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Forum für Lechtaler, Allgäuer, Tannheimer, Ammergauer Alpen und Wettersteingebirge  |  Alpin  |  Schneeschuhwanderungen (Moderatoren: Kalle, oliver, Max)  |  Thema: Tannheimer Durchquerung 0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.
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Autor Thema: Tannheimer Durchquerung  (Gelesen 1834 mal)
Kalle
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Beiträge: 2159


d´r Jochtappar


« am: 18, Jan, 2009, 12:19:10 »


Blick aus der Rinne unterhalb der Schlicke hinüber zum Gipfelstock der Gehrenspitze
   Für heute stand eine Durchquerung der Tannheimer Gruppe mit Schneeschuhen auf dem Programm. Mit Start bei der Bärenfalle zwischen Pflach und Musau über den Fahrweg (Rodelstrecke) in etwa eineinviertel Stunden zur Musauer Alm.

Mit den Schneeschuhen weiter, etwa dem direkten Sommerweg folgend, hinauf zur Großen Schlicke. Diese Strecke sollte jedoch nur bei wirklich einwandfreien Lawinenverhältnissen gemacht werden. Zudem sollte man auch über eine Portion Orientierungssinn verfügen um immer den besten Durchstieg zwischen den Latschen zu finden. Im Zweifelsfall wäre es ansonsten besser über die Otto-Mayr-Hütte in einem Bogen den Gipfel der Schlicke anzugehen.

Der Schlussanstieg zum Gipfel wird gegen Ende hin immer steiler und ist bei hartem Untergrund sehr unangenehm zu gehen. Alternativ könnte man wesentlich weiter westlich (etwa 100 Meter) zwischen den Latschen auf den Gipfelgrat aufsteigen und über diesen zum Kreuz gelangen. Der Ausblick entschädigt dann auf jeden Fall für die Mühen.

Weiterer Wegverlauf mit Querung unterhalb des Hahnenköpfles in Richtung Raintaler Jöchle

Meist ist der Weiterweg nur anhand der Tierspuren zu erkennen. Diese folgen oft dem Verlauf des Sommerweges, wie sie überhaupt gern die Spuren von Skitouren- und Schneeschuhgehern für ihr Vorankommen nutzen.

Das schräg gehen im abschüssigen Gelände ist mit den Schneeschuhen oftmals etwas unkomfortabel, gerade wenn eine harte Harschschicht das Treten eines waagrechten Trittes verhindert. Ein paar steilere zu querende Rinnen tun noch ihr übriges dazu.

Trotzdem kommt man üblicherweise recht schnell voran, aber auch hier unterhalb des Hahnenköpfles ist in den vorher genannten Rinnen unbedingt darauf zu achten, dass die Lawinensituation ein Queren dieser zulässt.

Das Finden des Weges ist oft etwas schwieriger, ein sicheres Zeichen sind die häufig im Wegbereich abgeschnittenen Latschen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall dem Verlauf des Sommerweges zu folgen um nicht im Latschendickicht stecken zu bleiben oder in steiles Gelände zu geraten.
   
Nur ein paar Tierspuren ziehen sich durch die Hänge

Gemsen nutzen die südseitigen Felswände unterhalb des Hahnenköpfle um sich zu sonnen und Futter zu finden
Nur ein schmaler Durchlass führt einen letztlich hinauf zum Raintaler Jöchl. Dort sollte man nicht sofort der Beschilderung hinab zum Füssener Jöchl folgen, sondern noch etwa 20 Meter weiter gehen um schräg den Hang querend unterhalb der Ostabstürze der Läuferspitze zum Jöchl zu gelangen.

Ausblick vom Quergang hinüber zum Schartschrofen und in die Allgäuer Alpen hinein
Dort trifft man nur kurz auf die "Zivilisation", gleich nach passieren der Bergstation des Jochalmliftes ist der Spuk wieder vorbei. Weiter nach Westen hinaus aufsteigend trifft man bald am Sefensattel ein und kann das herrliche Panorama zu beiden Seiten genießen (Gipfelstöcke der Tannheimer Gruppe im Südosten und die Vilser Gruppe im Nordwesten).

Ausblick vom Sefensattel zu den Gipfeln der Tannheimer Gruppe im Südosten

Ausblick ins Sebental und zu dem Gipfel des Aggensteins (links) und Brentenjoches

Nordseitig wäre der Abstieg ins Sebental bei mehr Schnee schon riskanter
   Am Sefensattel bietet sich mir noch ein wunderbarer Anblick, als sich ein Steinadlerpärchen von der Sebenspitze kommend, über mir in den Himmel schraubte.

Beim weiteren Abstieg durch das nordseitig eingebettete Sebental brechen nun schon oft Schollen unter den Schneeschuhen ab. Bei mehr Schnee und steileren Hängen wäre es sicherlich schon etwas problematischer. An der Hütte angelangt treffe ich noch auf zwei Wanderer, die sich bald als der Forumsuser Kraftmann nebst Begleiterin Susanne herausstellen. Nach einer netten Unterhaltung muss ich aber den Weiterweg antreten, weil mich ja bald Nadja von der Enge bei Grän abholen wird.

Schöner einsamer Abstieg ins Sebental

Beeindruckend gleitet ein Steinadler im Bereich der Sefenspitze über mir durch die Lüfte

Im letzten Licht des Tages geht es nun flott hinunter nach Grän (Enge), wo schon Nadja auf mich warten wird um mich abzuholen

Fazit: eine herrliche aber anstrengende und lange Tour quer durch die Tannheimer Gruppe (in zweiter Reihe). Insgesamt sind etwa 1400 Höhenmeter zu absolvieren. Teilweise erschweren steile Flanken das Vorankommen.
Die Gehzeit liegt bei etwa 8 bis 9 Stunden (ohne Pausen).

Gruß
Kalle
« Letzte Änderung: 18, Jan, 2009, 12:41:27 von Kalle » Moderator informieren   Gespeichert
alex
Gast
« Antworten #1 am: 18, Jan, 2009, 15:08:04 »

wow... tolle tour (für mich wäre sie jetzt im winter zu lang  Wink)! und der könig der lüfte ist natürlich noch eine draufgabe. ich glaub ich hab die gleichen zwei auch schon vor ein paar wochen auf dem plattjoch gesehen. da sind sie die ganze zeit über dem raintal, schlicke, köllenspitze gesegelt...

gruß,

alex

« Letzte Änderung: 18, Jan, 2009, 15:18:30 von alex » Moderator informieren   Gespeichert
horst
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Beiträge: 1021


Stoahogga


« Antworten #2 am: 19, Jan, 2009, 10:10:41 »

Da hast du dir aber etwas sehr Schönes einfallen lassen:sehr schöne Routenwahl und beeindruckende Bilder Bravo Daumen

LG Horst
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Enunner geht's nur,wenn's nett 'nuff geht
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