Rund um den geplanten Skigebietszusammenschluss Grasgehren und Riedberger Horn  (gelesen 436 mal)

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Offline oliver

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Offline Andi

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Etwas wissenschaftliche "Presse" dazu: Das Schweizer Institut für Schnee- und Lawinenforschung hat eine Studie veröffentlicht, wie die Schneedecke auf den Klimawandel bis zum Ende des Jahrhunderts reagieren wird.

http://www.slf.ch/ueber/organisation/schnee_permafrost/projekte/klimawandel_schneedecke/index_DE

Da die Ergebnisse innerhalb der Schweiz vergleichbar ausgefallen sind, halte ich die Kernaussagen wegen der geografischen Nähe für übertragbar.
Die Analyse ergab, dass Stationen zwischen 1000 und 1700 m ü. M. unabhängig von ihrer Höhenlage recht ähnlich reagieren. Die in den Klimamodellen vorhergesagten höheren Temperaturen werden sich viel stärker auf die Schneebedeckung auswirken als die leicht zunehmenden Niederschlagsmengen. Die Folge davon: Die mittlere Schneehöhe dürfte am Ende des 21. Jahrhunderts in dieser Höhenzone um rund 85% (!) abgenommen haben. Dabei basiert die Studie nicht auf einem pessimistischen Szenario, sondern unter der Annahme, dass die CO2-Emmissionen nicht mehr allzu stark zunehmen (mittleres Emissionsszenario).

Damit dürften die Winterwonderland - Jahre in der Nordweststaulage "Bayrisch-Sibirien" gezählt sein. Der heurige "Winter" verdiente dort auch seinen Namen kaum: Wenn im November dort Schnee fallen sollte, dann ist bis Weihnachten längst alles wieder weggeschmolzen und winterliche Skiunternehmungen ohne künstliche Beschneiung waren nicht möglich. Von "Winter" konnte man im Januar noch für wenige Tage mit magerer Schneelage sprechen, bevor der nächste Regen bis gut über 2000m hinauf kam. Mitte März sind sinnvolle Skitouren in der Hörnergruppe kaum noch möglich. Gestern hat es am Riedberger Horn über 60 l/m^2 geregnet. Das ist wohl nur ein ganz kleiner Vorgeschmack auf das was noch kommen wird, wenn sämtliche Wissenschaftler auf der ganzen Welt nicht irren.

Angesichts dieser Aussichten ist jeder Hektar intakter (Berg-)Wald für unser aller Lebensqualität im Zukunft mehr Wert als jedes Geld der Welt. Ob als CO2 - Senke, als natürlicher Schutz vor Erosion in einer geologisch unruhigen Zone oder einfach nur als Ort der Erholung.
Die politische Herangehensweise unter völliger Ignoranz dieser Fakten passt so perfekt zu unserer "postfaktischen" Zeit. Da braucht man nicht auf Amerika zu schimpfen - wir haben unsere Trumps direkt vor der Haustür. Der Klimawandel am Riedberger Horn, das ist doch nur eine Erfindung der Chinesen - NEIN, der Schweizer!  ;)
« Letzte Änderung: 19. Mär 2017 - 14:13 Uhr von Andi »

Schlagworte: riedberger horn | klima |