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Glück im Unglück am Seelakopf (02.03.2013)  (gelesen 5754 mal)

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Offline zapfenwolfi

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Re:Glück im Unglück am Seelakopf (02.03.2013)
« Antwort #10 am: 05. Mär 2013 - 15:42 Uhr »
Zum Thema Wechtenbruch (nicht so glimpflich):

http://www.bergtour.ch/gipfelbuch/detail/id/58551

Auch (bis auf die Länge) nicht so extrem eigentlich:
Ansonsten möchte ich mich eher Andi und Zipp anschließen.

Charly:
hab ich mir schon öfter mal gedacht, da raufgraben wäre eine Unternehmung mit Himalaya oder Anden - Eindrücken  - aber dann bin ich doch wieder "nur" Skifahrer.
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DavidXXXX

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Re:Glück im Unglück am Seelakopf (02.03.2013)
« Antwort #11 am: 05. Mär 2013 - 16:27 Uhr »
Wenn man in die Berge geht ist man bereit sich einem gewissen Risiko aus zu setzen, der eine mehr, der andere weniger. Ohne das Inkaufnehmen von bewusst kalkulierten Risiken ist Alpinismus kaum möglich, passieren kann immer etwas. Ob es sich nun um Wechten, Spalten, Eis, Steinschlag, das Wetter, eigenes Versagen oder sonst etwas handelt, sicher ist man nie...

Wechten gehören bei mir zu den drei Dingen(Wechten, Spalten, Stein-/Eisschlag) vor denen ich am meisten Schiss habe. Erst vor kurzem ist wieder jemand am Jubi abgestürzt (Wechtenbruch..?)
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Offline Kauk

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Re:Glück im Unglück am Seelakopf (02.03.2013)
« Antwort #12 am: 05. Mär 2013 - 18:08 Uhr »
Ich teile die öfter geäußerte Meinung, dass im Gebirge durchaus auch Risiko eingegangen werden muss, um zu seinem Erlebnis zu kommen. Ich gehe auch mit dem Bewußtsein in die Berge, dass es dort nicht gefahrlos ist. Allerdings möchte ich dort nicht sterben. Also versuche ich das Risiko für mich so zu gestalten, dass ich wahrscheinlich wieder heil rauskomme. Dazu gehört auch, manchmal zurückzustecken und umzudrehen. Dann ist es schön, wenn noch eine Alternative zur Verfügung steht. Denn ein Teil meiner Motivation ist das Gipfelerlebnis.

Wenn sich nun im Winter zwischen mich und den Gipfel ein überwechteter Grat stellt, muss ich also abwägen. Ist der Grat augenscheinlich breit genug und habe ich Anhaltspunkte, wo ich mich auf sicherem Terrain befinde, werde ich losgehen. Kenne ich den Grat bspw. ohne Schnee, nimmt natürlich die Risikobereitschaft zu. Oder ist es gar kein höheres Risiko, sondern eine Sicherheitsvariable, wenn ich den Gratverlauf gut kenne? Zwingend bei der Beurteilung sind die Informationen der LWDe, der Tiroler hatte vor Wechtenbrüchen gewarnt.

Persönlich kenne ich den Seelakopf-Grat nicht, wo der Absturz passierte, die Stelle sieht recht schmal aus, einige Spuren liegen in meinen Augen im Gefahrenbereich. Fraglich ist, ob hier überhaupt eine risikoarme Begehung möglich wäre. Wenn man weiß, dass Wechten eben bis in die Luv-Seite brechen, müsste man hier eben recht weit in die Flanke ausweichen. Die scheint jedoch ziemlich steil zu sein, plattiger Fels drunter...man bricht also vielleicht nicht mit der Wechte runter, stürzt dafür auf der anderen Seite ab, wenn man ausrutscht.
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Offline Zwack

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Re:Glück im Unglück am Seelakopf (02.03.2013)
« Antwort #13 am: 05. Mär 2013 - 20:09 Uhr »
hey Charly,
warst scho wieder mitm Flieger unterwegs?

lG
Zwack
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Offline eganahl

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Re:Glück im Unglück am Seelakopf (02.03.2013)
« Antwort #14 am: 05. Mär 2013 - 22:43 Uhr »
Persönlich kenne ich den Seelakopf-Grat nicht, wo der Absturz passierte, die Stelle sieht recht schmal aus, einige Spuren liegen in meinen Augen im Gefahrenbereich. Fraglich ist, ob hier überhaupt eine risikoarme Begehung möglich wäre. Wenn man weiß, dass Wechten eben bis in die Luv-Seite brechen, müsste man hier eben recht weit in die Flanke ausweichen. Die scheint jedoch ziemlich steil zu sein, plattiger Fels drunter...man bricht also vielleicht nicht mit der Wechte runter, stürzt dafür auf der anderen Seite ab, wenn man ausrutscht.

Hallo Kauk wenn Du den Kopf nicht kennst dann wird es eine deiner nächsten Sommertouren werden oder??
Ein kleiner Eindruck wie der Grat im Sommer ausschaut...
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Offline Kauk

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Re:Glück im Unglück am Seelakopf (02.03.2013)
« Antwort #15 am: 05. Mär 2013 - 23:20 Uhr »
Persönlich kenne ich den Seelakopf-Grat nicht, wo der Absturz passierte, die Stelle sieht recht schmal aus, einige Spuren liegen in meinen Augen im Gefahrenbereich. Fraglich ist, ob hier überhaupt eine risikoarme Begehung möglich wäre. Wenn man weiß, dass Wechten eben bis in die Luv-Seite brechen, müsste man hier eben recht weit in die Flanke ausweichen. Die scheint jedoch ziemlich steil zu sein, plattiger Fels drunter...man bricht also vielleicht nicht mit der Wechte runter, stürzt dafür auf der anderen Seite ab, wenn man ausrutscht.

Hallo Kauk wenn Du den Kopf nicht kennst dann wird es eine deiner nächsten Sommertouren werden oder??
Ein kleiner Eindruck wie der Grat im Sommer ausschaut...
Schau'n mer mal, sagt der Kaiser ;)
Danke für die Bilder und Eindrücke ohne Schnee! Aber das sieht ja in der Tat nicht unbedingt nach optimalem Gelände aus, wenns da Wechten drüberzieht. Kommt teilweise recht schmal rüber.
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Offline Die_Grenzgaenger

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Re:Glück im Unglück am Seelakopf (02.03.2013)
« Antwort #16 am: 06. Mär 2013 - 06:34 Uhr »
Nachdem die Diskussion doch mehr Emotionen hervor gebracht hat, als ich erwartet habe, möchte ich hier nun zu einem Abschluss kommen.
Meiner Meinung nach treffen die Aussagen von DavidXXX und Kauk recht gut zu. Sie sind realistisch und vor allem Kauks Meinung entspricht ziemlich meiner Einstellung.
Da in unserer Gruppe öfters mehrere Frauen dabei sind, gehe ich als Tourenplaner eher auf Nummer sicher und somit gibt es keine Schitouren mit bergsteigerischer Einlage. "Unsere Frauen" stehen eher auf eine gemütliche Brotzeit in der Sonne und eine genussreiche Abfahrt bei Hängen unter 40Grad. Bei einer reinen Männerrunde steigt natürlich die Risikobereitschaft, aber abgewägt wird die potentielle Gefährdung im Gelände immer.

Grüsse Josch
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Offline Zipp

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Re:Glück im Unglück am Seelakopf (02.03.2013)
« Antwort #17 am: 06. Mär 2013 - 13:43 Uhr »
@ Grenzgänger

Hi Josch, auch wenn du das thema ebschließen wolltest ;-) aber dass Risikobereitschaft im Gebirge etwas mit Mann oder Frau zu tun hat, kann ich aus meiner Erfahrung nun wirklich  nicht bestätigen, aber das wäre ja schon wieder ein völlig neues Thema.

Ich gaube, dass das ganze ohnehin nicht notwendiger weise was mit konkreter Risikoabwägung in jeder Situation zu tun hat. Die Gefahr gerade von lawinen oder auch wächten, wird  eben manchmal gar nicht erst also solche erkannt und folglich auch nicht abgewogen. So ging es mir jedenfalls am Bacheregg. Und deswegen glaube ich, dass solche Gefahren auch auf ganz einfachen Touren in geselliger Runde lauern können.

Ich bin erst vor kurzem auf der Abfahrt vom Hahlejoch (!) in einen sog. Baumtobel (wusste auch nicht, dass es so was gibt) gestürzt, wie ein Käfer mit den Beinen nach oben und der ganze Schnee, der  von den überladenen Zweigen herunterkam, hat mich regelrecht verschüttet, sodass ich beinah erstickt wäre.... Es hat wirklich nicht viel gefehlt, weil ich meine Arme nicht bewegen konnte und den Schnee in die Luftröhre bekam.

Eine (übrigens ziemlich extreme) Tourenpartnerin aus alten Tagen is mal im Nebel über die Wächte des Riedberger Horns in den steilen Nordhang geplumst. Sicher keine extreme Tour und dennoch hätt da richtig was passieren können.

Ein anderer Kumpel kommentierte mal den Abruch einer Wächte über einer 1000m hohen Nordwand unter seinem linken Fuß lakonisch mit dem Satz: "Ui mal im Johr muasch Glück hoa".

Aber auf das Glück sollte man sich eben nicht verlassen und deswegen mein Appell: Augen auf und konzentieren! Nicht nur bei anspruchsvolleren Anstiegen, sondern auch gerade da, wo man keinerlei Gefahr vermutet.

Da, wo man die Gefahr erkennt oder vermutet, kann man abwägen, umkehren oder auf die letzten Meter zum Gipfel verzichten und das habe ich natürlich auch schon ganz oft gemacht, auch, wenn andere weiter gingen. Aber erkennen wir die Gefahr wirklich immer?

Liebe Grüße Stefan
« Letzte Änderung: 06. Mär 2013 - 17:33 Uhr von Zipp »
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