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Parkplatz Iselerbahn  (gelesen 5329 mal)

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Offline Kauk

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Parkplatz Iselerbahn
« am: 10. Jul 2012 - 21:28 Uhr »
Wie ich in der Vorbeifahrt gesehen habe, ist das Parken an der Iselerbahn kostenlos geworden. Die Schilder mit dem Zusatz "Mit Parkschein" wurden durchgeklebt und die Automaten zumindest teilweise verhüllt.

War das im Sommer immer kostenlos oder ist das eine Neuerung, evtl. als Reaktion auf die mittlerweile im ganzen Tannheimer Tal hohen Parkkosten?
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Offline Kristian

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Re: Parkplatz Iselerbahn
« Antwort #1 am: 10. Jul 2012 - 22:04 Uhr »
Der Parkplatz gehört der Bahn und die bietet ihn als kostenlosen Service für ihre Kunden an. Die umliegenden Parkplätze gehören der Gemeinde.

Nach der letzten Bürgermeister- und Gemeinderatswahlen gibt sich Hindelang etwas besucherfreundlicher. Die Parkgebüren wurden von 5,50 € (vormals 10,-- DM) auf sozialverträgliche 2,50 pro Tag gesenkt.
Die Parkplätze am Grenzwieslift und auf der Gähwinde sind kostenlos.

Der Urlauber ißt in seinem Hotel, Klasse 4 wurde vergrault --> Folge: leere Wirtschaften am Joch, in Hinterstein usw. Dafür Verkehrsbelastung Richtung Tannheim.

Da über die A7 und B309 auch der Tagestourist rasch aufs Joch kommt, ohne den Verkehr in die Ortschaften zu tragen, will man ihn halt nicht zwingend an die Tiroler verlieren.  Gerade im Winter, läßt auch dieser etwas Geld auf der Piste ohne großen Stau am Jochpass oder in den Ortschaften zu verursachen.

Im Tannheimer Tal schießen die Parkautomaten derzeit wie Giftpilze aus dem Boden. Darauf sollte man mit Konsumverzicht reagieren und lieber am Joch  oder im Lechtal einkehren. Außer vielleicht dem üblichen Tankstop.
« Letzte Änderung: 11. Jul 2012 - 06:47 Uhr von Kristian »
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Offline Schorsch_KFB

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Re: Parkplatz Iselerbahn
« Antwort #2 am: 11. Jul 2012 - 21:03 Uhr »
Ist das nicht auch nur eine Frage der Zeit, bis das Lechtal mal nachzieht? Ich find das ja auch okay, solang das nicht in Gezocke ausartet. Aber wo findet man da schon nen Mittelweg. Der eine findets okay, der ander überteuert.

Als wir letztens die Grubachspitze gemacht haben, haben wir vor ne Pension geparkt und der Besitzerin dann au 2 EUR gegeben. Die hat se dann ihrer Enkelin in die Spardose gepackt.
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Offline Chris

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Re: Parkplatz Iselerbahn
« Antwort #3 am: 12. Jul 2012 - 13:12 Uhr »
Bei der Diskussion um Parkgebühren - insbesondere im Lechtal - kommt der Ökonom in mir durch, so dass ich mich jetzt auch mal zu diesem Thema äußern möchte.

Parkplätze sind in der ökonomischen Theorie reine private Güter. Diese zeichnen sich durch zwei Kriterien aus: das marktwirtschaftliche Ausschlussprinzip und das Kriterium der Konsumrivalität. Gemäß dem marktwirtschaftlichen Ausschlussprinzip kann der Anbieter vom Nachfrager einen Preis für das konsumierte Gut verlangen, in unserem Fall also Parkgebühren. Wer die Parkgebühren nicht bezahlt, hat keinen Zutritt zum Parkplatz und kann somit vom Konsum des Guts ausgeschlossen werden. Das Kriterium der Konsumrivalität besagt, dass ein Gut nur einem Konsumenten zur Verfügung steht. Es kann nur ein Auto pro Parkbox stehen, wodurch weiteren Nachfragern der Zugang zur Nutzung der Parkbox verwehrt wird. Reine private Güter unterscheiden sich somit von reinen öffentlichen Gütern, bei denen die Kriterien des marktwirtschaftlichen Ausschlussprinzips und der Konsumrivalität nicht anwendbar sind, wodurch es zu einem Marktversagen kommen kann. Ökonomen würden daher grundsätzlich die Einführung von Parkgebühren befürworten, sie sprechen hier vom Marktmechanismus. Das ist übrigens auch der Grund dafür, warum die ökonomische Theorie Studiengebühren befürwortet - letztendlich kann man den Sitzplatz in einem Hörsaal mit einer Parkbox im Lechtal vergleichen.  ;)

Bisher sprach ich von der ökonomischen Theorie. Praktisch sieht die Sache aber ganz anders aus. Was bringt die Einführung von Gebühren, wenn dadurch negative Effekte - kurz gesagt: Kosten - entstehen, die den Nutzen der Gebühren übersteigen? Was bringt es, wenn in einer Volkswirtschaft Studiengebühren eingeführt werden, die theoretisch ökonomisch sinnvoll erscheinen, dadurch aber für viele der Zugang zum Studium verwehrt bleibt, so dass es zu einem Fachkräftemangel kommt, was die Volkswirtschaft stärker belastet, als die Einführung der Studiengebühren nutzt? Was bringt es, wenn im Lechtal Parkgebühren eingeführt werden, die zwar theoretisch den Geldbeutel der Gemeinden füllen, praktisch aber Urlauber abschrecken, so dass unter dem Strich ein Minus bleibt?

Ich sehe einige Aspekte, die gegen eine Einführung von Parkgebühren im Lechtal sprechen. Beispielsweise möchte ich da die Gefahr des "Wildparkens" nennen. Nehmen wir einmal an, in Holzgau würden für den Parkstreifen am Ufer des Höhenbachs beim Gasthof Bären Parkgebühren erhoben. Es würde nicht lange dauern, bis einige Wanderer ihre Autos weiter oben beim Birkenhof oder auf dem Holzgauer Dorfplatz abstellen würden. Sollten dann auch hier etwa Parkgebühren erhoben würden? Nein, denn das würde etwa die Kunden des Supermarkts vertreiben. Außerdem hat das Lechtal wirtschaftlich gesehen eine geringere Bedeutung als etwa das Reuttener Talbecken, das Tannheimer Tal und die Zugspitzarena. Der Tourismus ist hier nicht so stark ausgeprägt wie in den anderen Gegenden des Außerferns. Parkgebühren würden dazu führen, dass es dem Touristen dann egal wäre, ob er eine Tour im Tannheimer Tal oder im Lechtal aussuchen und dort sein Auto abstellen würde, denn er müsste ja dann in beiden Gegenden Parkgebühren zahlen. Er wäre also hinsichtlich seiner Wahlmöglichkeiten indifferrent. Da das Tannheimer Tal aber einfacher zu erreichen ist, würde er Touren in dieser Gegend den Vorzug geben, wodurch dem Lechtal ein wirtschaftlicher Nachteil entstehen könnte.

Um dem "Parkwahnsinn" im Lechtal zu begegnen, würde ich an einer ganz anderen Stellschraube drehen, nämlich am öffentlichen Busverkehr. Meiner Meinung nach ist das Lechtal da auf einem sehr guten Weg, seitdem 2002 die Oberlechtal-Card, die später als Lechtal-Aktiv-Card auf das ganze Tal einschließlich den Seitentälern ausgeweitet wurde. Bei vielen Gastgebern ist diese Karte im Nächtigungspreis inklusive. Mit der Karte kann man mittlerweile die Buslinien durch das Lechtal von Lech bis Füssen, im Tannheimer Tal sowie in den Lechtaler Seitentälern bis über das Hahntennjoch nach Imst kostenlos benutzen. Somit steht der Tourist im besten Fall gar nicht mehr vor dem Problem möglicher Parkgebühren. 2006 ist es meiner Familie gelungen, zwei Wochen lang das Auto gar nicht zu benutzen, weil wir von Holzgau aus alles zu Fuß oder per Bus erledigt haben. Zugegeben, in den Seitentälern, wo die Busse teilweise nur dreimal täglich verkehren, ist die Situation schwieriger, aber auch hier ist das möglich, was ich im letzten Jahr in Gramais bei zwei Familien mit Kindern beobachten konnte: Fast alle Ausflüge wurden per Linientaxi und Bus unternommen, die Autos hatten in der Regel Urlaub. Wenn nun das Liniennetz noch verbessert würde und man auch für Tagesausflügler attraktive Ticketpreise anbietet, ist man meiner Ansicht nach auf einem besseren Weg, als Parkgebühren zu erheben.     
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Offline Elchi

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Re: Parkplatz Iselerbahn
« Antwort #4 am: 12. Jul 2012 - 13:44 Uhr »
Hallo Chris,

besser kann man es wohl kaum ausdrücken.   :-L)
Jetzt kann man nur noch hoffen, dass die Verantwortlichen im Lechtal Deine Sichtweise teilen. Wobei ich ebenfalls der Ansicht bin, dass das Lechtal an für sich auf einem ganz guten Weg ist.

Gruß Volker
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Offline Grimpeur

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Re: Parkplatz Iselerbahn
« Antwort #5 am: 12. Jul 2012 - 13:55 Uhr »
BWL'er was?  ;D ;D

Bei der Diskussion um Parkgebühren - insbesondere im Lechtal - kommt der Ökonom in mir durch, so dass ich mich jetzt auch mal zu diesem Thema äußern möchte.

Parkplätze sind in der ökonomischen Theorie reine private Güter. Diese zeichnen sich durch zwei Kriterien aus: das marktwirtschaftliche Ausschlussprinzip und das Kriterium der Konsumrivalität. Gemäß dem marktwirtschaftlichen Ausschlussprinzip kann der Anbieter vom Nachfrager einen Preis für das konsumierte Gut verlangen, in unserem Fall also Parkgebühren. Wer die Parkgebühren nicht bezahlt, hat keinen Zutritt zum Parkplatz und kann somit vom Konsum des Guts ausgeschlossen werden. Das Kriterium der Konsumrivalität besagt, dass ein Gut nur einem Konsumenten zur Verfügung steht. Es kann nur ein Auto pro Parkbox stehen, wodurch weiteren Nachfragern der Zugang zur Nutzung der Parkbox verwehrt wird. Reine private Güter unterscheiden sich somit von reinen öffentlichen Gütern, bei denen die Kriterien des marktwirtschaftlichen Ausschlussprinzips und der Konsumrivalität nicht anwendbar sind, wodurch es zu einem Marktversagen kommen kann. Ökonomen würden daher grundsätzlich die Einführung von Parkgebühren befürworten, sie sprechen hier vom Marktmechanismus. Das ist übrigens auch der Grund dafür, warum die ökonomische Theorie Studiengebühren befürwortet - letztendlich kann man den Sitzplatz in einem Hörsaal mit einer Parkbox im Lechtal vergleichen.  ;)

Bisher sprach ich von der ökonomischen Theorie. Praktisch sieht die Sache aber ganz anders aus. Was bringt die Einführung von Gebühren, wenn dadurch negative Effekte - kurz gesagt: Kosten - entstehen, die den Nutzen der Gebühren übersteigen? Was bringt es, wenn in einer Volkswirtschaft Studiengebühren eingeführt werden, die theoretisch ökonomisch sinnvoll erscheinen, dadurch aber für viele der Zugang zum Studium verwehrt bleibt, so dass es zu einem Fachkräftemangel kommt, was die Volkswirtschaft stärker belastet, als die Einführung der Studiengebühren nutzt? Was bringt es, wenn im Lechtal Parkgebühren eingeführt werden, die zwar theoretisch den Geldbeutel der Gemeinden füllen, praktisch aber Urlauber abschrecken, so dass unter dem Strich ein Minus bleibt?

Ich sehe einige Aspekte, die gegen eine Einführung von Parkgebühren im Lechtal sprechen. Beispielsweise möchte ich da die Gefahr des "Wildparkens" nennen. Nehmen wir einmal an, in Holzgau würden für den Parkstreifen am Ufer des Höhenbachs beim Gasthof Bären Parkgebühren erhoben. Es würde nicht lange dauern, bis einige Wanderer ihre Autos weiter oben beim Birkenhof oder auf dem Holzgauer Dorfplatz abstellen würden. Sollten dann auch hier etwa Parkgebühren erhoben würden? Nein, denn das würde etwa die Kunden des Supermarkts vertreiben. Außerdem hat das Lechtal wirtschaftlich gesehen eine geringere Bedeutung als etwa das Reuttener Talbecken, das Tannheimer Tal und die Zugspitzarena. Der Tourismus ist hier nicht so stark ausgeprägt wie in den anderen Gegenden des Außerferns. Parkgebühren würden dazu führen, dass es dem Touristen dann egal wäre, ob er eine Tour im Tannheimer Tal oder im Lechtal aussuchen und dort sein Auto abstellen würde, denn er müsste ja dann in beiden Gegenden Parkgebühren zahlen. Er wäre also hinsichtlich seiner Wahlmöglichkeiten indifferrent. Da das Tannheimer Tal aber einfacher zu erreichen ist, würde er Touren in dieser Gegend den Vorzug geben, wodurch dem Lechtal ein wirtschaftlicher Nachteil entstehen könnte.

Um dem "Parkwahnsinn" im Lechtal zu begegnen, würde ich an einer ganz anderen Stellschraube drehen, nämlich am öffentlichen Busverkehr. Meiner Meinung nach ist das Lechtal da auf einem sehr guten Weg, seitdem 2002 die Oberlechtal-Card, die später als Lechtal-Aktiv-Card auf das ganze Tal einschließlich den Seitentälern ausgeweitet wurde. Bei vielen Gastgebern ist diese Karte im Nächtigungspreis inklusive. Mit der Karte kann man mittlerweile die Buslinien durch das Lechtal von Lech bis Füssen, im Tannheimer Tal sowie in den Lechtaler Seitentälern bis über das Hahntennjoch nach Imst kostenlos benutzen. Somit steht der Tourist im besten Fall gar nicht mehr vor dem Problem möglicher Parkgebühren. 2006 ist es meiner Familie gelungen, zwei Wochen lang das Auto gar nicht zu benutzen, weil wir von Holzgau aus alles zu Fuß oder per Bus erledigt haben. Zugegeben, in den Seitentälern, wo die Busse teilweise nur dreimal täglich verkehren, ist die Situation schwieriger, aber auch hier ist das möglich, was ich im letzten Jahr in Gramais bei zwei Familien mit Kindern beobachten konnte: Fast alle Ausflüge wurden per Linientaxi und Bus unternommen, die Autos hatten in der Regel Urlaub. Wenn nun das Liniennetz noch verbessert würde und man auch für Tagesausflügler attraktive Ticketpreise anbietet, ist man meiner Ansicht nach auf einem besseren Weg, als Parkgebühren zu erheben.     
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Freefallorbit

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Re: Parkplatz Iselerbahn
« Antwort #6 am: 13. Jul 2012 - 00:24 Uhr »
... Es kann nur ein Auto pro Parkbox stehen, ...
Falsch, siehe  http://www.lolhome.com/funny-picture-9979526246.html
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Offline horst

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Re: Parkplatz Iselerbahn
« Antwort #7 am: 13. Jul 2012 - 12:15 Uhr »
Scheint 'ne amerikan. Seite zu sein. Amerika ist schon ein lustiges Land  ;D

Viele Grüße, horst
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Offline Chris

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Re: Parkplatz Iselerbahn
« Antwort #8 am: 13. Jul 2012 - 13:07 Uhr »
Sehr schönes Foto, Freefallorbit! Die Frage ist nur: Was sieht man darauf?

a) einen Frauenparkplatz
b) einen Seniorenparkplatz

Vielleicht ist beides auch falsch, und das Foto zeigt den neuesten Trend: Fahrgemeinschaften sind jetzt out, stattdessen sind jetzt Parkgemeinschaften in.

Oder der Fahrer des blauen Autos kommt aus Griechenland. Dort spart man ja mittlerweile, wo man kann.

 ;D ;D ;D
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Offline Chris

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Re: Parkplatz Iselerbahn
« Antwort #9 am: 01. Okt 2012 - 09:16 Uhr »
Der Dauerparkplatz in Gramais ist nun auch gebührenpflichtig. Pro Tag werden 2 € verlangt. Der Tagesparkplatz kann aber weiterhin kostenlos benutzt werden.
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