Bergsport und Corona? || Spammer und Softwarefehler

Im Pitztal - 1 Lawinenopfer - am 10 Mai !  (gelesen 2429 mal)

0 User und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline charly

  • alpic.Mitglied
  • Beiträge: 934
Im Pitztal - 1 Lawinenopfer - am 10 Mai !
« am: 10. Mai 2008 - 22:06 Uhr »
Vermutlich ein Toter nach Lawinenabgang im Pitztal

Nach Stunden haben die Rettungskräfte aufgegeben: Unterhalb des Taschachhaus am Weißkamm (St. Leonhard) wurde eine Person von einem riesigen Schneebrett verschüttet. Die Suche verlief ergebnislos.

 
Oberhalb von St. Leonhard im Pitztal löste sich am Samstagnachmittag ein riesiges Schneebrett. "Es ist 500 Meter breit", beschreibt Bergretter Aron Melmer die Situation vor Ort. Die Schneemassen donnerten zu Tale und türmten sich "unten am Bach auf". "Der Lawinenkegel ist bis zu sechs Meter hoch!"

Tragisch: Das Schneebrett riss eine Person mit. Fünf weitere Personen, die gerade unterwegs auf das Taschachhaus waren, alarmierten sofort die Hilfskräfte.

Mit drei Hubschrauber und fünf Lawinenhunden rückten die Retter an. Von ca. 19 Uhr weg suchten sie verzweifelt nach dem Verschütteten. Vergeblich. "Wir haben die Suche abbrechen müssen - wegen der Dunkelheit und der nach wie vor hohen Lawinengefahr", erklärt der Ortsgruppenleiter der Bergrettung St. Leonhard. Melmer ergänzt: "Wir haben nach oben hin nichts mehr gesehen. Eine neuerliche Lawine hätten wir so erst zu spät bemerkt."

Am frühen Sonntagmorgen geht die Suche aber weiter. "Mit der Dämmerung sind wir wieder da." Doch die Chance, dass die verschüttete Person lebend geborgen werden kann ist verschwindend gering. "Wir haben fünf Lawinenhunde reingeschickt. Die haben nichts gefunden", sagt Melmer.

Für den Bergretter war Leichtsinn die Ursache für den vermutlich tragischen Ausgang der Bergtour der Gruppe. "Nur ein einziger hatte einen Lawinen-Pips mit. Und der war nicht eingeschaltet."
Auch für Sonntag mahnt Aron Melmer: "Die Notfallausrüstung gehört unbedingt mit!"
 
 Quelle :  http://www.tirol.com/chronik/innsbruck/80368/index.do
  • hilfreich

tollerhecht1

  • Gast
Re: Im Pitztal - 1 Lawinenopfer - am 10 Mai !
« Antwort #1 am: 12. Mai 2008 - 22:25 Uhr »
wenn man bedenkt das die gruppe eindringlich von
verschiedenen einheimischen
davor gewarnt wurde auf das taschachhaus zu gehen
und gegen 18 uhr unter diesen steilen westhänge
vom mittagskogel trotzdem den aufstieg macht...
ich war vor ort.
soweit ich gesehen habe ist die
lawine auf ca 3000m ausgelöst worden und ist über eine steilstufe
auf eine breite von ca 3-400m nach unten gerauscht.
und da liegt schon eine ältere lawine im bachbett.
die 6-7 meter schnee sind schon gewaltig auf eine breite von 400 meter
im bachbett. dazu jetzt noch die grundlawine.
schlimm...

Lawinenlagebericht vom
Donnerstag, den 08.05.2008, um 07:30 Uhr für Tirol

Beurteilung der Lawinengefahr
Die Lawinengefahr ist weiterhin von der Tageszeit und der Seehöhe abhängig. Aufgrund der derzeit noch
trockenen Luft und der sternenklaren Nacht konnte sich die Schneedecke über Nacht neuerlich sehr gut
verfestigen. Die Lawinengefahr ist somit am Morgen zumindest oberhalb von etwa 2000m gering. Im
Tagesverlauf steigt die Lawinengefahr dann wieder an. Zuerst betrifft dies tiefere Höhenlagen und extrem
steiles O-exponiertes Gelände, gegen Mittag hin dann zunehmend alle Expositionen. Wintersportler sollten
dann auf den raschen Festigkeitsverlust der Schneedecke einerseits durch die Aufweichung des
oberflächigen Schmelzharschdeckels, andererseits durch die zunehmende Durchnässung der
Schneedecke achten. Es können dann im sehr steilen Gelände Nassschneerutsche ausgelöst werden, die
am Weg ins Tal auch größer werden können. In den inneralpinen Regionen, speziell in den Stubaier,
Ötztaler, Zillertaler und Tuxer Alpen sowie in Zentralosttirol ist unverändert auf die höhere
Auslösewahrscheinlichkeit von Lawinen in sehr steilen Hängen der Expositionen W über N bis O v.a.
unterhalb etwa 2800m zu achten. Spätestens am Nachmittag reicht dort geringe Belastung aus, um
teilweise auch größere Lawinen auszulösen. Ebenso sind dort vereinzelt auch noch spontane (große)
Lawinenauslösungen möglich, die besonders exponierte Wege erreichen können.

Schneedeckenaufbau

Die Schneedecke konnte sich von Mittwoch, den 07.05. auf den 08.05. sehr gut verfestigen. An der Schneeoberfläche findet man deshalb außer in dichteren Waldbereichen einen tragfähigen bis zu 10cm dicken Schmelzharschdeckel. In flacheren bzw. schattigen hochalpinen Lagen trifft man hingegen teilweise noch Bruchharsch an. Allgemein ist die Schneedecke unterhalb etwa 2400m in allen Expositionen bis zum Grund nass, darüber betrifft dies v.a. sehr steile von NO über S bis NW-exponierte Hänge bis etwa 2800m hinauf. Inneralpin und in Zentralosttirol muss zudem v.a. in den Expositionen W über N bis O unterhalb etwa 2800m - in windberuhigten Kessellagen auch darüber - eine bodennahe Schwimmschneeschicht als mögliche Gleitfläche für Schneebrettlawinen beachtet werden.


Tendenz

Am Wochenende soll die Luft kurzfristig feuchter werden, was zu einem rascheren tageszeitlichen Festigkeitsverlust führen wird. Am Nachmittag dann v.a. unterhalb etwa 2600m erhebliche Gefahr.
« Letzte Änderung: 12. Mai 2008 - 22:42 Uhr von tollerhecht1 »
  • hilfreich

Tags:
 





aktuell online
Bilder • 36.781
Themen •   5.538
Beiträge • 50.419


IMPRESSUM
DATENSCHUTZ
FAQ

(V.14.15) © alpic.net und Autoren 2001 - 2020 nach oben



SimplePortal 2.3.6 © 2008-2014, SimplePortal