Isisizer Rosswies und Margelchopf  (gelesen 1200 mal)

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Offline Kauk

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Isisizer Rosswies und Margelchopf
« am: 19. Feb 2015 - 18:36 Uhr »
Der Rosenmontag (16.02.2015) bescherte dem fasnetsmeidenden Berggänger einen traumhaften Bergtag und gestattete somit einen eigenen Umzug, erneut in der Schweiz: Isisizer Rosswies (2334 m) und Margelchopf (2163 m) in der Alviergruppe.

Route: Berghaus Malbun - Untersäss - Obersäss -Bi den Seen - Sisizgratsattel - Westflanke - Nordrücken - Nordostflanke - Rosswies - Südflanke - Lochtal - Sisizgratsattel - Südrücken - Südflanke - Margelchopf - Retour zum Ausgangspunkt

Ausgangspunkt der Tour ist der kostenpflichtige Parkplatz (6 SFr oder 5€, wobei bei Verzehr angerechnet wird) am Berghaus Malbun (1369 m) oberhalb von Buchs (SG). Über die Pisten links des kleinen Schlepplifts hinauf, bis man auf die Trasse des Alpwegs trifft, diesem kurz folgen und dann nach rechts zum Wald auf den Sommerweg/Wanderweg. Diesem oder der wohl meist vorhandenen Spur (Abkürzungen) folgend durch lichten Wald hinauf zum Obersäss (1744 m). Die Alphütte bleibt rechts liegen und man quert die Hänge des Hanenspil, es lohnt in den nahen Sattel zu gehen und den Blick auf den Margelchopf zu genießen. Anschließend folgt man ungefähr dem Sommerweg über wellige Böden bis zum Sisizgratsattel (2016 m).

Es folgt eine kleine, stark von den Verhältnissen geprägte (Fell)Abfahrt über die Westflanke, bei guten Verhältnissen auch mal weiter hinunter, ansonsten Querung unter dem Isisizgrat/Glannachopf mit möglichst geringem Höhenverlust in den schmalen Talboden (ca. 1920 m). Nun über die Ostflanke auf den langen Nordrücken (Alt Alp) der Rosswies, an die nordostexponierte Gipfelflanke heran. Sie in Kürze hinauf zum Gipfelkreuz auf der Isisizer Rosswies (2334 m).

Je nach Verhältnissen erfolgt die Abfahrt, aktuell war die Südostflanke bis zu den schattigen Hängen unter dem Fulfirst eine gute Wahl. Nun das schattige Tal hinaus bis unter den Glannachopf und wieder hinauf in den Sattel. Von hier auf dem Südrücken bis zum Skidepot unter dem Margelchopf. Auf dem markierten Steig zu der felsdurchsetzten Südflanke. Eine erste Rampe in gut gestuftem Fels hinauf, dann wieder auf dem Weg zu einem kleinen Kamin, der mit Drahtseilen gesichert etwas steiler, aber kaum ausgesetzt erklommen wird (mit Skischuhen nicht ganz einfach, gefühlt gut I, aber Dank der Sicherungen gut machbar). Oben in Kürze zum überraschend großen Gipfelplateau mit toller Rundumsicht. Abgestiegen wird auf gleichem Weg, die Abfahrt folgt bis zum Hanenspil der Aufstiegsroute. Hier dann nicht zum Obersäss, sondern das direkte Tal hinaub zum Berghaus Malbun. Bei schlechtem Schnee besser im Abfahrtssinn links halten und auf dem Forstweg bei der Hütte in Richtung Piste queren, die dann angenehm zum Parkplatz leitet.

Gefahrenpotential: Je nach den anzutreffenden Verhältnissen eine recht sichere Tour, die eine defensive Routenwahl zulässt und damit steiles Gelände zum größten Teil meiden kann. Lediglich die teilweise steile Flanke unter dem Sisizgratsattel ist nicht zu umgehen, aber durch die Westexposition wohl meist begünstigt. Ansonsten muss man bei ungünstigen Verhältnissen eher die umgebenden Flanken im Auge behalten.

Verhältnisse am Rosenmontag: Schnee vom Start weg ausreichend, der Zwischenabstieg oben recht abgeblasen, eine harte Spur führt hinab, Fellabfahrt eher ungünstig, ich habe die Ski auf gutem Trittschnee hinabgetragen (und im Retour wieder hoch). Abfahrt durch das schattige Tal teils noch erstaunlich guter Pulver und Platz für Spuren. Auch im oberen Teil nach dem Sisizgrat trotz des eher flachen Charakters noch Schmankerl-Schwünge möglich. Ab den Hanenspil wegen zu langer Verweildauer im besten Bergwetter wieder schattig und damit schon angefroren und zum größten Teil unschön zu fahren. Der Abstecher auf den Margelchopf war in wenig Schnee gespurt, die steilen Felsabschnitte sind Schnee frei, auf den Wegpassagen teils dickes Eis, gut umgehbar. Nach viel Neuschnee sollte man die Besteigung vielleicht eher meiden.

Fazit: Eine Tour mit überschaubarem Risiko und trotzdem einer bei schönen Verhältnissen guten Abfahrt. Für mich war aber auch nicht die Suche nach der perfekten Abfahrt vorrangig, sondern das Gipfelerlebnis. Landschaftlich ist die Rosswies überragend, die Nah- und Fernblicke sind grandios. Mit dem Margelchopf (dessen Aussicht ebenfalls nicht zu verachten ist) wertet man das ganze sogar alpinistisch etwas auf, wer mal in das Kraxeln mit Skischuhen reinschnuppern will, kann das hier gut ausprobieren.
« Letzte Änderung: 24. Feb 2016 - 20:44 Uhr von Kauk »
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Offline Kauk

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Re: Isisizer Rosswies
« Antwort #1 am: 22. Feb 2017 - 17:27 Uhr »
Letzten Freitag gab es nach längerer Zeit mal wieder brauchbaren Neuschneezuwachs in den Bergen, am Samstag (18. Februar) sollte sich dann von Westen rasch tolles Wetter durchsetzen...allerbeste Voraussetzungen für einen prächtigen Tag in den Bergen. Allerdings fiel der Schneefall erst oberhalb ca. 1400 Meter ergiebiger aus, darunter soll es auch ordentlich geregnet haben: Deshalb je höher der Ausgangspunkt, desto besser die Verhältnisse. Die Gipfel der Ostschweiz waren wetterbegünstigt, Richtung Allgäuer Alpen noch deutlich mehr Hangwolken. Da der Schnee mit starkem Windeinfluss zusammen fiel, war die Situation von den LWD als eher heikel beschrieben worden, da sich der Triebschnee schlecht mit dem oft harten Altschnee verbinden sollte.

Mit diesen Parametern wurde die geeignete Zielwahl schon ein wenig kniffliger, zumal ich auch nicht unbedingt mehr als nötig im Auto sitzen wollte. So entschied ich mich auf Grund der moderaten  Anforderungen und der eher geringen Lawinengefahr für die Rosswies. Dies stellte sich bereits am Ausgangspunkt Berghaus Malbun als gute Wahl heraus, hier lagen auf knapp 1400 Meter 15-20cm Neuschnee, im Verlauf wurden es bis zu 30cm...weiter oben allerdings auch gut verblasen. Natürlich hatten sich auch viele andere gedacht, dass die Rosswies ganz gut gehen könnte...so dürfte dies meine menschenreichste Skitour gewesen sein, fast schon einem Lindwurm gleich zog Grüppchen und Grüppchen gegen den Gipfel.

Was das Winterambiente anging, wurde ich nicht enttäuscht, kitschiger kann man sich einen Winter in den Bergen kaum vorstellen...aber halt auch nicht schöner! Trotzdem das am Vormittag beim Aufstieg nochmals kräftig verfrachtet wurde, ging die Abfahrt gut, Untergrund teils aber ruppig: Powder-Alarm! Kleines Manko dieser Tour bleibt der Gegenanstieg zurück zum Sisizgratsattel, dieses Mal war anfellen unvermeidbar. Im Sattel hatte dann jemand weiter nach Süden gespurt, gegen den ONO-Rücken des Glannachopfs. Dies wollte ich auch testen, ob man dort die flachen Böden Bi den Seen etwas eleganter umgehen könnte. Diese sind bei Neuschnee recht schwierig mit Schwung zu bewältigen, bei härteren Verhältnissen wie im obigen Bericht geht das besser. So ging es auf besagtem ONO-Rücken bis auf ca. 2180 Meter hinauf. Bei P. 2008 zeigten sich Spuren in den Kessel von Altsäss, die dortigen (Süd)Osthänge zeigten sich stabil, meine Mulde war erstaunlicherweise nicht völlig Triebschnee geladen. Auch die Verbindung zur Altschneeunterlage war gut, so dass ich den oben sehr steilen, aber bald abflachenden Hang befuhr. Während die übliche Route bereits total umgepflügt war, konnte man bei der Variante bis zum P.1505 bei Untersäss noch im recht unverspurten Gelände fahren. Doch wegen der südseitigen Exposition war die Unterlage fast zu dürftig. Diese Abfahrtsvariante lohnt also nur bei tiefreichender Schneedecke (Exkurs zur aktuellen Situation: mit dem Regen sollte da fast alles weg sein bis mind. Altsässobersäss (1777 m)). Auf dem etwas von Nassschnee bedrohten Alpweg dann mit etwas anschieben zurück zum Berghaus Malbun.
« Letzte Änderung: 01. Mär 2017 - 00:07 Uhr von Kauk »

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