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Forum für Lechtaler, Allgäuer, Tannheimer, Ammergauer Alpen und Wettersteingebirge  |  Alpin  |  Sommer/Herbst in den Bergen (Moderatoren: Kalle, oliver)  |  Thema: Große Vilsalprunde "Spezial" 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Große Vilsalprunde "Spezial"  (Gelesen 5231 mal)
Kalle
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d´r Jochtappar


« am: 02, Jul, 2006, 16:00:53 »

war die große vilsalprunde schon als junger spund eine meiner lieblingsstrecken, so bedurfte es nun unbedingt einmal einer auffrischung um den aktuellen stand der dinge zu erkunden Daumen

start der tour beim tannheimer fußballplatz und durch den lichten wald hinauf in richtung "untere roßalpe". dort gab es gleich ein "muh-konzert" der dort weidenden rinder, die wahrscheinlich noch nicht so früh mit einem besucher gerechnet hatten Wink

morgenerwachen an der unteren roßalpe

ohne lange zu rasten und die kühle des morgens ausnutzend, stieg ich gleich weiter auf zur feldalpe und später dann im schatten des geißhorn-deltas über dessen geröllreiche nordwestflanke auf den gipfelgrat und gegen nordosten in wenigen minuten zum gipfelkreuz.

blick von der feldalpe auf das gipfeldelta des geißhornes

ausblick vom gipfel des geißhorn - links des gipfels das rauhhorn und ganz links der grüne kopf des kugelhornes

Nach kurzer Gipfelrast folgt dann der Abstieg über alpinen Rasen und ein paar felsige Tritte hinunter in das Geißeckjoch. Über den Geländerücken weiter auf einen flacheren Sattel, auf welchem meist einige Schafe weiden. Am Ende des Sattels beginnt dann der eigentlich schwierigste Teil der gesamten Tour. Anfangs überklettert man den ersten Felskopf (Stellen I) um dann wieder in eine Einschartung abzusteigen. Dann wieder über felsiges Terrain und zu der drahtseilgesicherten Stelle, direkt am Gipfelstock des Rauhhornes (Stelle II), die auch etwas Schwindelfreiheit erfordert, da man direkt am Rand des Abgrundes der Ostabstürze aufsteigt. Zuletzt über eine Pfadspur rechts um den Kopf herum auf den Gipfel.

schon beim anstieg über den ersten felskopf zogen stetig nebelschwaden von den schotterhalten am fuße der ostwand zum gipfel empor und schlossen diesen bald in eine dichte wolke ein. auch jetzt am gipfel war die sicht äußerst eingeschränkt und so konnte man lediglich im westen das hintersteiner tal und die daumengruppe erkennen. der ausblick zum geißhorn, kugelhorn und dem schrecksee hingegen waren verwehrt.

wenigstens war ein blick auf den weiterweg und die unzähligen felstürme, die zerklüftet wie ein labyrinth wirken, möglich.

über unzählige zacken geht es am zerklüfteten grat in richtung hinterer schafwanne weiter
« Letzte Änderung: 02, Jul, 2006, 18:13:12 von kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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d´r Jochtappar


« Antworten #1 am: 02, Jul, 2006, 16:16:14 »

war der pfad über das rauhhorn von fels dominiert, so wechselt die landschaft nun gänzlich ins grüne. ab der hinteren schafwanne folgt dann der aufstieg über grüne matten und ein paar schrofenbänder hinauf zum (rundlichen) gipfel des kugelhorns. herrlich auch der nun wieder freigegebene ausblick hinunter zum vilsalpsee und jetzt zum ersten mal auch auf den schrecksee, der wie ein grüner smaragd in einer weiten bergmulde eingebettet daliegt.

immer wieder aufs neue ist es ein erhebender anblick: der see, die mächtigen gipfel der allgäuer im hintergrund, dominiert von der eindrucksvollen gestalt des hochvogels.

schafe weiden an den steilen hängen des kugelhorns; im hintergrund der schrecksee und die allgäuer alpen

beim abstieg vom kugelhorn treffe ich dann am sattel zwischen kugelhorn und knappenkopf auf die kleine alte salzhütte, bei deren errichtung ich damals dabei gewesen bin. mittels eines hubschraubers wurde die hütte vom vilsalpsee hier herauf geflogen und ich als etwa 9 jähriger knirps durfte einen weiteren hubschrauberflug miterleben (hubschrauberfliegen war damals nämlich eines meiner hobbies, bald durften die piloten aber keine ausnahmen mehr machen und nach den transportflügen keine "kinderflüge" mehr absolvieren. wir warteten oft tagelang an den bodenstationen um endlich mitgenommen zu werden Grin)

vom sattel dann hinunter in richtung schrecksee und bald trifft man auch auf den weg, welcher unterhalb des kugelhorns aus der hinteren schafwanne hier herüber zieht. über eine kehre dann hinunter und bald zum schrecksee. nach einigem geknipse dann wieder aufstieg in den kirchendachsattel. das kirchendach hat seinen namen von den steilgrasbewährten flanken, die bei der frontalansicht wie ein gleichschenkeliges dreieck wirken.

im sattel gibt es dann erstmal eine brotzeit. unten am see war es mir doch zu turbulent. scheinbar haben gleich mehrere schulklassen einen ausflug zu dem see unternommen? jedenfalls waren jede menge kinder am wasser um zu planschen. auch sonst herrschte ein reger betrieb an dem hochsee, da war mir die "mäßige überfülltheit" des kirchendachsattels dann doch angenehmer. hier rastete "nur" eine etwa 25köpfige truppe. von stille konnte heute jedenfalls keine rede sein Tongue

blick vom kirchdachsattel hinüber zum schrecksee und dem grasbergzug des älpelekopfes
« Letzte Änderung: 02, Jul, 2006, 16:29:48 von kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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d´r Jochtappar


« Antworten #2 am: 02, Jul, 2006, 16:47:05 »

blick von dem kirchendachsattel hinüber in das gebiet der kastenalpe und des alpelsees (links unten im bild); bildmitte die "gipfelrampe" der roten spitze und rechts davon der gipfel der steinkarspitze

vom kirchendachsattel führt der weg dann in etwa gleichbleibender höhe unterhalb der kälbleggspitze hindurch und in den sattel, welcher das gebiet von schwarzwassertal und kastenalpe miteinander verbindet. einer moränenlandschaft ähnelnd, geht es über unzählige mulden und krater. nach dem sattel umgeht man den ersten kopf auf dessen rechter seite und gelangt in den nächsten sattel aus dem sich der geländerücken der steinkarspitze aufschwingt. über freies gelände und einigen schafgängeln folgend erreiche ich bald den grat und folge diesem bis zum steinkarspitzgipfel.

blick vom quergang unterhalb der kälbleggspitze hinunter zum alplsee

blick von der steinkarspitze zurück auf die moränenlandschaft unterhalb der kälbleggspitze (links der bildmitte) und das alpgebiet der kastenalpe

gipfel der steinkarspitze

vom gipfel der steinkarspitze dann abstieg in das steinkarjoch und weiter in die südflanke der lachenspitze. über einen gerölligen steig dann auf den gipfel. von oben dachte ich mir noch, ob ich auch noch den gipfel des schochen mitnehmen sollte? erst einmal war aber der abstieg von der lachenspitze gegen nordosten zu bewältigen. über den doch recht anspruchsvollen pfad meist im I. schwierigkeitsgrad über sehr brüchiges, felsiges terrain hinunter. gerade die brüchigkeit des felses und die unvertrautheit ob die griffe halten, macht den abstieg spannend aber durchaus machbar (zeit lassen!).
« Letzte Änderung: 02, Jul, 2006, 16:55:05 von kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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d´r Jochtappar


« Antworten #3 am: 02, Jul, 2006, 17:11:30 »

rückblick aus dem lachenjoch: links die lachenspitze, bildmitte steinkarspitze und rechts die rote spitze

schon bald merkte ich, dass ich am saalfelder höhenweg angekommen war. menschen, menschen und nochmal menschen. auch der einstige ausgewaschene steig wurde zu einer halben autobahn umfunktioniert. das war schon beinahe ein fahrweg... auch den entschluss "noch den schochen mitzunehmen" verwarf ich sofort, ich hatte nämlich keine lust im stau auf den gipfel zu gelangen Lips Sealed Tongue so schritt ich eilends hinauf in die scharte unterhalb des schochens und weiter über das alpgebiet der gappenfeld alpe.

der ziegerstein in der nähe des lachenjoches; der pfad wurde fast zu einem fahrweg ausgebaut Roll Eyes

lediglich von der schochenscharte hinunter zu der gappenfeld-weide ist noch der ursprüngliche steig erhalten. ansonsten ist hier heroben alles "touristengerecht" aufgearbeitet worden Lips Sealed und die touristen danken es, mit einer enormen besucherzahl... wie ich selbst erlebt habe! trotz dem nicht allzu guten wetter ist der ansturm enorm und der weg bis in den sattel oberhalb der usseralpe noch weit Tongue selbst einige fußballfans tragen ihren patriotismus zur schau, indem sie mit deutschlandfahnen und singend und pfeifend durch die berge ziehen Tongue

für mich ist soviel trubel jedenfalls nichts und ich sehe zu, dass ich dem ganzen entfliehen kann...

das kreuz in der gappenfeldscharte, dahinter die leilachspitze mit den luchsköpfen
« Letzte Änderung: 02, Jul, 2006, 19:24:07 von kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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« Antworten #4 am: 02, Jul, 2006, 17:32:46 »

über den fahrweg der gappenfeldalpe mehr oder weniger eben weiter und unterhalb der sulzspitze entlang bis zu der strindenscharte. am fahrweg zwei kehren nach unten folgend und dann weiter auf dem steig in nördliche richtung hinüber zu vogelhörnle und neunerköpfle. über weidegebiet gelangt man in den sattel des strindenjoches, wo mich schon bald ein wegweiser zu der usseralpe hinunterleitet. über einen grasrücken auf einen felskopf hinaus und dann nach links an der grasflanke hinunter. von oben ist nun schon das rostige dach der usseralpe zu erkennen.

an der hütte angekommen finde ich eine baustelle vor. der käsraum und der kesselraum werden gerade erneuert, hier heroben wird nämlich noch selbst käse hergestellt. ich begnüge mich aber mit alkoholfreiem weizen und der schönen aussicht auf neunerköpfle, kanzel und hinunter nach tannheim. ich schwelge ein wenig in kindheitserinnerungen (ich war ja als kind mit meiner mutter und meinen geschwistern hier heroben auf der alpe) und unterhalte mich später etwas mit einem gast der jetzt mit dem mountainbike auf die hütte geradelt ist. früher gab es noch keinen fahrweg hier herauf, jetzt gibt es gleich zwei davon Tongue, was ich irgendwie schade finde... aber die zeit bringt das halt so mit sich Undecided

endlich aus dem trubel, jetzt geht es hinunter zur usseralm (im hintergrund das neunerköpfle)

nach der rast geht es dann über den fahrweg hinunter (über den alten steig darf man aus einem mir unerfindlichen grund nämlich nicht gehen?) nach schmieden. durch den tannheimer ortsteil hindurch und über die brücke auf die bogner viehweide und hinauf zum fußballplatz, wo ich ja 12 stunden zuvor meinen roller geparkt hatte.

statistik

höhenunterschied: 1150m
gesamtanstiege: 2250m
höchster punkt: geißhorn (2247m)
niedrigster punkt: tannheim (1097m)
strecke: ca. 25km
stützpunkt: landsberger hütte (1810m), gappenfeldalpe (1812m), usseralpe (1638m)
gehzeit: ca. 12 stunden
charakter: im bereich des rauhhorns und der lachenspitze recht anspruchsvoll (bis II. schwierigkeitsgrad), lange und anstrengende tour die ein gehöriges maß an ausdauer und kondition erfordert
« Letzte Änderung: 14, Nov, 2007, 19:44:56 von Kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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« Antworten #5 am: 02, Jul, 2006, 23:28:05 »

Glückwunsch!!
Und ganz allein. Ziehe hochachtungsvoll meinen Hut!

Die Bilder sind schön und verführen von Vergangenem zu träumen. Du scheinst eine wahnsinnig gute Form zu haben und das, wo die Saison grad mal erst so richtig los geht! :-)

ciaociao
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Kalle
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d´r Jochtappar


« Antworten #6 am: 03, Jul, 2006, 10:33:36 »

@usch

danke für das lob! aber so gut scheint die form dennoch nicht zu sein, mir steckt die tour nämlich noch heute in den knochen Lips Sealed Grin

aber schön war es trotzdem Daumen jetzt ist ja grad die schönste zeit... alles blüht, das gras in seinem saftigen grün und überall der duft der zahlreichen blumen... wenn man nicht grad am kugelhorn steht, dass die schafe offenbar als ihr massen-wc auserkoren haben *naserümpf* Wink
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« Antworten #7 am: 03, Jul, 2006, 11:24:43 »

Hi Kalle,
wirklich schöne Tour. Vor allem die verschiedenen Ausblicke auf den Schrecksee sind einfach immer wieder herrlich.  Daumen
Übrigens, die Schafe waren im Jahr 2003 auch schon da oben *grins*
Zusätzlich hatten wir dann noch Kühe direkt am Schrecksee...die hatten auch überall "Duftmarken" verteilt.
Gruß Mark
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« Antworten #8 am: 03, Jul, 2006, 13:15:21 »

@ kalle

Alles Natur! Grin  Wink

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« Antworten #9 am: 07, Jul, 2006, 14:35:58 »

Wirklich eindrucksvolle Tour. Interpretiere ich dein Bild richtig und der Anstieg zum Geißhorn ist inzwischen weitestgehend schneefrei? Dann hätte ich nämlich eine mögliche nächste Tour für mich gefunden...
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Kalle
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« Antworten #10 am: 07, Jul, 2006, 14:46:20 »

stimmt, das geißhorn kann quasi als schneefrei bezeichnet werden... ganz oben ist noch ein kleines schneefeld, das aber anfangs umgangen werden kann und ganz oben mit guten tritten versehen ist. also überhaupt kein problem Cool
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livocatra
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« Antworten #11 am: 24, Jul, 2006, 09:14:29 »

Am Samstag bin ich auf Kalles Spuren gewandelt. Allerdings habe ich mich angesichts der Hitze mit dem Geißhorn zufrieden gegeben.  Von Tannheim über die Untere Roßalpe und die Felderalpe aufs Geißhorn.

Das letzte Stück des Aufstiegs, kurz bevor man den Grat zwischen dem Geißhorn und dem Geißeck erreicht, habe ich wegen des bröseligen Untergrunds als etwas unangenehm empfunden. Dort musste man immer noch ein Schneefeld überqueren. Weil ich keine Grödel dabeihatte, habe ich die Stelle lieber umklettert. Allerdings war der Fels, wenn man dort überhaupt davon reden kann, so unzuverlässig, dass er schon beim Anfassen zerbröselte. Im Aufstieg war es dennoch kein großes Problem. Hinunter bin ich dann allerdings lieber auf der anderen Seite, zum Jubiläumsweg und anschließend weiter zur Vilsalpe am Vilsalpsee.

Weil es so heiß war, habe ich mich unterwegs noch unter einen kleinen Wasserfall gestellt, der nur ein paar Meter neben dem Steig mehr tröpfelte denn floß.

Da ich meinen Roller in Tannheim abgestellt hatte, musste ich zum Schluß noch über die Straße vom Vilsalpsee (Parken für PKW 6,30 € - keine Zufahrt zwischen 10 - 17 Uhr) zurück nach Tannheim. Ein ziemlicher Hatscher, den man notfalls auch mit dem Bus zurücklegen kann, der alle 30 min fährt. Insgesamt war ich ca. 6 Stunden unterwegs.

« Letzte Änderung: 24, Jul, 2006, 15:08:04 von rps » Moderator informieren   Gespeichert
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d´r Jochtappar


« Antworten #12 am: 24, Jul, 2006, 14:19:34 »

@Ralf

nicht schlecht bei der hitze... schwitzen

nur eine kleine anmerkung: die alpe hinter dem vilsalpsee nennt sich vilsalpe, die "vilser alpe" hingegen befindet sich oberhalb von vils im bereich der tannheimer berge (brentenjoch, vilser kegel, schlicke)
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d´r Jochtappar


« Antworten #13 am: 11, Mai, 2008, 12:37:00 »

Zitat
Auch hier wieder was aus früheren Tagen. Diesmal eine Tour, die ich schon als Kind bzw. Jugendlicher des öfteren absolviert habe...


Vor einigen Jahren gehörte dieser Berg sozusagen zu meinen festen "Anlaufpunkten" beim Bergwandern, beinahe jedes Wochenende war ich dort oben anzutreffen.

Erste Etappe (1. Tag)

Vom Tannheimer Schießstand aus führt eine Forststraße am Fußballplatz vorbei und in ein kleines Waldstück. Nach etwa einem Kilometer kommt man zu einem Weidezaun der mit einem Drehkreuz gesichert ist. Vor diesem Drehkreuz wandern wir allerdings nach rechts weg und kommen bald auf eine Waldlichtung. Nun sieht man schon einen kleinen Steig in Serpentinen in ein Tal einlaufend. In kühlendem Waldgebiet führt der Steig nun an einem kleinen Wildbach entlang bis zu einem großen Almboden, an dessen rechter Seite eine kleine, verträumte Hütte steht.

Blick vom Neunerköpfle auf das Herzstück dieser Tour, der Rauhhorngruppe

Dieser Almboden sieht insgesamt sehr idyllisch aus und könnte fast aus einem alten Heimatfilm stammen. Weit weniger idyllisch ist allerdings nun der Aufstieg an der rechten Flanke hinter der Hütte. Sehr geröllig zieht sich ein Weg steil nach oben, ohne jeglichen Schatten. Nach etwa einer halben Stunde gelangt man nun auf ein ausgedehntes, latschendurchsetztes Hochplateau, das sich sehr flach hinanzieht. Von hier aus können wir auch schon das imposante Delta des Geißhorns bewundern, dem wir nun immer näher kommen.

Auf einem Geländerücken steigen wir nun hinauf zur Feldalpe. Links unter uns können wir das Dach der oberen Roßalpe erkennen.

Auf einem grünen Rücken laufen wir beinahe eben unter die Abstürze des Geißhorns und ab hier zieht sich jetzt der Steig in einer enorm breiten Geröllrinne in Serpentinen zum Gipfelstock hinauf. Dort oben angekommen sind es nur noch wenige Schritte bis zum Gipfelkreuz.

Eine herrliche Aussicht kann von hier oben aus genossen werden. Unter uns der dunkelblaue Vilsalpsee und die Almwiesen in seiner Nähe. Nach einer kurzen Rast geht es dann in südwestlicher Richtung hinunter zum so genannten Geißeck. Von dort zieht sich der Weg nun entweder hinauf zum Rauhhorn, oder hinunter zu der Vilsalpe im Osten bzw. der Willers Alp im Nordwesten.

Um von hier in die hintere Schafwanne zu gelangen haben wir zwei Möglichkeiten, entweder wir überschreiten das Rauhhorn oder wir gehen unterhalb der Rauhhorn-Abstürze hindurch und steigen dann wieder zur Schafwanne empor. Der Weg über das Rauhhorn ist allerdings nur für den trittsicheren und erfahrenen Bergwanderer zu empfehlen, denn im Gipfelbereich ist mit einem Schwierigkeitsgrad von ca. II zu rechnen. Wer allerdings diese Variante wählt, wird mit zwei Gipfelkreuzen belohnt! ;-)

Wie auch immer! Wir treffen in beiden Fällen in der hinteren Schafwanne ein und haben nun wieder die Möglichkeit einen Gipfel "mitzunehmen", oder unter ihm hindurch zu wandern. In diesem Fall würde ich Vorschlagen das Kugelhorn auszulassen und den direkten Weg zum Schrecksee zu wählen.

Schrecksee (1802m)

Der Schrecksee! Es war immer meine absolute Lieblingsstelle in den Allgäuer Alpen, zumindest von dem was ich bis dato davon gesehen hatte! Eine kleine Insel ragt aus dem See und bildet neben dem beinahe gleichschenkeligen Dreieck des "Kirchendaches" einen ausgezeichneten Blickfang für den Wanderer!

Bis hierher sind wir nun etwa 7 Stunden unterwegs gewesen. Zeit um sich hier sein Zelt aufzuschlagen und an dem kleinen, stillen See die Nacht zu verbringen.

Zweite Etappe (2. Tag)

Nachdem wir wieder das Zelt zusammengepackt haben steigen wir in den nahen Kirchendachsattel auf, um dann unter seinem beinahe ebenmäßigen Dreieck hindurch zu marschieren. In einem weiten Bogen geht es nun ohne größere Anstrengungen hinüber zum Steinkarjoch. Links unten sieht man den kleinen Alpelsee und in einer weiteren Stufe darunter den Vilsalpsee. Lassen sie sich hier allerdings unter keinen Umständen dazu verleiten einen direkten Abstieg zum Vilsalpsee zu wagen, denn dies könnte tödliche Folgen haben!!! Es führt hier kein Weg hinunter, sondern ein Wasserfall stürzt sich über eine ca. 100 Meter hohe Felswand hinab!

Ausblick von der Leilachspitze auf ein Teilstück der Vilsalprunde: vom Schrecksee kommend über den Kirchendachsattel, unter der Steinkarspitze hindurch zum Steinkarjoch und weiter zur Landsberger Hütte (Steinkarspitze liegt hier im Sonnenschein in der Bildmitte)

Wir bleiben weiterhin auf dem Weg hinüber ins Steinkarjoch. Dort angekommen kann man schon das langgezogene Dach der Landsberger Hütte erkennen. Über einen grünbewachsenen Rücken kommen wir zu dieser hinunter und können dort eine Rast einlegen.

Wieder einmal wird man vor die Wahl gestellt! Von hier aus kann man nun zum Vilsalpsee hinunter gehen oder über das Lachenjoch hinüber, an der Gappenfeldalpe vorbei und dann über die Usseralpe nach Tannheim absteigen. Allerdings würde die Gesamtzeit mit der zweiten Variante dann wieder einen Zeitraum von ca. 7 bis 8 Stunden in Anspruch nehmen.


Höhendifferenz: 1.550m (inkl. sämtlicher Gegenanstiege)
Charakter: lange Bergtour mit Kletterstellen im I. und II. Schwierigkeitsgrad, ansonsten Gehgelände mit Trittsicherheit erfordernden Passagen (auf stabiles Wetter achten!)
Gehzeiten: ca. 11 bis 13 Stunden (2-Tagestour)
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« Antworten #14 am: 01, Jul, 2008, 18:38:10 »

Hey Kalle

hast du eventuell von der Rauhhornüberschreitung noch genauere Bilder? speziell die Schlüsselstellen würden mich interessieren.

Gruß Max
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