Bergbauaktivitäten in den Ammergauer Alpen - offenes Rätsel  (gelesen 2168 mal)

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Offline Richard

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Bergbau-Aktivitäten in den Ammergauer Alpen ?

Schon seit langem wollte ich einen Beitrag zum Thema „Bergbau-Aktivitäten in den Ammergauer Alpen“ verfassen. Mir wurde freundlicher Weise aus dem Forum der Link
 
http://www.landesmuseum.at/pdf_frei_remote/ArchivLagerst-GBA_24_0193-0218.pdf

zugesandt, der das Thema bereits weitgehend abdeckt. Weiteres findet man auch in den Erläuterungen zur Geologischen Karte von Bayern Blatt 8430 Füssen (1964), herausgegeben vom Bayerischen Geologischen Landesamt (über das Internet als pdf-Datei zu beziehen).
 
Allerdings nicht abgedeckt werden in diesen beiden Quellen der Teil der Ammergauer östlich und nordöstlich des Wankerflecks (wo auch Eisenerze verhütet wurde, erkenntlich an Schlackeresten westlich der Wankerfleck-Kapelle).

In dieser Gegend sind mir zwei Artefakte aufgefallen, die vielleicht auf Bergbau-Aktivitäten zurückzuführen sind:

1.   gleichmäßig steigender, ca. 1,5 m breiter Weg vom Buchinger Rossstall fast ganz hinauf in die Scharte
        zwischen First Westgipfel und Hintertörle (Foto 1 + 2)
2.   breiter 1 m – 1,5 m hoher, ca. 1 km langer Damm südwestlich der Hirschwang Hütte, den man beim Abstieg
        vom Feigenkopf zum Bäckenalm-Sattel quert (Foto 3, 4 + 5)

Wozu wurden der breite Weg (Bergbau?) und der Damm (?) angelegt? Die spezielle Anlage des Dammes ergibt für eine Viehhaltung oder für eine Verteidigung wenig Sinn. Wer kann (mir) bei der Lösung weiterhelfen? Ich weiß keine Antwort, obwohl ich mich bemüht habe, weitere Informationen zu bekommen. Vielleicht weiß jemand aus dem Forum etwas mehr und wir erarbeiten wie beim letzten Naturrätsel gemeinsam eine (Teil)-Lösung - oder wir müssen dieses Rätsel ungelöst lassen. Schau‘ mer mal!

Foto 1:   Blick vom Buchinger Rossstall hinauf zur Scharte zwischen First Westgipfel und Hintertörle
Foto 2:   Link zu Google Earth mit eingezeichneten erkennbarem Weg, der sich unterhalb der Scharte zwischen First
                Westgipfel und Hintertörle verliert (Ansicht genordet) [Admin: Foto bzw. Bildausschnitt musste aus urheberrechtlichen Gründen herausgenommen werden! Bitte um Verständnis]
Foto 3:   Damm gesehen vom Abstieg vom Feigenkopf zum Bäckenalm-Sattel; linke obere Bildhälfte
Foto 4:   Auszug aus Link zu Google Earth; handelt es sich um Schürflöcher oder um Dolinen (Ansicht genordet)?
Foto 5:   Damm kurz vor dem steilen Abstieg zum Bäckenalm-Sattel mit (?) Schürfloch oder Doline
« Letzte Änderung: 06. Dez 2015 - 19:09 Uhr von kalle »
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Offline bergfuehrer

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Re: Kulturrätsel 53
« Antwort #1 am: 13. Mär 2015 - 21:54 Uhr »
hallo Richard,

ich habe über diese merkwürdigen Erscheinungen nachgedacht und eine Idee.
Das könnte ein Damm zum Schubkarrenfahren sein.
Im Moor beim Torfabbau gibt es auch solche Dämme für Schubkarren.
Von den ausserirdischen ist er sicher nicht gebaut.

mfg
hermann
 

 
« Letzte Änderung: 13. Mär 2015 - 21:56 Uhr von bergfuehrer »
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Offline Richard

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Re: Kulturrätsel 53
« Antwort #2 am: 14. Mär 2015 - 18:19 Uhr »
Lieber Hermann,

Torfabbau ist eine interessante Hypothese. Aber warum baut man Torf in 1.300 - 1.400 Höhe ab, wenn es dieses in Hülle und Fülle im Flachland gibt (gab)? Zum Verhüten dürfte es sich nicht wegen des niedrigen Heizwertes eignen; dazu würde man eher den Wald abholzen und Holzkohle erzeugen.
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Offline Lampi

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Re: Kulturrätsel 53
« Antwort #3 am: 16. Mär 2015 - 20:53 Uhr »
Bodenverbesserung im Almbereich?
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Offline kalle

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Re: Kulturrätsel 53
« Antwort #4 am: 16. Mär 2015 - 23:16 Uhr »
Der Wall erschließt sich mir nicht zwangsläufig als Überbleibsel eines früheren Bergbaugebietes. Ich könnte mir eher vorstellen, dass es sich um eine Art Lesestein-Damm handelt, wie er öfter auf Weideflächen vorkommt. Die Linienführung ist zwar wenig ökonomisch gewählt, könnte aber durchaus mit "Grenzstreitigkeiten" (vgl. dazu Schänzle, Schänzlekopf u. Schänzlespitz im Bereich des Hintersteiner- und Schwarzwassertales) in Zusammenhang gebracht werden?

Tatsächlich verläuft ja eine Grenze (Pfaffenwinkel - Werdenfelser Land) in diesem Bereich, wie auch der Grenzstein im nahen Bäckenalmsattel belegt. Darüber hinaus folgt dieser Wall ziemlich genau einer kartierten Parzellengrenze.
« Letzte Änderung: 17. Mär 2015 - 00:51 Uhr von kalle »
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Offline bergfuehrer

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Re: Kulturrätsel 53
« Antwort #5 am: 23. Mär 2015 - 18:39 Uhr »
hallo Richard,
 
ich habe mich nicht präzis genug und nicht eindeutig ausgedrückt.
es geht mir  und hier nicht um TorfAbbau, sondern um den Schubkarrenweg.
Wenn der Bergmann aus den Schürflöchern -oder sind es nur erweiterte Dolinen- Material fördert, gibt es eine Menge taubes Gestein,  und das muss man wegschaffen. Fast jedes Bergwerk hat dann auch eine Schutthalde unterhalb am Hang,  die wäre dann am Ende der Gefällstrecke des Dammes.
Hast du da was gefunden?

mfg
hermann
« Letzte Änderung: 24. Mär 2015 - 19:44 Uhr von bergfuehrer »
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Offline oliver

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Re: Kulturrätsel 53
« Antwort #6 am: 21. Mai 2015 - 09:40 Uhr »
Hallo Zusammen,
 
bin gerade am Rätsel durchforsten:

Wird die historische Spur der Artefakte in den Ammergauern noch weiterverfolgt?  8)

Gruß Oliver
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Offline Zirbelnuss

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Re: Kulturrätsel 53
« Antwort #7 am: 21. Mai 2015 - 12:42 Uhr »
Zitat
erweiterte Dolinen

ja (m.W. Hirschwang das höchstgelegene Hang- und Grindenmoor Bayerns) => 'Moordolinen'
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Offline Richard

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Re: Kulturrätsel 53
« Antwort #8 am: 21. Mai 2015 - 14:55 Uhr »
Hallo Zusammen,
 
bin gerade am Rätsel durchforsten:

Wird die historische Spur der Artefakte in den Ammergauern noch weiterverfolgt?  8)

Gruß Oliver

Ich verfolge die Frage, welche Zwecke dieser Wall/Damm erfüllt, schon noch weiter. Die bisherigen Erklärungen sind mögliche Thesen, aber auch nur Thesen mit Fürs und Wider. Ich werde den Hinweisen, die ich auch über private E-Mails aus dem Forum erhielt, nachgehen. Da die Frage schon lange in der Rubrik "Kulturrätsel" steht und in Kürze wohl nicht beantwortet wird, habe ich nichts gegen eine Freigabe des Rätsels, damit Andere ihre Fragen einstellen können. Sollte ich weitere Informationen haben, werde ich die Frage neu aufgreifen.
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