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Weihnachtsrätsel (N73)  (gelesen 12956 mal)

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Offline bergfuehrer

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Re: Weihnachtsrätsel Natur 73
« Antwort #40 am: 14. Jan 2015 - 22:40 Uhr »
hallo AndreasMM,

E = Oberrät-Riffkalk.
E = Es ist jedenfalls ein heller Kalk. Ich bin  mir aber nicht ganz sicher. Aber lassen wir es gelten.
Eine grosse Blockhalde von dem Oberrätkalk  liegt unterhalb vom Dreischartlkopf. Unterhalb der Kante am Horizont vom Profil. In der Schutthalde unter der Dreisschartlkopf Nordwand findet man jedenfalls Korallenstöcke. Westseitig gibts wenig Schutt. Ich versuche die Karte dazu noch hierher zu transportieren.
Die Oberrät-Platte von der Freispitz Südwand  ist nur ca. 50m "dick" und steht als Platte so steil wie die Kletterwand. Als Alperschonwand kommt sie auf die Alperschonseite herüber, "streicht durch die Lüfte" und wir sehen den Räto-Riffkalk als  Kletterwand wieder an der Fallenbacher Spitz.
Damit sind schon (mehr als) die Hälfte der bunten Steine erraten.
Isarkiesel ist eine ganz gute Hilfe, aber eine etwas andere Gegend. Deer Inhalt der Freispitz-Faltenstruktur, sie liegt -einfach gesagt- zwischen Hauptdolomit Kanppenböden und Hauptdolomit Saxerspitz,  ist ziemlich kompliziert, aber lösbar. Viele bunte Steine liegen in dem Rätselbild.
Ich bin jetzt ein paar Tage weg. (schon wieder da, das Wetter war nix)

mfg
hermann

« Letzte Änderung: 15. Jan 2015 - 21:21 Uhr von bergfuehrer »
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Re: Weihnachtsrätsel Natur 73
« Antwort #41 am: 15. Jan 2015 - 21:05 Uhr »
hi Andy, hi Gemeinde,

ich hab mich versichert bei einem Experten. 
H = Aptychenkalk, ist richtig. Es ist ein massiver Aptychenkalk.
E = Oberrät- Kalk (hatten wir schon , aber nicht sicher)

also
A = Hauptdolomit
B = Kreideschiefer (hat der Richard weiter oben schon richtig getippt, B = 8. Entschuldigung).
C =
D = roter Lias-Kalk
E = Rät-Kalk (?)
F = Radiolarit, kalkig
G =
H = Aptychenkalk, massiv 

mfg
hermann
 
« Letzte Änderung: 15. Jan 2015 - 21:22 Uhr von bergfuehrer »
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Offline Andy

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Re: Weihnachtsrätsel Natur 73
« Antwort #42 am: 15. Jan 2015 - 22:18 Uhr »
A=Hauptdolomit
B=Kreideschiefer

C=Fleckenmergel
D=Rote Liaskalke
E=Räthkalk?
F=Radiolarit, kalkig
G=Kössener Schichten ...(allerdings angezweifelt http://www.naturpark-tiroler-lech.at/naturpark-entdecken/geologie/gesteinsschichten/koessener-schichten.html )
H=Aptychenkalk, massiv

Servus Hermann!
Da du mir die Kössener Schichten auf C nicht bestätigt hast, gehe ich mal von dieser Auflösung aus! (Auf Vergleichsbildern schauts Steinchen optisch aber bissl anderst aus!) :vOv:
Souverän geht aber ganz anders  ;D


Schreit bisschen nach Comm-Tour im Alperschontal!  ;)

Gruß Andy
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Re: Weihnachtsrätsel Natur 73
« Antwort #43 am: 16. Jan 2015 - 17:09 Uhr »
hi Andy,

die Lösung schreitet fort.

A=Hauptdolomit
B=Kreideschiefer
C=Fleckenmergel, ja nach der Ampferer  Kartierung. Wobei B und C sich in der Gesteinszusammensetzung zum Verwechseln ähnlich sind, und im Foto auch. Mehr dazu später. C ist seit einem halben Jahrhundert und an dieser Stelle genauer untersucht.
D=Rote Liaskalke
E=Räthkalk?
F=Radiolarit, kalkig
G= Kössener geht ja überhaupt nicht. Kössener sind im Prinzip eine lehmige Ausbildung wo man auch die Retiopylia (siehe letztes Rätsel) findet. Auf der Oberlahms-Scharte gibts die Kössener, in der Lechtaler Ausprägung, an der frischen Luft exponiert.
Bei der Alperschon Alpe liegen die Kössener unter der Krotten-Pleis (vgl. Karte).
H=Aptychenkalk, massiv

Was meinst du mit Comm-Tour ?

mfg
hermann

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Offline Andy

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Re: Weihnachtsrätsel Natur 73
« Antwort #44 am: 16. Jan 2015 - 17:24 Uhr »

G= Kössener geht ja überhaupt nicht.

Was meinst du mit Comm-Tour ?

 ;D
Community Tour!!
Alle die sich mittlerweile ;) für die Gesteinsarten im Alperschontal interessieren, treffen sich in genau Diesem 2015.
Würde auch kommen und die versprochene Runde :prost: ausgeben! Eventuell mit verbundener Gipfeltour (Fallenbacher etc.)


Gruß Andy
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Re: Weihnachtsrätsel Natur 73
« Antwort #45 am: 16. Jan 2015 - 18:47 Uhr »
gute Idee Andy,

der Richard hat ja schon das Foto vom Picknik Platz gesendet.
Jedenfalls schöner als die Gegend der MM  Hütte.
Es fehlt noch G

mfg
hermann 
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Re: Weihnachtsrätsel Natur 73
« Antwort #46 am: 16. Jan 2015 - 19:15 Uhr »
Alperschon Rätsel G

leider kommt mit der minimalen Auflösung das Bild nicht besser.
wie gehts pc-technisch besser?

Die Frage nach dem Gestein ist immer noch offen.

mfg
hermann

« Letzte Änderung: 16. Jan 2015 - 19:18 Uhr von bergfuehrer »
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Offline Richard

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Re: Weihnachtsrätsel Natur 73
« Antwort #47 am: 17. Jan 2015 - 11:35 Uhr »
Nach dem nicht ganz sicherem Ausschluss der anderen Schichten tendiere ich bei G auch zu den Kössener-Schichten; auf jedem Fall schaut der Stein sehr ähnlich aus, wie z.B. die Steine am Zirleseck, die eindeutig zu den Kössener Schichten gehören.

Allerdings nicht das Lechtal betreffend, kann ich den geologischen-naturkundlichen Wanderführer "Hintersteiner Tal", ISBN 978-3-89937-181-9 empfehlen; er gibt einen guten, populärwissenschaftlichen Einblick in die Vielfalt der Botanik und und der Geologie rund um Hinterstein. Die Infos lassen sich auf andere Gegenden gut übertragen.

Nachdem ich letztes Jahr an der Fallenbacher Spitze knapp unter dem Gipfel gescheitert bin (Zeitnot, Steinschlag durch Steinböcke), wäre ich bei einer Exkursion ins Alperschoner Tal + Fallenbacher Spitze dabei (z.B. Übernachtung im Gasthof Hermine, dann mit Mountainbike bis zum Ende der Straße). Eine Runde geht auf meine Kosten.
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Re: Weihnachtsrätsel Natur 73
« Antwort #48 am: 17. Jan 2015 - 13:25 Uhr »
Fallenbacher Spitz  & Fallenbacher Turm, ok

Und wer spendiert noch eine Runde bei Hermine?
Die Lösung G stelle ich noch am Wochenden ein. Die kann man eigentlich gar nicht erraten.
Man kann den Brocken nur genauer beschreiben: rot (ziegelrot bis karminrot), ca 20 cm lang, andere Merkmale....

mfg
hermann


« Letzte Änderung: 17. Jan 2015 - 13:31 Uhr von bergfuehrer »
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Re: Weihnachtsrätsel Natur 73
« Antwort #49 am: 18. Jan 2015 - 16:48 Uhr »
Weihnachtsrätsel NATUR # 73


G = Rote Platten
 
Die Rote Platten ist im Foto schwer bestimmbar, die Zuordnung eindeutig.
Hier ist das Gestein Rote Platten (ca. 1700m) aus dem Alperschontal gemeint, nicht der Gipfel Rote Platte, 2644m, im Freispitzkamm. 
Beschrieb:
Das Gestein ist  erstens karminrot;   ca. 20 cm lang, weniger als 5 cm dick und ist an den Kanten nur minimal gerundet oder abgestoßen. Seine Form spricht für einen sehr kurzen Transportweg.
Das Gestein hat relativ parallele Seitenflächen und ist aus einer dünnen Gesteinsbank herausgebrochen.
Zweitens
In der Natur sehen wir eine feine mehr oder weniger ebene, parallele Schichtung, was man auf dem kleinen Foto nicht so gut sehen kann.  Laienhaft könnte man  statt paralleler Schichtung auch “schieferige“ Lagen sagen, solche sind es aber nicht. Streng genommen sind es mehr oder weniger parallel abgelagerte Schichten. Nach der großen Form und der feinen Schichtung erscheint das Gestein mehr oder weniger plattig.
Drittens
Mit dem freien Auge sehen wir keine Anzeichen für irgendwelche Fossilien im Gegensatz zu Gestein  D, wo wir eine weiße Sichel erkennen können. 
Eine Körnung oder Korngröße ist nicht erkennbar auch nicht mit der Lupe. Feinton hat eine Korngrösse von 0.0002 mm (drei Nullen), Grobton maximal 0,02 mm. Nach der Korngröße (gefühlt) ist es ein Tonstein oder Tonschiefer,  oder je nach Kalkgehalt ein Mergelstein (Stow)  oder Mergelkalk.
Über den Gehalt an Kalk und das Verhältnis von Ton zu Kalk können wir in der Natur nichts sagen.
Im Labor in hcl aufgelöst bleiben von diesen Gesteinen 15 bis 80 % Kalkschlamm übrig, nach Jacobshagen, 1965 Tab. 1.
Dieses Gestein ist generell fossilarm. Die Untersuchung nach Mikrofossilien im Dünnschliff zeigt Radiolarien und Bruchstücke von SchwammNadeln (Jacobshagen 1965). 
Kartierung:
Wir sind nicht im noname.land. Ca. 500 m oberhalb dem Fotostandpunkt im Bachbett AlperschonBach stehen  die “Rote Platten“ (AV-Karte)  an. Diese wurden von Ampferer  1932 kartiert. Genauer untersucht wurden die “Rote Platten“ von Jacobshagen 1965, in einer genauen Profilaufnahme. Er fand 3,5 m mächtige karminrote Mergelkalke neben 20 m  bräunlichem, dünnbankigem Mergelschiefer, und stellt sie in die Jüngeren Allgäuschichten (wir sind aber im Lechtal). Den weiteren Verlauf der wenige Meter dünnen Schicht der karminroten Rote Platten im Ost-West Verlauf  habe ich nicht verfolgt.

Literatur:
-Ampferer & Hammer; 1911: Ostalpen Querschnitt. Jahrbuch Geol. Reichsanstalt, Wien 1911. (mit schematischem Profil der Freispitz Westseite)
-Ampferer, Otto; 1932: Erläuterungen zu den geologischen Karten der Lechtaler Alpen i. M. 1:25.000. Wien, 1932. mit 28 farbigen Zeichnungen. Ampferer war ein begnadeter Zeichner. 
-Geologische Karte der Lechtaler Alpen, Blatt Parseierspitze 1:25.000,  von O. Ampferer. Wien 1932. (eindeutig kartiert ist “Rote Platten“)  Ohne geologische Karte und ohne die Ampferer-Profile richtest du in der Gegend gar nichts aus.
-Jacobshagen, Volker;  1965: Die Allgäu-Schichten (Jura-Felckenmergel) zwischen Wettersteingebirge und Rhein. Habilitationschrift Marburg.  Jb.  Geol. Bundesanstalt Wien Bd. 108. S.1-114.
-Bannert, Dieter 1964:  Die Geologie der Ruitel-Spitzen und der Umgebung von Madau in den zentralen Lechtaler Alpen. Dissertation Marburg.
-Stow, Dorrik  A.V. 2008: Sedimentgesteine im Gelände; ein illustrierter Leitfaden. Spektrum Verlag, Heidelberg 2008.
Diskussion:
Nach Ampferer 1911 handelt es sich hier an der Westseite der Freispitz um „Fleckenmergel“, nach altem Sprachgebrauch um Lias* Fleckenmergel. Detailliert untersucht wurden die Fleckenmergel von Jacobshagen. Er fand eine genauere Untergliederung in Ältere, Mittlere und Jüngere AllgäuSchichten.

*Lias : Erdzeitalter, die ältere  Abteilung von Jura, ca. 150 bis 200 mio Jahre.
Die Altersstellung sagt über das Gestein nichts aus.


das wars
mfg
hermann
     

« Letzte Änderung: 27. Jan 2015 - 18:58 Uhr von bergfuehrer »
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