B179 - Fahrverbote Winter 2019/20

Tirol braucht keine Allgäuer  (gelesen 2836 mal)

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Offline kalle

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Re: Tirol braucht keine Allgäuer
« Antwort #20 am: 29. Jun 2019 - 11:20 Uhr »
Das Problem ist, dass bereits vor dem Bau des Füssener Tunnels vertraglich darauf gepocht wurde, diesen nur "einröhrig" auszuführen. Die schon in den 70er Jahren gebaute Umfahrung zwischen Pflach und Reutte hatte man sogar als eine vierspurige Trasse angelegt, bei der Abfahrt Reutte-Nord gab es gar zwei Zubringer-Brücken. Eine davon hat man Anfang der 2000er Jahre weggesprengt. Das heißt, man war noch in den 70er, 80er und vielleicht auch noch in den 90er Jahren daran interessiert eine zumindest autobahnähnliche Trasse zu errichten, hatte dann aber einen Rückzieher gemacht.

Der Wandel in der Politik (schwarz-grün) veränderte dann auch die politische Einstellung gegenüber solchen Projekten. Durch den Grün-Anteil will man offenbar möglichst naturverträgliche und nur die allernötigsten Straßenbauten forcieren. Was ja im Kern schön klingt, hat nur einen entscheidenden Haken. Der Verkehr, der Tourismus, der Warentransit... sie alle entwickelten sich genau in die entgegengesetzte Richtung. Der Verkehr hat zwischen 2005 und 2017 um über 50% zugenommen.

Die baulichen Maßnahmen seit der schwarz-grünen Regierung wird als "Politik der kleinen Schritte in der Fernpassstrategie" auch wirklich nur in ganz (wirklich ganz kleinen), ganz kleinen Schritten verwirklicht. Und oft sind diese Schritte für den Anwohner auch überhaupt nicht nachvollziehbar, weil sie für jemanden mit normalem Hausverstand keinen Sinn ergeben. Wie etwa der Beschluss zur Errichtung des Scheiteltunnels am Fernpass. Was bringt dem Reuttener, der auf dem Weg nach Heiterwang am Katzenberg im Stau steht ein Scheiteltunnel am Fernpass?

Oder was bringt dem Autofahrer, der schon seit einer Viertelstunde an der Auffahrt Bichlbach-West steht der Fernpass-Scheiteltunnel, wenn der sich gleich in einer filmreifen Szene durch den heranbrausenden Gegenverkehr auf die andere Fahrbahnseite hinüberretten muss?

Dort wo der Fernpass-Tunnel wirkt, hat der Außerferner schon lange nichts mehr davon - seine Probleme sind dieselben wie vorher.

Das man inzwischen auch im Außerfern diese Fahrverbote auf niederrangigen Straßen durchführen will, ist für den B179-Anrainer zwar ein Hoffnungsschimmer aber ganz sicher noch nicht die Lösung des Problems. Denn kurzfristige Lösungen, die auch eine tatsächliche Entlastung für die Anwohner mit sich bringen, gibt es so gut wie keine. Eine Aussicht auf ein Zurückgehen des Verkehrs ist auch nicht in Aussicht und die Hilfestellung durch die Tiroler Politik (mal abgesehen von dem zuletzt ausgesprochenen Fahrverbot abseits der Hauptverkehrswege) hielt sich in der Vergangenheit mehr als in Grenzen. Das Außerfern nimmt durch seine geografische Lage innerhalb Tirols eine Sonderstellung ein und wird von Innsbruck aus auch gerne mal vergessen. Die Reaktions Platters zuletzt war ja auch nur sein Versuch, die Lage halbwegs unter Kontrolle zu halten und resultiert zum größten Teil aus dem öffentlichen Druck, welcher im Bezirk inzwischen ansteht.
Die allermeisten Außerferner haben vom Verkehr inzwischen einfach nur noch die Schnauze voll. Manche würden wohl am liebsten den Fernpass gänzlich wegsprengen um sich dieser Transitroute ein für alle mal zu entledigen.
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Offline Lampi

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Re: Tirol braucht keine Allgäuer
« Antwort #21 am: 01. Jul 2019 - 10:52 Uhr »
Das Problem ist, dass bereits vor dem Bau des Füssener Tunnels vertraglich darauf gepocht wurde, diesen nur "einröhrig" auszuführen. Die schon in den 70er Jahren gebaute Umfahrung zwischen Pflach und Reutte hatte man sogar als eine vierspurige Trasse angelegt, bei der Abfahrt Reutte-Nord gab es gar zwei Zubringer-Brücken. Eine davon hat man Anfang der 2000er Jahre weggesprengt. Das heißt, man war noch in den 70er, 80er und vielleicht auch noch in den 90er Jahren daran interessiert eine zumindest autobahnähnliche Trasse zu errichten, hatte dann aber einen Rückzieher gemacht.

Der Wandel in der Politik (schwarz-grün) veränderte dann auch die politische Einstellung gegenüber solchen Projekten. Durch den Grün-Anteil will man offenbar möglichst naturverträgliche und nur die allernötigsten Straßenbauten forcieren. Was ja im Kern schön klingt, hat nur einen entscheidenden Haken. Der Verkehr, der Tourismus, der Warentransit... sie alle entwickelten sich genau in die entgegengesetzte Richtung. Der Verkehr hat zwischen 2005 und 2017 um über 50% zugenommen.

Die baulichen Maßnahmen seit der schwarz-grünen Regierung wird als "Politik der kleinen Schritte in der Fernpassstrategie" auch wirklich nur in ganz (wirklich ganz kleinen), ganz kleinen Schritten verwirklicht. Und oft sind diese Schritte für den Anwohner auch überhaupt nicht nachvollziehbar, weil sie für jemanden mit normalem Hausverstand keinen Sinn ergeben. Wie etwa der Beschluss zur Errichtung des Scheiteltunnels am Fernpass. Was bringt dem Reuttener, der auf dem Weg nach Heiterwang am Katzenberg im Stau steht ein Scheiteltunnel am Fernpass?

Oder was bringt dem Autofahrer, der schon seit einer Viertelstunde an der Auffahrt Bichlbach-West steht der Fernpass-Scheiteltunnel, wenn der sich gleich in einer filmreifen Szene durch den heranbrausenden Gegenverkehr auf die andere Fahrbahnseite hinüberretten muss?

Dort wo der Fernpass-Tunnel wirkt, hat der Außerferner schon lange nichts mehr davon - seine Probleme sind dieselben wie vorher.

Das man inzwischen auch im Außerfern diese Fahrverbote auf niederrangigen Straßen durchführen will, ist für den B179-Anrainer zwar ein Hoffnungsschimmer aber ganz sicher noch nicht die Lösung des Problems. Denn kurzfristige Lösungen, die auch eine tatsächliche Entlastung für die Anwohner mit sich bringen, gibt es so gut wie keine. Eine Aussicht auf ein Zurückgehen des Verkehrs ist auch nicht in Aussicht und die Hilfestellung durch die Tiroler Politik (mal abgesehen von dem zuletzt ausgesprochenen Fahrverbot abseits der Hauptverkehrswege) hielt sich in der Vergangenheit mehr als in Grenzen. Das Außerfern nimmt durch seine geografische Lage innerhalb Tirols eine Sonderstellung ein und wird von Innsbruck aus auch gerne mal vergessen. Die Reaktions Platters zuletzt war ja auch nur sein Versuch, die Lage halbwegs unter Kontrolle zu halten und resultiert zum größten Teil aus dem öffentlichen Druck, welcher im Bezirk inzwischen ansteht.
Die allermeisten Außerferner haben vom Verkehr inzwischen einfach nur noch die Schnauze voll. Manche würden wohl am liebsten den Fernpass gänzlich wegsprengen um sich dieser Transitroute ein für alle mal zu entledigen.
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Offline Altschnee

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Re: Tirol braucht keine Allgäuer
« Antwort #22 am: 19. Jul 2019 - 20:32 Uhr »
Leider ist die Verkehrssteuerung im Lechtal beim Versuch, das Verkehrsproblem zu lindern, mächtig schief gegangen.  Denn seit kurzem gibt es ein Verbotsschild, wenn man von Füssen kommend ins Lechtal fahren will.  So gesehen an der neuen Ulrichsbrücke über den Lech, dort wo es nach Unterpinswang und weiter nach Reutte abgeht.  Es handelt sich um zwei Durchfahrtsverbotsschilder, eins für vierrädrige Kraftfahrzeuge (Autos) und eins für zweirädrige (Motorräder).  Die Schilder sind unter anderem mit dem Zusatz versehen "Samstag 7 bis Sonntag 19 Uhr".  Da nimmt man als Normaldenkender an, es gäbe eine Umleitung.  Aber irgend einen Umleitungshinweis konnte ich nicht finden.  Also muss das wohl heißen, am Wochenende keine Einfahrt ins Lechtal.

Wenn die Tiroler ihre Ruhe vor den Touristen haben wollen, ist das vielleicht noch verständlich.  Aber warum lassen sie nur am Samstag und am Sonntag keine Kraftfahrzeuge ins Tal?  Immerhin Radfahrer sind willkommen.  Es heißt bei den Schildern außerdem noch "ausgenommen Anrainerverkehr Pinswang".  Aha.  Sollte sich also ein Einheimischer südöstlich von Pinswang erdreisten, Richtung Deutschland zu fahren, so wird er daran gehindert, am Wochenende wieder zurückzukehren.

Aber die Tiroler Verkehrspolitik ist noch viel eigenwilliger.  Nutzt man nun wochentags die Gelegenheit, ins Lechtal einzufahren und fährt die Straße in entgegengesetzter Richtung (also von Reutte kommend), so entdeckt man überhaupt kein Sperrschild.  Die Sperre kann also nur in einer Fahrtrichtung gelten.  Dann ist das an der Lechbrücke angebrachte Sperrschild eine einzigartige Tiroler Sonderregelung.  Eine Einfahrtsperre entgegen einem Einbahnverkehr sieht nämlich nach europäischem Verkehrsrecht anders aus.  Der Tiroler stiftet also auf den Straßen Verwirrung wo er nur kann und ist damit den Deutschen mit der unsäglichen Maut nicht nur ebenbürtig sondern sogar überlegen.  Wenn das der Wallnöfer mitbekäme, er würde sich im Grab umdrehen.
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Offline sven86

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Re: Tirol braucht keine Allgäuer
« Antwort #23 am: 20. Jul 2019 - 07:24 Uhr »
Wirklich die Einfahrt ins Lechtal komplett gesperrt? Das kann ich mir nicht vorstellen. Es sollten doch nur einzelne Umfahrungsalternativen der Bundesstraße gesperrt werden. Ich glaube bei Reutte Nord. Oder zählt jetzt das Hahntennjoch als Umfahrung des Fernpass? Aber da wir ja unsere Bergtouren oder sonstige Ausflüge im Lechtal machen und nicht in Italien, gilt das Verbot nach meinem Verständnis eh nicht (Zielverkehr). Aber irritierend ist es natürlich schon.
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Offline kalle

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Re: Tirol braucht keine Allgäuer
« Antwort #24 am: 26. Jul 2019 - 07:02 Uhr »
https://www.tirol.gv.at/verkehr/verkehrsrecht/fahrverbote-reutte-und-kufstein/faqs-bezirk-reutte/
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Offline Zirbelnuss

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Re: Tirol braucht keine Allgäuer
« Antwort #25 am: 26. Jul 2019 - 15:55 Uhr »
Wir waren am 19.07. im Lechtal über Reutte-Süd ohne Probleme.
Kalle, wie funktioniert jetzt am Wochenende für D-Tagestouristen die Zufahrt zur Bärenfalle
(z.B. Zugang zur Augsburger Otto-Mayr-Hütte  - L69 ist ja gesperrt - bin ich dann ein 'Tages-Anrainer')  ???
« Letzte Änderung: 26. Jul 2019 - 18:52 Uhr von Zirbelnuss »
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Offline kalle

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Re: Tirol braucht keine Allgäuer
« Antwort #26 am: 27. Jul 2019 - 06:23 Uhr »
Richtig, da dein Ziel entlang der ansonsten gesperrten Route liegt zählt dein Vorhaben zum Zielverkehr und damit bist du Tages-Anrainer
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Offline Zirbelnuss

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Re: Tirol braucht keine Allgäuer
« Antwort #27 am: 27. Jul 2019 - 07:41 Uhr »
Ah ok - danke, Kalle  :)
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Offline Bergfex33

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Re: Tirol braucht keine Allgäuer
« Antwort #28 am: 27. Jul 2019 - 16:43 Uhr »
Wir waren am 19.07. im Lechtal über Reutte-Süd ohne Probleme.
Kalle, wie funktioniert jetzt am Wochenende für D-Tagestouristen die Zufahrt zur Bärenfalle
(z.B. Zugang zur Augsburger Otto-Mayr-Hütte  - L69 ist ja gesperrt - bin ich dann ein 'Tages-Anrainer')  ???

Der 19.07. war ja auch ein Freitag, da ist ja nicht gesperrt. :no(
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Offline auiachi

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Re: Tirol braucht keine Allgäuer
« Antwort #29 am: 23. Aug 2019 - 15:59 Uhr »
Brauchen die Allgäuer auch keine "Rest-Deutschen"??  ;)
(s. 1. Link)

Haben wir in der Grenzregion nicht alle die selben Herausforderungen. Gegeneinander sich faule Eier zuzuwenden bringt ja wirklich nichts.

Heute durch Zufall drübergestolpert. Privater Blogbeitrag einer mir unbekannten Person von Anfang August:
https://freieberge.wordpress.com/2019/08/08/allgaeu-aussfern-wieviel-tourismus-vertraegt-unsere-region/

Für mich ist die Grenze seit Jahren erreicht. Wobei ich zugeben muss, dass ich meine Schmerzgrenze sehr tief angesetzt habe  ;D
Übrigens egal ob ich im Außerfern oder im Allgäu leben würde... Ich empfinde die Zahl an Tagestouristen zB. im Tannheimer Tal wie auch zB. den Verkehr in Füssen gleichermaßen zu heftig. Zahlreiche andere Beispiele erspare ich mir. Ihr wisst ja alle Bescheid.

Aber machen wir ruhig weiter damit. Bringt ja Geld in die Kassen. Nur von wem?
https://www.tt.com/lebensart/freizeit/15972212/grenzueberschreitendes-projekt-lechradweg-wird-auf-260-km-gestreckt
« Letzte Änderung: 23. Aug 2019 - 16:02 Uhr von auiachi »
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