schon seit fast 20 jahren war ich nicht mehr auf dem höchsten gipfel der tannheimer gruppe. da für heute mein zeitfenster nicht allzu groß ist, entschliesse ich mich für einen schnellen abstecher auf die köllenspitze.
meinen roller stelle ich oberhalb des "sunneschlössli" direkt neben den weidezaun. zunächst über weidegebiet und teilweise einem breiten fahrweg hinauf in den wald. bald führt nur noch ein schmaler pfad empor, der sich nach etwa zehn minuten gabelt. ich folge dem wegweiser "gimpelhaus und tannheimer hütte" und steige über einen teilweise etwas schmierigen weg hinauf, der sich im großen und ganzen über einen ausgeprägten geländerücken bis zu den "bergzigeunerhütten" hinzieht.
"am murmelebau" in der kressewanne
auch die gemsen genießen den schönen sonnentag
dort angekommen verfolgt man am besten den rechten steig, der in die kressewanne direkt unter den abstürzen des kölleschrofens und des babylonischen turmes hineinzieht. bei einem kleinen hüttchen, welches sich an einen fels schmiegt führt nach links ein zarter pfad in die wanne hinein. an dessen ausgeprägtem rücken steigt man bis unter die köllenspitzwände hinauf und am weg angekommen verfolgt man diesen linkerhand, bis in die nesselwängler scharte hinauf.
ausblick über das tannheimer tal mit haldensee und zu den gipfeln der roten flüh und des gimpels
blick hinein in die allgäuer alpen
natürlich könnte man bis hierher auch über das gimpelhaus gelangen, allerdings wäre man dann gezwungen im pulk der ganzen "touristen" mitzulaufen und wie schon in der tourenbeschreibung auf den gimpel erwähnt, ist der steig dort hinauf teilweise im wahrsten sinne des wortes "beschissen". wer für den weg hierher noch weiter ausholen möchte, kann auch von der bärenfalle bei musau aus starten. über das raintal und etwa in der hälfte des weges zwischen der musauer alm und der otto-mayr-hütte schlängelt sich steil ein recht anspruchsvolles steiglein in südlicher richtung in die nesselwängler scharte hinauf.
detailausschnitt: links im vordergrund die leilachspitze mit ihrer grünen abdachung, das delta im hintergrund stellt die marchspitze dar, rechts davon der große krottenkopf (der tour vom donnerstag), imponierend davor der hochvogel und rechts davon im hintergrund das markante horn der trettach
aussicht über den musauer berg hinweg zum forggensee und ins füssener land
von der scharte aus verfolgt man nun einen kleinen weg, welcher bei nässe und noch frühmorgens wenn noch der tau auf den matten liegt sehr rutschig sein kann. über ein paar kehren empor folgt auch schon wieder ein abstieg durch eine felsrinne (I+). unten angelangt quert man über schotteriges terrain und bald über eine brüchige rippe (I) wieder nach rechts hinauf. wieder ein kleiner quergang der vorsichtig genommen wird und dann folgt der einstieg in die gipfelrinne. in leichter kletterei (I) einige minuten dem kamin entlang, gelangt man zu der schlüsselstelle (II) der tour, welche allerdings durch ein stahlseil entschärft ist. über einen eingekeilten klemmblock senkrecht hinauf, wobei jedoch eisenstifte die sache zusätzlich erleichtern.
die gehrenspitze und im hintergrund die ammergauer alpen
gehrenspitze mit dem reuttener talkessel
nach diesem part wieder durch den oberen teil des kamines (I) weiter, bis man in den kleinen sattel trifft. sogleich sieht man durch die felskluft auf das füssener land hinaus und kann sich so schon einen vorgeschmack auf die am gipfel gebotene aussicht holen. nach rechts über gut griffigen fels hinauf (I) und in wenigen minuten zum gipfel. bei einer guten brotzeit kann man jetzt das "super-panorama" auf sich wirken lassen...

da ich ja für heute noch was vor hatte, musste ich leider auf einen abstecher zur gehrenspitze verzichten, obwohl das wetter wie geschaffen für eine solche unternehmung gewesen wäre

so bin ich halt den selben weg, den ich heraufgekommen war auch wieder hinunter...
beim abstieg über die schlüsselstelle (II)
fazit: die köllenspitze ist nicht nur der höchste gipfel der tannheimer gruppe, sondern auch der schönste aussichtsberg weit und breit, was sicher mit seiner zentralen lage innerhalb der gruppe zu tun hat. von der schwierigkeit her, steht die kölle für mich an zweiter stelle. der gimpel ist meines erachtens der "schwerste" tannheimer...