchen man zu einer einkehr nutzen könnte. ich steige wieder in das güntle ab und über einen graslatz in richtung stuibental hinab. zu meiner freude ist das tal noch mit einem schönen sulzschnee gefüllt und ich kann so etwa 400 höhenmeter über die schneeflanken "abfahren". das spart eine menge zeit und so komme ich recht flott voran.
nach einem besuch der mittleren stuibenalpe, die einzige der stuibenalpen welche bewirtschaftet ist, geht es anfangs über den fahrweg und später wieder über den steig hinunter und zurück zum parkplatz.
auch heute herrschte wieder stürmisches wetter auf der höhe, speziell an den gipfelgraten hatte ich teilweise echt mühe mich auf den beinen zu halten. sturmböen peitschten aus dem hintersteinertal herauf und der wind kreischte förmlich, als er durch die seile des bscheissergipfelkreuzes fuhr. am ponten war es auch nicht besser, aber ein erlebnis ist das auf alle fälle. so den naturgewalten ausgesetzt zu sein, dürfte einen auf die dauer echt zermürben. das dachte ich mir zumindest, als ich mir überlegte wie sich wohl die extremisten an den höchsten gipfeln etwa im himalaya fühlen, wenn sie bei solch einem wind tagelang an den flanken der berge ausharren müssen bzw. sollten

ja, alles in allem eine schöne wanderung mit fantastischen ausblicken. ich konnte im süden den hohen ifen, den widderstein und einige berge in der schweiz erkennen. ganz neidisch blickte ich dort hinunter, weil die da unten scheinbar gutes wetter hatten. über mir zogen immer nur fast schon schwarze wolkenfetzen in einem höllentempo hinweg. am gipel des ponten setzte dann auch wieder graupelschauer bei einer temperatur von ca. null grad ein. in etwa zwei wochen, wenn dann die schneereste am sattel der oberen stuibenalpe und an der nordöstlichen bscheisser-flanke vergangen sind, wird wohl hoffentlich auch das wetter mit freundlicheren temperaturen aufwarten

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und hier wieder wie immer ein paar impressionen der tour:
bild 1: ausblick hinunter zur stuibenalpe (mittlere) und nach schattwald
bild 2: gipfelgrat des bscheissers, im hintergrund der große daumen hoch über dem hintersteiner- bzw. ostrachtal