Vorstellung: Outdoor-Navigation mit ViewRanger  (gelesen 611 mal)

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Online oliver

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Vorstellung: Outdoor-Navigation mit ViewRanger
« am: 09. Feb 2017 - 15:49 Uhr »
Das Angebot an Outdoor-Apps ist mittlerweile etwas unübersichtlich geworden. Wesentliche Abweichungen im verfügbaren Kartenmaterial sind dabei kaum mehr auszumachen. Lediglich in puncto Bedienung, Funktionsumfang und Einsatzmöglichkeiten gibt es Unterschiede. Nachstehend wird ViewRanger vorgestellt, womit wir bereits sehr gute Erfahrungen gemacht haben.

Im Unterschied zu vergleichbaren Konkurrenzprodukten macht für uns neben der intuitiven Handhabung besonders die BuddyBeacon-Funktion mit der Möglichkeit der Echtzeit-Standortanzeige das gewisse Etwas aus. Auch die sog. Skyline-Funktion hebt sich von den Konkurrenten ab. Die Nutzung von ViewRanger in Kombination von Webportal am PC und App auf dem mobilen Gerät deckt alle Anforderungen für Planung, Routenerstellung und eigentlicher Navigation ab. Zudem kann man die komplette Verwaltung seines eigenen Tourenarchives über ViewRanger vornehmen. Auch mit der Möglichkeit die eigenen Touren anderen Nutzern (unentgeltlich oder auch kostenpflichtig) zur Verfügung zu stellen.




Bedienung:
Zunächst reserviert man sich eine Nutzerkennung durch Anmeldung im Webportal von ViewRanger. Die ViewRanger-App ist kostenlos; die Software muss nicht aktiviert werden. Im Anschluss installiert man auf dem SmartPhone etc. die ViewRanger-App aus dem entsprechenden App-Shop und meldet sich mit seinen Benutzerdaten an. Die App ist aktuell erhältlich für iPhone und iPad, Android-Geräte, Symbian-Geräte und Kindle Fire HDX 4G.


Karten für Offline-Nutzung speichern:
Was uns mit am meisten interessierte, war die Möglichkeit topografische Karten für die Offline-Nutzung zu speichern. Hierzu klickt man in der App auf das Kartensymbol in der oberen Menüleiste. Durch einen weiteren Klick auf den kleinen Karten-Button oben rechts im Kartenfeld öffnet sich die Anzeige Bild 001. Mit einem Klick auf "Online-Karten" erhält man eine Übersicht der (auch offline) verfügbaren Karten (siehe Bild 002).

Bild001Bild002

Nach Auswahl der gewünschten Karte, z.B. OpenCycleMap, verschiebt man die Karte solange, bis man die Zielregion im Blick hat (Bilder 003 + 004). Jetzt kann man mit Klick in das Raster einzelne Kacheln markieren, bis das gewünschte Gebiet abgedeckt ist. Danach unten links mit "Herunterladen" bestätigen. Der von mir gewählte Kartenausschnitt der ViewRanger LandscapeMap hat eine Größe von ca. 130 MB. Die Auflösung beträgt 1:25.000 (Bild 005).
Bild 003Bild 004Bild 005

Das war schon alles. Über die Menü-Auswahl oben rechts "..." und "Meine Karten" kommt man auf die Übersicht der gespeicherten Karten. Durch Klick auf die Karte öffnet sich eine Auswahl zur Nachbearbeitung oder auch zum Löschen.

Bild 006Bild 006a


Routenverzeichnis:
Der Aufruf des Routenverzeichnisses erfolgt über den ersten Menüpunkt (Wegweiser-Symbol). Sofern GPS aktiviert ist, öffnet sich zum Kartenausschnitt eine Auswahl an hochgeladenen Touren (=Routen). Routen werden von Autoren und der ViewRanger-Community veröffentlicht und entweder kostenlos oder kostenpflichtig als Download zur Verfügung gestellt. Über die Suchfunktion (Lupen-Symbol) kann die Zielregion auch direkt eingegeben werden, um entsprechende Suchergebnisse bzw. den Kartenausschnitt aufzurufen.
Bild 007 - RoutenverzeichnisBild 008 - Beispiel einer vom DAV kostenlos zur Verfügung gestellten RouteBild 009 - Download ohne Extramaterial ist kostenlos


Routenerstellung und Navigation:
Im Webportal erstellen wir uns eine Route für die nächste Tour über die Auswahl "Routen und Tracks - neue Route erstellen". Dann erfolgt die Umstellung der Karte auf "ViewRanger Landscape", die uns sehr gut gefällt. Durch Eingabe von "Hochvogel" in der Ort-Suche, öffnet sich bereits ein Ausschnitt in der Nähe vom Schrecksee. Jetzt kann mich sich Auflösung und Ausschnitt der Karte zurechtlegen und mit der Erstellung der Route beginnen. Mit einfachen Klicks in die Karte entlang des eingezeichneten Wegverlaufes erstellt man Stück für Stück die geplante Route (Bild 012). Recht einfach ist auch das Editieren/Verschieben einzelner Routenpunkte. Jeder Punkt könnte mit Zusatzinformationen versehen werden, z.B. Rastplatz, Hütte, Biwak usw. Hat man sich so seine Route erstellt, erfolgt die Sicherung über das "Sichern"-Symbol. Nun hat man eine eigene Route erstellt, die über das Menü des Webportals jetzt auch unter "Routen und Tracks" aufrufbar ist. Zur Synchronisation mit dem mobilen Gerät öffnet man die App und wählt über das "..."-Menü den Link "Inhalte Synchronisieren". Hiermit werden die mit dem Nutzerkonto angelegten Routen synchronisiert und auf das mobile Gerät übertragen (Bild 013). Über den Menüpunkt mit dem "Profil"-Symbol gelangt man zur Übersicht der auf dem Gerät verfügbaren Routen. Hier ist nun auch unsere Schrecksee-Tour aufgeführt. Mit einem Klick auf die Route erscheint die dazugehörige Karte, eine Beschreibung (sofern bei der Routenerstellung eingegeben) und die Möglichkeit über den "Starten"-Button die Navigation zu starten (Bild 014).
Bild 012 - Routenerstellung am PCBild 013 - Synchronisation in der AppBild 014 - Aufruf der geplanten Route in der App und Start der Navigation

Es gibt jede Menge Möglichkeiten der Routenplanung. Von angebotenen Routenpakete anderer Nutzer bis hin zur eigenen Routenerstellung mit dem Kartenmaterial im Webportal. Viele Editiermöglichkeiten geben Spielraum für die Menge an Informationen, die nach dem jeweiligen persönlichen Empfinden erforderlich sind. Eine Möglichkeit der Routenerstellung haben wir bislang noch nicht in Betracht gezogen. Man kann auch einfach loslaufen und die Routen über das mobile Gerät aufzeichnen lassen (sog. gps-tracking). In der Nachbearbeitung lässt sich die aufgezeichnete Route ebenfalls umfangreich editieren, der Community zur Verfügung stellen, eine gpx-Datei importieren usw.


Echtzeitanzeige des Standorts (BuddyBeacon):
Mit der Funktion des sog. BuddyBeacon kann man seinen Standort mit anderen teilen und den Standort von Freunden auf dem eigenen Smartphone verfolgen. Man kann hierzu seinen eigenen "Buddy"einschalten (Aufruf über App: Bild 020+021), was bei Alleingängen ideal sein könnte. Es lassen sich zudem Buddies hinzufügen (Bild 022) und in Echtzeit verfolgen, was z.B. für Gruppenunternehmungen ideal ist. Dank PIN-Schutz ist es nur einem berechtigten Personenkreis und auch nur bei aktiviertem "BuddyBeacon" möglich den Standort zu sehen. Man kann zudem festlegen, ob das eigene Signal zur Standortbestimmung nur einmalig gesendet oder in verschiedenen Intervallen ständig aktualtisiert wird.

Bild 020 - Aufruf BuddyBeacon-FunktionBild 021 - Aktivierung BuddyBeacon-FunktionBild 022 - Hinzufügen anderer Buddies

Mittels Benutzername und PIN lassen sich Buddies hinzufügen und sofern diese zur Standortangabe aktiviert wurden auf der Karte anzeigen. Die Anzeige ist sowohl unterwegs über die App (Bild 024) als auch zuhause über das Webportal möglich (Bild 025).

Bild 023 - Hinzufügen anderer BuddiesBild 024 - Anzeige Buddy in der AppBild 025 - Anzeige Buddy im Webportal


Mit Android Wear kompatibel:
Android Wear ist eine Variante von Googles mobilen Betriebssystems speziell für SmartWatches. ViewRanger setzt bereits aktive Navigation um auf das Handgelenk und funktioniert aktuell auf SmartWatches von Marken wie LG, Samsung und Motorola. Die kompatiblen Modelle sind bei Bedarf sicher schnell ausgemacht. Da wir selbst keine SmartWatch besitzen sollen die beiden nachstehenden Abbildungen veranschaulichen, wie das Ganze dann in der Praxis aussehen kann.
Bild 026 - CASIOPROTREK SmartBild 027 - Viewranger mit AppleWatch


Skyline:
Skyline identifiziert mithilfe der Kamera des Smartphones (iPhone, Tablet) markante Punkte in der Umgebung. So werden Gipfelnamen, Orte und Seen in Form von eingeblendeten Beschriftungsbalken angezeigt, je nachdem in welche Richtung man das Gerät halt. Die dafür verantwortliche Technologie nennt sich "Augmented Reality"(AR), worunter man die computergestützte Erweiterung der Realitätswahrnehmung versteht. Mit ViewRanger werden dabei sogar Echtzeit-Navigationspfeile im Display des mobilen Gerätes dargestellt. Voraussetzung für die Nutzung der Funktionen von Skyline ist ein erforderlicher Gyroscopesensor auf dem mobilen Gerät. Das von uns verwendete Tablet Samsung Galaxy Tab A6 hat diesen Sensor leider nicht. Zur Veranschaulichung greifen wir deshalb auf nachfolgendes Bildmaterial von ViewRanger zurück.

Bild 028 - Beispiel 1 SkylineBild 029 - Beispiel 2 SkylineBild 030 - Beispiel 3 Skyline


Unser Fazit:
Mit der Nutzung von "ViewRanger" haben wir bislang sehr gute Erfahrungen gemacht. Im Unterschied zu vergleichbaren Konkurrenzprodukten macht für uns neben der intuitiven Handhabung besonders die BuddyBeacon-Funktion mit der Möglichkeit der Echtzeit-Standortanzeige das gewisse Etwas aus. Auch die Skyline-Funktion - wenn wir Sie denn schon nutzen könnten - hebt sich von den Konkurrenten ab. Die Nutzung von ViewRanger in Kombination von Webportal und App auf dem mobilen Gerät deckt alle Anforderungen für Planung, Routenerstellung und eigentlicher Navigation ab. Zudem kann man die komplette Verwaltung seines eigenen Tourenarchives über ViewRanger vornehmen. Auch mit der Möglichkeit die eigenen Touren anderen Nutzern (unentgeltlich oder auch kostenpflichtig) zur Verfügung zu stellen.
Obwohl wir in unserem Bericht bestimmt nicht alle Funktionen von ViewRanger abdecken konnten, hoffen wir doch den Interessierten für den Einstieg in ViewRanger oder vergleichbare Produkte vorbereitet zu haben. Für weitere Fragen steht der Support von ViewRanger gerne zur Verfügung (please don't hesitate and contact ViewRanger).

Grüße vom Wanderpfa.de-Team

weitere Links:
ViewRanger (deutsche Seite)
MyViewRanger (Login/Registrieren)
Getting Startet Guide
BuddyBeacon: Einrichtung und Funktionsweise

(Quelle: 2017 © Wanderpfa.de-Team & Originalaufnahmen von ViewRanger - mit freundlicher Genehmigung durch Oli Reed, Communications Content Manager)

Offline Lampi

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Re: Vorstellung: Outdoor-Navigation mit ViewRanger
« Antwort #1 am: 09. Feb 2017 - 18:41 Uhr »
Danke!

Ich habe die App mit wachsender Begeisterung in Betrieb.

Die automatische Routenersetllung funktioniert i.d.R. bestens.
Wenn es ein Problem gibt, dann, weil an einem Knotenpunkt eine Verbindung zu einem Wegstück fehlt. Das ist dann das Problem der hinterlegten Karte, die intern Vektor- und nach außen Pixeldarstellung hat. Das ist i.d.R. sofort erkennbar. In diesem Fall ist der betreffende Knoten zu suchen, zu isolieren und anschließend ein Wegstück (zwei Wegpunkte) ohne automatische Routenerstellung zu erzeugen.

Alle meine Wandertouren auf der Alb habe ich so innerhalb wenigger Minuten zusammengeklickt.

Wegen wenigger dichten Wegenetzes funzt das im Hochgebirge i.d.R. besser. :-) Ich möchte nicht mehr ohne das Teil losziehen.
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