Retiophyllia clathrata Emmrich 1853 (N72)  (gelesen 3864 mal)

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Re: Naturrätsel 72
« Antwort #10 am: 10. Dez 2014 - 10:31 Uhr »
vom unendlichen Universum der Wissenschaft im Naturrätsel 72 zurück ins Tal
 
Wir haben vor einigen Jahrzehnten versucht die Nordwand der Oberlahmspitz zu durchsteigen, aber ungefähr an der Hälfte wieder abgeseilt. Es war nicht so spannend. vgl. Lechtaler Impressionen, Honold, Memmingen 1968, Doppelseite  29 & 30.
Ein geologisches Profil vom Nordgrat der Oberlahmspitz findet man in Otto Ampferer, Erläuterungen zu den geologischen Karten der Lechtaler Alpen, i.M. 1:25.000. Wien 1932, vor der Seite 89.
Aber unser bevorzugter Spielplatz war die Südwand der Freispitz. Wir hatten nicht nur Kalkplatten im Vokabular sondern auch Karst und Karren, aber nicht Rhät und Kössener Schichten. Ausser der zapfenwolfi, der kannte schon den Rhät, die Lias und die Thecosmilia, aber das war rund zehn Jahre später.
Und warum wir auch gerne in Madau eingekehrt sind das war die Tocher vom Wirt; sie war jung, braungebrannt und hatte  einen dicken, schwarzen langen Zopf; jedenfalls damals interessanter als Thecosmilia und Retiophyllia.

mfg
Hermann
« Letzte Änderung: 17. Dez 2014 - 15:57 Uhr von bergfuehrer »
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Re: Naturrätsel 72
« Antwort #11 am: 10. Dez 2014 - 11:55 Uhr »
zitiert aus der webseite Naturpark Tirolker Lechtal

"Kössener Schichten

In der oberen Triaszeit vor rund 210 Millionen Jahren sind die Kössener Schichten aus Ablagerungen in einem flachen Meer entstanden, das kaum tiefer war als 50 m. Die Bedingungen waren teils eher lebensfeindlich, sodass sich keine großen Korallenriffe ausbilden konnten. Nur teilweise sind kleinere Korallenriffe entstanden. Als weiße regelmäßige Strukturen können versteinerte Korallen in den Kössener Schichten gefunden werden.

Die Gesteine der Kössener Schichten sind sehr unterschiedlich. Die dunklen Mergel sind gute Ausgangsgesteine für die Bodenbildung. Aufgrund des hohen Tonanteils werden diese Steine leicht verwittert, sie bilden keine Gipfel sondern blumenreiche Almenmatten. Hingegen können dunkel oder hell gefärbte Kalksteine eingelagert sein, die Steilstufen oder Felswände bilden."
Dann kommt noch ein Foto, das ich nicht hier her kopieren kann.

Irgendwo an so einem Felsen hats der Richard gefunden.

mfg
Hermann
« Letzte Änderung: 10. Dez 2014 - 18:21 Uhr von bergfuehrer »
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Offline Richard

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Re: Naturrätsel 72
« Antwort #12 am: 10. Dez 2014 - 12:19 Uhr »
Dir hätte ich allerdings den Durchstieg der Nordwand der Oberlahmspitze zugetraut; dass die Nordwand dann zu deinen Lieblingstouren geworden wäre, bezweifele ich aber stark. Zuzeit tummeln sich dort im oberen Teil die Steinböcke, die im oberen Teil des Nordwestgrates in die Wand hineinqueren.

Apropos Kössener Schichten: du findest die Retiophyllia auch am Schönkahler, direkt auf dem Weg oberhalb der Pfrontner Alpe auf ca. 1.500 - 1.550 m oder schön gerundet vor deiner Haustür in den Kiesgruben. Die Fundstellen sind gar nicht so selten.
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Re: Naturrätsel 72
« Antwort #13 am: 11. Dez 2014 - 17:47 Uhr »
da muss ich noch öfter ganz genau suchen. So eine Retiophyllia ist ja ein Schmuckstück.
 
Und wie viele Steine muss ich umdrehen im Lechbett, bis ich eine Retiophyllia finde, tausend reichen nicht, eher zehntausend ?
Bisher war doch alles grau und nochmal grau, heller oder dunkler grau, oder etwas braungrau oder blaugrau oder graugelb,  vgl. Bergrätsel 577 vom März 2013.
« Letzte Änderung: 11. Dez 2014 - 17:50 Uhr von bergfuehrer »
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Offline kalle

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Re: Naturrätsel 72
« Antwort #14 am: 12. Dez 2014 - 14:03 Uhr »


Könnte man anhand dieser Abbildung auch bestimmen, um welche Koralle es sich hierbei handelt?
Fundort: Krähe (Ammergauer Alpen)
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Re: Naturrätsel 72
« Antwort #15 am: 12. Dez 2014 - 18:15 Uhr »
erstens: ein sehr schönes Stück, erster Preis

zweitens:
raten ist leicht, aber zu bestimmen etwas schwerer, mindestens für einen Laien.
Der große Münchner Komiker und kleine Philosoph Ottfried Fischer sagt: schwer ist leicht was.
Nicht so leicht  zu sagen wie zb, das ist ein VW Käfer, Bj 1960, 34 PS.
Du hast ja das Typenschild von Richard zu Retiophyllia gesehen.
[Man] so ein Laie braucht mindestens eine geologische Karte und etwas Literatur mit Beschrieb und Bildern zum Vergleich.

drittens: Der grosse grüne Grashalm dürfte ca 5cm gross sein.
Ein Spezialist für die Gegend kanns dir auf Anhieb sagen, aber wer kann erklären?

viertens: ich habe am Telefon einen Spezialisten gefragt.
ER meint wenn du im Wettersteinkalk der Ammergauer ETWAS  (fossiles) findest kann es nur xxxx sein.
Ich verrate noch nichts.
Und nun bin ich gespannt auf die Ideen der Gemeinde.


mfg
Hermann
 
 
« Letzte Änderung: 14. Dez 2014 - 15:57 Uhr von bergfuehrer »
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Re: Naturrätsel 72
« Antwort #16 am: 12. Dez 2014 - 19:03 Uhr »


Könnte man anhand dieser Abbildung auch bestimmen, um welche Koralle es sich hierbei handelt?
Fundort: Krähe (Ammergauer Alpen)
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Offline Richard

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Re: Naturrätsel 72
« Antwort #17 am: 12. Dez 2014 - 22:09 Uhr »
da muss ich noch öfter ganz genau suchen. So eine Retiophyllia ist ja ein Schmuckstück.
 
Und wie viele Steine muss ich umdrehen im Lechbett, bis ich eine Retiophyllia finde, tausend reichen nicht, eher zehntausend ?
Bisher war doch alles grau und nochmal grau, heller oder dunkler grau, oder etwas braungrau oder blaugrau oder graugelb,  vgl. Bergrätsel 577 vom März 2013.

Lieber Hermann, du musst gar keine Steine umdrehen. Es langt vollkommen, wenn du einen Schritt vor die Haustür tritts, - am besten heute noch.




Könnte man anhand dieser Abbildung auch bestimmen, um welche Koralle es sich hierbei handelt?
Fundort: Krähe (Ammergauer Alpen)

Vermutlich handelt es sich um denselben Korallentyp wie oben. Die Ammergauer sind übrigens gar nicht so arm an Fossilien. Ich habe schon einmal vor Jahren einen Ammonit unterhalb der Kenzenhütte mitten auf dem Weg gefunden - ohne dass ich danach gesucht habe. Fündig wird man auch, wenn man vom Kenzensattel ein paar Meter hinauf zum Kenzenkopf steigt.
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Offline bergfuehrer

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Re: Naturrätsel 72
« Antwort #18 am: 15. Dez 2014 - 09:47 Uhr »
hallo Kalle,
wenn du es genau wissen willst und so ein Typenschild brauchst wie es der Richard gezeigt hat, mußt du noch etwas tun. 
also am besten schickst du das Foto an corallosphere.com, beim Natural History Museum in London;
zweitens, du machst einen Sägeschnitt, Richard weiß wie das geht.
Oder man kann einfach so weiter raten.
Es wäre auch gut, wenn man die Schicht (Geologie) wüsste, wo du es gefunden hast.
Ausserdem ist Richards Frage wichtig, wurde es transportiert? Lag es oben auf der Krähe oder im Schuttfeld? Nach dem Foto lag es im Gras. Es ist also ein Stück Arbeit bis zum Typenschild.
 
mfg
Hermann 

 
« Letzte Änderung: 15. Dez 2014 - 14:22 Uhr von bergfuehrer »
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Offline kalle

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Re: Naturrätsel 72
« Antwort #19 am: 15. Dez 2014 - 15:01 Uhr »
@bergfuehrer

Ein Schildchen werde ich dafür nicht mehr bekommen können, weil ich das gute Stück an seinem "Liegeplatz" (direkt unterhalb des Grates zwischen Krähe und Fensterl) belassen habe. Ein Wiederauffinden halte ich da für eher unwahrscheinlich, da der Fund schon vor über 7 Jahren statt fand.  :-\ ;)
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