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Forum für Lechtaler, Allgäuer, Tannheimer, Ammergauer Alpen und Wettersteingebirge  |  Alpin  |  Sommer/Herbst in den Bergen (Moderatoren: Kalle, oliver)  |  Thema: Biberkopf - Hochrappenkopf - Rappenseekopf 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema. « vorheriges nächstes »
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Autor Thema: Biberkopf - Hochrappenkopf - Rappenseekopf  (Gelesen 4498 mal)
Kalle
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d´r Jochtappar


« am: 16, Okt, 2006, 17:05:37 »

viele kennen den gipfel des biberkopfes durch seine imposante, mit schichtplatten gepanzerte, südwestwand. um diesen eindrucksvollen gipfel zu erreichen, startet man am besten von dem kleinen weiler lechleiten. ein kleiner parkplatz beim "haus schrofenwies" kann gebührenfrei genutzt werden.

zunächst über wiesen auf einem fahrweg gegen nordosten und bald zu einem kleinen wegweiser. weiter über einen kleinen pfad und in kehren zur hundskopfalp hinauf. von der kleinen hütte weiter über einen graslatz empor auf den geländerücken und über kuppiertes terrain weiter in richtung gipfelaufbau. an einem kleinen see vorbei (es gibt aber eine zweite wegvariante die weiter unten verläuft) und über einen weiteren, steilen grashang ("hoher gehren") hinauf und auf grasigem buckel an den ersten felskopf heran.

diesen umgeht man rechts und gelangt auf die gratschneide (drahtseilsicherungen), welche man bis zum nächsten grataufschwung verfolgt. über schrofiges gelände links des grates bergauf und bis hin zu dem wegweiser, welcher den vom hochrappenkopf kommenden steig bezeichnet. gut markiert führt der weitere anstieg durch eine steile, teils mit eisengriffen versehene, felsrinne (I) hinauf zum gipfel des biberkopfes (2599m).

nach der prächtigen gipfelschau folgt der abstieg, zurück hinunter durch die gipfelrinne, bis hin zu dem wegweiser. von dort unterhalb der nordwestwand an ein paar felstürmen vorbei und weiter über steile geröllflanken im zick-zack hinunter bis unter die felsmauern des verbindungsgrates der zum hochrappenkopf hinüber zieht (ca. 2200m). ab hier würde auch ein notabstieg zur biberalpe hinableiten. um aber den hochrappenkopf zu erklimmen, steigt man in kehren den steilen, von rinnen zerfurchten hang hinauf und erreicht bald die scharte.

der weg leitet nach links in einem bogen um einen ausläufer des hochrappenkopfes herum und weiter in die scharte zwischen diesem und dem rappenseekopf. am besten steigt man schon vor erreichen der scharte frei über schrofiges gelände über den hang zum gipfelgeschmückten kreuz des hochrappenkopfes (2425m) an.

der abstieg erfolgt dann über den normalweg, welcher direkt an der abbruchkante gegen den kessel des rappensees in die scharte (2319m) hinunter führt. für den aufstieg auf den rappenseekopf geht man über karstgelände und eine geländeerhebung bis zu dessen westflanke. auch hier führt der steig direkt an der abbruchkante hoch über dem rappensee bis hinauf zum gipfel (2468m). sehr eindrucksvoll zeigt sich von hier das weiträumige kar unterhalb des hohen lichtes.

den steig wieder hinunter in die scharte und über gebändertes und gut gestuftes terrain in richtung rappensee und rappensee-hütte hinunter. unter den nordwestabstürzen des rappenseekopfes und auf weitem geröllband hinunter zum see. den besuch der hütte kann ich ausklammern, da diese offensichtlich schon verschlossen ist und winterdicht gemacht wurde. links des sees durch das kleine hochtal hinaus und um eine geländekante herum, trifft man wieder auf den hüttenweg. der schlängelt sich meist lehmig hinunter ins gebiet der "oberen rappenalp".

durch viele tief eingeschnittene tobel leitet der pfad unterhalb des rappenköpfles hindurch, weiter über eine weite almflur hin und bis an die kante des mutzentobels. im mutzentobel ist dann wieder etwas vorsicht geboten, denn die schiefrigen abbrüche sind bröselig und eigentlich immer nass und rutschig. zudem ist die flanke sehr steil und im falle eines sturzes würde hier nichts halt bieten. ist man dann aber im grund des tobels angelangt, führt der steig drahtseilgesichert durch buschwerk hinaus auf die weidefläche bei der oberen biberalpe.

über weite schuttflanken steigt der weg zur sogenannten schloßwand hin an um über dem sattel wieder in das mit kleinen seen geschmückte kleine hochtal bei der oberen lechleitner alm hinunter zu führen. über feuchte wiesen ist die alm auch bald erreicht. wenige minuter später gelangt man dann zur unteren, verfallenen lechleitner alm. hier wählt man dann den linken pfad, der über die wiesen zurück hinunter nach lechleiten führt.

fazit: eine eindrucksvolle und sehr interessante rundtour hoch über dem rappenalpental und dem kleinen ort lechleiten. wer spät im jahr aufbricht, so wie ich in diesem fall, sollte unbedingt die grödel mitnehmen, da in der nordflanke des biberkopfes oftmals hartgefrorene schneefelder das queren der steilen schuttflanke gefährlich machen (bei mir ging es noch halbwegs).

gesamtanstiege etwa 1650 höhenmeter

und hier wieder ein paar impressionen der tour:

am aufstieg in der früh zeigen sich die silhouetten v.l.n.r.: holzgauer wetterspitze, feuerspitze und vorderseespitze

steinböcke am "hohen gehren"

ausblick vom gipfel des biberkopfes hinunter nach lechleiten

inversionslage über oberstdorf und dem illertal (die "insel" die etwa in der bildmitte aus dem wolkenmeer ragt, zeigt den grünten)

am gipfel des hochrappenkopfes

steinmandl am hochrappenkopf, im hintergrund der biberkopf mit seiner nordflanke

gipfelbekanntschaft horst am rappenseekopf, im hintergrund das kühne horn der trettach

rappenseekopf-gipfelkreuz, im hintergrund links der gipfel des widdersteins

der abstieg aus der scharte in richtung rappensee ist bei weitem nicht so schwierig, wie man es auf dem foto vermuten könnte

links das rappenköpfle und rechts der hochrappenkopf mit seiner nordwestwand von der oberen biberalpe aus gesehen

ausblick in das kleine hochtal bei der oberen lechleitner alm, im hintergrund das karhorn (lechquellengebirge)

blick zurück auf den biberkopf, beim abstieg über die wiesen oberhalb von lechleiten

   
« Letzte Änderung: 16, Okt, 2006, 19:08:55 von kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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« Antworten #1 am: 16, Okt, 2006, 17:24:05 »

Super Tour, Kalle! Warst du auch am Sonntag unterwegs? Oder war das etwa heute?

Gruß, Max
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« Antworten #2 am: 16, Okt, 2006, 17:26:52 »

Ach du warst das!?!

Hast mich nicht gesehn? Ich hab dir hinübergewunken. Als fachgeprüfte Muldenliegerin hatten wir es uns oberhalb vom Körbersee mit unseren Isomatten bequem gemacht und das Treiben auf den Bergen rundum beobachtet! ;-)

lg
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« Antworten #3 am: 16, Okt, 2006, 17:30:56 »

@max

ja, ich war auch am sonntag (also gestern) unterwegs

@usch

...und ich hab mir noch gedacht, dass ich ein schnarchen vom hochtannberg herüber gehört hätte...  Grin Wink
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« Antworten #4 am: 16, Okt, 2006, 17:32:29 »

 Cool ähähm ... *grübel*

hatte gehofft, dass es weit genug weg ist *hüstel* Roll Eyes
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« Antworten #5 am: 24, Okt, 2006, 17:09:18 »

Noch eine Frage zum Biberkopf. Ich meinte irgendwo einmal gelesen zu haben, dass im Bereich der Biberkopf Nordflanke - also am Normalweg - eine Leiter existiert. Stimmt das wirklich? Weil nirgendwo ist diese Leiter erwähnt... Aber vll. täusche ich mich auch.

Bis dann, Max
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Mimo
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« Antworten #6 am: 24, Okt, 2006, 19:00:12 »

Hi Max, habe da keine Leiter gesehen - ist auch keine nötig!!!
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Kalle
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d´r Jochtappar


« Antworten #7 am: 24, Okt, 2006, 19:09:25 »

eine leiter gibt es auch nicht, einmal ist in der gipfelrinne eine art "handlauf" angebracht und ein paar bügel als steighilfe einzementiert. über die notwendigkeit lässt sich sicherlich streiten, ich würde auch sagen, dass man die passage auch sehr gut ohne diese "hilfsmittel" nehmen kann.

gruß
kalle
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Aufm Noppaspitz


« Antworten #8 am: 25, Okt, 2006, 12:45:00 »

Dacht ich mirs doch, dass es am Biber-Normalweg wohl gar keine Stelle gibt, an der man eine Leiter verbauen könnte. Man lernt halt nie aus - danke an euch!

@ Mimo, ist was aus eurer Vorderseespitze-Besteigung geworden? Das Wetter ist ja ziemlich genial (heut + morgen)

Max
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« Antworten #9 am: 15, Jan, 2008, 21:12:41 »

Noch eine Frage zum Biberkopf. Ich meinte irgendwo einmal gelesen zu haben, dass im Bereich der Biberkopf Nordflanke - also am Normalweg - eine Leiter existiert. Stimmt das wirklich? Weil nirgendwo ist diese Leiter erwähnt... Aber vll. täusche ich mich auch.

Bis dann, Max

Kleine Info zu der Leiter: Diese existierte bis vor ca. 10 Jahren noch, und zwar bevor man auf den jetzt sehr freien Grat mit der Seilversicherung kommt ging man links ein Felsband entlang. Von dort gings dann in einer kurzen Rinne nach rechts oben um dann über eine Leiter wieder auf den Gipfelgrat zu stoßen, etwas unterhalb der Abzweigung zur Rappenseehütte. Das Problem war aber meist das Felsband, welches eben nordseitig lang mit Schee und Eis bedeckt war.
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Kalle
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d´r Jochtappar


« Antworten #10 am: 17, Jan, 2008, 23:19:44 »

@MarkA

Vielen Dank für deine Info Bravo

Ich hab dazu mal in dem Buch "Gipfelziele - Allgäuer Alpen" von Helmut Dumler (übrigens eines meiner Lieblingsbücher) folgendes gelesen:

Zitat
...Eine Steilstufe wird mit Hilfe einer Leiter bewältigt...

...bei der Tour aber keine solche angetroffen, weshalb ich mich doch etwas gewundert habe.
Jetzt ist aber dank deiner Erläuterungen alles klar Daumen

Gruß
Kalle
« Letzte Änderung: 17, Jan, 2008, 23:21:46 von Kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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Achim
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« Antworten #11 am: 29, Mai, 2008, 12:05:38 »

Hallo zusammen!
Eine schöne Tour ist da ja von Kalle beschrieben worden.

Zur Besteigung des Biberkopf hätte ich aber noch eine Frage:

Ich mache demnächst, wenn das Wetter paßt, eine Mehrtagestour in dieser Ecke. Dabei werde ich nach dem Mindelheimer Klettersteig zur Rappenseehütte wandern.
Beabsichtigt war dabei aber, über den Schrofenpaß, die Schloßwand und Biberalpe zunächst den Biberkopf zu besteigen und dann über den Hochrappenkopf zur Rappenseehütte.

Leider habe ich bislang noch nirgendwo lesen können, ob es von der Biberalpe oder schon vorher einen Weg hoch zum Biberkopf gibt. Zunächst Richtung Lechleiten absteigen und dann "von hinten" wieder hoch möchte ich nicht, das wird zuviel Zeit kosten.

Ist vielleicht der von Kalle beschriebene "Notabstieg" ein brauchbarer Weg auf den Biberkopf?

Für Eure Tipps wäre ich äußerst dankbar!!

Gruß, Achim
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Kalle
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d´r Jochtappar


« Antworten #12 am: 29, Mai, 2008, 14:55:03 »

Servus Achim!

Einen Weg gibt es nicht, aber es ist wohl möglich, über die schuttreiche Flanke in Richtung der Scharte zwischen Hochrappenkopf und Biberkopf aufzusteigen. Allerdings dürfte das ein ziemlicher Geröllschinder sein.

Wenn ich mich recht erinnere, hat der Mimo das schon mal im Abstieg gemacht Roll Eyes

Wahrscheinlich wäre es auch gut machbar, gleich nach der Anhöhe bei der Schlosswand sich schräg aufwärts zu orientieren?
NACHTRAG: man muss nur aufpassen, nicht zu früh in eine der Runsen aufzusteigen! sondern tatsächlich bis unter die Scharte queren, bis man auf den Weg trifft.

Hab noch eine Skizze zur Veranschaulichung angehängt.

Gruß
Kalle


* biberk_karte2.jpg (52.37 KB, 640x480 - angeschaut 719 Mal.)
« Letzte Änderung: 29, Mai, 2008, 17:04:51 von Kalle » Moderator informieren   Gespeichert

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Achim
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« Antworten #13 am: 30, Mai, 2008, 10:55:58 »

Hallo Kalle,

danke erstmal für die Info!

Wie du schon erwähnt hast, wäre es vielleicht machbar, sich gleich nach der Schloßwand aufwärts zu orientieren. Genau das war auch meine Überlegung.
Vermutlich muß ich das ganze kurzfristig vor Ort entscheiden.

Damit die Tour nicht für den Tag zu lang wird (da ich dann auch schon den Mindelheimer KS hinter mir habe) würde ich dann vielleicht auch statt noch nach dem Biberkopf zur Rappenseehütte zu gehen,  am Biberkopf ein Biwak machen und am nächsten Tag weiter Richtung Hütte.
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horst
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Stoahogga


« Antworten #14 am: 30, Mai, 2008, 22:09:11 »

Hallo Achim,

  mal 'ne Frage zu deinem Vorhaben:wie soll denn deine Tour von
der Rappensee weitergehen? Willst du weiter oder steigst du dann ab(dann in welche Richtung)?

Gruß Horst
« Letzte Änderung: 30, Mai, 2008, 22:15:58 von horst » Moderator informieren   Gespeichert

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